Lungershausen, Carl-Hans Gustav

 

* 20. Juli 1896, Darmstadt

† 27. Dezember 1975, Hamburg


BArch Pers 6/728 im Jahr 1922 als Leutnant

 

Carl-Hans Lungershausen war der Sohn des Majors Friedrich Carl Georg 'Fritz' Lungershausen und dessen vereinhalb Jahre jüngeren Ehefrau Christiane Margarethe 'Christa', geborene Lamotte. Er trat nach der Erlangung des Reifezeugnisses am Realgymnasium Darmstadt bei Ausbruch des 1. Weltkrieges am 4. August 1914 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei in das 2. Großherzoglich Hessisches Leib-Dragoner-Regiment Nr. 24, in dem sein Vater bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 1910 Eskadronchef gewesen ist. Bei diesem wurde er am 27. September 1914 vereidigt. Nach seiner Grundausbildung wurde er am 19. Dezember 1914 zum mobilen Regiment an die Front versetzt. Dort wurde er als Eskadronoffizier eingesetzt. Vom 16. Juni 1915 bis zum 7. Januar 1916 wurde er als Ordonanzoffizier zum Regimentsstab kommandiert. Dort wurde er am 18. Juni 1915 zum Leutnant, vorläufig ohne Patent, befördert. Er kämpfte an der Ostfront. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 28. August 1915 verliehen. Am 5. Mai 1916 wurde er zum MG-Zug vom 2. Großherzoglich Hessisches Leib-Dragoner-Regiment Nr. 24 versetzt. Vom 10. Mai 1917 bis zum 8. Juni 1917 wurde er zum MG-Waffenoffizier-Kursus nach Spandau kommandiert. Vom 16. November 1917 bis zum 26. November 1917 wurde er zum Ausbildungskursus für indirektes Schießen nach Kowel kommandiert. Sein Patent als Leutnant vom 10. August 1914 hat er am 4. Juni 1918 erhalten. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 4. Juli 1918 verliehen. Vom 15. August 1918 bis zum 31. August 1918 wurde er zum Offizier-Ausbildungskursus nach Belgorod kommandiert. Am 17. November 1918 wurde er zur Ersatz-Eskadron vom 2. Großherzoglich Hessisches Leib-Dragoner-Regiment Nr. 24 nach Darmstadt versetzt. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen auch noch andere Auszeichnungen wie die Hessische Tapferkeitsmedaille (4. Juni 1915) und das Bremer Hanseaten-Kreuz (31. Dezember 1915) verliehen. Am 5. Februar 1919 wurde er zum Abschnittskommando IV der neutralen Zone nach Frankfurt am Main kommandiert. Nach dem Krieg wurde er als Leutnant in das vorläufige Reichsheer übernommen. Bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 wurde er zum Ordonanzoffizier vom Ausbildungs-Stab 8 ernannt. Dies geschah unter gleichzeitiger Kommandierung zur Heeresfriedenskommission Frankfurt am Main. Am 30. Juli 1920 wurde er infolge der Auflösung des Ausbildungs-Stabes durch die 3. Kavallerie-Division, unter Belassung in seinem Kommando nach Frankfurt/Main zum Reiter-Regiment 16 versetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr war er noch immer etatmäßig beim Reiter-Regiment 16 und zur Heeres-Friko Frankfurt kommandiert. Bereits am 15. Januar 1921 ist er von seinem Kommando nach Frankfurt zurückgetreten und wurde der 3. Eskadron vom Reiter-Regiment 16 in Langensalze als Eskadronoffizier zugewiesen. Am 1. Juli 1922 hat er ein neues Rangdienstalter als Leutnant vom 1. September 1915 (205) zugewiesen bekommen. Inzwischen gehörte er durch die Umbenennung seines Regiments zur 3. (Hessischen) Eskadron vom 16. Reiter-Regiment. Am 19. August 1924 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 als Bereiter an die Kavallerieschule nach Hannover kommandiert. Dieses Kommando war einer Versetzung gleichzusetzen. Am 31. Juli 1925 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1925 (169) zum Oberleutnant befördert. Nur wenige Wochen später wurde sein Kommando zur Kavallerieschule am 18. August 1925 bis zum 30. September 1926 verlängert. Das gleiche wiederholte sich am 8. September 1926 wodurch er auf ein weiteres Jahr zur Kavallerieschule kommandiert wurde. Etatmäßig wurde er dabei als Eskadronoffizier in die 4. (Preußische) Eskadron seines Regiments ebenfalls in Langensalza versetzt. Vom 3. Oktober 1927 bis zum 15. Februar 1928 wurde er zum VI. Offizier-Waffenschullehrgang auf die Infanterieschule nach Dresden kommandiert. Dafür wurde er etatmäßig in die 6. (Preuß.) Eskadron vom 16. Reiter-Regiment nach Erfurt versetzt. Vom 12. August 1928 bis zum 19. August 1928 wurde er zur Ausbildung am Nebelgerät auf den Truppenübungsplatz Ohrdruf kommandiert. Im Zeitraum von 1920 bis 1928 erlitt er bei Reitunfällen insgesamt 3 Gehirnerschütterungen, wobei eine im Jahr 1923 mit einer fünfstündigen Bewußtlosigkeit verbunden war. Vom 5. März 1929 bis zum 8. März 1929 wurde er als Teilnehmer zur Wehrkreisprüfung kommandiert. Vom 1. Juni 1929 bis zum 30. September 1929 absolvierte er ein Waffenkommando beim 6. Artillerie-Regiment. Am 1. Oktober 1929 wurde er in den Stab der 6. Division der Reichswehr versetzt. Seinen Antrag auf Erteilung einer Heiratserlaubnis stellte er am 18. Februar 1930. Er erhielt am 27. Februar 1930 die Erlaubnis zur Verheiratung. Er heiratete daraufhin am 11. April 1930 die fast fünfzehn Jahre jüngere Marga Köster, Tochter des Fabrikanten Georg Köster, in Neumünster. Er besuchte in Berlin den Reinhardt-Kursus. Am 1. Februar 1931 (7) wurde er zum Hauptmann befördert. Am 29. August 1931 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1931 als Rittmeister in die 1. Eskadron vom 11. (Preußisches) Reiter-Regiment versetzt und wurde unter Beibehaltung seiner bisherigen Uniform zur Kommandantur von Berlin kommandiert. Dieses Kommando war einer Versetzung gleichzusetzen und seinen Dienst regelte der Chef vom Truppenamt (TA). Mit dem 1. Oktober 1932 wurde er als Hauptmann in den Stab der 3. Kavallerie-Division nach Weimar versetzt, wo er als Ib fungierte. Er hatte jetzt auch die Uniform der Führerstabsoffiziere zu tragen. Am 1. Dezember 1933 folgte seine Versetzung in gleicher Funktion in den Stab der Inspektion der Kavallerie (In 3) in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin. Der Stab wurde damals auch als Kavallerie-Korps bezeichnet. Am 22. Dezember 1933 wurde seine Ehe mit Marga Köster vom Landgericht Weimar unter Schuldigerklärung der Ehefrau geschieden. Seinen Antrag auf Erteilung einer Heiratserlaubnis stellte er am 7. April 1934. Die Erlaubnis zur erneuten Verheiratung erhielt er am 19. April 1934. Er heiratete daraufhin am 8. Mai 1934 die fast zwölfeinhalb Jahre jüngere Margot Helene Maria von Hirsch, Tochter des am 3. Oktober 1918 bei Cierges als Bataillonsführer vom Infanterie-Regiment Nr. 173 gefallenen Rittmeisters Wilhelm von Hirsch, Stieftochter vom Major a.D. von Haeseler, in Bad Harzburg. Aus dieser Ehe entsprangen zwei Söhne. Seine Vereidigung auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erfolgte am 4. August 1934. