Infanterieführer III
18. Infanterie-Division
18. Infanterie-Division (mot.)

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Feldpostnummern ab der Mobilmachung: Die Einheiten wurden als Teile der 18. Infanterie-Division in der Feldpostübersicht eingetragen. Das Kommando wurde 1941 zum Kommando 18. Infanterie-Division (mot.) umbenannt. 1943 wurde das Kommando zum Kommando 18. Panzergrenadier-Division umbenannt.

Einheit Feldpostnummer
Kommando 19540
Feldgendarmerie-Trupp 18 26867

 

1. Einsatz und Unterstellung

Der Infanterieführer III wurde im Oktober 1934 in Liegnitz, im damaligen Wehrkreis III, später Wehrkreis VIII, aufgestellt. Bei dieser Bezeichnung handelte es sich um einen Tarnnamen. Am 15. Oktober 1935 wurde der Stab zur 18. Infanterie-Division umbenannt. Am 1. September 1939 überquerte die Division südöstlich von Breslau die polnische Grenze. Am 2. September erreichte die Division die Warthe und am 3. September die Widawka. Anschließend marschierte die Division nach Lodz und über Koluszki und Rawa-Maz zur Eisenbahnlinie westlich von Warschau. Von hier aus drehte die Division nach Norden und stieß über Lowicz an die Bzura. Anschließend nahm die Division an der Eroberung der Festung Modlin teil. Nach Feldzugende verblieb die Division als Besatzungstruppe im Großraum Warschau. Im Dezember 1939 wurde sie nach Gelsenkirchen verlegt. Im Januar 1940 gab die Division das Feldersatz-Bataillon 18 an die 168. Infanterie-Division ab. Ab dem 10. Mai 1940 nahm die Division am Westfeldzug teil und marschierte zur Maas und zum Albert-Kanal. Nach dem Übergang über die Gette und dem Durchbruch durch die Dyle-Stellung ging die Division zur Verfolgung des Gegners über Dendre und die Schelde bis nach Dünkirchen vor. Hier stand die Division am 30. Mai dicht vor Bergues. Zwei Tage später wurden Stadt und Festung von der Division gestürmt. Nach weiteren zwei Tagen drang die Division in Dünkirchen ein. Nach Beendigung der ersten Feldzugphase wurde die Division OKH-Reserve und folgte während der "Schlacht um Frankreich" den angreifenden deutschen Verbänden in den Raum Le Mans, wo sie als Besatzungstruppe blieb. 

Verluste der Division während des Frankreichfeldzuges:

gefallen verwundet vermißt
Offz Uffz Mannsch Offz Uffz Mannsch Offz Uffz Mannsch
26 103 429 81 307 1.605 2 0 37
558 1.993 39

Im September 1940 wurde die Division in ihre Heimatgarnisonen zurückverlegt und motorisiert. Ab dem 1. November 1940 wurde die als 18. Infanterie-Division (motorisiert) bezeichnet.

