Artillerie-Regiment 215

 

Feldpostnummern ab der Mobilmachung: Die Einheiten wurden als Teile vom Artillerie-Regiment 215 in der Feldpostübersicht eingetragen. Beim Regiment wurde ein Stab z.b.V. Artillerie-Regiment 215 eingetragen, der noch 1939 in Stab Stellungs-Artillerie-Abteilung 215 umbenannt wurde. Die Batterien der einzelnen Abteilungen wurden Anfang 1940 gestrichen und die jeweilige Abteilung wurde ab Mitte 1940 unter der Nummer des Stabes eingetragen. Mitte 1940 wurde auch der Stab Stellungs-Artillerie-Abteilung 215 gestrichen. 1940/41 wurde die IV. Abteilung zur IV. Abteilung vom Artillerie-Regiment 219 umbenannt. 1941 verschwand die 9. Batterie aus dem Eintrag der III. Abteilung, wurde dort aber 1941 wieder eingetragen. Erst 1943 wurde dann wieder eine neue IV. Abteilung durch Umbenennung vom Artillerie-Regiment 225 eingetragen. Am 23. November 1944 wurde die III. Abteilung gestrichen. Am 24. November 1944 wurde die II. Abteilung gestrichen. Am gleichen Tag wurden der Regimentsstab und die IV. Abteilung bei anderen Nummern eingetragen. Die anderen Abteilungen wurden alle am 30. November 1944 bei anderen Nummern eingetragen. Am 6. Dezember 1944 wurden dann auch der alte Regimentsstab, die alte I. und die alte IV. Abteilung gestrichen.

Einheit Feldpostnummer Nummer ab 1940 Nummer ab Nov/44
Regimentsstab 34013 34013 gestr. Dez/44 01245
Stab z.b.V. 33558 - -
Stab I. Abteilung 37134 37134 A gestr. Dez/44 64763 A
1. Batterie 35553 37134 B gestr. Dez/44 64763 B
2. Batterie 34275 37134 C gestr. Dez/44 64763 C
3. Batterie 32412 37134 D gestr. Dez/44 64763 D
Stab II. Abteilung 06925 06925 A gestr. Nov/44 67608 A
4. Batterie 05082 06925 B gestr. Nov/44 67608 B
5. Batterie 19437 06925 C gestr. Nov/44 67608 C
6. Batterie 14857 06925 D gestr. Nov/44 67608 D
Stab III. Abteilung 01525 01525 A gestr. Nov/44 64887 A
7. Batterie 17065 01525 B gestr. Nov/44 64887 B
8. Batterie 18942 01525 C gestr. Nov/44 64887 C
9. Batterie 28087 01525 D bis 1941

