212. Infanterie-Division

 

1. Einsatz und Unterstellung:

Die 212. Infanterie-Division wurde am 26. August 1939 als Division 3. Welle im WK VII durch den Landwehr-Kommandeur München aufgestellt. Kurz nach ihrer Aufstellung wurde die Division in den Bereich der 7. Armee an den Oberrhein in den Raum Freudenstadt verlegt. Hier vervollständigte die Division ihre Ausbildung. Zu Beginn des Westfeldzuges wurde die Division dann als OKH-Reserve auf den Truppenübungsplatz Heuberg transportiert. Für die zweite Phase des Westfeldzuges, die "Schlacht um Frankreich", wurde die Division der 16. Armee zugeführt und nahm anschließend an den Kämpfen um Nancy teil. Von Juli 1940 bis zum Februar 1941 wurde die Division beurlaubt. Der Großteil der Divisionsangehörigen wurde in die Heimat zur Arbeit in den Fabriken und auf den Feldern beurlaubt, nur die Stäbe der Division blieben bestehen. Nach der Einberufung der Beurlaubten im Februar 1940 kam die Division zum Küstenschutz an die Kanalküste. Hier blieb die Division bis November 1941. In diesem Monat wurde sie beschleunigt nach Osten in den Raum Leningrad verlegt und an der rechten Flanke vor dem Oranienbaumer Brückenkopf  eingesetzt. Ab 1942 kämpfte sie an der Wolchow-Front, besonders im Abschnitt Schapki am Südufer des Ladogasees. Ab JAnuar 1943 focht die Division dann nördlich von Nowgorod. Im Winter 1943/44 wurde die Division im Raum Tschudowo eingesetzt, wo sie schwere Verluste erlitt, so dass sie in Februar 1944 nur noch die Stärke einer Kampfgruppe hatte. Mit Beginn der Absetzbewegung der Heeresgruppe Nord im Zuge der russischen Gegenoffensive vor Leningrad mußte sich die Division über die Luga in den Raum Pleskau absetzen. Anschließend ging sie über Lissino und Korpus zur Narwa zurück. Bei Lepel folgten schwere Abwehrkämpfe, so dass sich die Division über Wilna in den Raum nördlich von Olita zurückziehen mußte. Hier wurde die Division schließlich zerschlagen. Die in den Kämpfen in Litauen dezimierte Division wurde am 15. September 1944 aufgelöst, das Personal wurde in Schieradz, WK XXI, versammelt und am 17. September in 212. Volks-Grenadier-Division umbenannt.

 

1939

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
September z. Vfg. 7.Armee C Oberrhein

1940

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar z. Vfg. 7. Armee C Oberrhein
Mai z. Vfg. OKH   Truppenübungsplatz Heuberg
Juni z. Vfg. 16. Armee A Lothringen
Juli beurlaubt      

1941

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar beurlaubt      
März XXVIII 6. Armee D Kanalküste
Mai XXV 7. Armee D Kanalküste
Juni XXXI 7. Armee D Kanalküste
November XXXVIII 18. Armee Nord Leningrad
Dezember XXVI 18. Armee Nord Leningrad

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXVI 18. Armee Nord Leningrad
April I 18. Armee Nord Wolchow
Mai L 18. Armee Nord Leningrad
August XXVIII 18. Armee Nord Leningrad

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXVIII 18. Armee Nord Leningrad
März XXVI 18. Armee Nord Wolchow

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXVI 18.Armee Nord Wolchow
Februar (Kgr.) L 18. Armee Nord Luga
März XXVIII 18. Armee Nord Pleskau
April XXXVIII 18. Armee Nord Pleskau
Juni XXVIII 18. Armee Nord Livland
Juli IX 3. Panzerarmee Mitte Litauen
September z. Vfg. 3. Panzerarmee Mitte Litauen

 

2. Divisionskommandeure:

26. August 1939 Generalmajor Walter Friedrichs

15. September 1939 General der Artillerie Theodor Endres

1. Oktober 1942 Generalleutnant Hellmuth Reymann

1. Oktober 1943 Generalmajor Dr. Karl Koske

1. Mai 1944 Generalleutnant Franz Sensfuß

 

3. Gliederung:

212. Infanterie-Division 1939:

Infanterie-Regiment 316

Infanterie-Regiment 320

Infanterie-Regiment 423

Artillerie-Regiment 212

Pionier-Bataillon 212

Panzerabwehr-Abteilung 212

Aufklärungs-Abteilung 212

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 212

Infanterie-Divisions-Nachschubführer 212

 

212. Infanterie-Division 1943:

Grenadier-Regiment 316

Grenadier-Regiment 320

Grenadier-Regiment 423

Divisions-Füsilier-Bataillon 212

Feldersatz-Bataillon 212

Artillerie-Regiment 212

Pionier-Bataillon 212

Panzerabwehr-Abteilung 212

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 212

Infanterie-Divisions-Nachschubführer 212

 

4. Literatur und Quellen:

Egid Gehring: Von der Saar bis an die Mosel. Marsch, Kampf und Sieg einer Infanterie-Division im Westen. Ein Erinnerungsbuch (= 212. Infanterie-Division),  München 1942


Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, Band 8: Die Landstreitkräfte Nr. 201-280, 2. Auflage, Osnabrück 1973


Werner Haupt: Die deutschen Infanterie-Divisionen, 3 Bände, Podzun-Verlag


Schematische Kriegsgliederungen 1939 - 1945 BA/MA RH 2/348 bis RH 2/355; RH 2/356K und R 2/769
Kriegstagebücher und sonstige Unterlagen BA/MA RH 26-212/
Kriegsgliederungen der 7. Armee RH 20-7/
Kriegsgliederungen der 18. Armee RH 20-18/