Am 24. März 1941 starb der Divisionskommandeur, Generalleutnant Cranz bei einem Schießunfall (Artilleriekurzschuss) auf dem Truppenübungsplatz Neuhammer. Er wurde am 28. März auf dem Berliner Invalidenfriedhof beigesetzt. Ab dem 22. Juni 1941 nahm die Division am Rußlandfeldzug teil. Die 18. Infanterie-Division (mot) kämpfte sich über Suwalki, Merkine, Polozk und Witebsk in Richtung Bjeloy nördlich von Smolensk vor. Am 24. Juli wurde der Kessel um Smolensk von den Panzergruppen 2 und 3 geschlossen und ca. 300.000 Sowjetsoldaten mit 3.000 Panzern eingekesselt. Anschließend wurde die 18. Infanterie-Division (mot) Anfang September dem I. Armeekorps der 16. Armee zugeteilt und 750 km weiter in den nördlichen Frontabschnitt in den Raum des Ilmensees verlegt. Am 26. August nahm die Division Ljuban und drehte dann ein in Richtung Kirischi/Szaltzo sowie in Richtung Tichwin ab. Mit dieser Bewegung sollte Leningrad vom Osten abgeschnitten werden. Mittlerweile dem XXXIV. Korps unterstellt, wurde Tichwin am 8. November 1941 durch das Infanterie-Regiment 51eingenommen. Am 8. Januar 1942 startete die Rote Armee einen Angriff auf die Stellungen der 16. Armee. Die 18. Infanterie-Division (mot) verlegte unter Rückzugskämpfen von Tichwin nach Staraja Russa. Am 9. Januar gelang der sowjetischen 11. Armee im Bereich der 290. Infanterie-Division südlich des Ilmensees der Durchbruch. Das nachrückende sowjetische I. Garde-Schützenkorps schwenkte bei Staraja Russa in südöstliche Richtung in den Rücken des X. Korps ein und stieß in Richtung der sowjetischen 1. Stoßarmee vor, die südlich des Seeligersees durchgebrochen war, und schlossen dadurch den Kessel von Demjansk. Aufgrund der Nähe zur Hauptkampflinie des Kessels (diese war nur etwa 35 km entfernt) kam Staraja Russa eine bedeutende Rolle für die Kesselschlacht zu. Östlich von Staraja Russa wurde die "Stoßgruppe Seydlitz" unter Generalleutnant Walther von Seydlitz-Kurzbach aus der 5. leichten Infanterie-Division, der 8. leichten Infanterie-Division, der 122. Infanterie-Division, der 329. Infanterie-Division, dem Gebirgsjäger-Regiment 206 und Teilen der 18. Infanterie-Division (mot) aufgestellt. Am 20. März 1942 trat der Kampfverband zum Angriff an und konnte eine Öffnung des Kessels erzwingen. Die Teile der 18. Infanterie-Division (mot) stießen auf der Linie Ramuschewo – Redzy – Kobylkino vor. Anfang Mai wurde die Kampfgruppe wieder aufgelöst. Die 18. Infanterie-Division (mot) verblieb in Stellungskämpfen im Raum Ilmensee bis zur Räumung 1943. Am 23. Juni 1943 wurde die Division zur 18. Panzer-Grenadier-Division umgebildet.

 

1939

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
September XI 10. Armee Süd Kutno, Warschau (Lagekarte) (Lagekarte)
Oktober VIII 14. Armee Süd Polen
23. Oktober XI 10. Armee Süd Polen
25. Oktober XXVII 6. Armee B Westdeutschland
5. November IV 6. Armee B Westdeutschland

1940

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar IV 6. Armee B Niederrhein, Ypern (Lagekarte) (Lagekarte)
30. Mai X 18. Armee B Frankreich
5. Juni I 4. Armee B Frankreich
6. Juni XXVIII 6. Armee A Frankreich
9. Juni X 6. Armee A Frankreich (Lagekarte)
21. Juni XXVIII 6. Armee A Frankreich
30. Juni X 6. Armee A Frankreich
7. Juli Militärbefehlshaber Frankreich A Frankreich
24. Juli XXII 2. Armee C Frankreich
14. September Standortkommandantur Paris C Wehrkreis VIII
30. September Stellv. Gen.Kdo. VIII. AK - BdE Wehrkreis VIII (Motorisierung)
November XXXXVI 11. Armee C Heimat (Motorisierung)

1941

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
April Reserve 11. Armee C Motorisierung
15. April LVII Panzergruppe 3 - Heimat
27. Juni XXXIX Panzergruppe 3 - Wilna, Bialystok, Minsk
28. Juni LVII Panzergruppe 3 Mitte Wilna, Bialystok, Minsk
9. Juli z.Vfg. Panzergruppe 3 Mitte Wilna, Bialystok, Minsk
18. Juli LVII Panzergruppe 3 Mitte Wilna, Bialystok, Minsk
19. Juli XXXIX Panzergruppe 3 Mitte Wilna, Bialystok, Minsk
26. Juli LVII Panzergruppe 3 Mitte Wilna, Bialystok, Minsk
10. August XXXIX Panzergruppe 3 Mitte Wilna, Bialystok, Minsk
22. August I 18. Armee Nord Estland (Lagekarte) (Lagekarte)
11. Oktober Gruppe von Roques 16. Armee Nord Wolchow
12. Oktober XXXIX 16. Armee Nord Wolchow
21. Dezember X 16. Armee Nord Wolchow

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar X 16. Armee Nord Tichwin (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte)

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar X 16. Armee Nord Illmensee (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte)
20. Mai Reserve - Nord Illmensee

*Hinweis: Die Unterstellungen sind jeweils ab dem genannten Datum/Zeitraum gültig.

