Steudemann, Karl Otto Kurt
| * 30. März 1889, Uerdingen am Rhein, Kreis Krefeld
† 27. Juni 1951, Gersfeld |
![]() BArch Pers 6/941 1936 als Oberst |
Kurt Steudemann war der älteste Sohn vom Chemiker und Fabrikbesitzer Dr. phil. Carl Hugo Steudemann und dessen Ehefrau Charlotte Dorothea Martha, geborene Grubitz. Sein Vater starb bereits Anfang April 1897 im Alter von 37 Jahren in Baden-Baden. Nachdem er Ostern 1910 sein Abitur an einem humanistischen Gymnasium in Aschersleben trat er am 21. März 1910 als Fahnenjunker in die Königlich Sächsische Armee ein. Er kam dabei zum 8. Königlich Sächsisches Feldartillerie-Regiment Nr. 78 nach Wurzen. Bei diesem wurde er am 23. April 1910 vereidigt. Am 1. Juli 1910 wurde er zum Fahnenjunker-Gefreiten und am 1. September 1910 zum Fahnenjunker-Unteroffizier befördert. Vom 13. Oktober 1910 bis zum 13. Juni 1911 wurde er zur Kriegsschule Engers kommandiert. Dort wurde er am 7. November 1910 zum Fähnrich befördert. Etatmäßig gehörte er zur 2. Batterie seines Regiments in Wurzen. Nach dem Abschluß an der Kriegsschule wurde er am 18. August 1911 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 20. August 1909 (Q) datiert. Danach wurde er anfangs als Batterieoffizier in der 5. Batterie seines Regiments in Wurzen eingesetzt. Vom 1. Oktober 1912 bis zum 27. Juli 1913 wurde er zur Militär-Reitanstalt Dresden kommandiert. Nach seiner Rückkehr wurde er als Batterieoffizier in der 1. Batterie seines Regiments verwendet. Vom 1. Oktober 1913 bis zum 4. November 1913 wurde er zu den Parforcejagden nach Großenhain in Sachsen kommandiert. Ab dem Ausbruch des 1. Weltkrieges am 2. August 1914 wurde er als Abteilungsadjutant (I. Abteilung) und Gerichtsoffizier bis zum 25. Oktober 1916 an der Front eingesetzt. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm dort am 24. September 1914 verliehen. Am 11. November 1915 (S) wurde er zum Oberleutnant befördert. Zwischen dem 26. Oktober 1916 und dem 3. Dezember 1916 wurde er als Batterieführer verwendet. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 20. Februar 1917 verliehen. Vom 4. Dezember 1916 bis zum 7. September 1918 wurde er als Regimentsajdutant eingesetzt. Am 31. Juli 1918 erhielt er die allerhöchste Sächsische Anerkennung. Am 8. September 1918 wurde er als Adjutant zum Artilleriekommandeur 120 der 24. Reserve-Division kommandiert. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen wie der Sächsische Albrechts-Orden (30. Juni 1915) und der Sächsische Verdienst-Orden (31. Dezember 1916) verliehen. Nach Kriegsende wurde er am 15. Januar 1919 infolge Demobilmachung in die Zentralabteilung des Generalstabes (sächsisches Ministerium für Militärwesen) versetzt. Dabei erhielt er am 15. Januar 1919 folgenden Zusatz zum Qualifikationsbericht von Oberstleutnant Heinrich Buchheim, Artillerie-Kommandeur 5./20: "Oberleutnant Steudemann ist ein in jeder Beziehung sehr gut beanlagter Offizier. Er hat sich als Adjutant beim Artillerie-Kommandeur ausgezeichnet bewährt. Er ist berufsfreudig, absolut zuverlässig, unermüdlich fleißig und beweist auch unter schwierigen und aufregenden Verhältnissen Ruhe und Umsicht. Er beherrscht den Adjutantendienst vollkommen und hat bestimmte und gesunde Ansätze in artilleristischen und taktischen Fragen. Bei aller Bestimmtheit im Auftreten ist sein Verhalten Vorgesetzten und Kameraden gegenüber sehr vorbildlich, so daß er sich allgemein großer Beliebtheit in und außer Dienst erfreute. Mit eingehender Fürsorge und großem Geschick kümmerte er sich auch um die Unteroffiziere und Mannschaften des Stabes und genoß dazu volles Vertrauen." Am 1. April 1919 erhielt er folgende Beurteilung von Oberst Hans von Schönfels: "Da Oberleutnant Steudemann beim Regiment nur wenige Tage Dienst getan hat, vermag ich kein Urteil über ihn abzugeben." Am 7. April 1919 erhielt er die Erlaubnis zur Verheiratung. Am 6. August 1919 erhielt er folgende Beurteilung von Generalmajor Martin von Oldershausen, Kommandeur der 1. sächsischen Grenzjägerbrigade: "Oberleutnant Steudemann war im Sommer und Herbst 1918 Adjutant des Artilleriekommandeurs bei der 24. Reserve-Division. Er ist eine frische, tatkräftige Persönlichkeit, fleißig und pflichttreu, gewandt im Vortrag, mit der modernen Artillerieverwendung durchaus vertraut. Öfters hat er sicheres Urteil und gutes Organisationstalent bewiesen. In den schweren Kämpfen, die die Division in jener Zeit zu bestehen hatte, war Steudemann seinem Kommandeur eine vortreffliche Stütze. Sehr beliebter Kamerad." Am 5. August 1919 erhielt er für seine Zeit als Regimentsadjutant vom Feldartillerie-Regiment Nr. 78 folgende Beurteilung von Major Albert von Funcke, im Felde Kommandeur vom Feldartillerie-Regiment Nr. 78: "Oberleutnant Steudemann ist ein geistig und körperlich sehr gut veranlagter Mensch. Er ist eine ruhige gefestigte Persönlichkeit, gewandt im Umgang mit Vorgesetzten und Untergebenen. Im Felde hat er sich als Regimentsadjutant durch Umsicht, Initiative und nimmermüde Ausdauer ausgezeichnet. Er war tapfer und unerschrocken. Seine klare Auffassung und sein taktisches Verständnis lassen ihn für Generalstabsdienst oder höhere Adjutantur geeignet erscheinen." Ebenfalls am 5. August 1919 erhielt er folgende Beurteilung von Major Theodor Krohn, Kommandeur der I. Abteilung vom Sächsisches Leichtes Artillerie-Regiment 2: "Oberleutnant Steudemann ist körperlich gut; geistig ausgezeichnet beanlagt. Er ist ein Offizier von einwandfrei tadellosem Charakter und höchstem Pflichtbewußtsein Steudemann besitzt vorzügliche gesellschaftliche Formen und ist sehr gewand im Verkehr mit Vorgesetzten und Untergebenen. Er war ein hervorragender Abteilungs-Adjutant sowohl in der Unterstützung des Kommandeurs, wie in der Vertretung der Interessen seiner Kameraden. Große persönliche Unerschrockenheit zeichnete ihn im Felde aus; seine Leistungen auch in schwierigsten Lagen und als Adjutant größerer Artillerie-Untergruppen waren vorzüglich. Alles in Allem ein Offizier von einwandfreiem Charakter; ausgeprägtem Willen und vorzüglichen dienstlichen Leistungen." Am 6. August 1919 erhielt er für seine Zeit bei der I. Abteilung vom Feldartillerie-Regiment Nr. 78 folgende Beurteilung von Major Alfred Merz, Kdr. der II. Abteilung vom leichten Reichswehr-Artillerie-Regiment 19: "Oberleutnant Steudemann ist geistig gut beanlagt. Er ist ein wohlerzogener, junger Offizier, der über gute militärische und gesellschaftliche Formen verfügt. Er besitzt eine sehr vornehme Gesinnung und großes Pflichtbewußtsein. Er zeigte ausgesprochene Neigung und Geschick für den militärischen Beruf, füllte seine Dienststelle, nachdem er sich als Adjutant der I. Abteilung vom Feldartillerie-Regiment Nr. 78 eingerichtet hatte, sehr gut aus. Er verstand es sich bei seinen Kameraden und Untergebenen durchzusetzen, besaß deren Vertrauen und war sehr beliebt. Er führte ein solides, bescheidenes Leben und befand sich in geordneten Vermögensverhältnissen. Vor dem Feinde zeigte er sich stets unerschrocken und tapfer, kannte keine Rücksicht gegen seine Person." Ebenfalls am 6. August 1919 