19. Panzer-Division

Feldpostnummern ab 1940/41: Die Einheiten wurden als Teile der 19. Panzer-Division in der Feldpostübersicht eingetragen. Am 25. Juli 1944 wurden auch eine Begleitkompanie 19. Panzer-Division und eine Granatwerfer-Kompanie 19. Panzer-Division eingetragen.

Einheit Feldpostnummer
Divisionskommando 20175
Begleitkompanie ab Jul/44 28329
Granatwerfer-Kompanie ab Jul/44 35456
Feldgendarmerie-Trupp 19 17527

1. Einsatz und Unterstellung:

Die 19. Panzer-Division wurde am 1. November 1940 im Wehrkreis XI aufgestellt. Sie entstand durch die Umgliederung der 19. Infanterie Division. Das Infanterie-Regiment 59 kam dabei zur neu aufgestellten 20. Panzer-Division, die bespannten Teile der Division zur 131. Infanterie-Division. Ab dem 20. Juni 1941 nahm die Division im Rahmen der Panzergruppe 3 bei der Heeresgruppe Mitte am Rußlandfeldzug teil. Als Division der 2. Welle marschierte die Division über den Njemen nach Osten und schwenkte dann nach Süden in Richtung Minsk ab. Bei D. Zemloslaw kam es Ende Juni 1941 zu ersten schweren Abwehrkämpfen im Rahmen der Kesselschlacht bei Bialystok und Minsk. Im Anschluß marschierte die Division durch Minsk nach Dzisna an der Düna, das am 4. Juli genommen wurde. Am 5. Juli überschritt die Division die Düna und durchbrach anschließend die Stalin-Linie. Dann marschierte die Division in Richtung Polozk und durchbrach die Dryssa-Stellung.  Vor Polozk drehte die Division ab dem 17. Juli nach Norden an und erreichte Welikije-Luki. Hier verblieb die Division bis zum 20. Juli. An diesem Tag räumte die Division die Stadt wieder und marschierte nach Welish. Anschließend schwenkte sie nach Norden ab, dann später nach Osten über die Düna nach Ilino. Es folgte der Vormarsch beiderseits der Straße Smolensk - Bjeloy bis in den Raum Potschenki. Nach schweren Kämpfen in diesem Raum wurde die Division Anfang August 1941 aus der Front gezogen und bei Schischkowo frontnah aufgefrischt. Am 18. August erhielt die Division den Befehl, wieder auf Welikije Luki vorzustoßen und dort vermutete Feindkräfte einzuschließen. Es kam zur zweiten Schlacht um Welikije-Luki. Noch vor dem endgültigen Ende der Kämpfe marschierte die Division weiter in Richtung Toropjez, dann in Richtung Cholm und dann in Richtung Demjansk. Nach dem Durchmarsch durch Demjansk schloss die Division den rückwärtigen Rand des um Staraja Russa gebildeten Kessel. Noch vor der endgültigen Ausräumen des Kessels wurde die Division abgezogen und in den Raum der 123. Infanterie-Division bei Ostaschkow verlegt. Diese lag im Raum Sslautino. Der Einsatz hier dauerte nur wenige Tage und ab dem 12. Oktober 1941 nahm die Division am Angriff auf Moskau teil. Bei Einsetzen der russischen Gegenoffensive vor Moskau wurde die Division in den Raum Juchnow - Suchinitschi zurück gedrängt. Die Division bildete um Juchnow einen Ring und es kam zu schweren Abwehrkämpfen. Ab Ende Januar 1942 kämpfte die Division im Raum Jekaterinowka in schweren Abwehrkämpfen. Die beginnende Tauwetterperiode Ende Mai 1942 führte zu einer Abflachung der russischen Angriffe. Mitte Mai 1942 folgte das Unternehmen "Hannover", ein begrenztes Offensivunternehmen nördlich der Rollbahn zwischen Suiza und Desna südlich Jelnja. Anfanj Juli 1942 verlegte die Division dann in den Raum Brjansk, um hier gegen eine russische Offensive aus dem Kirow-Bogen eingesetzt zu werden. Bei Dimitriewka kam es zu schweren Abwehrkämpfen. Am 11. August 1942 begann der deutsche Gegenangriff über die Shisdra, schlug jedoch nicht durch und blieb schließlich an der Shisdra liegen. Im