 

2. Divisionskommandeure:

Generalleutnant Hermann Hoth Aufstellung - 1. April 1938

Generalleutnant Erich von Manstein 1. April 1938 - 26. August 1939

Generalleutnant Friedrich-Carl Cranz 26. August 1939 - 24. März 1941 (gefallen durch Fehlschuss beim Scharfschießen auf dem Truppenübungsplatz Neuhammer)

Generalmajor Friedrich Herrlein 1. April 1941 - 15. Dezember 1941

Generalleutnant Werner von Erdmannsdorff 15. Dezember 1941 - Umbenennung

 

1. Generalstabsoffizier:

Major i.G. Hans Piekenbrock Aufstellung - 6. Oktober 1936

Major i.G. Rudolf Schmundt 6. Oktober 1936 - 28. Januar 1938

Oberstleutnant i.G. Mauritz Freiherr von Strachwitz (1939) - 5. November 1939

Major i.G. Hans-Georg Schmidt von Altenstaedt 6. November 1939 - 9. Juli 1940

Oberstleutnant i.G. Heinrich Nolte 10. Juli 1940 - (1. März 1942)

 

3. Gliederung:

Infanterieführer III (1. Oktober 1934):

Infanterie-Regiment Görlitz (Stab, I.-III., Ausb.)

Infanterie-Regiment Glogau (Stab, I.-III., Ausb.)

Artillerie-Regiment Glogau (Stab, I.-IV.)

Pionier-Bataillon Glogau

Nachrichten-Abteilung Liegnitz

 

18. Infanteriedivision (15. Oktober 1935):

Infanterie-Regiment 30 (Stab, I.-IV.)

Infanterie-Regiment 51 (I.-III.)

Infanterie-Regiment 54 (Stab, I.-III.)

Artillerie-Regiment 18 (Stab, I.-III.)

Artillerie-Regiment 54 (I., II.)

Aufklärungs-Abteilung 18

Panzerabwehr-Abteilung 18

Pionier-Bataillon 18

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 18

 

18. Infanteriedivision (6. Oktober 1936):

Infanterie-Regiment 30 (Stab, I.-III., Erg.)

Infanterie-Regiment 51 (Stab, I.-II.)

Infanterie-Regiment 54 (Stab, I.-III., Erg.)

Artillerie-Regiment 18 (Stab, I.-III.)

Artillerie-Regiment 54 (I., II.)

Beobachtungs-Abteilung 18

Aufklärungs-Abteilung 18

Panzerabwehr-Abteilung 18

Pionier-Bataillon 18

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 18

 

18. Infanteriedivision (12. Oktober 1937):

Infanterie-Regiment 30 (Stab, II.-III., Erg.)

Infanterie-Regiment 51 (Stab, I.-II.)

Infanterie-Regiment 54 (Stab, I.-III., Erg.)

Maschinengewehr-Bataillon 38

Artillerie-Regiment 18 (Stab, I.-III.)

Artillerie-Regiment 54 (I., II.)

Beobachtungs-Abteilung 18

Aufklärungs-Abteilung 18

Panzerabwehr-Abteilung 18

Pionier-Bataillon 18

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 18

 

18. Infanteriedivision (10. November 1938):

Infanterie-Regiment 30 (Stab, I.-III., Erg.)

Infanterie-Regiment 51 (Stab, I.-III., Erg.)

Infanterie-Regiment 54 (Stab, I.-III., Erg.)

Maschinengewehr-Bataillon 48

Artillerie-Regiment 18 (Stab, I.-III.)

Artillerie-Regiment 54 (I., II.)

Beobachtungs-Abteilung 18

Aufklärungs-Abteilung 18

Panzerabwehr-Abteilung 18

Pionier-Bataillon 18

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 18

Kraftfahr-Abteilung 8

 

18. Infanteriedivision (September 1939):

Infanterie-Regiment 30 (Stab, I.-III.)

Infanterie-Regiment 51 (Stab, I.-III.)