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum Chef der 1. Eskadron vom Reiter-Regiment Paderborn ernannt. Sein ältester Sohn war der am 23. Februar 1935 in Paderborn geborene Harald Friedrich Karl Albert Lungershausen. Am 8. August 1935 wurde er mit Wirkung vom 15. September 1935 als Hauptmann in den Generalstab der Kommandantur von Oppeln versetzt. Seine abschließende Beurteilung am 12. August 1935 vom Kommandeur des Reiter-Regiment Paderborn, Oberst Edwin Graf von Rothkirch und Trach, lautete wie folgt: "Körperliche Eignung: voll felddienstfähig; große schlanke Erscheinung. Wirtschaftliche Verhältnisse: Ist auf sein Gehalt angewiesen. Allgemeines Urteil: Ein passionierter Kavallerie-Offizier, der ganz besonderes Interesse für die dressurmäßige Ausbildung von Pferden hat. Sehr auffallende Begabung, bei der Erziehung von Fahnenjunkern, besonders auf gesellschaftlichem Gebiet. Auch in seiner Eigenschaft als Kasinovorstand fällt sein außergewöhnliches Verständnis für kameradschaftliche und gesellschaftliche Vorgänge immer wieder auf. Seine Schwadron führt er erst seit 10 Monaten. In dieser Zeit wurde es infolge Anhäufung von Vorkommnissen notwendig, Rittmeister Lungershausen am 4. Juni 1935 und am 5. August 1935 besonders eindringlich zu ermahnen, genauer im Schwadronsbetriebe zu sein und sich selbst einer härteren soldatischen Auffassung zu befleißigen. Die zwischen diesen Zeitpunkten liegende Schwadronsbesichtigung war ein voller Erfolg. Bekämpft Rittmeister Lungershausen die ihm mitgeteilten Ausstellungen erfolgreich, so wird er ein sehr guter Schwadronsführer werden. Rittmeister Lungershausen ist militärisch begabt. Er füllt seine Stelle gut aus." Dazu ergänzte er dann noch: "Dem Rittmeister Lungershausen ist eine schriftliche Eröffnung gemacht über den Satz: "In dieser Zeit wurde es in Folge ...... und sich selbst einer härteren soldatischen Auffassung zu befleißigen." Zu der Beurteilung ergänzte am 24. August 1935 Oberst Gustav Freiherr von Perfall, Kommandeur vom Kavallerie-Kommando Bamberg, noch folgendes: "Ich habe von Rittmeister Lungershausen einen durchaus günstigen Eindruck gewonnen. Seine Schwadron zeigte sich gelegentlich ihrer Besichtigung auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr diszipliniert und ganz vorzüglich ausgebildet. Ein Mangel an soldatischer Auffassung des Offiziers, bzw. seine Auswirkung auf die Schwadron, ist an diesem Tage in keiner Weise in Erscheinung getreten. Bedauerlich bleibt, daß Rittmeister Lungershausen seine Schwadron nach nur 11-monatiger Führung abgeben muß und daß ihm dadurch keine Gelegenheit mehr gegeben ist, sich als Schwadronschef weiterhin und vollends zu bewähren." Er erhielt anläßlich seiner Abmeldung auf der alten Dienststelle am 11. September 1935 keine Eröffnung zu negativen Punkten seiner Beurteilung. Am 2. Oktober 1935 wurden ihm diese aber schriftlich mitgeteilt. Bei der Enttarnung der Einheiten kam er am 15. Oktober 1935 durch die Umbenennung seines Stabes als 1. Generalstabsoffizier (Ia) in den Generalstab der Heeresdienststelle 3 in Oppeln. Am 31. Oktober 1935 wandte er sich schriftlich an seinen Kommandeur den Oberstleutnant Friedrich-Wilhelm von Rotkirch und Panthen, mit der Bitte, ihm höheren Ortes Gelegenheit zur Rechtfertigung erwirken zu wollen. Dies betrachtete er als notwendig, da die Eröffnung Vorwürfe un Ausstellungen enthielte, die ihn in seiner Ehre als Offizier empfindlich treffen würden. Am nächsten Tag wurde vom Heeres-Personalamt (PA) ein Schreiben an seinen vorherigen Regimentskommandeur abgesendet, mit der Bitte der Stellungnahme zu seiner geplanten bevorzugten Beförderung und diese dann über den Höheren Kavallerieoffizier 3 und die Inspektion der Kavallerie (In 3) an das PA bis zum 12. November 1935 zurückzusenden. Am 4. November 1935 gab sein ehemaliger Kommandeur, Oberst Edwin Graf von Rothkirch und Trach, folgene Stellungnahme ab: "Auch unter Berücksichtigung der beigefügten Richtlinien muß ich als Regimentskommandeur gegen eine vorzugsweise Beförderung des Hauptmann Lungershausen starke Bedenken zur Sprache bringen. Die dem Heerespersonalamt vorgelegte Beurteilung gibt aus den 11 Monaten, in denen mir der Hauptmann Lungershausen unterstand eine stark betonte Hervorhebung der positiven Leistungen wieder. Sie geschah, um die bei vielen Gelegenheiten notwendigwerdenden Ausstellungen und unsoldatische Handlungen nicht so stark erscheinen zu lassen, daß Hauptmann Lungershausen dadurch einen Dauerknax für sein militärisches Leben bekam. Ich wollte mit der Beurteilung die mehrfach sehr ernstlich von mir gemachten Beanstandungen andeuten, und dabei trotzdem die Möglichkeit lassen, diese 11 Monate Frontzeit in anderen Dienststellungen wieder gut zu machen. Ohne gefragt zu haben, glaube ich mit Bestimmtheit sagen zu können, da0 eine bevorzugte Beförderung in dem Falle, als sehr harte Minderbewertung guter Dauerleistungen bewährter Frontoffiziere angesehen würde. Noch dazu kommt, daß sowohl der Majorbeim Stabe, wie der nachfolgende Rittmeister beim Stabe bei internen Revisionen den Zustand bei der Schwadron Lungershausen als nicht gut beanstandeten." Als Stellungnahme vom Höheren Kavallerieoffizier 3 schrieb Oberst Gustav Freiherr von Perfall: "Ich kann mich mit der Stellungnahme des Kommandeurs des Reiter-Regiments 15 nicht einverstanden erklären. wenn es mir auch nicht möglich ist, die vom Regimentskommandeur gerügten Mängel des Hauptmanns Lungershausen im Einzelnen nachzuprüfen, so kann ich mich doch des Eindrucks nicht erwehren, daß Oberstleuntnant Graf Rothkirch dem Offizier mit einem besonders strengen Maßstabe gemessen und ihm nicht mit dem nötigen Wohlwollen beurteilt hat. Ich verweise auf meinen Zusatz zur diesjährigen Beurteilung über den Hauptmann Lungershausen und stelle erneut fest, daß mir seine Schwadron gelegentlich der Schwadronsbesichtigung einen ganz vorzüglichen Eindruck gemacht hat. Da außerdem gemäß "Des Oberbefehlshaber des Heeres P.A. Nr. 1148/35 vom 31.10.1935 Ziffer 3" für eine Eingabe zur vorzugsweisen Beförderung nicht einmal die volle Bewährung als Schwadronchef gefordert wird, so betrafen meines Erachtens vom Truppenstandpunkte aus keinerlei Bedenken gegen diese Vergünstigung." Als letztes ergänzte am 12. November 1935 der Inspekteur der Kavallerie, Generalleutnant Günther von Pogrell: "Da mir Hauptmann Lungershausen in seiner dienstlichen Tätigkeit nicht bekannt geworden ist, bin ich nicht in der Lage, ein persönliches Urteil zu der Angelegenheit abzugeben." Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Werner Freherr von Fritsch, bat daraufhin das Generalkommando VI. Armeekorps um folgendes: "Es wird gebeten, baldigst einen eingehenden Bericht des Kommandeurs des Reiter-Regiment 15 über die "Vorkommnisse" und "unsoldatischen Handlungen" vorzulegen, die zu den "Ausstellungen" und "eindringlichen Ermahnungen" das Hauptmann Lungershausen Veranlassung gegeben
aben. Ich kann dem von Oberstleutnant Graf von Rothkirch bei der Aufstellung der Beurteilung des Hauptmanns Lungershausen gewählten Verfahren (vergl. seinen Bericht vom 4.11.35) nicht zustimmen. Es ist nicht angängig, in der Beurteilung eines Offiziers dessen positive Leistungen stark zu betonen, um notwendige Ausstellung nicht so schwerwiegend erscheinen zu lassen, wie sie tatsächlich sind. Diese Art der Beurteilung ist umso weniger dann am Platze, wenn - wie in diesem Fall - die Ausstellungen so ernster Art sind, daß sie einer vorzugsweisen Beförderung des betreffenden Offiziers entgegenstehen. Ich bitte, dies dem Oberstleutnant Graf von Rothkirch bekanntzugeben und ihn anzuweisen, bei der Aufstellung von Beurteilungen in Zukunft nach Heeres-Dienstvorschrift (H.Dv.) 291 B 1 zu verfahren.
