Stephan, Friedrich

 

* 26. Januar 1892, Danzig

† 5. Juni 1945, Laibach in Jugoslawien (erschossen)

 

Friedrich Stephan trat nach seiner Kadettenausbildung am 2. März 1911 als Leutnant in die Kaiserliche Armee ein. Dabei kam er zum 1. Schlesisches Grenadier-Regiment "König Friedrich Wilhelm II" Nr. 10 nach Schweidnitz. Bei diesem erhielt er am 2. Juni 1911 sein Patent. Als solcher wurde er dann die nächsten Jahre als Kompanieoffizier im 1. Schlesisches Grenadier-Regiment "König Friedrich Wilhelm II" Nr. 10 eingesetzt. Am 18. August 1916 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er als Oberleutnant in das Reichsheer übernommen. Beim Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er als Kompanieoffizier im Reichswehr-Infanterie-Regiment 11 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann zum 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment. Bei diesem wurde er dann die nächsten Jahre weiter als Kompanieoffizier eingesetzt. Am 1. Juni 1923 wurde er zum Hauptmann befördert. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dann als Chef der 2. Kompanie vom 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Oppeln verwendet. Am 1. Mai 1926 wurde er dann zum Chef der 6. Kompanie vom 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Glatz ernannt. Am 31. Juli 1927 wurde er aus der Reichswehr verabschiedet. Kurz darauf heiratete er dann auch. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 unter gleichzeitiger Beförderung zum Major wieder in den aktiven Dienst übernommen. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. November 1933 festgelegt. Am 1. Februar 1935 wurde er dann zum Kommandeur vom neuen Ergänzungs-Bataillon 15 in Berlin-Tegel ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1936 zum Oberstleutnant befördert. Im Oktober 1936 wurde er durch die Umbenennung seiner Einheit zum Kommandeur vom Ergänzungs-Bataillon vom Infanterie-Regiment 9 ernannt. Durch die Umbenennung und Verlegung seines Bataillons nach Rathenow wurde er am 1. Mai 1937 zum Kommandeur vom Ergänzungs-Bataillon vom Infanterie-Regiment 68 ernannt. Bereits einen Monat später gab er sein Kommando ab und wurde dafür zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 12 in Blankenburg ernannt. Am 1. Januar 1939 wurde er zum Oberst befördert. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 wurde er dann zum Kommandeur vom neuen Infanterie-Regiment 467 ernannt. Er führte es dann zuerst in Stellungen im Westen. Im Frühjahr 1940 führte er sein Regiment dann in den Westfeldzug. Danach wurde er mit seinem Regiment als Besatzungstruppe an der Kanalküste eingesetzt. Zum Sommerbeginn 1941 führte er sein Regiment dann im Ostfeldzug beim Angriff auf Mittelrussland. Am 2. Januar 1942 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Ende Januar 1942 wurde er dann für etwa einen Monat mit der stellvertretenden Führung der 267. Infanterie-Division beauftragt. Ende Februar 1942 gab er seine Führung für wenige Tage ab, übernahm sie kurz darauf am 31. Februar 1942 wieder. Am 1. August 1942 wurde er dann unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor zum Kommandeur der 267. Infanterie-Division ernannt. Als solcher wurde er am 1. Januar 1943 bereits zum Generalleutnant befördert. Anfang Juni 1943 gab er sein Kommando an Generalmajor Otto Drescher ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Anfang September 1944 wurde er dann zum Kampfkommandant für den Bereich Belgrad ernannt. Ende November 1944 bildete er dann einen Divisionsstab z.b.V. Stephan. Dieser wurde zur Führung von Polizeieinheiten einer deutsch-kroatischen Polizeitruppe gegen Partisanen im Bereich Essegg (Osijek) gebildet. Im Februar 1945 unterstanden dem Stab taktisch 12 bis 14 Polizeibataillone. Dienstlich waren diese jedoch dem Befehlshaber der Ordnungspolizei Kroatien, Generalmajor der Polizei Herbert Jilski, unterstellt. Er gab in diesem Monat auch das Kommando an Generalmajor Rudolf Geiger ab, welches danach als Divisionsstab z.b.V. Geiger bezeichnet wurde. Er selbst wurde erneut in die Führerreserve versetzt. Ende April 1945 wurde er dann zum Kommandeur der 104. Jäger-Division ernannt. Anfang Mai 1945 geriet er dann in dieser Funktion in jugoslawische Gefangenschaft. Am 5. Juni 1945 wurde er gemeinsam mit General der Panzertruppe Gustav Fehn, General der Infanterie Werner von Erdmannsdorf und Generalmajor Heinz Kattner in Laibach von Partisanen einfach erschossen. Anfang 1960 wurde er dann durch einen Beschluss des Amtsgerichts Düsseldorf mit Wirkung vom 31. Dezember 1945 für tot erklärt