folgende Beurteilung von Oberstleutnant Heinrich Buchheim, früher Artillerie-Kommandeur 120: "Oberleutnant Steudemann ist ein nach jeder Richtung hin ausgezeichnet beanlagter Offizier, der ebenso geeignet, wie passioniert für seinen Beruf ist. Sein Wesen ist recht ruhig und ausgeglichen, ohne, daß ihm jugendliche Frische mangelt. Er ist eine offene, gerade Natur von vornehmer Gesinnung und ausgesprochenen Taktgefühl. Sein Auftreten ist das eines tadellos erzogenen Mannes. Er besitzt sehr gute militärische, insbesondere artilleristische Kenntnisse und hat gesunde und bestimmte Ansichten in taktischen Fragen. Er bildet sich in allen dienstlichen Angelegenheiten ein eigenes, auf gründlicher Überlegung und gesunden Menschenverstand berufenes Urteil und vertritt dieses offen und überzeugungstreu, ohne dabei je rechthaberisch oder unbescheiden zu sein. In Folge seiner unermüdlichen Ausdauer, seiner unbedingten Zuverlässigkeit und seiner großen Umsicht und Ruhe auch unter den aufregensten und schwierigsten Verhältnissen vor dem Feinde leistete er als Adjutant des Artillerie-Kommandeurs Ausgezeichnetes. Er besitzt das volle Vertrauen seiner Vorgesetzten, der mit ihm arbeitenden Offiziere und der unterstellten Kommandobehörden. In der Behandlung der Manschaften zeigte er besonders in den schwierigen Tagen nach der Revolution während des Rückmarsches außerordentliches Geschick. Gerecht und wohlwollend, dabei aber bestimmt und fest, verstand er es, gute Gesinnung und Disziplin unter den Leuten zu erhalten. Auch diese brachten ihm volles Vertrauen entgegen. Außerdienstlich war er als anregender, liebenswürdiger Gesellschafter allenthalben sehr beliebt. Er eignet sich in gleicher Weise sehr gut zur Verwendung in höheren Stäben, wie als Frontoffizier." Am 16. August 1919 wurde er als Oberleutnant in das vorläufige Reichsheer übernommen. Er wurde an diesem Tag in das Reichswehr-Artillerie-Regiment 19 der Reichswehr-Brigade 19 versetzt. Dies geschah unter gleichzeitiger Kommandierung zum Wehrkreiskommando IV nach Dresden. Dort wurde er als Ordonanzoffizier beim 1. Generalstabsoffizier (Ia) eingesetzt. Er war auch an der Aufstellung der sächsischen Grenzjäger-Formationen beteiligt. Am 28. August 1919 heiratete er die über acht Jahre jüngere Katharina 'Käthe' Langeloth, Tochter des am 18. April 1898 in Mannheim verstorbenen Fabrikanten Johann Jacob Langeloth, in Dresden. Trauzeuge waren Hauptmann Hans Ruppe und sein Schwager der Leutnant der Reserve Otto Langeloth. Seine Braut lebte damals in Bad Nauheim, er selbst in der Bergstraße 15 in Dresden. Am 2. September 1919 erhielt er folgende Beurteilung von Major Heinich Paul Günter von Hingst, Chef des Stabes vom Wehrkreiskommando IV: "Äußere Erscheinung: mittelgroß, etwas untersetzt, gute militärische Erscheinung. Unerschrocken und tapfer im Felde. Ruhig aber geistig sehr frisch. Einwandfreie körperliche Rüstigkeit. Geistig sehr gut beanlagt, ruhig, besonnen, durchaus gefestigte Persönlichkeit, tatkräftig und fleißig, mit guten artilleristischen Kenntnissen. Sicher im Urteil, gutes Organisationstalent. Durch seine Zuverlässigkeit ein besonders vertrauenswürdiger Offizier. War dem Ia als Ordonanzoffizier eine außerordentliche Stütze. Ich halte ihn trotz seiner Jugend für einen ganz besonders vortrefflichen Menschen und Offizier. Gewandt und klar im Vortrag. Versteht besonders gut Dienstfreudigkeit bei seinen Untergebenen zu erwecken und zu erhalten. Dienstliche Tüchtigkeit im allgemeinen hervorragend. Wird zur Verwendung als Ordonanzoffizier in höheren Stäben besonders empfohlen. Sein Verbleiben in der Armee wird aus Interesse am Dienst erwünscht. Die Erhaltung dieses Offiziers halte ich für ganz besonders erwünscht." Der Kommissionsbeschluss zur Aufnahme im künftigen Heer: "besonders geeignet" wurde unterzeichnet von den Offizieren: von Friesen, von Schönberg und Martins. Der Kommandeur der 2. sächsischen Grenzjägerbrigade, Generalmajor Georg Frotscher, ergänzte dazu: "Mir nicht bekannt." Am 13. Oktober 1919 wurde er neu vereidigt. Zwei Monate später wurde er am 13. Dezember 1919 unter Belassung in seinem Kommndo in das Reichswehr-Artillerie-Regiment 12 versetzt. Auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer Mitte Mai 1920 gehörte er zum Reichswehr-Artillerie-Regiment 12 der Reichswehr-Brigade 12, blieb aber weiter kommandiert. Er war inzwischen als Hilfsoffizier bei dem Kommando tätig. Ab Juni 1920 wurde er als Referent in der Abteilung "Unterbringung" eingesetzt. Am 27. September 1920 sollte er mit dem 1. Oktober 1920 in das Artillerie-Regiment 4 übernommen werden. Am 6. November 1920 erhielt er folgende Beurteilung von Major i.G. Georg Zimmermann, im Generalstab vom Wehrkreiskommando IV: "Oberleutnant Steudemann habe ich zu wenig kennen gelernt um ihn abschließend beurteilen zu können. Er hat auf mich den Eindruck enes recht begabten, ruigen, überlegten und sehr pflichttreuen Offiziers gemacht. Sein offenes, vertrauenserweckendes Wesen fiel besonders angenehm auf." Dazu ergänzte am 13. November 1920 der Major i.G. Willy Körner, im Generalstab vom Wehrkreiskommando IV: "Der Eindruck, den Major Zimmermann von Oberstleutnant Steudemann gewonnen hat, ist meines Erachtens zutreffend. Oberstleutnant St. war während des Krieges Abteilungs- Regiments- und Artilleriekommandeur-Adjutant, nach dem Krieg zur Zentral-Abteilung des sächsischen Generalstabes kommandiert an Aufstellung der sächsischen Grenzjäger-Formationen beteiligt, danach beim Stabe des sächsischen Reichswehr-Kommandos (Abteilung Ia Truppenverwendung). Seit Bestehen des Wehrkreiskommandos bis Juni 1920 hat er als Hilfsoffizier seitdem als Referent der Abteilung "Unterbringung" gearbeitet. Er ist ein befähigter Offizier von großer Pflichttreue, Zuverlässigkeit und Arbeitsfreudigleit, der über sein Alter hinaus reifes Urteil besitzt. Sein ruhiges, beschedenes Wesen machen ihn als Kamerad und Mensch beliebt. Oberleutnant Steudemann verspricht, ein brauchbarer Gehilfe der höheren Truppenführung zu werden." Am 11. Dezember 1920 erhielt er folgende Beurteilung von Oberst Horst von Metzsch, Chef des Stabes der 4. Division: "Ein besonders arbeitskräftiger und arbeitsfreudiger, bewährter Offizier, dessen "besondere Verwendung" ans sich zwar ganz besonders empfohlen werden kann aber aufgeschoben bleiben möchte, bis eine schwierige Hauterkrankung im Gesicht, die ihn zur Zeit nur bedingt verwendungsfähig macht, behoben sein wird. Taktisch gut vorgebildet. Besonders befähigter passionierter Reiter. Bewährter und beliebter Kamerad. Lebt in geordneten Verhältnissen." Dazu ergänzte am 15. Dezember 1921 der Kdr. der 4. Division, Generalleutnant Paulus von Stolzmann: "Mit der Beurteilung durch den Stabschefs einverstanden." Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er am 1. Januar 1921 in das Artillerie-Regiment 4 übernommen. Am 19. März 1921 wurde er mit Wirkung vomn 1. April 1921 zum Hauptmann befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 18. August 1918 datiert. Am 1. April 1921 erhielt er folgende Beurteilung von Oberst Karl Brück, Kdr. vom 4. Artillerie-Regiment: "Körperlich und geistig sehr gut beanlagt, gute soldatische Erscheinung mit tadellosen Umgangsformen, vornehmer Gesinnung und gefestigtem Charakter. Im Felde und in der Garnison, in der Front und als Adjutant gleich gut erprobt und bewährt, ist er eine tatkräftige und arbeitsfreudige Persönlichkeit. Besonders zu erwähnen ist seine Zuverlässigkeit, Organisationstalent und ein auf gesunden Menschenverstand, gründlicher Durchbildung und schneller, zutreffener Entschlußkraft berufenes sicheres Urteil. Vor dem Feinde bewies er große Ruhe, Umsicht und Tapferkeit auch in schwierigen Lagen. Hauptmann Steudemann besitzt eine feste Gesundheit. Er ist ein beliebter Kamerad, ist verheiratet und lebt in geordneten Verhältnissen. Ich halte ihn für einen besonders tüchtigen, brauchbaren Offizier, der zur besonderen Verwendung warm empfohlen werden kann." Vom 25. April 1921 bis zum 30. April 1921 absolvierte er seine Wehrkeisprüfung. Am 4. Juli 1921 erhielt er folgende Beurteilung von Major Alfred Merz, Kdr. der III. Abteilung vom 4. Art.Rgt.: "Körperlich und geistig sehr gut beanlagt, gute soldatische Erscheinung mit tadellosen Umgangsformen, vornehmer Gesinnung und gefestigtem Charakter. Im Felde und in der Garnison, in der Front und als Adjutant gleich gut erprobt und bewährt, ist er eine tatkräftige und arbeitsfreudige Persönlichkeit. Besonders zu erwähnen ist seine Zuverlässigkeit, Organisationstalent und ein auf gesunden Menschenverstand, gründlicher Durchbildung und schneller, zutreffener Entschlußkraft berufenes sicheres Urteil. Vor dem Feinde bewies er große Ruhe, Umsicht und Tapferkeit auch in schwierigen Lagen. Steudemann besitzt gute reiterliche Anlage und zeigt viel Interesse für den praktischen Dienst. Er ist ein besonders tüchtiger und vielseitig brauchbarer Offizier. Er ist völlig gesund. Er ist verheiratet und lebt in geordneten Verhältnissen. Im Kameradenkreise ist er sehr beliebt." Dazu ergänzte am 5. Juli 1921 der Kdr. vom 4. Art.Rgt., Oberst Karl Brück: "Einverstanden. Ein sehr tüchtiger Offizier, der auf Grund seiner Tätigkeit beim Wehrkreis IV vom damaligen Chef des Stabes zur Wiederverwendung in Sonderstellungen vorgeschlagen worden ist." Vom 18. Juli 1921 bis zum 25. August 1921 wurde er für den Lehrkurs für Rittmeister zur Kavallerieschule nach Hannover kommandiert. Nach dem Kurs erhielt er am 9. September 1921 folgende Beurteilung von Generalleutnant Paul Seiffert, Kdr. der Kavallerieschule: "Ist bestrebt gewesen sich den Rittmeisterkursus zur Vervollkommnung seiner theoretischen reiterlichen Kenntnisse, sowie seiner persönlichen Reitfertigkeit in der Bahn und im Gelände zunutze zu machen." Am 1. Oktober 1921 erhielt er folgende Beurteilung von Major Alfred Merz, Kdr. der III. Abteilung vom 4. Art.Rgt.: "Ruhige, gefestigte, frische und tatkräftige Persönlichkeit. Besonders arbeitstätiger und vertrauenswürdiger, bewährter Offizier, dessen "besondere Verwendung" vom ehemaligen Chef des Stabes Wehrkreis IV, Oberst von Metzsch besonders empfohlen wird. Taktisch gut gut ausgebildet, gewandt im Vortrag, mit der Artillerieverwendung durchaus vertraut. Sicheres Urteil und gutes Organisationstalent. Besonders veranlagter und passionierter Reiter. Hat sich in seinen verschiedenen Stellungen außerhalb der Front - in Regiments- und Abt-Kommandeur Adjutantenstellen im Kriege, später als Ordonanzoffizier bei Ia im Wehrkreis IV - vorzüglich bewährt und nach seinem Rücktritt sicheres, militärisches Auftreten vor der Front bewiesen. Hat den Wunsch sich im praktischen Dienst zu betätigen. Bewährter und bliebter Kamerad. Füllt seine Stelle voll aus. Zur besonderen Verwendung beim Truppengeneralstab (Liste II.) geeignet." Am 1. Februar 1922 erfolgte eine Neufestsetzung seines Rangdienstalters als Hauptmann auf den 20. September 1918 (3). Vom 20. März 1922 bis zum 23. Mai 1922 wurde er zur Linienkommission (E) der 4. Division der Reichswehr in Dresden kommandiert. Am 1. Oktober 1922 erhielt er folgende Beurteilung von Oberstleutnant Alfred Merz, Kdr. der III. Abteilung vom 4. Art.Rgt.: "Ruhiger, gefestigter Charakter, frischer, tatkräftiger Offizier. Fleißig und gewissenhaft, von rüstigem, sportlichem Auftreten. Sein "besondere Verwendung" wird vom ehemaligen Chef des Wehrkreis IV Oberst von Metzsch besonders empfohlen. Taktisch gut veranlagt, klares Urteil, gewandt im Vortrag, gutes Organisationstalent. Hat sich in der Front sehr schnell und gut eingelebt. Wie im Kriege in seinen verschiedenen Adjutantenstellen, so hat er sich auch als Batterieoffizier und stellvertretender Batterieführer voll bewährt und sicheres, militärisches Auftreten vor der Front und gute Dienstkenntnisse bewiesen. Er versteht das Feuer einer Batterie zu leiten. Gut beanlagter und passionierter Reiter, guter Reitlehrer. Im Kameradenkreise sehr beliebt, übt er einen guten Einfluß auf seine Kameraden aus und versteht sich durchzusetzen. Füllt seine Stelle voll aus und besitzt die Eignung zur besonderen Verwendung bei dem Truppen-Generalstab (Liste III) vorgeschlagen zu werden." Dazu ergänzte am 6. Oktober 1922 Oberst Karl Brück, Kdr. vom 4. Art.Rgt..: "Einverstanden. Liebenswürdiger, offener Charakter, dem man rückhaltlos Vertrauen schenken kann. Große Arbeitskraft, schnelle Auffassungsgabe, sicherer Blick und gesundes Urteil zeichnen ihn aus. Dabei ist er immer zurückhaltend und bescheiden und geht willig und verständnivoll auf erteilte Weisungen und Anregungen ein. Als Adjutat besonders bewährt, sind auch seine Leistungen im praktischen Dienst nach jeder Richtung zufriedenstellend. Füllt seine Stelle vorzüglich aus. Ich befürworte warm den Vorschlag zur Verwendung dieses vielversprechenden Offiziers im Truppengeneralstab." Auch der Artillerieführer IV, Oberst Hans von Schönfels, erklärte sich am 15. Oktober 1922 mit den Einschätzungen: "Einverstanden". Am 27. Oktober 1922 ergänzte dann noch Generalleutnant Alfred Müller, Kdr. der 4. Division der Reichswehr: "Ein sehr gut veranlagter, tüchtiger Offizier, für den Vorschlag zu Liste III fehlt es ihm aber an der nötigen Vorbildung." Am 1. April 1923 wurde er in den Regimentsstab vom 4. Artillerie-Regiment in Dresden versetzt, wo er as Nachrichtenoffizier Verwendung fand. Am 29. September 1923 erhielt er folgende Beurteilung von Oberst Karl Brück, Kdr. vom 4. Art.Rgt.: "Körperlich und geistig über dem Durchschnitt veranlagt, verbindet er praktischen Blick und Organisationsgabe mit gesundem Menschenverstand. Vornehmer Charakter mit tadellosen Umgangsformen, zuverlässig und fleißig war er im Kriege und im Frieden ein in der Front und und in Stäben ein überall geschätzter und äußerst brauchbaren Offizier. Ist seit einiger Zeit zur vollsten Zufriedenheit der Nachrichtenoffizier des Regiments. Leitet das Feuer einer Batterie unter allen Verhältnissen mit Ruhe und Sicherheit und hat viel Verständnis für den Einsatz und die Verwendung der Artillerie als auch für das Gefecht verbundener Waffen. Hauptmann Steudemann wird zweifellos ein sehr tüchtiger Batteriechef werden. Er gehört zu den Offizieren, die