"  Am 10. Dezember 1935 reichte das VI. Armeekorps die ausführliche Stellungnahme das Regimentskommandeurs an den OB des Heeres weiter. Dazu schrieb der KG, General der Artillerie Günther von Kluge, noch folgendes: "In der Anlage lege ich den Bericht des Regimentskommandeurs des Reiterregiments 15 über den Hauptmann Lungershausen vor. Ich bin nicht in der Lage, erschöpfend dazu Stellung zu nehmen, da das Reiterregiment 15 mir bisher nicht unterstand uch ich den Regimentskommandeur persönlich nur flüchtig, den Hauptmann Lungershausen überhaupt nicht, kenne. Nach einer Rücksprache, die ich heute mit dem Generalmajor Freiherr von Perfall hatte, gewinne ich folgendes Bild über die Persönlichkeiten: Graf Rothkirch ist ein Mann von starkem Willen, Verschlossenheit, Einheit und ausgesprochener Härte gegen sich selbst. Das Verstandesmässige überwiegt stark das Gefühlsmässige. Hauptmann Lungershausen ist ausgesprochen leicht in der Lebensauffassung, in Haltung und in gewisser Beziehung auch in dienstlicher Betätigung. Diese beiden durchaus unterschiedlichen Charaktere mussten zwangsläufige zusammen stoßen. Ob dabei die Art und Weise, in der der Regimentskommandeur seinen Willen durchsetzte, immer die richtige und speziell dem Charakter des Hauptmann Lungershausen angepasst war, muss dahin gestellt bleiben. Das sich der Regimentskommandeur durchsetzen musste, darüber besteht nach den geschilderten Vorgängen meiner Überzeugung nach kein Zweifel. Die Vorgänge bei der Schwadron Lungershausen sind nun von dem Regimentskommandeur, seiner charakterlichen Einstellung entsprechend, sehr ernst genommen worden. Sie haben zu den erwähnten Eingriffen und zu der Eröffnung im Juli und zu seiner bekannten Stellungnahme in der Frage der Vorpatentierung geführt. Generalmajor von Perfall meint, dass der innere Geist und Wert der Schwadron Lungershausen nicht schlecht gewesen sein kann, denn sonst hätte sie sich bei der Besichtigung in Grafenwöhr im Juni nicht in so ausgezeichneter Form gezeigt. Der Regimentskommandeur habe es am nötigen Wohlwollen fehlen lassen. Wäre es da gewesen, so hätte der Kommandeur zu einer anderen Einstellung und damit Auffassung und Behandlung kommen müssen. Ich habe volles Verständnis für diese Auffassung, meine aber auf der anderen Seite, dass ein gewisses Wohlwollen dem Regimentskommandeur nicht abgesprochen werden kann, da ja das übertriebene Hervorheben der guten Eigenschaften des Hauptmann Lungershausen seine Schattenseiten als ausgeglichen hinstellen sollte. Dass diese Form der Beurteilung verfehlt war, ist bereits vom Herrn Oberbefehlshaber des Heeres festgestellt und verurteilt worden, steht aber mut der Frage des Wohlwollens in unmittelbarem Zusammenhang. Was die Form selbst anbetrifft, so hätten die Ausstellungen des Regimentskommandeurs klar zum Ausdruck gebracht werden müssen, so dass Lungershausen zu keiner Zeit einen Zweifel über die Beurteilung seiner Person und seiner Leistungen durch seinen Regimentskommandeur haben konnte. Falch war es auch und nicht zu erklären, dass Oberstleutnant Graf Rothkirch dem scheidenden Hauptmann Lungershausen keine offizielle Eröffnung über seine Fehler gemacht hat und diese erst auf Betreiben der Kavallere-Inspektion schriftlich nachholte. Ich darf schlieslich noch hinzufügen, dass das Auftreten des Reiter-Regiments 15, soweit es im vergangenen Jahre mit Teilen des VI. Korps zusammen übte, überall und jeder Zeit ganz ausgezeichnet gewesen ist. Die Truppe machte durchweg einen hervorragenden Eindruck. Die Führung durch den Regimentskommandeur war überlegt, klar, fest und völlig sicher." Der Chef der Zentralabteilung beim Generalstab des Heeres, Oberstleutnant Friedrich Hoßbach, mischte sich am 21. Dezember 1935 in diese Angelegenheit ein und fragte beim Oberstleutnant Friedrich-Wilhelm von Rotkirch und Panthen folgendes schriftlich an: "I. Ist kein Zweifel darüber möglich, dasss die Eröffnung vom 4. Juni 1935 in allen Teilen der Anlage E wörtlich vorgelesen ist? II. Hat die Bekanntgabe Ihrer Ansichten während des Offizierschießens am 30.6. oder an welchem anderen Tage stattgefunden? III. Welche Persönlichkeiten waren bei der Eröffnung am 4.6.35 im Regimentsbüro zugegen? IV. Welchen Persönlichkeiten gegenüber und in welcher Beziehung hat Hauptmann Lungershausen seinen Unwillen zu erkennen gegeben a) innerhalb des Regiments b) außerhalb des Regiments? V. Hat Hauptmann Lungershausen bei der Übung an der Weser gegen einen Befehl verstoßen, als er seiner vorausgeschickten Schwadron im Auto nachfuhr? Welche Einzelbestimmungen waren für die Beaufsichtigung der Rückführung der Schwadronen seitens des Regimentes angeordnet? In welcher Weise ist Hauptmann Lungershausen bei Vorliegen befehlswidrigen Verhaltens zur Rechenschaft gezogen?" Folgende Antworten auf diese Fragen erhielt daraufhin Oberstleutnant Friedrich Hoßbach von Oberstleutnant Friedrich-Wilhelm von Rotkirch und Panthen nur eine Woche später: "I. Die Eröffnung ist in allen Teilen wörtlich bekannt gegeben. Sie wurde vom handschriftlich geschriebenen Originaltext vorgelesen. II. Es muss nicht 30.6. sondern 30.5. heißen. Die Bekanntgabe hat während des Offizierschießens am 30.5. stattgefunden. III. Die Anlage E "Eröffnung im Regimentsbüro" ist Hauptmann Lungershausen alleine vorgelesen, ohne Beisein des Offizierkorps. Die in Anlage 3 erwähnte Eröffnung ist in Gegenwart der Offiziere erfolgt. Bei dieser Eröffnung handelt es sich um die scharfe Stellungnahme des Regimentskommandeurs über Offiziere, die bei Truppenmärschen ins Quartier, Autos benutzen. IV. Diese Frage ist so viele Monate später mit Tatsachen schwer zu belegen. Als Hauptmann Lungershausen sich nach der Versetzung bei mir abmeldete, stritt er die Tatsache, seinen Unwillen erkennen gegeben zu haben nicht ab. Er sagte, er wäre bestimmt nicht der einzige gewesen, der seinen Unwillen zu erkennen gegeben hätte. Außerdem hat er mir vor etwa einem Jahr selbst erzählt, daß er eine Maßnahme von mir dem Major Schilling