Oktober 1942 wurde die Division aus dem Shisdra-Abschnitt herausgelöst und in den Raum Orel in den Orelbogen verlegt. Entgegen der Planung, die Division hier ihre Winterquartiere beziehen zu lassen, verlegte diese Anfang November nach Brjansk, wo sie zwei Wochen lang frontnah aufgefrischt wurde. Im Anschluß daran musste die Division im Eilmarsch nach Smolensk verlegen. Südlich von Bjeloy kam es zu schweren Abwehrkämpfen mit durchgebrochenen russischen Einheiten, die im Laufe dieser Kämpfe eingekesselt werden konnten. Mitte Januar 1943, noch vor Beendigung der Kämpfe in diesem Raum, wurde die Division aus der Front gezogen und beschleunigt in den Raum Stalingrad verlegt. Die Division wurde bei ihrem Eintreffen im Raum nördlich von Stalingrad im Raum der 8. italienischen Armee eingesetzt. Eine erste Stellung wurde im Raum Strelzowka bezogen. Dann zog sich die Division über den Donez zurück und baute hier eine neue Widerstandslinie auf. Anschließend konnte die Division im rückwärtigen Raum etwas Ruhe finden. Im Juli 1943 nahm die Division im Rahmen des III. Panzerkorps am Unternehmen "Zitadelle", der Offensive bei Kursk, teil. Nach Beginn der russischen Gegenoffensive drohte der Division die Einkesselung. In der Nacht auf den 10. August konnte sie sich aus der Einkreisung befreien und sie wurde im Raum Achtyrka zur Abwehr eingesetzt. Bis Mitte September 1943 dauerten die Abwehr- und Rückzugskämpfe nördlich von Achtyrka. Schließlich musste sich die Division an den Dnjepr zurückziehen. In Kiew überquerte die Division den Fluß und marschierte dann nach Süden in das Dnjepr-Knie. Zum Jahreswechsel 1943 / 44 wurde die Division aus der Front gezogen und in den Raum westlich von Kiew verlegt, um in die Weihnachts-Offensive bei Brussiloff einzugreifen. In verlustreichem Rückzug musste sich die Division in den Raum Shitomir zurückziehen musste. Anschließend wurde die Division im Raum Schepetowka eingesetzt und geriet im März 1944 mit der 1. Panzerarmee in den Kessel von Kamenez-Podolsk. Im Juni 1944 verlegte die Division zur Auffrischung nach Dänemark. Nach Beginn der russischen Sommeroffensive gegen die Heeresgruppe Mitte und dem Zusammenbruch der deutschen Front wurde die noch nicht wieder vollständig aufgefrischte Division Mitte Juli 1944 verladen und auf den Truppenübungsplatz Arys in Ostpreußen verlegt. Von hier aus marschierte sie in den Raum Grodno-Bialystok. Es folgte der Einsatz am russischen Warka-Brückenkopf südlich von Warschau. Nachdem es nicht gelang, den Brückenkopf einzudrücken, wurde die Division in die Kämpfe um Warschau verwickelt (Warschauer Aufstand). Nach der Niederschlagung des Aufstandes ebbten die Kämpfe in diesem Bereich ab. Am 11. Januar 1945 begann die russische Winteroffensive, der auch die 19. Panzer-Division nichts entgegen zu setzen hatte. An der Warthe wurde versucht, mit den Resten der Division und dem Panzerkorps "Großdeutschland" eine Widerstandslinie zu errichten. Anschließend sollte die Division in der Lausitz aufgefrischt werden. Die Reste der Division wurden jedoch unverzüglich gegen den russischen Oder-Brückenkopf bei Steinau eingesetzt. Anschließend verlegten die Divisionsreste nach Breslau, um die Umklammerung der Stadt zu verhindern. Nach der endgültigen Einschließung der Stadt mußte sich die Division durch Mittelschlesien zurückziehen, bis sie Ende März 1945 die Mährische Pforte erreichte. Mitte April 1945 stand die Division bei Mährisch-Ostrau und dann im Raum Brünn. Bei Kriegsende kämpften die letzten Reste der Division im Protektorat Böhmen und Mähren.

