von Renz, Otto Wilhelm

 

* 3. November 1891, Stettin

† 16. Januar 1968, Bad Neuenahr

 

 

Otto Wilhelm von Renz trat am 8. Juli 1911 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Der Sohn vom Oberst Heinrich Wilhelm Ludwig von Renz und seiner Ehefrau Auguste, geborene Freiin Marschall von Bieberstein, kam dabei wie sein Vater zur Artillerie. Er kam dabei zuerst zum 1. Badisches Feld-Artillerie-Regiment Großherzog Nr. 14 in Karlsruhe. Am 15. Februar 1912 erhielt er das Zeugnis der Reife zum Fähnrich.  Am 22. März 1912 wurde der Enkel vom Generalmajor Heinrich von Renz zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule erhielt er am 11. Oktober 1912 das Zeugnis zur Reife als Offizier. Daraufhin wurde er am 19. November 1912 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 18. November 1910 datiert. Im Anschluss wurde er in seinem Regiment als Batterieoffizier in der 3. Batterie in Karlsruhe eingesetzt. Zu Beginn des 1. Weltkrieges wurde er am 2. August 1914 zum Abteilungs-Adjutant im 1. Badisches Feld-Artillerie-Regiment "Großherzog" Nr. 14 ernannt. Mit diesem Regiment zog er zu Beginn des Ersten Weltkrieges an der Westfront ins Gefecht. Am 7. Februar 1916 folgte die Ernennung zum Führer des Ballonabwehr-Kanonenzuges 104 bei der 56. Infanterie-Division. Am 22. März 1916 folgte seine Beförderung zum Oberleutnant. Am 27. August 1916 mußte er sein Kommando wieder abgeben, um am 1. September 1916 Assistent bei der Artillerieprüfungskommission zu werden. Zum Ende des Krieges wurde er als ballistischer Referent bei der Inspektion für Waffen und Geräte eingesetzt. Im 1. Weltkrieg wurden ihm neben beiden Klassen des Eisernen Kreuzes noch andere Auszeichnungen verliehen. Nach Beendigung des Ersten Weltkrieges wurde er in das vorläufige Reichsheer übernommen. Er wurde dabei am 14. März 1919 zur Artillerie-Prüfkommission kommandiert unter Verbleib im Etat für Regimentskommandeure. Die Kommandierung war einer Versetzung gleichzusetzen. Am 5. August 1919 erhielt er die Erlaubnis zur Verheiratung. Etatmäßig wurde er am 1. Oktober 1919 in das Reichswehr-Artillerie-Regiment 13 unter Oberst Willberg der Reichswehr-Brigade 13 versetzt. Gleichzeitig blieb er Referent in der Inspektion für Waffen und Geräte im Reichswehrministerium (RWM) in Berlin. Am 10. April 1920 hat er die knapp drei Jahre jüngere Auguste Fedora (Dutta) Anna Helene Manja Margarete Koehler, Tochter vom Geheimen Regierungsrat und Landrat Dr. Gustab Köhler, in Greifenhagen geheiratet. Auch bei der Bildung des 200.000 Mann Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 blieb es weiter bei dieser Unterstellung. Bei der Bildung des 100.000 Mann Heeres der Reichswehr am 1. Oktober 1920 wurde er dann als Hilfsoffizier in den Stab der 5. Division der Reichswehr nach Stuttgart versetzt. Von dort wurde er zum RWM nach Berlin kommndiert und dort dem Versuchskommando zugeteilt. Am 1. Mai 1921 folgte seine Versetzung in die 1. (Preuß.) Fahr-Abteilung nach Königsberg unter Belassung seines Kommandos zum Versuchskommando vom RWM. Am 11. Juni 1921 wurde sein Sohn Alexander-Wilhelm Heinrich Fritz von Renz in Berlin-Friedenau geboren. Am 10. September 1921 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1921 schließlich Referent bei der Inspektion für Waffen und Gerät im RWM. Dies geschah in dem Kommando zur Dienstleistung