vom Stabe der Kavallerieinspektion mitgeteilt habe und daß er mit diesem darüber gesprochen habe. Hauptmann Lungershausen hat mir sogar mitgeteilt, in welcher Weise sich Major Schilling über mich geäußert hätte. Diese eigene Mitteilung des Hauptmann Lungershausen erschien mir damals so ungeheuerlich, daß ich sie als Notiz in meine Akte "Offizierbesprechung" niedergelegt habe. Ich habe damals das Offizierkorps zusammengenommen und meine Ansicht dahingehend zu erkennen gegeben, daß das Offizierkorps über interne Angelegenheiten des Regiments zu schweigen habe. Von da an hat mich Hauptmann Lungershausen um Erlaubnis gebeten, wenn er mit Major Schilling über organisatorische Angelegenheiten im Regiment etwas zu schreiben habe. Ich habe diese Erlaubnis grundsätzlich erteilt. V. Bei der Übung an der Weser hat Hauptmann Lungershausen nicht gegen einen direkten Befehl verstoßen. Für die Rückführung der Schwadron in ihre Quartiere sind keine Einzelbefehle gegeben. Als Schwadronchefs einmal gelegentlich einer Parade in Paderborn ihre Schwadronen am Rande von Paderborn verließen, um im Auto nach Neuhaus zu fahren, habe ich diese Angelegenheit zum Gegenstand einer Offizierbesprechung gemacht. In dieser Besprechung habe ich sehr eingehend darauf hingewiesen, daß Truppenführer ihre Truppen zu begleiten hätten. Ich habe über dieses Thema sehr eingehend gesprochen und darauf hingewiesen, daß ich bei solchen Gelegenheiten immer wieder auftretende Entschuldigungen nicht gelten lassen würde." Daraufhin schlug Oberstleutnant Friedrich Hoßbach keine vorzugsweise Beförderung auszusprechen und ihm zum Herbst 1936 wieder in den Truppendienst zu versetzen. Genauso äußerte sich auch Generaloberst Werner Freherr von Fritsch in einer Mitteilung an das Generalkommando VIII. Armeekorps, wobei er zsl. darum bat Hauptmann Lungershausen darüber zu informieren, dass er über ein bedauerliches Maß an Unkenntnis der Vorschriften verfüge und das er mit seiner Bitte um "Rechtfertigung" einen bedenklichen Mangel an militärischer Grundauffassung zum Ausdruck gebracht hätte. Im Generalstab der Heeresdienststelle 3 wurde er trotzdem am 18. Januar 1936 mit Wirkung vom 1. Januar 1936 (8) zum Major befördert. Wegen seiner, aus Sicht des Chef des Generalstabes des Feldheeres Generaloberst Werner Freherr von Fritsch, mangelnden Eignung im Generalstab wurde er für den Herbst 1936 wieder für den Truppendienst vorgesehen. Ab dem 6. Oktober 1936 kommandierte er die I. Abteilung vom Kavallerie-Regiment 8 in Brieg / Oels. Er wohnte damals privat in der Feldstraße 9 in Brieg. Am 21. April 1937 stellte er einen Antrag auf Auslandsurlaub nach Kattowitz in Polen für den 8. und 9. Mai 1937. Die Anreise sollte im privaten Pkw des Rittmeisters der Reserve Graf Matuschka (Deutsches Mitglied der Gemischten Kommission für Oberschlesien) erfolgen. Dieser Antrag wurde am 26. April 1937 genehmigt. Am gleichen Tag wurde das Gesuch aber zurückgezogen, da er anstelle des Oberstleutnant Rudolf Graf von Schmettow mit Verfügung vom 24. April 1937 als Teilnehmer zur Offiziergeländebesprechung der Inspektion der Kavallerie vom 9. Mai 1937 bis zum 13. Mai 1937 nach Ostpreußen kommandiert wurde. Am 28. Mai 1937 reichte er für den Zeitraum 11. Juni 1937 bis 13. Juni 1937 wieder einen Antrag auf Auslandsurlaub nach Kattowitz in Polen für den Besuch beim Rittmeister der Reserve Graf Matuschka (Deutsches Mitglied der Gemischten Kommission für Oberschlesien) ein. Dieser Antrag wurde am 3. Juni 1937 genehmigt. Sein jüngster Sohn Joachim-Hubertus Lungershausen wurde am 28. Dezember 1937 in Breslau geboren. Sein eigener Vater ist in seinem Beisein am 11. September 1938 um 20:10 Uhr in Schwöb, Haus Falkensee der Gemeinde Königssee in Oberbayern im Alter von 71 1/2 Jahren an Sarkomatose gestorben. Am 7. November 1938 hat er die Ehrenbürgerschaft von Koken im Bezirk Trautnau angenommen, was ihm nachträglich am 13. Februar 1939 auch genehmigt wurde. Am 15. Dezember 1938 erhielt er folgende Beurteilung von Oberstleutnant Heinrich von Einsiedel, Kdr. vom Kavallerie-Regiment 8: "Sehr frische Persönlichkeit, tadelloser Charakter, begabt und schnell von Entschluss, selbstbewusst. Mit sehr gutem Erfolg in der Ausbildung. Eine bemerkenswerte Gleichmäßigkeit bei allen Schwadronen erreicht. Geht mit grosser Passion an jede Aufgabe heran und führt sie mit viel Verständnis und Energie durch. In der Ausbildung der Offiziere auf taktischem Gebiet sehr Gutes geleistet. Bei Übungen als Führer und Leitender gut bewährt. Auf die Erziehung des Offizierkorps übt er bedeutenden Einfluss aus, dem Regimentskommandeur eine große Stütze. Bewertung: Füllt sehr gut aus. Empfehlung: Zum Regimentskommandeur geeignet." Als Abteilungskommandeur wurde er selbst am 30. Januar 1939 mit Wirkung vom 1. Februar 1939 (7) zum Oberstleutnant befördert. Er wohnte inzwischen privat in der Gartenstraße 24 in Oels und hatte dort die Telefonnummer 280. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde das Regiment umgegliedert und ein Teil in die Aufklärungs-Abteilung 18 bei der 18. Infanterie-Division überführt. Als Oberstleutnant war er dem 26. August 1939 Kommandeur dieser Abteilung. Diese führte er zu Beginn des 2. Weltkrieges in den Polenfeldzug. Die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 23. September 1939 verliehen. Die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 4. Oktober 1939 verliehen. Am 24. Oktober 1939 wurde er mit Wirkung vom 20. Oktober 1939 zum IIa (Adjutant) bei der Heeresgruppe B ernannt. Für seine vorhgerige Tätigkeit erhielt er am 19. November 1939 folgende Beurteilung von Generalmajor Friedrich-Carl Cranz, Kdr. der 18. Infanterie-Division: "Beurteilung: Vornehmer Charakter. Hat in der Division mit seiner Aufklärungs-Abteilung während des Polenfeldzuges vortreffliche Dienste geleistet und sich vor dem Feinde besonders bewährt. Früher im Generalstab verwendet, Gründe der Streichung von der Liste der Generalstabsoffizier sind mir nicht bekannt. Verdient