einmal mit Vorteil in Sonderstellungen Verwendung finden können; er wird zur besonderen Berücksichtigung hierzu warm empfohlen, sobald er noch eine gewisse Frontpraxis hinter sich hat. Im Kreise seiner Kameraden besonders beliebt und geachtet. Er füllt seine Stelle sehr gut aus." Vom 22. Januar 1924 bis zum 10. Februar 1924 wurde er zum Lehrgang für den Leiter des Truppennachrichtendienstes bei der 4. Nachrichten-Abteilung kommandiert. Vom 1. Februar 1925 bis zum 14. Februar 1925 wurde er zum Lehrgang Nr. 8 für Gasschutzoffiziere der Prüfstelle für Gasschutz kommandiert. Am 30. September 1925 erhielt er folgende Beurteilung von Oberst Arnold Fischer, Kdr. vom 4. Art.Rgt..: "Vornehmer Charakter, frischer tatkräftiger Offizier mit tadellosen Umgangsformen. Über den Durchschnitt beanlagt verbindet er praktischen Blick mit Organisationsgabe. Im Krieg und Frieden in Front und Stäben sehr bewährt. Hat viel Verständnis für den Einsatz und die Verwendung seiner und für das Gefecht der verbundenen Waffen. Als Nachrichtenoffizier des Regiments hat er auf de Gebiet der Ausbildung, der Organisation und der Verwaltung des Materials sehr Gutes geleistet. Voll Interesse und mit großem Verständnis für alles technische, für alles praktische Neue hat er aber darüber hinaus auch in dieser Richtung Erfolge zu verzeichnen. Er ist ein Offizier der später in Sonderstellungen verwendet werden kann. Im Kameradenkreise geachtet und beliebt. Er übernimmt am 1. Oktober 1925 die Kw. Batterie und wird ein guter Batteriechef werden. Er füllt seine Stelle sehr gut aus. Geeignet für Liste V, 1a." Dazu ergänzte am 23. Oktober 1925, nur wenige Tage vor seinem Tod, Generalleutnant Alfred Müller, Kdr. der 4. Division: War ein sehr guter Nachrichten-Offizier. Da er am 1. November 1925 die Kw-Batterie übernimmt, sehe ich von weiterem Listenvorschlag ab, damit er sich noch als Batteriechef bewähren kann." Am 1. November 1925 wurde er als Nachfolger von Hauptmann Alfred Haubold zum Chef der 9. Batterie vom 4. Artillerie-Regiment in Dresden ernannt. Den Militär-Kraftfahrzeug-Führerschein der Klasse 3b erwarb er am 18. Februar 1926. Vom 27. Mai 1926 bis zum 7. Juli 1926 wurde er zum Schießlehrgang für Artillerieoffiziere auf den Truppenübungsplatz Königsbrück kommandiert. Für den Schließlehrgang vom 4. Juni 1926 bis zum 7. Juli 1926 erhielt er folgendes Urteil von Oberstleutnant Wilhelm Marx, Leiter des Lehrgangs: "Hauptmann Steudemann hat bei guten Vorkenntnissen, bei guter artilleristischer Beanlagung und sehr großem Interesse während des Schießlehrganges recht gute Fortschritte gemacht. Er leitete das Feuer einer Batterie mit anerkennenswerter Genauigkeit und Sicherheit. Leistungen in theoretischen Unterricht: sehr gut." Am 12. Juli 1926 erhielt er folgende Beurteilung seines vorherigen Abteilungskommandeur, Friedrich von Boetticher: "Hat sich als Batteriechef der Kw-Batterie in der Einzel- und in der Gesamtausbildung ganz vortrefflich bewährt. Großes Verständnis für technische Sorgen aller Beteiligten. Hat auch sonst der vorstehenden guten Beurteilung voll entsprochen." Den Militär-Kraftfahrzeug-Führerschein der Klasse 2 erwarb er am 19. November 1926. Vom 4. Januar 1927 bis zum 1. April 1927 wurde er zum 2. Lehrgang beim Kraftfahr-Ausbildungs-Kommando Berlin kommandiert. Am 25. März 1927 wurde er von Oberstleutnant Kurt Stottmeister zum Militär-Kraftwagen-Fahrlehrer für Verbrennungsmotoren der Klasse 2 und 3b ernannt. Am 4. April 1927 erhielt er folgendes Zeugnis vom Ausbildungsleiter des Kraftfahr-Ausbildungs-Kommando der 3. (Preuß.) Kraftfahr-Abteilung, Oberstleutnant Kurt Stottmeister: "Hauptmann Steudermann hat den Lehrgang vom 5. Januar 1927 bis zum 1. April 1927 besucht und die Schlußprüfung mit 214 Punkten bestanden. In den einzelnen Fächern zeigte er folgende Leistungen: Kraftfahrzeugbau: gut; Technische Mechanik: sehr gut; Mathematik: sehr gut; Baustoffe: gut; Elektrotechnik: gut; Gesetzeskunde: gut. Außerdem hat er Vorträge über Wärmetechnik, Prüfung von Kraftmaschinen und Kraftstoffe gehört und an Besichtigungen von Fabriken teilgenommen. Berücksichtigung der Leistungen bei einer Prüfung zum Kraftfahr-Sachverständigen wird befürwortet. Hat seine Waffe gut vertreten! Für die Technik gut beanlagt, hat er sich schnell und mit besonderem Erfolg in die wissenschaftlichen Gebiete eingearbeitet trotz einiger Lücken in der kraftfahrtechnischen Praxis. Seine schriftlichen Bearbeitungen sind gut eingeteilt; im Vortrag ist er klar und überzeugend; ein auffallend sachlicher Kritiker.Er zeigt Eignung zum Lehrer auf technischen Gebieten." Am 29. August 1927 wurde er zum Militär-Sachverständigen für Kraftfahrzeuge ernannt. Am 26. September 1927 erhielt er folgende Beurteilung von Oberstleutnant Erich Voigtländer-Tetzner, Kdr. der III. Abteilung vom 4. Art.Rgt.: "Ruhiger, zuverlässiger Charakter, vornehme Gesinnung, viel Schwung und Streben. Tadellose gewandte Umgangsformen. Geistig über dem Durchschnitt begabt, besitzt er den Blick für das Wesentliche jedr Sache und Organisationsgabe. Guter Taktiker. Ausgesprochene Neigung und Veranlagung zur Technik und Konstruktionslehre. Sehr gutes Zeugnis vom Lehrgang 1927 beim Kraftfahr-Fahr-Ausbildungs-Kommando Berlin. Vortrefflicher Kraftwagen-Fahrlehrer mit Ruhe und guten Nerven. Als Batteriechef unermüdlich tätig, hat er die Kraftwagen-Batterie artilleristisch und kraftfahrtechnisch auf der hohen Stufe der Ausbildung erhalten und weiter gefördert. Im Gelände ein verständiger und entschlußfähiger Führer. Die Batterie zeigt eine vortreffliche Gesinnung, Dienstfreudigkeit und zeichnet sich durch einen vorzüglichen inneren Dienst aus. Im Kameradenkreis sehr beliebt. Hauptmann Steudemann ist geeignet für Liste V, Ia (Adjutanten) und VI (Lehrer für Kraftfahrwesen). Er füllt seine Stelle aus." Am 7. Oktober 1927 ergänzte dazu der Artillerieführer IV, Oberst Arnold Fischer, folgendes: "Mit den vorgelegten Beurteilungen einverstanden. Ein hervorragender Offizier, der auch taktisch auf hoher Stufe steht. Der Führer der Kavallerie-Brigade mit dem er zum disjährigen Manöver zusammenarbeitete war über diese Unterstützung des Lobes voll. Ich schließe mich den Listenvorschlägen an, halte es aber von größtem Wohl für die Batterie, wenn sie diesen guten Führer noch recht lange behält." Dazu ergänzte dann noch Generalleutnant Erich Wöllwarth, Kdr. der 4. Division, am 21. Oktober 1927: "Einverstanden. Zweifellos ein sehr tüchtiger, vielseitig bewährten Offiziers, der Beachtung verdient. Da er jedoch noch zwei Jahre seine Batterie hat, sehe ich in diesem Jahre noch vom Listenvorschlag ab." Vom 3. Juni 1928 bis zum 17. Juni 1928 wurde er zur Wehrkreisübungsreise 1928 der 4. Division kommandiert. Vom 1. Oktober 1928 bis zum 21. Dezember 1928 wurde er als Schüler zum Kraftfahr-Ausbildungs-Kommando der 3. (Preußische) Kraftfahr-Abteilung kommandiert. Am 2. Oktober 1928 erhielt er folgende Beurteilung von Major Albert Wodrig, Kdr. der III. Abteilung vom 4. Art.Rgt.: "Ausgesprochene Persönlichkeit, vornehmer Charakter, als Vorgesetzter ruhig und wohlwollend, aber