Lindemann, Fritz

 

* 8. März 1884, Berlin-Charlottenburg

† 22. September 1944, Berlin

 

Fritz Lindemann trat am 12. März 1912 als Fahnenjunker in die kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum 4. Garde-Feldartillerie-Regiment. In diesem wurde er am 18. August 1913 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 19. August 1911 datiert. Vor dem Ersten Weltkrieg gehörte er auch noch zu diesem Regiment. Am 5. Oktober 1916 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im 1. Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er im Übergangsheer zum Reichswehr-Artillerie-Regiment 3. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann zum 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment. Bei diesem wurde er zunächst als Batterieoffizier eingesetzt. 1922 hat er geheiratet. Zum 1. November 1923 wurde er zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er bei der 6. Batterie vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Frankfurt an der Oder eingesetzt. Im Frühjahr 1925 gehörte er zum Stab der II. Abteilung vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Frankfurt an der Oder. Im Jahr darauf wurde er dann im Reichswehrministerium in Berlin eingesetzt. Dort wurde er in der Heeres-Statistische Abteilung (T 3) verwendet. Im Frühjahr 1927 wurde er in der 2. Eskadron vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment in Hannover eingesetzt. Im Frühjahr 1928 wurde er als Chef der Ausbildungs-Batterie vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Potsdam eingesetzt. Im Herbst 1928 wurde er wieder in das Reichswehrministerium in Berlin versetzt. Dort wurde er jetzt in der Wehrmachts-Abteilung (W) eingesetzt. Am 1. Juli 1929 wurde er dann zum Chef der 15. (reitende) Batterie vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Sprottau ernannt. Als solcher wurde er am 1. März 1932 zum Major befördert. Am 1. Oktober 1932 wechselte er dann in den Generalstabsdienst. Dort wurde er am 1. Oktober 1934 zum Oberstleutnant befördert. Im Herbst 1935 wurde er dann zur Kriegsakdemie versetzt. Am 1. Juli 1936 wurde er zum Ia vom Generalkommando X. Armeekorps in Hamburg ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1937 zum Oberst i.G. befördert. Am 31. Juli 1938 schied er aus der Wehrmacht aus und betätigte sich in der Folge als Journalist. Bei der Mobilmachung zum 2. Weltkrieg wurde er im Sommer 1939 zum Artillerie-Kommandeur 138 (Arko 138) ernannt. Er nahm als solcher zuerst am Polenfeldzug teil. In dieser Funktion wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Danach nahm er im Frühjahr 1940 am Westfeldzug teil. Am 4. September 1941 wurde er mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 1. Januar 1942 wurde er zum Generalmajor befördert. Als solcher gab er Anfang 1942 sein Kommando ab. Er wurde jetzt mit der Führung der 132. Infanterie-Division auf der Krim beauftragt. Er wurde nach kurzer Zeit auch zum Kommandeur der 132. Infanterie-Division ernannt. Am 23. August 1942 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 1. Januar 1943 wurde er zum Generalleutnant befördert. Anfang August 1943 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür in die Führerreserve versetzt. Am 1. Oktober 1943 wurde er zum General der Artillerie beim Oberkommando des Heeres ernannt. Als solcher wurde er am 1. Dezember 1943 zum General der Artillerie befördert. Er gehörte mit zum Verschwörerkreis vom 20. Juli 1944 nach dem das Attentat fehlgeschlagen war, tauchte er unter. Er wurde am 4. August 1944 vom Ehrenhof der Wehrmacht aus der Wehrmacht ausgestoßen und vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Für seine Ergreifung wurden 500.000 Reichsmark als Belohnung ausgesetzt. Am 3. September 1944 wurde er von den Häschern der Gestapo gestellt. Bei der Ergreifung wurde er durch mehrere Schüsse schwer verwundet. An den Verletzungen ist er am 22. September 1944 gestorben.

 

Ritterkreuz (4. September 1941)