Beachtung. Guter Kamerad. Eignung: IIa bei höheren Stäben. Wenn nicht besondere Gründe gegen eine Verwendung im Generalstab bestehen, zu neuer Verwendung im Generalstab geeignet." Zwischen dem 1. März 1940 und dem 1. Juni 1940 war er zur 7. Panzer-Division kommandiert, mit der er am Westfeldzug teilnahm. Am 6. Januar 1941 wurde er mit Wirkung vom 18. Dezember 1940 in die Führerreserve OKH versetzt, blieb aber noch bis zum 31. Dezember 1940 bei seiner bisherigen Dienststelle kommandiert. Am 31. Dezember 1940 wurde ihm Oels als vorläufiger Standort zugewiesen. Ursache der Versetzung war eine chronische Kehlkopfentzündung, die eine dauerhafte Schonung des Kehlkopfes durch Sprechverbot notwendig machte. Er absolvierte deswegen eine vierwöchige Kur im Reserve-Kurlazarett Bad Reichenhall, die aber am 9. Januar 1941 auf ärztliche Bescheinigung des Abteilungsarztes um weitere 4 Wochen verlängert werden sollte. Daher wäre mit einer Wiederherstellung seiner Gesundheit nicht vor Mitte März 1941 zu rechnen. Am 6. Januar 1941 erhielt er folgende Beurteilung zur vorherigen Verwendung von General der Infanterie Hans von Salmuth, Chef des Generalstabes der Heeresgruppe B: "Sehr rühriger Adjutant. Versuchte zu helfen, wo es nötig erschien, hatte darin nicht immer eine glückliche Hand. Ich habe den Eindruck, daß Lungershausen als Kommandeur sich viel besser auswirken kann. Hierfür - vor allem für seine Fürsorge für Jedermann - spricht unter anderem, daß die Offiziere seiner früheren Aufklärungs-Abteilung außerordentlich an ihm hängen. Sehr anständiger Charakter, stets hilfsbereit. Empfehlung: Regimentskommandeur." Am 8. März 1941 wurde er mit Wirkung vom 17. März 1941 zur 7. Panzer-Division zur Einarbeitung als Kommandeur eines Schützen-Regiments versetzt. Die Einarbeitungszeit verbrachte er bis zum 30. Mai 1941 beim Schützen-Regiment 6. Am 12. Juni 1941 wurde er mit Wirkung vom 1. Juni 1941 zum Kommandeur vom Schützen-Regiment 7 bei der 7. Panzer-Division ernannt. Dieses Regiment führte er ab dem 22. Juni 1941 beim Beginn des Ostfeldzuges beim Überfall auf die Sowjetunion. Am 15. August 1941 erhielt er folgende Beurteilung von Oberst Hans Freiherr von Boineburg-Lengsfeld, Kdr. der 7. Schützen-Brigade: "Oberstleutnant Lungershausen ist mir seit dem Jahre 1928 als besonders tüchtiger, fleißiger, ebenrgischer, tätiger weit über dem Durchschnitt stehender Offizier bekannt. Charakterlich in jeder Hinsicht ohne Tadel, sehr kameradschaftlich, verfügt er nach Erziehung, Herkunft und Einstellung über eine einwandfreie soldatische und militärische Auffassung. Seine taktischen Fähigkeiten, seine schnelle Entschlußkraft, seine zielsichere gewandte Befehlsgebung ermöglichen es ihm, jede Lage zu übersehen und zu meistern. Liebenswürdig und verbindlich versteht er es meisterhaft, seinen Willen und seine Ansicht durchzusetzen. In der kurzen Zeit seiner Regimentsführung hat er es verstanden, unermüdlich für jeden Angehörigen des Regiments sich einsetzend, durch seine Tatkraft, seinen Fleiß, sein hohens Verantwortungsgefühl und seine Tapferkeit die höchsten Leistungen herauszuholen, sodaß der Einsatz des Regiments die großen Erfolge der Division entscheidend beeinflußt hat. Ich halte es daher für sehr erwünscht, wenn durch eine Verbesserung des Rangdienstalters Oberstleutnant Lungershausen frühzeitig in eine Stellung kommt, in der sich seine großen Fähigkeiten voll auswirken können." Am gleichen Tag beantragte Oberst Hans Freiherr von Boineburg-Lengsfeld beim Heeres-Personalamt (PA) auch die Verbesserung seines Rangdienstalters für Oberstleutnant Lungershausen. Zur Beurteilung ergänzte am 18. August 1941 Generalmajor Hans Freiherr von Funck, Kdr. der 7. Panzer-Division: "Der Beurteilung durch den Kommandeur der 7. Schützen-Brigade stimme ich uneingeschränkt zu. Oberstleutnant Lungershausen hat mit grösstem Schwung sein Regiment für den Einsatz vorbereitet und im Einsatz geführt. Er versteht es, in jeder Lage das Regiment zu beleben und mitzureißen, - ein Kommandeur, wie man ihn sich nur wünschen kann. Sein klares taktisches Verständnis, das weit über den engen Rahmen hinausgeht, verbindet sich mit schneller Entschlusskraft und sicheren Blick für das jeweils Zweckmässige. Als Kampfgruppenführer hat Oberstleutnant Lungershausen wiederholt Gelegenheit zur hervorragender Bewährung gehabt. Mir scheint der Nachweis überzeugend erbracht zu sein, dass er bei weiterem Aufstieg auch grössere Verbände mit voller Sicherheit zu führen, in der Lage sein wird. Es ist deshalb erwünscht, ihn bevorzugt in entsprechende Stellungen aufsteigen zu lassen. Ich befürworte den Antrag auf Rangdienstalter-Verbesserung dieses ausgezeichneten Offiziers wärmstens." Dazu ergänzte am 23. September 1941 Generaloberst Hermann Hoth, OB der Panzergruppe 3: "Ich befürworte den Antrag. Oberst Lungershausen hat sich als Truppenkommandeur sehr gut entwickelt und mehrfach besonders ausgezeichnet." Am 17. Dezember 1941 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1941 zum Oberst befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. November 1940 (20a) festgelegt. Am 22. Januar 1942 wurde er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 28. März 1942 erhielt er folgende Beurteilung von Oberst Helmuth Schlömer, Kdr. der 7. Schützen-Brigade: "Oberst Lungershausen ist charakterlich in jeder Hinsicht ohne Tadel, sehr kameradschaftlich, verfügt er nach Erziehung, Herkunft und Einstellung über eine einwandfreie soldatische und militärische Auffassung. Sein klares taktisches Verständnis, das weit über den engen Rahmen hinausgeht, verbindet sich mit schneller Entschlußkraft und sicherem Blick für das jeweils Zweckmäßige. Liebenswürdig und verbindlich versteht er es meisterhaft, seinen Willen und seine Aussicht durchzusetzen. Oberst Lungershausen ist ein voll bewährter Regimentskommandeur, der auch in höherer Stellung Hervorragendes leisten wird. Auszeichnungen: Spange zum E.K. 2. und 1. Klasse, Deutsches Kreuz in Gold, Panzerabzeichen