Infanterie-Regiment 54 (Stab, I.-III.)

Artillerie-Regiment 18 (Stab, I.-III.)

Artillerie-Regiment 54 (I.)

Beobachtungs-Abteilung 18

Aufklärungs-Abteilung 18

Panzerabwehr-Abteilung 18

Pionier-Bataillon 18

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 18

Feldersatz-Bataillon 18

Infanterie-Divisions-Nachschubführer 18

 

18. Infanteriedivision (Mai 1940):

Infanterie-Regiment 30

Infanterie-Regiment 51

Infanterie-Regiment 54

Artillerie-Regiment 18

I./Artillerie-Regiment 54

Aufklärungs-Abteilung 18

Panzerjäger-Abteilung 18

Pionier-Bataillon 18

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 18

Infanterie-Divisions-Nachschubführer 18

 

18. Infanteriedivision (mot.) Februar 1941:

Infanterie-Regiment (motorisiert) 30

Infanterie-Regiment (motorisiert) 51

Artillerie-Regiment (motorisiert) 18

Kradschützen-Bataillon 38

Aufklärungs-Abteilung (motorisiert) 18

Panzerjäger-Abteilung 18

Pionier-Bataillon (motorisiert) 18

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung (motorisiert) 18

Infanterie-Divisions-Nachschubführer (motorisiert) 18

 

4. Ersatz:

Für die Ersatzgestellung des Stabes war das Infanterie-Ersatz-Bataillon 51, später Grenadier-Ersatz-Bataillon (motorisiert) 51, zuständig.

 

5. Literatur und Quellen:

Viktor Scheffel: Die 18. Infanterie-Division. Aufbau und Werden einer schlesischen Infanterie-Division in 5 Friedensjahren (1934 - 1939), Selbstverlag, Lahnstein 1977


Reinhard Frank: Unsere Division in Sieg und Untergang. Erlebnisberichte von Angehörigen der 18. ID (mot.) und Pz.Gren.Div., Selbstverlag, Gilching 1988


Joachim Engelmann: Die 18. Infanterie- und Panzergrenadier-Division 1934 - 1945 (Bildband), Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1984

 

Ernst Mohr: Gedenkbuch der niederschlesischen 18. Inf./Pz.Gren.Division, Hrsg. Traditionsverband der 18. ID/PGD, 1998

 

Gernot Goepel: Infanterie-Regiment 30. Aus der Geschichte eines schlesischen Regiments 1934 - 1945, Selbstverlag des Traditionsverbandes Inf./Pz.Gren.Rgt. 30, 1979


Walter Herrmann: Die Geschichte des Infanterie-Regiments 51 und in Teilen die der 18. Inf.Div., Rgts. Kameradschaft IR 51, Kassel 2. Aufl. 1967

 

Der Weg des Infanterie- und Jäger-Regiments 54, Selbstverlag, ca. 1980

 

Joachim Engelmann: Lohn der Tapferkeit. Aus der Geschichte des Artillerie-Regiments 18 der 18. Infanterie-Division/Panzergrenadier-Division Liegnitz, Selbstverlag, Oldenburg


Kriegstagebuch der 2./AR (mot.) 18 vom 7.6.1941 - Kriegsende


G. W. Jeffke: Geschichte der Aufklärungs-Abteilung (tmot) 18 - 18. Infanterie-Division (tmot) - vom 24.8.1939 bis 1.10.1942, Hrsg.: Kameradschaft 8. Reiter, Selbstverlag, Münster 1992


Unser Weg zum Meer. Kriegserlebnisse einer deutschen Infanterie-Division (= 18. Infanterie-Division), H.G. von Altenstadt, Berlin 1940


Georg Tessin: Verbände und Truppen der Deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 4. Die Landstreitkräfte 15–30. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf


Werner Haupt: Die deutschen Infanterie-Divisionen, 3 Bände, Podzun-Pallas-Verlag


Schematische Kriegsgliederungen 1939 - 1945 BA/MA RH 2/348 bis RH 2/355; RH 2/356K und R 2/769
Kriegstagebücher und sonstige Unterlagen BA/MA RH 26-18/
Kriegsgliederungen der 16. Armee RH 20-16/
Kriegsgliederungen der 6. Armee RH 20-6/