überaus energisch, vorbildlich durch seine Dienstauffassung, unermüdlich tätig. Geistig über den Durchschnitt begabt. Verbindet mit klarem Blick für das Wesentlichejeder Sache ein ausgesprochenes Organisationstalent und besondere Neigung und Veranlagung für die Technik. Zeigte bei der Anlage und Leitung von Übungen völlige Beherrschung der Grundsätze der Verwendung der Artillerie wie auch der Taktik der verbundenen Waffen. Hauptmann Steudemann hat seine Batterie taktisch, artilleristisch und kraftfahrtechnisch auf eine hohe Stufe der Ausbildung gebracht. Er besitzt das volle Vertrauen seiner Untergebenen, für deren Wohl er mit Eifer und Verständnis besorgt ist und die er in der Ausbildung und im inneren Dienst vorzüglich leitet. Klarer Blick im Gelände und schnelle Entschlussfähigkeit machen ihn zu einem vortrefflichen Batterieführer. Auch als Abteilungsführer hat er sich durch gutes taktisches Verständnis und bestimmte, klare Befehlsgebung bestens bewährt. Im Kameradenkreis sehr beliebt. Hauptmann Steudemann ist zum Adjutanten bei höheren Stäben wie auch zum Lehrer für Kraftfahrwesen geeignet und wird daher für die Listen V, Ia und VI, III 1e in Vorschlag gebracht. Füllt seine Stelle sehr gut aus." Dazu ergänzte am 5. Oktober 1928 Oberst Arthur Schubert, Kdr. vom 4. Art.Rgt.: "Ich trete der vorzüglichen Beurteilung in allen Punkten bei. Hauptmann Steudemann ist ein vortrefflicher Offizier, der besondere Beachtung verdient. Da er am 1. November diesen jahres seine Batterie drei Jahre geführt und in dieser Zeit vorzüglich ausgebildet hat, befürworte ich aufs wärmste, ihn baw in einer bevorzugten Stellung zu verwenden, er wird überall ausgezeichnetes leisten. Vorschlag für Liste V, Ia und VI, III 1e." Am 10. Oktober 1928 ergänzte dazu der Artillerieführer IV, Generalmajor Arnold Fischer, folgendes: "Mit den vorzüglichen Beurteilungen voll einverstanden befürworte ich die Listenvorschläge ganz besonders." Dazu ergänzte am 28. Oktober 1928 noch Generalleutnant Erich Wöllwarth, Kdr. der 4. Division: "Zutreffend beurteilt. Hat auf der Wehrkreisübungsreise gutes taktisches Verständnis und sehr gute artilleristische Kenntnisse gezeigt. Ein vorzüglicher Batteriechef, in dessen Batterie ein ausgezeichneter Geist herrscht. Liste V, 1a, VI, III 1e." Vom 4. Januar 1929 bis zum 15. Februar 1929 wurde er wieder als Schüler zum Kraftfahr-Ausbildungs-Kommando der 3. (Preußische) Kraftfahr-Abteilung kommandiert. Am 15. Januar 1929 wurde er mit Wirkung vom 1. Februar 1929 zur III. Abteilung vom 3. (Preußisches) Artillerie-Regiment nach Jüterbog versetzt. Dort wurde er an diesem Tag als Nachfolger von Hauptmann Hermann Mertitsch zum Chef der 9. (Kw.) Batterie ernannt. Sein Nachfolger als Batteriechef der 9. Batterie in Dresden wurde Hauptmann Rudolf Schulze. Vom 7. Mai 1929 bis zum 16. Mai 1929 wurde er zum Artillerieschießen der IV. Marine-Artillerie-Abteilung kommandiert. Am 9. September 1929 erhielt er folgende Beurteilung von Major Hilmar Moser, Kdr. der III. Abteilung vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment: "Vornehmer Charakter, ausgesprochene Persönlichkeit, energisch, unermüdlich tätig. Militärisch und geistig vorzüglich beanlagt. Organisationstalent. Zeigte bei Anlage und Leitung von Übungen völlige Beherrschung der Grundlagen der Verwendung der Artillerie wie auch der Taktik der verbundenen Waffen. Als Batterieführer zeigte er klaren Blick im Geläande und schnelle Entschlußfähigkeit. Auch als Abteilungsführer hat er sich durch gutes taktisches Verständnis und bestimmte, klare Befehle bewährt. Auch kraftfahrtechnisch setzt er seine Batterie auf eine hohe Stufe der Ausbildung. Hauptmann Steudemann ist zum Adjutanten bei höheren Stäben und zum Lehrer für Kraftfahrwesen an den Waffenschulen geeignet und wird für die Liste V 1a und VI, III 1e in Vorschlag gebracht. Füllt seine Stelle aus." Dazu ergänzte am 30. September 1929 Oberstleutnant Walter Heitz, Kommandeur der Artillerie-Schießschule auf dem Truppenübungsplatzes Jüterbog: "Einverstanden. Ein hervorragend tüchtiger Offizier, der auf allen Gebietem vorzügliches leistet. Eignet sich zum Adjutanten bei höheren Stäben (Liste V, 1a) und zum Lehrer an Waffenschulen (Liste VI, III, 1e) und wird daher in Vorschlag gebracht. Füllt seine Stelle aus." Den Militär-Kraftfahrzeug-Führerschein der Klasse 1 hat er am 11. September 1929 erworben. Vom 23. September 1929 bis zum 9. November 1929 wurde er zum Flaklehrgang kommandiert. Am 4. Oktober 1929 ergänzte zur letzten Beurteilung noch Generalmajor Wilhelm Marx, Inspekteur der Inspektion der Artillerie (In 4): "Mit dem günstigen Urteil und dem Listenvorschlag einverstanden. Ich kenne Hauptmann Steudemann schon von dem letzten Königsbrücker Lehrgang her, wo er als Lehrgangsteilnehmer Ausgezeichnetes leistete und seine Batterie als Lehrtruppe durch besonders gutes Schießen auffiel." Vom 22. April 1930 bis zum 10. Juni 1930 wurde er zum Artillerielehrgang Königsbrück-Pillau kommandiert. Danach erhielt er am 16. Juni 1930 folgende Beurteilung vom Lehrgangsleiter Oberst Hermann Starke: "Hauptmann Steudemann hat vom 28. April 1930 bis zum 5. Juni 1930 am 1. Artillerie-Lehrgang in Königsberg-Pillau teilgenommen und wurde als Flakleiter ausgebildet. Seine Leistungen waren gut." Am 30. September 1930 erhielt er folgende Beurteilung von Oberstleutnant Hilmar Moser, Kdr. der III. Abteilung vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment: "Vornehmer Charakter, ausgesprochene Persönlichkeit, energisch, unermüdlich tätig. Militärisch und geistig recht gut beanlagt. Organisationstalent. Zeigte bei Anlage und Leitung von Übungen völlige Beherrschung der Grundsätze der Verwendung der Artillerie wie auch der Taktik der verbundenen Waffen. Als Batterieführer hat er klaren Blick im Geläande und schnelle Entschlußfähigkeit. Auch als Abteilungsführer hat er sich durch gutes taktisches Verständnis und bestimmte, klare Befehle bewährt. Auch kraftfahrtechnisch steht seine Batterie auf einer hohen Stufe der Ausbildung. Hauptmann Steudemann ist zum Adjutanten bei höheren Stäben geeignet, weiter kann er als Lehrer für Kraftfahrwesen verwendet werden wegen seiner reichen Erfahrungen im Kraftfahrdienst. Er wird für die Listen V 1a und VI, III 1e in Vorschlag gebracht. Füllt seine Stelle aus." Dazu ergänzte am 30. September 1930 Oberst Walter Heitz, Kommandeur der Artillerie-Schießschule "Einverstanden. Ein besonders gediegener und hervorragend tüchtiger Offizier, der auf allen Gebietem vorzügliches leistet. Hat seine Kraftwagen-Batterie mit vollem Erfolg auf den neuen Sonderdienst umgestellt. Eignet sich zum Adjutanten bei höheren Stäben (Liste V, 1a) und zum Lehrer für Kraftfahrwesen an Waffenschulen (Liste VI, III, 1e) und wird dazu in Vorschlag gebracht. Füllt seine Stelle sehr gut aus." Ebenfalls an diesem 30. September 1930 erhielt er noch folgende Beurteilung von Oberst Friedrich von Boetticher, Kdr. der Artillerieschule in Jüterbog: "Einverstanden. Guter Erzieher, der seinen Untergebenen warmherziges Verstehen und wohlwollende Fürsorge entgegenbringt