in Bronze. Bewertung: Füllt Stelle sehr gut aus. Eignung für nächsthöhere Verwendung: ja." Dazu ergänzte am 8. April 1942 Generalmajor Hans Freiherr von Funck, Kdr. der 7. Panzer-Division: "Oberst Lungershausen ist ein Regimentskommandeur von besonderem Format, schwungvoll im Angriff, hart und dauerhaft in der Verteidigung, unbedingt fest in kritischer Lage. Seine taktischen Fähigkeiten und Kenntnisse gehen erheblich über den Regiments-Rahmen hinaus. Verspricht auch in höheren Führerstellungen sehr Gutes zu leisten. Besonders sicher in der Menschenbehandlung, in der Anleitung und Weiterbildung sowie im Ansatz seines Offizier-Korps. Zum Kommandeur einer Schützen-Brigade uneingeschränkt geeignet. Ist zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes eingereicht." Als Letzter ergänzte dazu am 20. April 1942 noch General der Infanterie Joachim Witthöft, KG vom XXVII. Armeekorps: "Durchaus einverstanden! Ein vortrefflicher Regimentskommandeur." Am 15. Mai 1942 wurde er mit Wirkung vom 1. Mai 1942 zum Kommandeur der 7. Schützen-Brigade ernannt, die er anscheinend schon seit dem 1. April 1942 führte. Das Kommando behielt er aber nur bis zum 13. Juli 1942. Anschließend wurde er nach Afrika kommandiert. Am 12. August 1942 wurde er mit Wirkung vom 15. Juli 1942 mit der Führung der 90. leichten Division beauftragt. Bis zum 10. August 1942 behielt er dieser Führung über die 90. leichten Division bei. Am 21. September 1942 wurde er mit Wirkung vom 10. August 1942 mit der Führung der 164. Infanterie-Division (164. leichten Afrika-Division) beauftragt. Bereits am 13. August 1942 sandte die Panzerarmee Afrika ein Fernschreiben an das Heeres-Personalamt (PA) mit der Bitte ihn zum Generalmajor zu ernennen, da der Kommandeur vom Inf.Rgt. 382, Oberst Helmuth Beukemann im Dienstalter etwas älter als er selbst war. Da dieser selbst die Eignung zum Divisionskommandeur besaß wurde zurückgefragt, ob dieser nicht lieber zum Kommandeur ernannt werden sollte. Darauf antworte das PanzerAOK Afrika am 16. August 1942 dass die Division in eine Leichte motorisierte umgewandelt werden soll. Die Führung über die 164. leichte Afrika-Division gab er am 31. August 1942 an Oberst Hans Hecker ab. Am 1. September 1942 wurde er einige Tage mit der stellvertretenden Führung der 21. Panzer-Division beauftragt. Noch im gleichen Monat übernahm er wieder die 164. leichte Afrika-Division. Am 16. September 1942 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1942 (18) zum Generalmajor befördert. Am 15. Oktober 1942 erhielt er noch folgende Beurteilung für die Zeit als Kommandeur der 7. Schützen-Brigade vom 9. April 1942 bis zum 15. Juli 1942 von seinem früheren Kommandeur, Generalleutnant Hans Freiherr von Funck: "Auch als Brigade-Kommandeur, wie zu erwarten, voll bewährt. Hat in der kurzen, zur Verfügung stehenden Zeit die beiden Panzer-Grenadier-Regimenter außerordentlich viel gegeben. Auf die frühere Eingabe zum Ritterkreuz wird nochmals besonders hingewiesen." Am 26. Oktober 1942 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1942 auch zum Kommandeur der 164. leichten Afrika-Division ernannt. Unter seiner Führung kämpfte die Division Ende Oktober 1942 bis Anfang November 1942 in der zweiten Schlacht von El Alamein. In der Nacht vom 14. zum 15. November 1942 hatte er  in der Gegen Ghemines einen Unfall im Kraftwagen. Dabei ist der 186 cm große Offizier mit der Stirn und der linken Gesichtsseite auf die Windschutzscheibe geprallt. Er erlitt neben Schnittwunden im Gesicht noch eine ca. 15-minütige Bewußtlosigkeit mit anschließendem Dämmerzustand von etwa 24 Stunden (Erinnerungslücken). Er behielt aber das Kommando über die Division. Er begab sich erst nach dem Erreichen von Tripolis am 29. November 1942 in das Lazarett. Es wurde bei ihm daraufhin in der Hals-Nasen-Ohren-Abteilung vom Kriegslazarett 950 eine Nasenscheidewandoperation durchgeführt. Aufgrund dieser Erkrankung wurde er von Ende November 1942 bis Mitte Januar 1943 durch verschiedene Offiziere wie Oberst Siegfried Westphal und Oberst Kurt Freiherr von Liebenstein vertreten. Bereits am 29. November 1942 wurde durch das Wehrmachtärztliche Zeugnis über die Tropendienstfähigkeit vom Kriegslazarett 950 befunden, dass er tropendienstunfähig, bzw. in absehbarer Zeit für Afrika nicht mehr dienstfähig wäre. Deswegen konnte dann aber doch nicht mehr nach Afrika zurückkehren und wurde fortan in Europa eingesetzt. Am 4. Januar 1943 wurde er im Reservelazarett IX Breslau aufgenommen. Daraufhin wurde er am 11. Januar 1943 (Verfügung 18. März 1943) mit Wirkung vom 15. Januar 1943 erneut in die Führerreserve OKH versetzt. Seine Entlassung aus dem Lazarett sollte nach einer Kur vsl. Anfang April 1943 erfolgen. Sein Tauglichkeitsgrad würde dann auf kriegsdienstverwendungsfähig (k.v.) eingeschätzt. Eine Tropendienstfähigkeit sollte erst später entschieden werden. Am 17. Februar 1943 wurde er im Reservelazarett Freiwaldau-Gräfenberg (Teillazarett Priessnitz-Sanatorium in Gräfenberg) in der Inneren Abteilung aufgenommen. Am 19. Februar 1943 erhielt er folgende Beurteilung von Generalfeldmarschall Erwin Rommel, OB der Deutsch-Italienischen Panzerarmee: "Zielbewusste Persönlichkeit, sehr gewandt und liebenswürdig. Positive nationalsozialistische Haltung. Hat in den schweren Abwehrkämpfen in der El Alamein-Stellung seine Division gut geführt. Geistig sehr rege und vielseitig interessiert. Bei einem Autounfall fiel er durch eine leichte Gehirnerschütterung frühzeitig aus. Bewertung: Über Durchschnitt. Empfehlung: Divisionskommandeur." Am 12. Mai 1943 wurde auf Sardinien aus der Sturmbrigade XI die Division Sardinien aufgestellt und diese am 25. Mai 1943 unter die Führung von Generalmajor Lungershausen gestellt. Am 22. Juni 1943 wurde vom Generalkommando XIV. Panzerkorps ein Vorschlag auf Beförderung zum Generalleutnant für ihn eingereicht. Dazu wurde vom Kommandierenden General, General der Panzertruppe Hans-Valentin Hube, folgende Stellungnahme und Begründung angegeben: "Stellungnahme: Generalmajor Luingershausen war vom 10. August 1942 bis zum 30. September 1942 mit der Führung der 164. le. Afrika-Division beauftragt und vom 1. Oktober 1942 bis zum 15. Januar 1943 Kommandeur dieser Division. Seit dem 25. Mai 1943 ist er Kommandeur des Kommando Sardinien. Es liegt im dienstlichen Interesse Generalmajor Lungershausen sofort zum Generalleutnant zu befördern, falls das nicht möglich, ihm wenigstens den Charakter als Generalleutnant zu verleihen. Begründung: Im Falle eines Angriffes auf Sardinien werden Generalmajor Lungershausen voraussichtlich Teile der italienischen Truppen unterstellt werden. Die auf Sardinien liegenden italienischen Divisionen werden ausschließlich von Offizieren im Range eines Generalleutnants geführt und könnte das bei einer Unterstellung im Ernstfall zu unerwünschten Schwierigkeiten führen. Generalmajor Lungershausen macht auf mich einen vorzüglichen Eindruck. Er füllt seine Stelle sehr gut aus." Die Beförderung wurde am 23. Juni 1943 im PA erst für den 15. August 1943 als möglich erachtet. Der Vorschlag zur Beförderung wurde von Generalfeldmarschall Erwin Rommel unterstützt, der am 29. Juni 1943 eine Beförderung ohne Patent empfahl. Dazu sollte die Patentfestsetzung nicht vor dem 15. August 1943 erfolgen. Aus der Division Sardinien wurde Anfang Juli 1943 die 90. Panzergrenadier-Division aufgestellt, welche er anfänglich führte. Der Oberbefehlshaber Süd, Generalfeldmarschall Albert Kesselring, reichte am 7. August 1943 unter seiner Befürwortung erneut den Vorschlag auf bevorzugte Beförderung ein. Er bat dabei die Beförderung zu dem vorgesehenen Termin, 15. August 1943, auszusprechen. Am 9. August 1943 wurde er mit Wirkung vom 1. August 1943 zum Kommandeur der 90. Panzer-Grenadier-Division ernannt. Zeitweise wurde er parallel auch als Deutscher Wehrmachtkommandant von Sardinien eingesetzt. Erst am 8. September 1943 wurde er mit Wirkung vom 1. September 1943 (15) zum Generalleutnant befördert. Am 28. Oktober 1943 erhielt er folgende Beurteilung von Generalfeldmarschall Albert Kesselring, OB Süd: "Gewandte, liebenswürdige Persönlichkeit. Gute Erscheinung. Gutes Organisationstalent. Gute taktische Veranlagung. Besonders geschickt im Verkehr mit den Verbündeten. Hatte bisher keine Gelegenheit, die von ihm aufgestellte und sehr gut ausgebildete Division vor dem Feinde zu führen. Starke Seiten: Ausbildung und Organisation. Schwache Seiten: keine. Bewertung: Über Durschnitt. Empfehlung: Belassung in derzeitiger Stellung." Die Division nahm unter seinem Kommando den Rückzug von Sardinien und später von Korsika vor und zog sich bis auf das italienische Festland in die Region Abruzzen zurück. Zum Zeitpunkt der Kommandoübergabe war die Division in der Schlacht um Ortona eingebunden. Er wurde am 13. Dezember 1943 durch den Oberbefehlshaber Südwest, Generalfeldmarschall Albert Kesselring, als Divisionskommandeur abgelöst. Dabei hat der Generalfeldmarschall Albert Kesselring um Ersetzung durch klare, energische Persönlichkeit gebeten. Am 13. Dezember 1943 erhielt er für den Zeitraum 3. Dezember 1943 bis 12. Dezember 1943 folgende Beurteilung von General der Panzertruppe Traugott Herr, KG vom LXXVI. Panzer-Korps: "Seit dem 3. Dezember 1943 14:00 Uhr im Gefechtsbereich des Korps eingesetzt, wurde Generalleutnant Lungershausen durch die Lage gleich zu Beginn vor schwierige Aufgaben gestellt, zumal er in den ersten Gefechtstagen den Ia (verwundet) und den Ib (gefallen) verlor. Ersatz für Ia und Ib wurde sofort gestellt. Dieser Lage zeigte sich Lungershausen nicht gewachsen. Obwohl der Feind nicht zu einem Großangriff ansetzte, sondern nur zu starker, gepanzerter Aufklärung, waren die Verbände der Division bereits nach wenigen Tagen erheblich durcheinander gewürfelt. Seit dem 6. Dezember 1943 war der Divisionskommandeur täglich zunehmend, über die Lage in seinem Abschnitt nicht genügend orientiert; eigene vordere Linie, Anschlüsse und Reserven waren nicht hinreichend bekannt. Die täglichen Lagemeldungen blieben unklar und haben sich nur selten als richtig erwiesen. Sie wurden nicht genügend durch Kommandeure und Offiziere überprüft. Auch auf das Sachgebiet Ib, Ic und IIa unterblieben notwendige Meldungen. Das für den 11. Dezember 1943 15 Uhr vom Korps festgesetzte Angriffsunternehmen mit beschränkten Ziel wurde bereits am 10. Dezember 1943 gegen 13:00 Uhr durch den Kommandierenden General mündlich befohlen. Trotzdem fand der Angriff bei günstiger taktischer Lage und Ausschaltung der feindlichen Flieger durch das Wetter mit 70 Minuten Verspätung statt, so dass er wegen Dunkelheit verpuffte. Der vom Divisionskommandeur gemeldete Angriffserfolg bestätigte sich nicht; er beruhte wieder auf ungenügender Gefechtsmeldung. Erst auf persönliches Befragen durch den Kommandierenden General am 12. Dezember 1943 mittags auf dem vorgeschobenen Divisions-Gefechtsstand erhielt das Korps Kenntnis vom wirklichen Ergebnis des Unternehmens, so dass inzwischen falsche Orientierungen auf dem Dienstwege weitergegeben waren. Zusammenfassend: Die Divisionsführung durch Generalleutnant Lungershausen lässt Klarheit, Straffheit und persönliche Einwirkung vermissen. Die Gefechtsmeldungen sind unklar, nicht genügend überprüft und unsachlich. In der derzeitigen schwierigen Gefechtslage braucht die Division einen Führer von starker Persönlichkeit und festem Willen. Generalleutnant Lungershausen wurde durch den Kommandierenden General in den Gefechtstagen verschiedentlich persönlich belehrt. Formelle Eröffnung zu obigen Punkten erfolgte am 13. Dezember 1943 schriftlich durch den Kommandierenden General." Dazu ergänzte am 16. Dezember 1943 General der Panzertruppe Joachim Lemelsen, Führer der 10. Armee: "Mit der Beurteilung bin ich einverstanden. Generalleutnant Lungershausen kam mit seiner noch nicht kampferprobten Division unmittelbar in den Grosskampf, wodurch er vor Aufgaben gestellt wurde, denen er trotz großer persönlicher Tapferkeit nicht