Schaal, Ferdinand Karl Erwin

 

* 7. Februar 1889, Freiburg im Breisgau

† 9. Oktober 1962, Baden-Baden

 

Ferdinand Schaal trat am 15. Juli 1908 als Fahnenjunker in die Württembergische Armee ein. Dabei kam der Kaufmannssohn zum 3. Badisches Dragoner-Regiment „Prinz Karl“ Nr. 22 nach Mühlhausen. Bei diesem wurde er am 16. November 1909 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 19. November 1907 datiert. Als solcher wurde er dann als Eskadronoffizier im 3. Badisches Dragoner-Regiment „Prinz Karl“ Nr. 22 eingesetzt. Am 1. Oktober 1911 wurde er dann in seinem Regiment zum Regimentsadjutant ernannt. Vor dem 1. Weltkrieg gehörte er noch immer zum 3. Badisches Dragoner-Regiment „Prinz Karl“ Nr. 22. Am 27. Januar 1915 wurde er zum Oberleutnant befördert. Er wurde in diesem Krieg sowohl an der Ostfront, wie auch an der Westfront eingesetzt. Am 25. November 1915 wurde er dann als Ordonanzoffizier zur 115. Infanteriedivision versetzt. Am 18. April 1917 wurde er als solcher zum Rittmeister befördert. Im März 1918 wurde er dann als Bataillonsführer im Reserve-Infanterie-Regiment 40 eingesetzt. Im August 1918 kam er dann als Bataillonsführer zum III. Bataillon vom Infanterie-Regiment 463. An der Westfront wurde er Anfang Oktober 1918 verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Am 1. Januar 1919 wurde er dann zum Adjutant der 29. Kavallerie-Brigade ernannt. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er dann ab dem 14. April 1919 als Chef der freiwilligen MG-Eskadron 3 eingesetzt. Am 1. Oktober 1919 wurde er als Rittmeister in das Reichsheer übernommen. Er wurde jetzt als Eskadronchef im Reichswehr-Reiter-Regiment 113 eingesetzt. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er im Regimentsstab vom 18. Reiter-Regiment in Bad Canstatt eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr blieb er die ersten Jahre weiter im Regimentsstab vom 18. Reiter-Regiment in Stuttgart-Cannstatt. Am 28. Januar 1922 wurde er mit Wirkung vom 1. Februar 1922 zum Stab der 2. Kavallerie-Division nach Breslau versetzt. Dort wurde er dann als II. Adjutant eingesetzt. Am 1. Oktober 1925 wurde er für über drei Jahre zum Chef der 3. Eskadron vom 15. (Preuß.) Reiter-Regiment in Münster/Westfalen ernannt. Am 1. November 1928 wurde er zum Major befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Februar 1928 festgelegt. Als solcher wurde er dann am 1. April 1929 in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Dort wurde er jetzt über drei Jahre bei der Inspektion der Kavallerie (In 3) eingesetzt. Am 1. Oktober 1931 wechselte er dann innerhalb des Reichswehrministeriums zur Heeres-Personalabteilung 1 (P1) vom Heeres-Personalamt (PA). Dort wurde er am 1. April 1932 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. August 1934 wurde er zum Oberst befördert. Am 1. Oktober 1934 wurde er bei der Erweiterung der Reichswehr zum Kommandeur vom Reiter-Regiment 16 in Erfurt ernannt. Am 15. Oktober 1935 gab er sein Kommando bei der Enttarnung der Verbände ab. Dafür wurde er jetzt zum Kommandeur der 1. Panzer-Brigade in Erfurt ernannt. Am 1. Januar 1938 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 1. April 1939 wurde er zum Generalleutnant befördert. Als solcher gab er sein Kommando am 1. August 1939 ab. Dafür wurde er an diesem 1. August 1939 zum Kommandeur der 10. Panzer-Division ernannt. Diese führte er dann im Sommer 1939 beim Beginn des 2. Weltkrieges in den Polenfeldzug. Im Frühjahr 1940 führte er die Division dann in den Westfeldzug. Dabei wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Am 13. Juli 1940 wurde ihm dann für das Überwinden der Maas das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Im Sommer 1941 führte er die 10. Panzer-Division im Ostfeldzug beim Angriff auf Mittelrussland. Am 2. August 1941 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Er wurde am 1. September 1941 in Vertretung für General der Infanterie Herman Metz mit der stellvertretenden Führung vom Höheres Kommando XXXIV beauftragt. Am 13. September 1941 gab er die Führung wieder ab und wurde dafür mit der Führung vom Generalkommando LVI. Armeekorps (motorisiert) beauftragt. Zum 1. Oktober 1941 wurde er zum General der Panzertruppen befördert. Damit wurde er jetzt zum Kommandierenden General vom Generalkommando LVI. Armeekorps (motorisiert) ernannt. Mit diesem wechselte er jetzt auch zur Heeresgruppe Mitte um an Angriff auf Moskau teilzunehmen. Auch nach der Umbenennung des Generalkommandos zum LVI. Panzerkorps am 1. März 1942 blieb er weiter der Kommandierende General. Am 8. März 1942 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 1. August 1943 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Am 1. September 1943 wurde er zum Befehlshaber vom Wehrkreis Böhmen und Mähren und Bevollmächtigter beim Reichsprotektor in Böhmen und Mähren in Prag ernannt. Als am Abend des 20. Juli 1944 die Nachricht vom Attentat auf den Oberbefehlshaber des Heeres Adolf Hitler, im Rundfunk bekannt gegeben wurde, traf kurz darauf das erste Fernschreiben der Verschwörer beim Wehrkreiskommando in Prag ein. Schaal versucht daraufhin, durch Generaloberst Friedrich Fromm, seinem unmittelbaren Vorgesetzten in der Berliner Zentrale, ein klares Bild von der Lage in Berlin zu erhalten, erreicht jedoch nur Generaloberst a.D. Erich Hoepner. Er will die „Walküre“-Befehle der Verschwörer beachten, wenn auch nicht bedingungslos. Auf Befehl vom Reichsführer SS, Heinrich Himmler, wird General der Panzertruppen Ferdinand Schaal am nächsten Morgen durch SS-Obergruppenführer Karl Hermann Frank festgenommen. Nach seiner Entlassung aus der Wehrmacht wurde er dann bis April 1945 in Österreich gefangen gehalten. Dabei kam es sogar zum Gerücht, er wäre 1944 hingerichtet wurden. Am 28. April 1945 wurde er dann dafür von den Alliierten gefangen genommen. Bereits Anfang August 1945 wurde er aber wieder entlassen.

 

Ritterkreuz (13. Juli 1941)