Lindemann, Georg

 

* 8. März 1884, Osterburg / Magdeburg

† 25. September 1963, Freudenstadt

 

Georg Lindemann trat am 26. Februar 1903 als Fahnenjunker in die kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum Magdeburgisches Dragoner-Regiment Nr. 6. In diesem wurde er am 18. August 1904 zum Leutnant befördert. Auch bei seiner Beförderung zum Oberleutnant gehörte er am 18. August 1912 noch zum Magdeburgisches Dragoner-Regiment Nr. 6. Im Herbst 1913 wurde er dann zum 1. Kurhessisches Husaren-Regiment " König Humbert von Italien" Nr. 13 versetzt. Im Frühjahr 1914 begann dann seine Generalstabsausbildung im Großen Generalstab. Dort wurde er am 28. November 1914 zum Rittmeister befördert. Während des Ersten Weltkrieges wurde er dann an verschiedenen Generalstabsstellen eingesetzt. Bereits bis Sommer 1915 wurden ihm beide Eisernen Kreuze verliehen. Im Juli 1916 gehörte er zum Generalstab der 1. Armee. Im Frühjahr 1917 wurde ihm das Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern. Im September 1918 wurde er als Ia bei der 200. Infanterie-Division eingesetzt. Nach dem Krieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Im Herbst 1919 wurde er Lehrer an der Infanterieschule München. Im September 1922 wurde er dann zum 7. Reiter-Regiment nach Breslau versetzt. Dort wurde er im Februar 1923 zum Chef der 2. Eskadron des Regiments ernannt. Im März 1925 wurde er dann in den Stab der 2. Kavallerie-Division versetzt. Dort wurde er am 1. April 1926 zum Major befördert. Im April 1928 wurde er Lehrgangsleiter an der Kavallerie-Schule in Hannover. Dort wurde er am 1. Februar 1931 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Oktober 1931 wurde er zum Kommandeur vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment ernannt. Als solcher wurde er am 1. Juni 1933 zum Oberst befördert. Am 1. Oktober 1934 gab er sein Kommando wieder ab und wurde zum Kommandeur der Kriegsschule Hannover ernannt. Als solcher wurde er am 20. April 1936 zum Generalmajor befördert. Am 6. Oktober 1936 wurde er zum Kommandeur der 36. Infanterie-Division ernannt. Am 1. April 1938 wurde er dann zum Generalleutnant befördert. Zu Beginn des 2. Weltkrieges bezog er mit seiner Division Stellungen im Westen. 1940 führte er dann seine Division im Westfeldzug gegen Frankreich. Am 5. August 1940 wurde er für die Leistungen seiner Division beim Durchbruch durch die Maginot-Linie und bei der Eroberung von Verdun mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Im Oktober 1940 wurde er mit der Aufstellung des L. Armeekorps beauftragt. Am 1. November 1940 wurde er dann zum General der Kavallerie befördert und gleichzeitig zum Kommandierenden General des L. Armeekorps ernannt. In der Folge führte er das Korps im Frühjahr 1941 auf dem Balkan. Im Sommer 1941 nahm er dann mit dem Korps am Ostfeldzug teil. Dieser Angriff führte ihn zuerst in Richtung Nordrussland. Am 16. Januar 1942 gab er sein Kommando ab und wurde gleichzeitig zum Oberbefehlshaber der 18. Armee ernannt, die er am Ladogasee bei der Belagerung von Leningrad führte. Dabei gelang es ihm im Juni 1942 den russischen Entsatzangriff auf Leningrad abzuweisen und General Wlassow gefangen zu nehmen. Am 5. Juli 1942 wurde er zum Generaloberst befördert. Am 12. August 1943 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "In der dritten Schlacht südlich des Ladogasees haben die unter Führung des Generalfeldmarschalls Küchler, des Generalobersten Lindemann und des Generals der Infanterie Wöhler stehenden deutschen Truppen, unterstützt von den durch General der Flieger Korten geführten Luftwaffenverbänden, in der Zeit vom 22. Juli bis 6. August den Ansturm der 8. und 67. sowjetischen Armee in heldenmütigen Kämpfen abgeschlagen und damit die Durchbruchsabsichten des Feindes vereitelt." Für die Abwehrerfolge der Armee wurde er am 21. August 1943 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Außerdem wurde er mit dem Spanischen Großkreuz des Krieges und mit dem Finnischen Freiheitskreuz 1. Klasse mit Schwertern und Brustkreuz ausgezeichnet. Am 31. März 1944 wurde er Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Nord, die er bis zum 3. Juli 1944 führte. Anschließend wurde er in die Führerreserve versetzt, da seine Lagebeurteilungen Hitler nicht gefallen haben. Am 27. Januar 1945 wurde er dann zum Wehrmachtsbefehlshaber Dänemark ernannt, was er bis zum Kriegsende auch blieb. Bei Kriegsende wickelte er die deutsche Besatzung in Dänemark ab. Im Juni 1945 wurde er dann durch die Alliierten verhaftet. Er blieb dann vorerst in Amerikanischer Gefangenschaft, aus der er im Herbst 1947 nach Dänemark ausgeliefert wurde. Aus der folgenden dänischen Haft wurde er 1948 ohne Strafverfolgung entlassen.

 

Ritterkreuz (5. August 1940) Eichenlaub (21. August 1943)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011
Johannes Hürter: Hitlers Heerführer – Die deutschen Oberbefehlshaber im Krieg gegen die Sowjetunion 1941/42. 2. Auflage. R. Oldenbourg Verlag, München 2006
Dermot Bradley, Markus Rövekamp, Ernest Henriot: Deutschlands Generale und Admirale: Teil IV /Band 7: Die Generale des Heeres 1921-1945. Knabe - Luz