Freiherr von Lützow, Kurt-Jürgen Henning Bruno Robert
| * 7. August 1892, Marienwerder
† 20. Juli 1961, Hannover |
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Kurt-Jürgen Freiherr von Lützow war das älteste Kind vom Premierleutnant und späteren Generalmajor z.D. Kurt Leopold Henning Freiherr von Lützow und dessen Ehefrau Elisabeth, geborene von Wedel. Er trat nach seiner Kadettenausbildung im Kadettenhaus Potsdam und in der Haupt-Kadettenanstalt in Groß Lichterfelde am 20. Januar 1914 als Leutnant in die Königlich Preußische Armee ein. Er wurde dabei von der Haupt-Kadettenanstalt Groß Lichterfelde zum 1. Brandenburgisches Leib-Grenadier-Regiment "König Friedrich Wilhelm III" Nr. 8 nach Frankfurt an der Oder überwiesen. Sein Patent wurde auf den 22. Juni 1912 datiert. Er wurde beim Regiment am 3. Februar 1914 vereidigt. Er kam beim Ausbruch des 1. Weltkrieges mit dem aktiven Regiment an die Front. Vom 4. November 1914 bis zum 2. Mai 1915 wurde er als Kompanieführer der 6. Kompanie seines Regiments verwendet. Zeitweise wurde er bis zum 27. Februar 1915 auch als stellvertretender Ordonanzoffizier der 9. Infanterie-Brigade verwendet. Am 3. Mai 1915 wurde er zum Adjutant des I. Bataillons vom 1. Brandenburgisches Leib-Grenadier-Regiment "König Friedrich Wilhelm III" Nr. 8 ernannt. Am 25. August 1915 wurde er zum Regimentsadjutant seines Regiments ernannt. Vom 15. Januar 1917 bis zum 20. Januar 1917 wurde er zum 11. Lehrgang der Heeresgasschule nach Berlin kommandiert. Am 18. Mai 1917 wurde er zum Adjutant der 10. Infanterie-Brigade ernannt. Am 18. August 1917 (Zz) wurde er zum Oberleutnant befördert. Am 26. Februar 1918 wurde er unter Belassung der bisherigen Uniform zum Stab des Chef des Generalstabes des Feldheeres versetzt. Im 1. Weltkrieg wurde er neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch mit einigen weiteren Orden ausgezeichnet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er am 7. August 1919 wieder in das 1. Brandenburgisches Leib-Grenadier-Regiment "König Friedrich Wilhelm III" Nr. 8 zurück versetzt. Vom 19. August 1919 bis zum 30. September 1919 wurde er zur Kommandostelle Kolberg kommandiert, aus der später das Reichswehr-Gruppenkommando 3 entstanden ist. Er wurde jetzt auch als Oberleutnant in das vorläufige Reichsheer übernommen. Deswegen wurde er am 20. September 1919 neu vereidigt. Vom 30. September 1919 ab wurde er zur Dienstlsietung zur Befehlsstelle Seeckt zum Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin kommandiert. Ab dem 28. November 1919 wurde entschieden, dass dieses Kommando einer Versetzung gleichzusetzen sei. Deswegen wurde er mit einer Verfügung vom 12. Dezember 1919 mit Wirkung vom 1. Oktober 1919 unter Beibehaltung seiner bisherigen Uniform zu den Offizieren von der Armee versetzt und weiter zur Dienstlsietung zum RWM kommandiert unter der Maßgabe, dass dieses Kommando einer Versetzung gleichzusetzen ist. Bei der Bildung vom 200.000 Mann-Übergangsheer der Reichswehr Mitte Mai 1920 kam er als Hilfsoffizier zum Wehrkreiskommando III in Berlin. Von diesem war er aber weiter unter der Maßgabe dass dieses Kommando einer Versetzung gleichzusetzen ist, zum RWM nach Berlin kommandiert. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann als Hilfsoffizier in den Stab der 3. Division der Reichswehr nach Berlin übernommen. Er blieb aber weiter zum RWM kommandiert. Am 15. Dezember 1921 wurde er mit Wirkung vom 1. November 1921 zum 14. (Preußisches) Reiter-Regiment versetzt. Am 1. Juli 1922 wurde ihm ein neues Rangdienstalter als Oberleutnant vom 18. August 1917 (12) zugewiesen. Am 1. November 1922 wurde er in das 6. Infanterie-Regiment versetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1923 wurde er als Kompanieoffizier in der 16. Kompanie vom 6. Infanterie-Regiment in Ratzeburg eingesetzt. Am 1. Juni 1924 wurde er mit zur Führung der 15. Kompanie des Ausbildungs-Bataillons vom 6. Infanterie-Regiment kommandiert. Vom 23. März 1925 bis zum 27. März 1925 absolvierte er seine Wehrkreisprüfung. Mit Wirkung vom 1. April 1925 (17) wurde er zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er jetzt zum Chef der 15. Kompanie vom 6. Infanterie-Regiment in Ratzeburg ernannt. Am 1. Oktober 1925 wurde er als Nachfolger von Hauptmann Meyer-Rabingen als Chef der 7. Kompanie vom 6. Infanterie-Regiment in Eutin eingesetzt. Diese Position behielt er dann die nächsten Jahre. Anfang 1929 wurde er dann zum Chef der 10. Kompanie vom 6. Infanterie-Regiment in Flensburg ernannt. Am 9. April 1929 wurde er vom 4. Mai 1929 bis zum 16. Mai 1929 zu einer Übungsreise für Offiziere der Truppe und für jüngere Offiziere des Reichswehrministeriums in Ostbayern kommandiert. Die Leitung des Lehrgangs oblag Oberst Wilhelm List. Zur Leitung gehörten noch Oberstleutnant Eugen Hahn, die Majore Georg-Hans Reinhardt, Wilhelm Freiherr von Waldenfels, Erwin Vierow (nur vom 8. bis 16. Mai) und Hans-Jürgen Stumpff, sowie der Hauptmann Hans von Greiffenberg, der ROI Falkenstern und der Angestellte Lehmann. