Wagner, Herbert

 

* 19. Januar 1896, Stuttgart

† 5. September 1968, Rommelshausen bei Stuttgart

 

Herbert Wagner trat bei Ausbruch des 1. Weltkrieges am 2. August 1914 als Fahnenjunker in das Württembergische Heer ein. Der Sohn eines Bankdirektors kam dabei zum 2. Württembergisches Feldartillerie-Regiment „Prinzregent Luitpold von Bayern“ Nr. 29. Am 19. Juli 1915 wurde er zum Leutnant ohne Patent ernannt. Sein Patent wurde später auf den 1. April 1914 datiert. Er wurde dann in verschiedenen Funktionen beim 2. Württembergisches Feldartillerie-Regiment „Prinzregent Luitpold von Bayern“ Nr. 29 eingesetzt. Er kam aber auch als Ordonanzoffizier im Divisionsstab zum Einsatz. Im  Ersten Weltkrieg wurde er neben beiden Eisernen Kreuzen noch mit anderen Orden ausgezeichnet. Nach dem Krieg wurde er dann als Leutnant in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 beim Reichswehr-Artillerie-Regiment 13 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 5. (Hess.-Württ.) Artillerie-Regiment übernommen. Er wurde bei diesem die ersten Jahre als Batterieoffizier eingesetzt. Als solcher wurde er am 1. November 1923 zum Oberleutnant befördert. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dann als solcher als Batterieoffizier in der 9. Batterie vom 5. Artillerie-Regiment in Ludwigsburg eingesetzt. Dort blieb er dann auch die nächsten Jahre verzeichnet. Ende 1924 hat er dann auch in die Familie von Hammerstein-Equord eingeheiratet. 1927/28 wurde er dann in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort wurde er dann zunächst in der Heeres-Ausbildungs-Abteilung (T 4) eingesetzt. Am 1. August 1928 wurde er dort zum Hauptmann befördert. Als solcher gehörte er dann im Frühjahr 1929 zur 6. Batterie vom 5. Artillerie-Regiment in Ulm an der Donau. Am 1. Juli 1929 wurde er dann erneut in das RWM nach Berlin versetzt. Dort wurde er jetzt im Heeres-Waffenamt (WaA) eingesetzt. Nach der Umgliederung dieses Amtes gehörte er dann im Frühjahr 1931 zur Ballistische- und Munitionsabteilung (Wa Prüf 1) unter Oberst Dr. Dr. Karl Becker. Im Frühjahr 1932 gehörte er dann zur 4. Batterie vom 2. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Güstrow. Am 1. Oktober 1932 wurde er dann angeblich für ein Jahr in den Stab der 5. Division der Reichswehr nach Stuttgart versetzt. Am 1. Oktober 1933 kam er dann als Batteriechef wieder zum 2. (Preuß.) Artillerie-Regiment zurück. In dieser Funktion wurde er dann auch bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht am 1. Oktober 1934 eingesetzt. Am 1. August 1935 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Major als Lehrer an die Kriegsakademie nach Berlin versetzt. Als solcher wurde er am 1. August 1937 auch zum Oberstleutnant i.G. befördert. Als solcher wiederum wurde er am 12. Oktober 1937 zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) vom Generalkommando I. Armeekorps in Königsberg ernannt. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 wurde er abgelöst und dafür zum Ia der 3. Armee ernannt. In dieser Funktion wurde er dann im Polenfeldzug eingesetzt. Er verblieb in dieser Position noch bis zur Auflösung des Armeeoberkommandos 3 im Oktober 1939. Danach wurde er dann in den Generalstab des Heeres versetzt. Dort wurde er dann beim Chef des Transportwesens als Stellvertreter des Chefs im Reichsverkehrsministerium eingesetzt. Als solcher wurde er zum 1. Februar 1940 zum Oberst i.G. befördert. Im April 1942 wurde er dann mit der Führung vom Artillerie-Regiment 215 beauftragt. Dieses befand sich im Nordabschnitt der Ostfront. Anfang Dezember 1942 wurde er dann auch zum Kommandeur des Regiments ernannt. Am 30. März 1943 wurde er dann zum Kommandeur vom Grenadier-Regiment 405 der 121. Infanterie-Division ernannt. Auch dieses führte er dann die nächsten drei Monate im Nordabschnitt der Ostfront. Ende Juni 1943 wurde er mit der stellvertretenden Führung der 212. Infanterie-Division in Nordrussland beauftragt. Zum 1. August 1943 wurde er dann zum Generalmajor befördert. Am 12. August 1943 wurde er als solcher zum Kommandeur der 132. Infanterie-Division ernannt. Er trug zu diesem Zeitpunkt bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Auch mit dieser wurde er erneut im Nordabschnitt der Ostfront eingesetzt. Zum 1. Juni 1944 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 23. Oktober 1944 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Anfang Januar 1945 gab er sein Kommando über die 132. Infanterie-Division ab. Er wurde dafür direkt zum Höherer Artillerie-Kommandeur 302 (HArko 302) ernannt. Anfang Mai 1945 geriet er dann in Gefangenschaft. Aus dieser wurde er im Herbst 1947 wieder entlassen.

 

Ritterkreuz (23. Oktober 1944)