Schörner, Ferdinand

 

* 12. Juni 1892, München

† 2. Juli 1973, München

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Ferdinand Schörner hatte nach seinem Abitur in München, Lausanne und Florenz Romanistik studiert. Später wurde er Reserve-Unteroffizier. Als solcher wurde er bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges als Vizefeldwebel einberufen. Der Sohn vom Polizeikommissar Johann Schörner kämpfte zunächst im Königlich Bayerisches Infanterie-Leibregiment an der Westfront. Dort wurde er bereits Ende August 1914 zum Offiziers-Stellvertreter befördert. Am 29. November 1914 wurde er zum Leutnant der Reserve befördert. An der Westfront wurde er zwei Mal verwundet. Im Frühjahr 1915 kam er mit dem Königlich Bayerisches Infanterie-Leibregiment an die Alpenfront nach Italien. Dort wurde er ab dem 15. September 1916 als Kompanieführer im Königlich Bayerisches Infanterie-Leibregiment eingesetzt. Als solcher erwarb er sich am 5. Dezember 1917 den Orden Pour-le-Mérite. Am 26. Dezember 1917 wurde er als Leutnant ohne Patent in den aktiven Dienst übernommen. Am 4. Februar 1918 hat er dann sein Patent als Leutnant vom 18. Juni 1913 erhalten. Daraufhin wurde er am 15. Juli 1918 zum Oberleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 15. März 1918 festgelegt. Als Oberleutnant kämpfte er 1918 wieder an der Westfront, wurde abermals verwundet und an die serbische Front versetzt. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur mehrmals verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Weiß (Silber) widerspiegelte. Außerdem wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen auch noch einige weitere Auszeichnungen verliehen. Nach Kriegsende diente er zunächst im Freikorps Epp und wurde schließlich am 1. Oktober 1919 als Oberleutnant in das Reichsheer übernommen. Sein Rangdienstalter wurde auf den 22. März 1918 festgelegt. Er wurde dabei dem Reichswehr-Schützen-Regiment 41 zugeteilt. Auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er noch zu diesem Regiment. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 19. (Bayerisches) Infanterie-Regiment übernommen. Bei diesem wurde er vorerst als Kompanieoffizier eingesetzt. Am 1. Oktober 1923 wurde er dann zur 3. Eskadron vom 17. (Bayer.) Reiter-Regiment nach Ansbach versetzt. Von dort wurde er dann zur Führergehilfenausbildung in den Stab der 7. Division der Reichswehr nach München kommandiert. Dabei nahm er dann auch an der Niederschlagung des Hitlerputsches teil. Am 1. Oktober 1924 wurde er dann wieder zum 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment versetzt. Dort wurde er dann bei der 1. Kompanie in München eingesetzt. Am 1. Oktober 1925 wurde er dann in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort absolvierte er dann in der Heeres-Ausbildungsabteilung (T 4) das zweite Jahr seiner Führergehilfenausbildung. Dabei wurde er am 5. August 1926 zum Hauptmann befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Juli 1926 festgelegt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1926 für einen Monat zum 21. (Bayer.) Infanterie-Regiment versetzt. Am 1. November 1926 wurde er dann als Nachfolger von Hauptmann Franz Neumayr zum Chef der 16. Kompanie vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment in Landshut (Bayern) ernannt. Am 27. November 1927 hat er Lieselotte Karboschensky geheiratet. 1929/30 gab er sein Kommando an Hauptmann Walter Stettner Ritter von Grabenhofen ab. Dafür wurde er dann als Nachfolger von Hauptmann Hermann Kreß zum Chef der 10. Kompanie vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment in Kempten (Allgäu) ernannt. Am 1. Oktober 1931 wurde er dann in die 8. (MG.) Kompanie vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment nach Augsburg versetzt. Gleichzeitig wurde er als Taktiklehrer an die Infanterieschule Dresden kommandiert. Später wurde er auch dorthin versetzt. Dort wurde er zum 1. August 1934 auch zum Major befördert. Als solcher wurde er bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht am 1. Oktober 1934 zum Adjutant der Infanterieschule Dresden ernannt. Durch die Umbenennung der Einrichtung wurde er dann im Frühjahr 1935 zum Adjutant der Kriegsschule Dresden ernannt. Am 1. Oktober 1936 wurde er dann in das Reichskriegsministerium (RKM) nach Berlin versetzt. Dort wurde er dann als Gruppenleiter in der 3. Abteilung des Generalstabs des Heeres eingesetzt. Dort wurde er zum 1. März 1937 auch zum Oberstleutnant befördert. Als solcher übernahm er am 12. Oktober 1937 als Kommandeur das