unter Übernahme ihrer Gebührnisse auf den Haushalt der Inspektion. Am 1. Juli 1922 hat er den 22. März 1916 als neues Rangdienstalter zugewiesen bekommen. Am 26. September 1922 wurde von Renz mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 im RWM auch zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er am 4. Oktober 1922 in die Inspektion für Waffen und Gerät versetzt. Am 30. August 1924 wurde von Renz mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 in den Stab der I. Abteilung vom 5. Artillerie-Regiment nach Fulda versetzt. Am 23. September 1924 wurde entschieden, dass er noch bis zum 15. November 1924 zu seiner bisherigen Stelle kommandiert blieb. Am 1. Februar 1926 wurde er im 5. Artillerie-Regiment als Nachfolger von Hauptmann Wilhelm Berlin zum Chef der 2. (Preußischen) Batterie in Fulda ernannt. Am 28. Januar 1929 wurde er mit Wirkung vom 15. Februar 1929 zum RWM kommandiert und dort dem Versuchskommando vom Wa Prw zugeteilt. Am 16. März 1929 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1929 wieder in das RWM nach Berlin zurückversetzt, um dort Referent für leichte Artillerie-Geräte (Wa Prw 4) im Heeres-Waffen-Amt (WaA) zu werden. Er gab daher sein Kommando über die 2. Batterie an Hauptmann Schmidt ab. In der Funktion als Referent vom Wa Prw 4 wurde er am 1. April 1933 zum Major befördert. Als solcher wurde von Renz am 7. Juni 1934 mit Wirkung vom 1. Juli 1934 in den Stab der 3. (Preuß.) Fahr-Abteilung versetzt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur der Fahr-Abteilung Döberitz ernannt. Am 31. März 1935 schied er aus dem Befehlsbereich des Oberbefehlshabers des Heeres aus. Am 1. April 1935 wurde die gesamte Abteilung in die Luftwaffe übernommen und in Flak-Abteilung Döberitz umbenannt. Am gleichen Tag wurde auch von Renz in die Luftwaffe übernommen. Am 15. Oktober 1935 wurde die Flak-Abteilung Döberitz schließlich in I. Abteilung vom Flak-Regiment 22 umbenannt. Am 1. November 1935 wurde von Renz als Abteilungskommandeur zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Oktober 1936 wurde er Chef der Abteilung Ballistik und Munition im Heereswaffenamt in Berlin ernannt. Am 31. Dezember 1937 wurde er mit Wirkung vom 1. Januar 1938 zum Oberst befördert. Am 1. September 1938 wurde er mit der Führung des Luftverteidigungskommandos Hamburg beauftragt. Am 21. September 1938 wurde er mit Wirkung vom 24. September 1938 mit der Führung vom Flak-Regiment 24 beauftragt. Am 15. November 1938 wurde er schließlich zum Kommandeur vom Flak-Regiment 33 in Halle an der Saale ernannt. Am 16. August 1939 folgte seine Beförderung zum Generalmajor. Das Flak-Regiment 33 lag zu Beginn des Zweiten Weltkrieges im Raum Halle - Leuna und wurde daher bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg am 26. August 1939 auch in Flakgruppe Halle-Leuna umbenannt. Nach dem Ende vom Polenfeldzug gab Generalmajor von Renz am 30. Oktober 1939 sein Kommando über die Flakgruppe an Oberst Alfons Luczny ab. Er wurde dafür an diesem Tag als Nachfolger von Generalmajor Kurt Steudemann zum Kommandeur des Luftverteidigungskommandos 4 in Düsseldorf ernannt. Es war für die Flak-Verteidigung von Düsseldorf und des Ruhrgebietes und des rheinischen Industriereviers einschließlich des Großraums Köln zuständig und führte alle in diesem Raum befindlichen Flak-Verbände. Die Verantwortung