gewachsen war. Der Verlust des Ia und Ib mag viel hierzu beigetragen haben. Jedenfalls ist das völlige Versagen des Meldewesens in der Division ein Mangel in der Ausbildung, wofür der Divisionskommandeur verantwortlich zu machen ist. Ein sofortiger Wechsel war dringend nötig." Als letztes ergänzte am 18. Dezember 1943 Generalfeldmarschall Albert Kesselring, OB Südwest: "Der Beurteilung stimme ich zu. Seine Führung stand unter einem ausgesprochen ungünstigen Stern. Als Grippekranker fühlte er sich der ihm gestellten schweren Aufgabe selbst nicht gewachsen. Ich habe Lungershausen als ausgesprochen guten Organisator und Ausbilder kennen gelernt: ich halte es für nötig, ihn vorerst auf diesen Gebieten zu verwenden." Daraufhin wurde er bereits am 17. Dezember 1943 mit Wirkung vom 20. Dezember 1943 erneut in die Führerreserve OKH versetzt. Seine Dienstregelung ging aber nicht wie anfangs angeordnet auf den Wehrkreis VIII über. Er wurde wie beantragt dem OB Südwest für Sonderaufgaben zur Verfügung gestellt. Der jeweilige EInsatz sollte dem PA gemeldet werden. Im Frühjahr 1944 wurde er als General z.b.V. beim OB Südwest bezeichnet. Am 1. März 1944 erhielt er folgende Beurteilung von Generalfeldmarschall Albert Kesselring, OB Südwest (OB der Heeresgruppe C): "Liebenswürdige, aufrechte Persönlichkeit. Sehr gewandt und geschickt im Verkehr mit den Italienern. Hat gute Erfolge in der Aufstellung italienischer Verbände, versteht es dabei auftretende Schwierigkeiten zu überwinden. War im Dezember 1943 infolge angegriffener Gesundheit der schweren ständigen Belastung seiner zum ersten Mal im Grosskampf stehenden Division nicht voll gewachsen. Positiver Nationalsozialist. Beliebter Kamerad, sehr geachteter und verehrter Vorgesetzter. Starke Seiten: Ausbildung und Organisation. Verbindungsoffizier zu verbündeten Nationen. Bewertung: Über Durchschnitt, als Truppenführer Durchschnitt. Empfehlung: Kommandeur einer Infanterie-Division. Belassung in derzeitiger Stellung für etwa 1/2 Jahr." Er wurde dann noch im Frühjahr 1944 als Deutscher General zur Überwachung der italienischen Neuaufstellungen im Bereich des OB Südwest eingesetzt. Am 30. Juni 1944 wurde er mit Wirkung vom 1. Juli 1944 zum Inspekteur der italienischen Verbände beim Oberbefehlshaber Südwest ernannt. Er unterstand in dieser Funktion dem General der Freiwilligen Verbände im OKH. Am 15. Januar 1945 wurde er in dieser Funktion durch General der Infanterie Eugen Ott abgelöst. Dafür wurde er zum Kommandeur des Aufstellungsstabes (Ungarn) Nr. 1 ernannt. Seine Meldung sollte beim Deutschen Inspekteur der Ungarischen Verbände im Ersatzheer in der Schellingstraße 9 in Berlin W35 erfolgen. Da er aber kurz darauf erkrankte und deswegen im Reservelazarett Meran (Feldlazarett 700) behandelt werden mußte, wurde er mit Wirkung vom 1. Februar 1945 wieder in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte dieses Mal der Wehrkreis IV. Seine Nachfolge sollte Generalmajor Karl Klein antreten. Am 8. März 1945 erhielt er von seinem Vorgesetzten, Generalfeldmarschall Albert Kesselring, folgende Beurteilung: "Hat sich als Berater und Inspekteur vorzüglich bewährt. Unermüdlich tätig, klarer Beobachter, sehr guter Organisator und gewandter Arbeiter mit ausgezeichneten militärischen Kenntnissen. Wird nach Wiederherstellung seiner Gesundheit in gleicher oder ähnlicher Stellung wiederum Bestes leisten. Anständiger Charakter, guter Kamerad. Nationalsozialist." Ab 1. März 1945 wurde er krankheitsbedingt (er litt an einer chronischen Kehlkopfentzündung) in das Kriegslazarett 1/561 überwiesen. Am 8. März 1945 erhielt er von Generalfeldmarschall Albert Kesselring folgende Beurteilung zu seiner vorherigen Tätigkeit als Inspekteur der italienischen Verbände beim Oberbefehlshaber Südwest: "Hat sich als Berater und Inspekteur der italienischen Truppen vorzüglich bewährt. Unermüdlich tätig, klarer Beobachtr, sehr guter Organisator und gewandter Arbeiter mit ausgezeichneten militärischen Kenntnissen. Wird nach Wiederherstellung seiner Gesundheit in gleicher oder ähnlicher Stellung wiederum Bestes leisten. Anständiger Charakter, guter Kamerad, Nationalsozialist."  Vom Kriegslazarett 1/561 wurde er am 5. April 1945 für drei Wochen Genesungsurlaub nach Hamburg-Wellingsbuettel beurlaubt, wo er am 12. April 1945 eingetroffen ist. Deswegen ging die Dienstregelung auf Antrag des Adjutanten des Wehrkreis VIII, Oberst Paul Crüsemann, mit Wirkung vom 12. April 1945 vom Wehrkreis IV auf den Wehrkreis VIII über. Seine private Anschrift war inzwischen in Hamburg-Wellingsbüttel. Anfang Mai 1945 geriet er in britische Gefangenschaft. Am 6. Mai 1945 kam ein Eintrag durch Oberst Fritz Goecke, Abteilungsleiter im PA in seine Karteikarte, das er vermutlich durch Briten vereinahmt wurde. Aus der Gefangenschaft wurde er am 7. März 1947 wieder entlassen. Nach dem Krieg wohnte er weiterhin in Hamburg-Wellingsbüttel. Ab 1956 erst Leiter der Sektion Hamburg, war er von 1958 bis 1966 zugleich Landesbeauftragter der Gesellschaft für Wehrkunde für Schleswig-Holstein und Hamburg. Am 23. November 1966 wurde er mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 1. Klasse ausgezeichnet. Im Jahr 1977 wurde nach ihm der Lungershausenweg im Stadtteil Poppenbüttel nach ihm benannt. Er starb im Alter von 79 Jahren und wurde auf dem Friedhof Volksdorf beigesetzt.

Aus der am 21. September 1894 in Bremen geschlossenen Ehe seiner Eltern sind keine weiteren Geschwister bekannt.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10853
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Gerhard von Seemen: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Podzun-Verlag, Friedberg 1976
Horst Scheibert: Die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold und Silber, 2 Bände, Verlag Podzun-Pallas, 1983 und 1990
Dermot Bradley / Karl Friedrich Hildebrand / Markus Rövekamp: Die Generale des Heeres 1921 - 1945 Teil IV, Band 7: Knabe - Luz, Biblio-Verlag 2004
Pers 6/728
Pers 6/300165