Gebirgs-Jäger-Regiment 98. Während der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg wurde er als Pour le merite-Träger am 27. August 1939 zum Oberst befördert. Als solcher führte er sein Regiment zum Beginn des 2. Weltkrieges im Polenfeldzug. Anfang 1940 wurde er mit der Aufstellung der 6. Gebirgs-Division beauftragt. Diese Division führte Schörner im Frühjahr 1940 im Frankreichfeldzug und er wurde am 1. August 1940 zum Generalmajor befördert. Sein Rangdienstalter wurde später auf den 1. Oktober 1940 festgelegt. Während des Balkanfeldzuges durchbrach Schörner mit seiner Division im Verband des XVIII. Gebirgskorps die griechische Metaxas-Linie und besetzte im Handstreich die strategisch wichtigen Bergpässe des griechischen Hochgebirges. Für diesen Handstreich wurde ihm am 20. April 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Beim Überfall auf die Sowjetunion wurde die 6. Gebirgs-Division in Finnland eingesetzt. Am 15. Januar 1942 übernahm er als Nachfolger von General der Gebirgstruppe Eduard Dietl die Führung über das Generalkommando XIX. Gebirgskorps. Am 27. Januar 1942 wurde er zum Generalleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde später auf den 1. März 1942 festgelegt. Am 1. Juni 1942 folgte die Beförderung zum General der Gebirgstruppe. Als solcher wurde er dann auch zum Kommandierenden General vom XIX. Gebirgskorps ernannt. Ende Oktober 1943 gab er sein Kommando an Generalleutnant Georg Ritter von Hengl ab. Im November 1943 übernahm er dann das Kommando über das XXXX. Panzerkorps in der Ukraine. Mit seinen harten Befehlsmethoden gelang es Schörner, die ihm unterstellten Abschnitte gegen umfassende russische Angriffe zu halten und anschließend die nötig gewordenen Absetzbewegungen zu decken. Am 17. Februar 1944 wurde ihm das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 18. Februar 1944 wurde er namentlich im Wehrmachtbericht genannt: "In den schweren Kämpfen im Raum Nikopol haben ostmärkische, bayerische, rheinisch-westfälische, sächsische, mecklenburgische, pommersche und ostpreußische Divisionen unter dem Befehl des Generals der Gebirgstruppen Schörner und der Generale Brandenberger, Mieth und Kreysing in der Zeit vom 5. November 1943 bis zum 15. Februar 1944 in Angriff und Abwehr starke Durchbruchsversuche der Bolschewisten, oft mit blanker Waffe, verhindert und ihnen hohe Verluste zugefügt." Am 1. März 1944 wurde er zum Generaloberst befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. August 1943 festgelegt. Am 2. März 1944 übernahm er das Kommando über die 17. Armee. Bereits am 30. März 1944 wurde er zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Südukraine ernannt. Es gelang ihm, die Südfront zu stabilisieren. Am 20. Juli 1944 wurde er Kommandeur der Heeresgruppe Nord und hatte sich dort der russischen Großoffensive zu erwehren. Es gelang ihm, die Heeresgruppe vor der Einkesselung zu bewahren, wofür er am 28. August 1944 die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub erhielt. Nach der Einkesselung der Heeresgruppe Nord in der Provinz Kurland verteidigte Schörner den Kurland-Kessel und führte die Heeresgruppe in den vier Kurland-Schlachten. Als sich die Niederlage im Kurland-Kessel abzeichnete, wurde Schörner zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte ernannt. Für seine Leistungen im Kurland-Kessel wurden ihm am 1. Januar 1945 die Brillianten zum Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern verliehen. Als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte führe Schörner ein strenges Regiment und sprach vermehrt Todesurteile gegen Deserteure und "Feiglinge" aus. Bei diesen Urteilen machte er auch vor höheren Dienstgraden keinen Halt. Am 5. April 1945 wurde Schörner noch zum Generalfeldmarschall ernannt. Hitler ernannte Schörner ferner in seinem Testament zum Oberbefehlshaber des Heeres. Bei Kriegsende konnte Schörner, als Zivilist getarnt, nach Westen fliehen und sich bis Ende Mai verstecken. Dann wurde er durch US-Truppen gefangen genommen und an die Rote Armee ausgeliefert. Er wurde von einem Kriegsgericht zu 25 Jahren Straflager verurteilt und erst im Januar 1955 wieder in die Heimat entlassen. 1957 wurde Schörner erneut verhaftet und vor ein bundesdeutsches Gericht gestellt. Er wurde wegen der von ihm ausgesprochenen Todesurteile bei Kriegsende zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, nach zwei Jahren aber wieder entlassen.

 

Ritterkreuz (20. April 1941) Eichenlaub (17. Februar 1944) Schwerter (28. August 1944) Brillianten (1. Januar 1945)