für den Großraum Köln gab sein Stab im März 1940 an das neue Luftverteidigungskommando 7 ab, welches er aus eigenen Kräften errichtet hatte. Am 1. März 1941 gab er sein Kommando an Generalmajor Gerhard Hoffmann ab. Am gleichen Tag wurde er dann dafür im Tausch zum Kommandeur des Luftverteidigungskommandos 9 in Beauragard bei Paris ernannt. Am 11. Juli 1941 ist sein Sohn Leutnant Alexander-Wilhelm Heinrich Fritz von Renz als Angehöriger der 3. Batterie vom Artillerie-Regiment 2 in Kossino in Russland gefallen. Dieser wohnte zuletzt in der Kaserne an der Pasewalker Chaussee in Stettin. Er wurde 300-400m vor der Bahnlinie beerdigt und später umgebettet. Am 1. August 1941 folgte seine Beförderung zum Generalleutnant. Am 1. September 1941 wurde er durch die Umbenennung seines Stabes zum Kommandeur der 9. Flak-Division ernannt. Am 29. Januar 1942 übergab die Division ihren Befehlsbereich an die 13. Flak-Division und verlegte dafür in den Südabschnitt der Ostfront. Am 22. Januar 1942 übernahm die Division die Führung der Flakverbände bei der Heeresgruppe Süd. Nach Zuführung von drei weiteren Flak-Divisions-Stäben in diesen Raum zur Vorbereitung der deutschen Sommeroffensive in Richtung Stalingrad und Kaukasus wurde die 9. Flak-Division auf Zusammenarbeit mit der 2. Armee und der 6. Armee angewiesen. Am 25. Juni 1942 wurde Generalleutnant von Renz von seinem Frontkommando abberufen. Sein Kommando wurde dabei von Generalmajor Wolfgang Pickert übernommen. Dafür wurde er jetzt zum Chef der Amtsgruppe Flakentwicklung beim Generalfeldzeugmeister im Reichsluftfahrtministerium (RLM) ernannt. Am 16. Juli 1942 wurde er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Er wohnte jetzt in Berlin-Schmargendorf. Am 1. Februar 1943 wurde er im RLM zum General der Flakartillerie befördert. Ab Juli 1944 leitete von Renz den Aufstellungsstab des IV. Flak-Korps in Breslau, dessen Aufstellung aber bereits Mitte August 1944 wieder abgebrochen wurde. Anschließend folgte seine Versetzung mit Wirkung vom 15. August 1944 in die Führerreserve des Oberkommandos der Luftwaffe (OKL). Am 15. November 1944 wurde er zum Kommandierenden General vom V. Flakkorps ernannt. Das Korps stand bereits kurz nach der Aufstellung in Ungarn im Einsatz. Ende 1944 wurde sein Stab nach Pressburg in die Slowakei verlegt. Bei Kriegsende stand er mit seinem Stab in Österreich im Einsatz. Ende März 1945 wurde sein Stab in Wiener Neustadt untergebracht. Am 2. April 1945 verlegte der Stab nach St. Pölten. Am 13. April 1945 verlegte sein Stab nach Traun. Am 7. Mai 1945 geriet er bei Admont mit Teilen vom V. Flakkorps in amerikanische Gefangenschaft. Aus dieser wurde er am 16. Juni 1947 wieder entlassen. Er schrieb nach dem Krieg Bücher und hielt Vorträge zu seinem Fachgebiet. 1962 lebte er in Karlsruhe in der Karlstraße 18.

 

Literatur und Quellen:
BArch, MSG 109/4919 : Krug, Ottomar: Deutsche Generale 1867-1945
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1913, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1913
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1914, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1914
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Otto Wilhelm von Renz: Deutsche Flug-Abwehr im 20. Jahrhundert - Flak-Entwicklung in Vergangenheit und Zukunft, Berlin / Frankfurt am Main 1960
Pers 6/313