und dienstfreudige Persönlichkeiten zu erziehen weiß." Mit dieser Beurteilung erklärte sich Generalmajor Wilhelm Marx, Inspekteur der Inspektion der Artillerie (In 4) am 31. Oktober 1930: "Einverstanden." Vom 4. März 1931 bis zum 8. März 1931 wurde er zum Luftschutzlehrgang nach Berlin kommandiert. Fast direkt im Anschluß wurde er vom 9. April 1931 bis zum 17. April 1931 zur Luftschutzübungsreise nach Schlesien kommandiert. Es folgte ein Kommando vom 21. April 1931 bis zum 25. April 1931 zum Marineschießen der 3. Marine-Artillerie-Abteilung in Swinemünde. Vom 28. Mai 1931 bis zum 3. Juni 1931 wurde er zur Luftschutzreise der 3. Division der Reichswehr kommandiert. Am 12. August 1931 erhielt er folgende Beurteilung von Oberstleutnant Günther Rüdel, Leiter Asta 3: "Als erfahrener und bewährter Batteriechef hat er, trotz der Schwierigkeiten, die die Umbewaffnung und die für die Ausbildung wenig günstigen örtlichen Verhältnisse mit sich brachten, zielsicher die Batterie auf eine sehr erfreuliche Stufe der Ausbildung in allen Zweigen des Sonderdienstes gebracht. In Haltung und Leistungen der Offiziere und Mannschaften findet der starke persönliche Einfluß des vorbildlichen Batteriechefs beredten Ausdruck. Besonders hervorzuheben sind Begabung und Interesse für alle technischen Dinge, sowie eine anerkennenswerte Organisationsgabe. Füllt seine Stelle voll aus. Zur Beförderung und zum Kommandeur einer Abteilung, besonders einer Flakabteilung geeignet, ferner zum Lehrer und zur Verwendung im Reichswehrministerium." Am 18. August 1931 erhielt er folgende Beurteilung von Oberstleutnant Hilmar Moser, Kdr. der III. Abteilung vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment: "Lauterer Charakter, ausgesprochene Persönlichkeit. Etwas pessimistisch veranlagt. Ruhig und energisch. Militärisch und geistig recht gut beanlagt. Organisationstalent. Zeigte bei Anlage und Leitung von Übungen völlige Beherrschung der Grundsätze der Verwendung der Artillerie wie auch der Taktik der verbundenen Waffen. Als Batterieführer hat er klaren Blick im Geläande und schnelle Entschlußfähigkeit gezeigt. Auch als Abteilungsführer hat er sich recht gut bewährt. Auch kraftfahrtechnisch steht seine Batterie auf einer hohen Stufe der Ausbildung. Hauptmann Steudemann eignet sich als Lehrer für Kraftfahrwesen wegen seiner reichen Erfahrungen im Kraftfahrdienst und weil er völlig vertraut ist mit der Verwendung der Kraftfahrtruppen. Er wird für die Listen V 1a und VI, III 1e in Vorschlag gebracht. Kraftfahrtechnisch und als Flakbatteriechef steht er erheblich über dem Durchschnitt. Geeignet zum Abteilungskommandeur. Füllt seine Stelle sehr gut aus." Der Listenvorschlag wurde durch Oberstleutnant Hilmar Moser am 15. September 1931 auf die Liste II (Weiterentwicklung Flakwaffe) abgeändert. Am 22. September 1931 erhielt er noch folgende Beurteilung von Oberst Friedrich von Boetticher, Kdr. der Artillerieschule: "Einverstanden. Vortrefflicher Erzieher seiner Offiziere und seiner Batterie, die durch einen vorbildlichen Geist frohen Soldatentums, durch Manneszucht, Können und Vertrauen zum Batteriechef gekennzeichnet ist. In Anlage und Leitung von Übungen gut. Ruhiger, überlegter Führer. Gutes taktisches Verständnis, auch für die größeren Zusammenhänge. Zum Abteilungskommandeur, besonders einer Flakabteilung und zur Beförderung geeignet. Ich befürworte die Verwendung dieses besonders wertvollen Offiziers in Stellungen, in denen er sein Wissen und sein abgewogenes, klares Urteil in den Dienst der Entwicklung der Flakwaffe und der Motorisierung der Artillerie stellen kann." Dazu ergänzte am 25. September 1931 Generalmajor Wilhelm Marx, Inspekteur der Inspektion der Artillerie (In 4): "Mit dem günstigen Urteil und dem Listenvorschlag einverstanden." Es folgte am 1. Dezember 1931 (3) seine Beförderung zum Major. Vom 23. Februar 1932 bis zum 26. Februar 1932 wurde er wieder zum Luftschutzlehrgang nach Berlin kommandiert. Sein bisheriger Abteilungskommandeur, Oberstleutnant Hilmar Moser, hatte seiner letzten Beurteilung am 26. März 1932 nichts mehr hinzuzufügen. Vom 3. August 1932 bis zum 2. September 1932 wurde er nach Wangerooge kommandiert. Am 5. August 1932 erhielt er in Berlin folgende Beurteilung von Oberst Günther Rüdel, Leiter des Ausbildungsstabes der Artillerie Nr. 3 (Asta 3): "Major Steudemann hat sich als Chef der 9. Batterie (Flakbatterie) hervorragend bewährt. Mit großem Verständnis, unterstützt durch seine vieljährige Erfahrung als Batteriechef hat er überlegt und zielsicher die Batterie in allen Zweigen des Sonderdienstes auf eine sehr gute Ausbildungsstufe gebracht. Die sehr guten Leistungen der Batterie bei den Schieß- und Gefechtsübungen dieses Jahres gaben eine erneute Bestätigung. Der starke persönliche Einfluß des vorbildlichen Batteriechefs findet in Geist und Haltung der Batterie beredeten Ausdruck. Taktische Übungen wußte Major Steudemann sehr lehrreich und anregend zu gestalten. Sie zeigten gesundes taktisches Denken und gute Schule. Besonders hervorzuheben sind bei ihm das große Verständnis und Interesse für die technische Weiterentwicklung der Waffe und seine Organisationsgabe. Er füllt seine Stelle sehr gut aus. Geeignet zum Abteilungskommandeur, insbesondere einer Flakabteilung. Ich halte ihn ferner für sehr geeignet zur Verwendung im Reichswehrministerium und als Lehrer." Am 25. August 1932 erhielt er folgende Beurteilung von Major Kurt Herzog, Kdr. der III. Abt. vom 3. (Preuß.) Art.Rgt.: "Vornehmer Charakter. Ausgesprochene Persönlichkeit. Ruhig und wohlwollend. Energisch und unermüdlich tätig. Vorbildlich durch seine Dienstauffassung und Gewissenhaftigkeit. Militärisch und geistig vorzüglich veranlagt. Ausgesprochenes Organisationstalent. Er zeigt klaren Blick im Gelände und schnelle Entschlußfähigkeit. Seine Batterie setzt in jeder Beziehung auf einer hohen Stufe der Ausbildung. Er besitzt das Vertrauen seiner Untergebenen, für deren Wohl er mit besonderem Eifer und Verständnis besorgt ist. Im Kameradenkreis erfreut er sich großer Beliebtheit und genießt überall uneingeschränktes Vertrauen. Besonders hervorheben möchte ich sein großes Taktgefühl und seine gute Menschenkenntnis. Major Steudemann eignet sich sehr zur Verwendung im Reichswehrministerium (Weiterentwicklung der Flakwaffe) und als Lehrer. Er füllt seine Stelle sehr gut aus. Er ist geeignet zum Abteilungskommandeur, insbesondere einer Flakabteilung." Zur letzten Beurteilung ergänzte am 24. September 1932 Generalmajor Friedrich von Boetticher, Kdr. der Artillerieschule: "Sehr zuverlässiger, gereifter Charakter. Als Batteriechef und im Dienst der Flakwaffe seit Jahren hervorragend bewährt. Weiss seine Untergebenen an den rechten Platz zu stellen, Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften vorzüglich zu erziehen und mit ausgezeichnetem Geist zu erfüllen. Mit den Vorschlägen für seine besondere Verwendung einverstanden. Zum Abteilungskommandeur geeignet." Am 1. September 1932 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1932 zur 3. (Preußische) Fahr-Abteilung nach Berlin-Lankwitz