Herrlein, Friedrich

 

* 27. April 1889, Ehrenbreitstein

† 28. Juli 1974, Gießen an der Lahn

 

Friedrich Herrlein trat als Sohn eines aktiven Offiziers am 3. März 1910 nach seiner Ausbildung im Kadettenkorps auf der Hauptkadettenanstalt in Berlin-Lichterfelde als Fähnrich in das 3. Garde-Regiment zu Fuß ein. Noch im gleichen Jahr besuchte er die Kriegsschule in Danzig. Am 20. März 1911 wurde er zum Leutnant im 3. Garde-Regiment zu Fuß ernannt. Bei Beginn des 1. Weltkrieges zog er als Bataillonsadjutant mit dem Garde-Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 2 ins Feld. In diesem wurden ihm beide Eisernen Kreuze verliehen. Im November 1914 wurde er dann zum Regimentsadjutant ernannt. Als solcher wurde er am 18. Juni 1915 zum Oberleutnant befördert. Nach zwei Jahren auf den Schlachtfeldern des 1. Weltkrieges wurde er verwundet und ins Lazarett eingeliefert. Nach seiner Wiederherstellung wurde er noch kurze Zeit im Rekrutendepot eingesetzt, bevor er Anfang 1917 wieder in den Krieg zog. Ab Februar 1917 wurde er dann als Adjutant bei der 2. Garde-Infanterie-Brigade eingesetzt. Als solcher wurde ihm das Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern verliehen. Ab Dezember 1917 wurde er dann beim 1. Garde-Regiment zu Fuß eingesetzt. Im Februar 1918 wurde er dann zum Adjutant bei der 1. Garde-Reserve-Infanterie-Brigade ernannt. Ab Mai 1918 wurde er dann für den Generalstab ausgebildet. Am 20. Juni 1918 wurde er zum Hauptmann ernannt. Zum Ende des 1. Weltkrieges gehörte er zum Generalstab der 224. Infanterie-Division. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er in das Reichsheer übernommen  Dabei wurde er im Übergangsheer im Frühjahr 1920 beim Reichswehr-Infanterie-Regiment 115 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er zum Chef der 15. Kompanie vom 6. Infanterie-Regiment ernannt. Ab dem 1. Oktober 1921 absolvierte er dann beim Stab der 2. Division der Reichswehr seine Führergehilfenausbildung. Ab dem 1. Oktober 1922 war er dann wieder Chef der 15. Kompanie des 6. Infanterie-Regiment. Ab Sommer 1924 wurde er dann beim Stab des 6. Infanterie-Regiment eingesetzt. Später wurde er dann in das 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment versetzt. Dort war er im Frühjahr 1927 Chef der 6. Kompanie. Diese Stellung behielt er die nächsten Jahre Am 1. April 1931 wurde er in den Stab des II. Bataillons vom 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment versetzt. Am gleichen Tag wurde er zum Major befördert. Am 1. Oktober 1932 wurde er als Adjutant zum Infanterieführer III versetzt. Am 1. April 1934 wurde er zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 16 ernannt. Dort wurde er am 1. August 1934 zum Oberstleutnant befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr wurde er am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment Oldenburg ernannt. Am 15. Oktober 1935 wurde er damit zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 65 ernannt. Am 6. Oktober 1936 wurde er zum Kommandeur des Infanterie-Regiment 116 ernannt. Als solcher wurde er am 1. Januar 1937 zum Oberst befördert. Bei Beginn des 2. Weltkrieges wurde er mit seinem Regiment im Westen eingesetzt. Im Frühjahr 1940 führte er sein Regiment im Westfeldzug. Dabei wurden ihm beide Spangen zum Eisernen Kreuz verliehen. Am 1. Januar 1941 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 15. Februar 1941 gab er das Kommando über das Infanterie-Regiment 116 ab. Er wurde jetzt zum Kommandeur der 71. Infanterie-Division ernannt. Bereits am 28. März 1941 gab er sein Kommando wieder ab und übernahm dafür als Kommandeur die 18. Infanterie-Division (motorisiert). Mit seiner Division griff er dann ab Juni 1941 beim Ostfeldzug in Mittelrussland an. Am 22. September 1941 wurde ihm für das Einnehmen der Eisenbahnbrücke bei Kirichi das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 15. Dezember 1941 gab er wegen einer Erkrankung das Kommando über die 18. Infanterie-Division (motorisiert) ab. Am 22. Februar 1942 wurde er nach gesundheitlicher Wiederherstellung in die Führerreserve OKH versetzt. Am 1. September 1942 wurde er zum Generalleutnant befördert. Als solcher wurde er ab Herbst 1942 für ein Jahr als General der Infanterie beim OKH eingesetzt. Mitte Oktober 1943 wurde er mit der Führung vom LV. Armeekorps betraut. Im Januar 1944 gab er sein Kommando ab und bekam einen längeren Urlaub. In diesem wurde er durch Generalleutnant Horst Großmann vertreten. Dabei wurde er am 1. Februar 1944 zum General der Infanterie ernannt. Im Mai übernahm er dann wieder sein Kommando. Er wurde zum Kommandierenden General vom LV. Armeekorps ernannt. Dieses Kommando gab er am Anfang Februar 1945 ab. Er wurde jetzt wieder in die Führerreserve des OKH versetzt. Im März 1945 wurde er dann bei der Heeresgruppe Süd als General z.b.V. eingesetzt. Am 18. April 1945 geriet er in englische Kriegsgefangenschaft. Aus dieser wurde er Mitte Mai 1948 wieder entlassen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs setzte sich Herrlein intensiv für die deutsch-französische Versöhnung und Zusammenarbeit ein.
 

Ritterkreuz (22. September 1941)