ab 1941 01525 D gestr. Nov/44

64887 D
Stab IV. Abteilung 39357 39357 A bis 1941

ab 1943 35860 A gestr. Dez/44

02270 A
10. Batterie 35029 39357 B bis 1941

ab 1943 35860 B gestr. Dez/44

02270 B
11. Batterie 31588 39357 C bis 1941

ab 1943 35860 C gestr. Dez/44

02270 C
12. Batterie 34824 39357 D bis 1941

ab 1943 35860 D gestr. Dez/44

02270 D

Das Artillerie-Regiment 215 wurde am 26. August 1939 im Wehrkreis V aufgestellt. Das Regiment wurde durch den Landwehr-Kommandeur Heilbronn aufgestellt. Die Masse vom Regiment wurde in Heilbronn, im Wehrkreis V, aufgestellt. Die IV. Abteilung wurde in Ellwangen, ebenfalls Wehrkreis V, aufgestellt. Das Regiment wurde nach der Aufstellung der 215. Infanterie-Division unterstellt. Beim Regiment wurde auch ein Stab z. b. V. gebildet, der auch als Stellungs-Artillerie-Abteilung 215 bezeichnet wurde. Nach der Aufstellung wurde dieser Stab am Oberrhein eingesetzt, und dann 1940 wieder aufgelöst. Nach der Aufstellung wurde die 215. Infanterie-Division im Raum Bruchsal versammelt und am 9. Oktober 1939 in den Raum Karlsruhe - Baden Oos verlegt. Im November 1939 wurde das Regiment in den Raum Bruchsal verlegt und im Raum Bretten - Heidelsheim, Flehingen - Zaisenhausen untergebracht. Am 3. Januar 1940 rückte es dann im Raum Zweibrücken, im Wehrkreis XII, in die Westwall-Stellungen ein. Ende Januar 1940 erneut verlegt, dieses mal in den Raum Mannheim - Heidelberg - Weinheim, im Wehrkreis XII. Am 17. März 1940 bezog das Regiment erneut Stellungen am Westwall, dieses mal im Raum Rechtenbach - Schweigen - Dörrenbach - Bergzabern - Böllenborn - Lindenbronner Hof - St. Paul. Während am 10. Mai 1940 der Westfeldzug begann, bleib es vor der Front des Regiments gegenüber der Maginot-Linie ruhig. Am 12. Mai 1940 unterstützte die 11. Batterie die Wegnahme des vorgeschobenen französischen Postens auf dem Kappelstein bei Nothweiler mit 144 Schuss. Am 10. Juni 1940 wurde das Regiment abgelöst und sammelte mit der gesamten Division im Raum Pirmasens. Am 29. Mai wurde die IV. Abteilung zur 75. Infanterie-Division kommandiert und in den Raum Dieblingen in Lothringen verlegt. Hier unterstützte die Abteilung einen deutschen Angriff am 12. Juni 1940 auf die Maginot-Linie mit insgesamt 3.000 Schuss. Am 14. Juni 1940 kehrte die IV. Abteilung zum Regiment zurück. Am 19. Juni 1940 unterstützte das Regiment den Durchbruch der Infanterie-Regimenter durch die Maginot-Linie und den anschließenden Vormarsch im Elsaß bis zum 22. Juni 1940. An diesem Tag endete der Vormarsch des Regiments und der gesamten Division, kurz darauf kapitulierte Frankreich. Im Anschluss an diese Kapitulation wurde die 215. Infanterie-Division zur Sicherung von Kriegsgefangenen im Raum Belfort - Geradmer - Straßburg eingesetzt. Am 27. November 1940 wurde die 9. Batterie zur Aufstellung der Heeres-Küsten-Artillerie-Abteilung 828 abgegeben und danach wieder ersetzt. Anfang Dezember 1940 wurde es in den Raum Moulins an der Loire verlegt. Hier betrieb das Regiment intensive Ausbildung und Sicherung der Demarkationslinie. Die IV. Abteilung wurde am 13. Dezember 1940 als IV. Abteilung an das Artillerie-Regiment 219 der 183. Infanterie-Division abgegeben. Dafür kam bei der Verlegung der Division in den Osten im November 1941 die IV. Abteilung vom Artillerie-Regiment 225 zum Regiment. Im November 1941 wurde das Regiment in den Nordabschnitt der Ostfront verlegt. Ausgeladen wurde es in Tschadowo am Wolchow an der Straße nach Tichwin. Nach dem Eintreffen der ersten Teile des Regiments wurden diese sofort am Wolchow eingesetzt. Die I. Abteilung unterstützte dabei das Infanterie-Regiment 380 bei den Abwehrkämpfen um Meschnik. Die II. Abteilung war mit dem Infanterie-Regiment 435 Korps-Reserve beim XXXIX. Armeekorps. Bis Weihnachten 1941 wurde die Front hinter den Wolchow zurückgenommen. Am 7. Januar 1942 begannen die russischen Angriffe gegen die neuen Stellungen westlich des Wolchow mit starkem Artilleriefeuer. Am 13. Januar 1942 griff die Rote Armee erneut an und erzielte am 14. Januar 1942 beim rechten Nachbarn, der 126. Infanterie-Division, einen Durchbruch.  Bei den anschließenden schweren Kämpfen am Wolchow erlitt das Regiment schwere Verluste, da die russische Artillerie der eigenen stark überlegen war. Bis zum 8. Februar 1942 gelang es, alle russischen Angriffe, z.T. im Gegenangriff, abzuweisen. Bis Februar 1942 dauerten die schweren Abwehrkämpfe am Wolchow, dann ebbten die Angriffe langsam ab. Im Juli 1942 wurde das Regiment dann aus der Front gelöst und in den Raum Tosno verlegt. Es hatte seit November 1941 140.000 Schuss für die leichte Feldhaubitze und 30.000 Schuss für die schwere Feldhaubitze abgefeuert. Die unterstellte IV. Abteilung vom Artillerie-Regiment 225 wurde erst am 20. Juli 1943 zur IV. Abteilung vom Regiment umbenannt. Im November 1944 wurde das Regiment aufgefrischt. Das Regiment wurde im März 1945 bei Danzig vernichtet.

Für die Ersatzgestellung des Regiments war die Artillerie-Ersatz-Abteilung 215 zuständig.

Regimentskommandeure:

Oberst Walther Lucht Aufstellung - 6. Februar 1940

Oberst Dr. Karl Koske 6. Februar 1940 - 14. April 1942 (wurde Arko 18)

Oberst Herbert Wagner 15. April 1942 - 30. März 1943

Oberst Anton Gruber (1944/45)

 

Abteilungskommandeure:

I. Abteilung:

 

II. Abteilung:

Major der Reserve Willi Böttcher (1944)

 

III. Abteilung:

Major der Reserve Alfred Geick (1944)

 

IV. Abteilung:

Hauptmann Dr. Benz (1939)

Major Gerhard Pasternack