kommandiert. Dieses Kommando war einer Versetzung gleichzusetzen und er hatte auch die Uniform der Abteilung zu tragen. Ergänzend zur letzten Beurteilung erklärte sich Generalmajor Walther von Brauchitsch, Inspekteur der Inspektion der Artillerie (In 4): "Einverstanden !" Er wurde Anfang 1933 auch in die Abteilung versetzt. Am 12. August 1933 erhielt er folgende Beurteilung von Oberstleutnant Hubert Weise, Kdr. der 3. (Preuß.) Fahr-Abteilung: "Zuverlässiger, gereifter Charakter. Ruhig und wohlwollend. Sehr gute Umgangsformen, Militärisch und gesitig gut beanlagt, zeigte er bei der Anlage von Uebungen und Geländebesprechungen gutes Verständnis für flakartilleristische und allgemeine taktische Fragen. Für ale kraftfahrtechnischen Fragen lebhaft interessiert, selbst sehr guter Fahrer, liegt seine Hauptstärke und Interesse auf kraftfahrtechnischem Gebiete, wo er über reiche Erfahrungen verfügt. Hat mit Geschick und gutem Erfolg die Unteroffizier-Anwärter-Lehrgänge der Flakartillerie in Döberitz geleitet. Geeignet zum Kommandeur einer Flakabteilung. Füllt seine Stelle "gut" aus." Dazu ergänzte am 24. August 1933 Generalmajor Günther von Kluge, Artillerieführer III: "Major Steudemann ist mir nur wenig bekannt geworden." Am 1. September 1933 erhielt er folgende Beurteilung von Oberst Günther Rüdel, Inspekteur des Luftschutzes: "Major Steudemann ist ein im praktischen Sonderdienst besonders erfahrener Offizier. Er hat die Unteroffizier-Anwärterlehrgänge mit großer Umsicht und gutem Erfolg geleitet. Hierbei entfaltete er eine bemerkenswerte Organisationsgabe und die Fähigkeit, praktische Unterführer oder verantwortungsbewußte Persönlichkeiten heranzubilden. Er hat die gestellte Aufgabe "sehr gut" ausgefüllt." Zur Beurteilung ergänzte am 26. September 1933 Generalleutnant Werner Freiherr von Fritsch, Kdr. der 3. Division: "Ist mir nicht genügend bekannt geworden." Am 2. August 1934 wurde er auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler neu vereidigt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 (20) zum Oberstleutnant befördert. Er wurde an diesem Tag als Kommandeur der Lehr-Abteilung zur Flakschule nach Wustrow versetzt. Am 10. November 1934 erhielt er, unter Bezugnahme auf die letzte Beurteilung, folgende Beurteilung von Generalmajor Günther Rüdel, Inspekteur der Flakartillerie: "Nichts hinzuzufügen. Hat seine Stelle als Führer des Flugabwehrkommandos Döberitz sehr gut ausgefüllt." Am 31. März 1935 schied er aus dem Heer aus und trat am 1. April 1935 offiziell in den Bereich des Reichsluftfahrtminsteriums (RLM) zur Luftwaffe über. Vom 25. August 1935 bis zum 31. August 1935 wurde er zur Reserve-Übung einer Panzer-Division kommandiert. Am 22. Oktober 1935 erhielt er folgende Beurteilung von Generalmajor Günther Rüdel, Inspekteur der Flakartillerie: "Ein ausgezeichneter Kommandeur und Erzieher. Bei den großen Übungen der Flakartillerie hat er sehr umsichtig und zweckmäßig geführt. Zum Regimentskommandeur, im Bedarfsfalle auch zum Kommandeur der Flakartillerieschule und zum höheren Kommandeur der Flakartillerie geeignet." Vom 4. Februar 1936 bis zum 7. Februar 1936 wurde er zum Sonderlehrgang für Höhere Flieger- und Flakkommandeure kommandiert. Am 30. Mai 1936 war er als Fahrer vom DKW WL 62002 der Lehrabteilung der Flakartillerieschule gegen 18:30 Uhr zwischen Ergenzingen und Eutingen in einen Verkehrsunfall unmittelbar vor der Bahnüberführung verwickelt, bei dem der Wagen leicht beschädigt und Frau Maier aus Ergenzingen tödlich verletzt wurde. Die Meldung über den Vorfall erfolgte am 2. Juni 1936 durch die Kommandantur vom Truppenübungsplatz Münsingen. Vom 1. Juli 1936 bis zum 31. Juli 1936 wurde er zum Stabe vom Luftkreiskommando VI (See) nach Kiel kommandiert. Dieses Kommando war einer Versetzung gleichzusetzten. Am 2. August 1936 wurde er mit Wirkung vom 1. August 1936 unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst zum Höheren Flakkommandeur im Luftkreiskommando VI (See) in Kiel ernannt. Sein Rangdienstalter wurde später auf den 1. April 1937 festgelegt. Am 1. Oktober 1936 erhielt er folgende Beurteilung von Generalleutnant Konrad Zander, KG und Befehlshaber im Luftkreis VI: "Oberst Steudemann wurde vor seinem Kommandoantritt vom Kommandeur der Flakartillerieschule Wustrow, Oberst Hubold, beurteilt, der seinen günstigen Beurteilungsbericht vom 15. Oktober 1935 aufrecht erhält und keine Zusätze gemacht hat. Oberst Steudemann ist mit dem 1. Juli 1936 zum Flakkommandeur im Luftkreis VI ernannt worden; gleichzeitig hat er diese Tätigkeit als Referent I Flak im Stabe des Luftkreiskommandos übernommen. Seine Arbeit galt in erster Linie dem Aufbau der neuen Flakabteilungen. Er hat diese Tätigkeit und auch die als Referent im Stabe mit grosser Umsicht und Geschick in Angriff genommen. Sehr sympathischer, vorbildlicher Offizier." Ab dem Herbst 1937 gehörte er durch die Umbenennung des Stabes als Höherer Flakkommandeur zum Luftkreiskommando 6. Am 31.Oktober 1937 erhielt er folgende Beurteilung von General der Flieger Konrad Zander, KG und Befehlshaber im Luftkreis 6: "Ein besonders wertvoller Offizier und Kommandeur. Er hat die schwierige Aufgabe, in der Luftwaffe zwei Flak-Abteilungen neu aufzustellen, deren Offiziere und Stammpersonal fast ausschließlich aus der Marine kommen und infolgedessen flakartilleristisch anders ausgebildet waren, ausgezeichnet gelöst. Dank seiner hervorragenden Anleitung der Kommandeure und Batteriechefs, denen er erst die Grundlage für ihre Arbeit geben mußte, hat er bei beiden Abteilungen einen gleichmäßig hohen Ausbildungsstand erreicht und durch dauernde Überwachung und persönliches Eingreifen gesichert. Er hat bei den großen Festungsübungen der Marine verständnisvoll mitgearbeitet und eigene größere Übungen geschickt angelegt und umsichtig geleitet. Getragen von hoher Begeisterung für seine Waffe hat er es verstanden, auch bei seinen Untergebenen diese Begeisterung zu wecken und zu erhalten. Er ist ihnen ein gerechter und wohlwollender Vorgesetzter. Die schwierige Frage der Eingliederung der Flakartillerie der Luftwaffe in den Küstenlufschutz der Marine hat er mit Tatkraft, Sachverständnis und Takt bearbeitet. Er war mir dabei ein besonders wertvoller und erfahrener Berater. Anregender, gewandter Gesellschafter, fröhlicher Kamerad. Er hat seine Stellung sehr gut ausgefüllt und ist voll geeignet zum Höheren Flakkommandeur." Auch bei der erneuten Umbenennung zum Luftwaffenkommando See im Februar 1938 blieb er weiter als Höherer Flakkommandeur in Kiel eingesetzt. An die Stelle der Höheren Flakkommandeure in den Luftkreisen traten im Sommer 1938 die Luftverteidigungskommandos. Am 1. Juli 1938 wurde er zu den Offizieren z.b.V. des Reichsministers der Luftfahrt versetzt und ihm wurde der vorläufige Standort Düsseldorf zugewiesen. Er kam jetzt als Kommandeur zum neuen Luftverteidigungskommando Düsseldorf. Dieses hatte als Hauptaufgabe die Luftraumsicherung des Großraumes Köln sowie der Schutz des gesamten Ruhrgebietes nebst der dort angesiedelten rheinischen Industriezentren. Zur Aufgabenbewältigung