 

1940

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
November XXII 11. Armee C Deutschland
Dezember XXXXVII 11. Armee C Deutschland

1941

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXXXVII 11. Armee C Deutschland
15. April LVII 3. Panzergruppe C Deutschland
Juni LVII 3. Panzergruppe Mitte Minsk, Smolensk (Lagekarte)
September LVII 9. Armee Mitte Newel
Oktober z. Vfg.   Mitte Newel
November LVII 4. Armee Mitte Moskau

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXXX 4. Armee Mitte Juchnow
Februar LVII 4. Armee Mitte Juchnow
März XXXX 4. Armee Mitte Juchnow
Mai XXXXIII 4. Armee Mitte Jelnja
Juli z. Vfg. 4. Armee Mitte Jelnja
7. Juli XXXXVII. Pz.K. 2. Panzerarmee Mitte Orel
30. Juli XXXXI. Pz.K. 2. Panzerarmee Mitte Orel
9. Oktober z. Vfg. 2. Panzerarmee Mitte Orel
Dezember z. Vfg.   Mitte Smolensk

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar   8. italienische Armee B Millerowo
Februar III 1. Panzerarmee Don Donez, Isjum
März III 1. Panzerarmee Süd Donez, Isjum
April z. Vfg. 1. Panzerarmee Süd Raum Artemowsk
Juni XXIV 1. Panzerarmee Süd Isjum
Juli III Kempf Süd Charkow
August LII 4. Panzerarmee Süd Belgorod
September XXXXVIII 4. Panzerarmee Süd Kiew
Oktober XXXXVIII 8. Armee Süd Kiew
November XXIV 4. Panzerarmee Süd Kiew
Dezember XXXXII 4. Panzerarmee Süd Shitomir

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar z. Vfg. 4. Panzerarmee Süd Shitomir
Februar XXXXVIII 4. Panzerarmee Süd Luck
März LIX 1. Panzerarmee Süd Kamenetz-Podolsk
April II. SS 1. Panzerarmee Nordukraine Hube-Kessel
Mai z. Vfg. 1. ungarische Armee Nordukraine Kolomea
Juni Wehrm. Bef. Niederlande     Niederlande ( in Auffrischung)
August XXXXVI 9. Armee Mitte Warschau
September IV. SS 9. Armee Mitte Warschau
November z. Vfg.   OKH Radom
Dezember z. Vfg.   A Radom

1945

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar z. Vfg.   A Radom
Februar XVII 17. Armee Mitte Schlesien
April LIX 1. Panzerarmee Mitte Mähren
Mai XXIV 1. Panzerarmee Mitte Mähren

 

2. Kommandeure:

1. November 1940 Generalleutnant Otto von Knobelsdorff

5. Januar 1942 Generalleutnant Gustav Schmidt (Selbstmord bei Beresowka)

7. August 1943 Generalleutnant Hans Källner

28. März 1944 Generalleutnant Walter Denkert

Mai 1944 Generalleutnant Hans Källner

22. März 1945 Generalmajor Hans-Joachim Deckert

 

3. Gliederung:

19. Panzer-Division 1941 Ostfront

Panzer-Regiment 27

Schützen-Brigade 19

Schützen-Regiment 73

Schützen-Regiment 74

Kradschützen-Bataillon 19

Artillerie-Regiment 19

Aufklärungs-Abteilung 19

Panzerjäger-Abteilung 19

Pionier-Bataillon 19

Nachrichten-Abteilung 19

Versorgungstruppen 19

19. Panzer-Division 1943 Ostfront

Panzer-Regiment 27

Panzer-Grenadier-Regiment 73

Panzer-Grenadier-Regiment 74

Panzer-Artillerie-Regiment 19

Panzer-Aufklärungs-Abteilung 19

Heeres-Flak-Artillerie-Abteilung 272

Panzerjäger-Abteilung 19

Panzer-Pionier-Bataillon 19

Panzer-Nachrichten-Abteilung 19

Panzer-Versorgungstruppen 19

 

4. Ersatz:

Für die Ersatzgestellung des Stabes war das Schützen-Ersatz-Bataillon 73, später Panzergrenadier-Ersatz-Bataillon 73 zuständig.

 

5. Literatur:

Geschichte der niedersächsischen 19. Panzer-Division 1939 - 1945 - Otto von Knobelsdorff, Podzun, Bad Nauheim 1958, 312 Seiten (2. Auflage 1986)

Geschichte der 19. Panzer-Division - Scheele, Geilenkirchen 1976

Die 19. Panzer-Division 1939 - 1945 (Bildband) - Rolf Hinze, Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1982, 176 Seiten

Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 4. Die Landstreitkräfte 15–30. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Osnabrück 1976

Panzer 3 in Frankreich. Zur größeren Mobilität wurden Benzinfässer auf das Heck geladen.
Panzer 3 Ausf. E in Frankreich.