Ruoff, Richard

 

* 18. August 1883, Meesbach (Württemberg)

† 30. März 1967, Tübingen

 

Richard Ruoff trat am 15. April 1903 als Fahnenjunker in das württembergische Heer ein. Er kam dabei zum 10. Württembergisches Infanterie-Regiments Nr. 180. In diesem wurde er am 18. August 1904 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde auf den 19. August 1903 datiert. Nach mehreren Dienstjahren als Kompanieoffizier wurde er 1910 zum Bataillons-Adjutant im 10. Württembergisches Infanterie-Regiments Nr. 180 ernannt. Als solcher wurde er am 18. August 1912 zum Oberleutnant befördert. 1913 wurde er zum Regimentsadjutant in seinem Regiment ernannt. Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges zog er dann mit seinem Regiment an die Front. Dort wurde er am 28. November 1914 zum Hauptmann befördert. Im Krieg wurde er auf den verschiedensten Posten eingesetzt. Im 1. Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen verliehen. Bei Ende des Krieges war er beim 10. Württembergisches Infanterie-Regiments Nr. 180 im Einsatz. Er wurde dann in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er anfangs beim Stab vom Wehrkreiskommando V eingesetzt. Mit der Bildung des 100.000 Mann-Heeres wurde er dann als Adjutant bei der 5. Division der Reichswehr eingesetzt. Im Herbst 1921 war er dann als Referent bei der 5. Division der Reichswehr im Einsatz. Im Herbst 1923 wurde er Chef der 11. Kompanie vom 14. (Badisches) Infanterie-Regiment ernannt. Als solcher wurde er am 1. Juli 1926 zum Major befördert. Am 1. Juli 1926 wurde er zum Major befördert. Als solcher wurde er 1926 in den Stab der 5. Division der Reichswehr versetzt. Dort verblieb er bis 1931. Dann wurde er zum Kommandeur des III. Bataillons vom 13. (Württ.) Infanterie-Regiment ernannt. Am 1. Juli 1933 zum Oberst befördert. Er wurde jetzt zum Regimentskommandeur des 13. (Württ.) Infanterie-Regiment ernannt. Bei der Erweiterung der Reichwehr wurde er zum Chef des Generalstabes vom Generalkommando V. Armeekorps ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1936 zum Generalmajor befördert. Am 6. Oktober 1936 wurde er zum Chef des Generalstabes vom Gruppenkommando 3 in Dresden ernannt. Am 1. März 1938 wurde er zum Generalleutnant befördert. Nach der Übernahme der österreichischen Truppen in die Wehrmacht wurde er am 1. April 1938 zum Chef des Generalstabes des Heeresgruppen-Kommando 5 ernannt. Am 1. Mai 1939 wurde er zum General der Infanterie befördert. Gleichzeitig wurde er zum Kommandierenden General des V. Armeekorps in Stuttgart ernannt. Zugleich wurde er bis zur Mobilmachung auch noch Befehlshaber vom Wehrkreis V. Mit seinem Korps zog Ruoff bei Ausbruch des 2. Weltkrieges zunächst zum Westwall. Beim Westfeldzug erzwang sein Korps Übergänge über die Maas und drang über den Aisne-Abschnitt nach Süden vor. Ihm wurden beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Nach dem Westfeldzug wurde er mit seinem Korps als Besatzungstruppe in der Niederlande stationiert. Dann wurde das Korps im Frühjahr 1941 in den Osten verlegt. Beim Ostfeldzug drang Ruoff mit seinem Korps über Suwalki nach Mittelrussland vor. Dabei wurde ihm am 29. Juni 1941 das Ritterkreis des Eisernen Kreuzes verliehen. Im Bereich der Heeresgruppe Mitte stieß er mit seinem V. Armeekorps im Herbst 1941 von Nordwesten bis an die Ringbahn von Moskau vor. Im Januar 1942 gab er dann das Kommando über das Korps ab. Daraufhin wurde er am 8. Januar 1942 zum Oberbefehlshaber der 4. Panzerarmee ernannt. Am 1. Juni 1942 wurde er zum Generaloberst befördert. Er übernahm jetzt den Oberbefehl über die 17. Armee. Er führte die Armee Ende Juli 1942 aus den Don-Brückenköpfen zum Angriff auf den Kaukasus. Am 9. August 1942 nahm er mit seiner Armee die Stadt Krasnodar und den Hafen Jejsk an der Ostküste des Assowschen Meeres. Im September 1942 stieß er mit seiner Armee auf die Taman-Halbinsel vor. Die weitere Offensive in Richtung Tuapse blieb aber stecken. Ende Juni 1943 gab Ruoff sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Er wurde später nicht mehr verwendet. Bei Kriegsende geriet er nicht in Kriegsgefangenschaft. Einer seiner beiden Söhne ist als Leutnant gefallen.

 

Ritterkreuz (29. Juni 1941)