standen dem Luftverteidigungskommando Düsseldorf das Flakregiment 4 (Raum Dortmund–Münster), Flakregiment 14 (Raum Köln–Lüdenscheid–Duisburg–Bonn), Flakregiment 24 (Raum Iserlohn–Menden) und das Flakregiment 44 (Raum Essen–Lippstadt–Düsseldorf–Essen-Kupferdreh) zur Verfügung. Zu seiner vorherigen Tätigkeit erhielt er am 25. Juli 1938 noch seine Beurteilung von General der Flieger Konrad Zander, KG und Befehlshaber im Luftkreis 6: "Meine sehr gute Beurteilung über Oberst Steudemann zum 15. Oktober1937 halte ich in vollen Umfang aufrecht." Durch die Umbenennung seines Stabes wurde er am 1. August 1939 zum Kommandeur vom Luftverteidigungskommando 4 in Ratingen ernannt. Am 1. Februar 1939 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 1. März 1939 erhielt er folgende Beurteilung von Generalmajor August Schmidt, Befehlshaber im Luftgau VI: "Ein vornehm denkender, ritterlicher und gedankenreicher Offizierm den ausgezeichnete geistige Gaben und vorbildliche Pflichtauffassung auszeichnen, eine allseitig angesehene, ruhige und bestimmte Persönlichkeit mit guten gesellschaftlichen und militärischen Formen. Er g eht in seinem Beruf auf und verfügt über hervorragende flakartilleristische und gute taktische Kenntnisse, die er geschickt zur Förderung der Flakartillerie zu nutzen weiß. Das in erster Linie von ihm ersonnene "Schießspiel" eignet sich vortrefflich zur Schulung der Führer aller Dienstgrade. In die Aufgaben des Kommandanten des Luftverteidigungskommandos Düsseldorf hat er sich mit bemerkenswerter Schnelligkeit eingearbeitet, er besitzt einen guten Überblick über sein umfangreiches Arbeitsgebiet. Seine flakartilleristische Ausbildungsrichtlinien für die Herbstübungen 1938 waren recht gut. Bei diesen Übungen auftretende Mängel erkannte er schnell und wußte für ihre Abstellung sachgemäße Anordnungen zu treffen. Hinsichtlich des Einsatzes der Jagdverbände wird er sich die ihm zur Zet noch fehlenden Erfahrungen zu verschaffen wissen. Wenn auch die ruhige und bestimmte Art, mit der er während der Herbstübungen das Luftverteidigungskommando führte, vollste Anerkennung verdient, so verstand er es doch nicht immer, seinen sachgemäßen Anordungen schnell bis zur letzten Einheit Geltung zu verschaffem Den Grund hierfür erblicke ich darin, daß er aus seiner Veranlagung heraus den theoretischen Fragen der Flakartillerie mehr als ihrer praktischen Durchführung zuneigt. Diese Neigung trat auch bei einem von ihm im übrigen gut angelegten und durchgeführten Planspiel zutage. Er ist überzeugter Nationalsozialist und weiß das Gedankengut des Nationalsozialismus auf die Truppe zu übertragen. Er füllt seine Stelle "recht gut" aus. Er ist nach weiterer Bewährung in der Front zum Luftgaukommandeur, im Bedarfsfalle auch zum Inspekteur der Flakartillerie geeignet." Dazu ergänzte am 13. März 1939 General der Flieger Hellmuth Felmy, Chef der Luftflotte 2 und Befehlshaber Nord: "Einverstanden! Gewisse Neigung zur Theorie." Am 30. Oktober 1939 er durch Generalmajor Otto Renz abgelöst. Dafür wurde er an diesem Tag zum 2. Inspekteur der Flakartillerie im RLM ernannt. Gleichzeitig führte er ab diesem Tag bis zum 3. Juni 1940 die Geschäfte als Höherer Kommandeur der Flakartillerie-Schulen. Am 24. September 1940 wurde ein Vorschlag zur vorzugsweisen Beförderung durch den General der Flakartillerie Günther Rüdel für ihn eingereicht. Als Inspekteur der Flakartillerie im RLM wurde er zum 1. Januar 1941 zum Generalleutnant befördert. Anfang 1942 sollte er eigentlich zum General der Flakartillere bei der Luftflotte 4 ernannt werden, was aber nicht wirksam wurde. Stattdessen wurde er am 12. Januar 1942 zum Flakkommandeur Leipzig ernannt. Damit begann er die Aufstellung der 14. Flak-Division, die er bereit am 3. Februar 1942 an Generalleutnant Walter Feyerabend abgegeben hat. Er wurde jetzt nach Nordfrankreich entsendet, wo er mit der Aufstellung der 16. Flak-Division beauftragt wurde, die er später auch als Kommandeur übernehmen sollte. Am 19. Juni 1942 wurde General der Flieger Wilhelm Wimmer, KG und Befehlshaber im Luftgau Belgien/Nordfrankreich gebeten, Generalleutnant Steudemann davon zu unterrichten, dass der Reichsmarschall Hermann Göring ihn nicht zur Beförderung zum General der Flakartillerie vorzuschlagen beabsichtigt, obwohl er nach den früheren Mindestzeiten zur Beförderung heranstehen würde, da sich zur Zeit keine dem Dienstgrad entsprechende Verwendungsmöglichkeit für ihn ergeben wird. Am 11. August 1942 wurde von der Luftflotte 3 gemeldet, dass er an fieberhafter Gelbsucht mit Leberentzündung erkrankt ist. Am 1. März 1943 wurde er offiziell als Kommandeur der 16. Flak-Division durch Generalmajor Rudolf Eibenstein abgelöst. Dafür wurde er an diesem Tag zum Kommandeur der neuen 21. Flak-Division in Darmstadt ernannt. Am 6. Juni 1944 wurde er durch Generalleutnant Ernst Buffa abgelöst. Er wurde an diesem Tag zum General der Flakartillerie bei der Luftflotte Reich ernannt. Seine Mutter starb am 14. Dezember 1944 in Niederwartha, als Todesursache wurde Myodegenera tio cordis angegeben. Kurz vor Ende des Krieges wurde er am 29. März 1945 zum Flakeinsatzführer beim Generalkommando des IX. Flieger-Korps ernannt. Bei Kriegesende geriet er in Süddeutschland in westalliierte Gefangenschaft. Er wurde aus dieser im Jahr 1947 entlassen und ließ sich in der Hessischen Rhön nieder. Er starb nur zwei Jahre später in Gersfeld, wo er auch beerdigt wurde. Seine Witwe starb 1964 ebenfalls in Gersfeld in der Rhön.
Er hatte mehrere Geschwister:
Seine ältere Schwester war die am 11. Januar
1888 in Uerdingen geborene Emma Charlotte
Steudemann. Diese heiratete am 27. September 1909 den über neun Jahre älteren
Fabrikbesitzer Hermann Ferdinand Heuer, Sohn
des verstorbenen Fabrikbesitzer Ernst Heinrich Adolf Heuer, in Charlottenburg.
Dem Paar wurde am 20. Juli 1910 der Sohn Ernst Heuer in Dresden geboren. Der
Ehemann ist am 19. Dezember 1940 in Dresden verstorben.
Sein jüngerer Bruder
war der am 21. Mai 1896 geborene Carl Hugo Steudemann.
Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur
MSG 109/10853
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1910,
Dresden 1910
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1911,
Dresden 1911
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1912,
Dresden 1912
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1913,
Dresden 1913
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1914,
Dresden 1914
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin,
Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin,
Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin,
Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin,
Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin,
Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin,
Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin,
Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin,
Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin,
Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin,
Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Pers 6/941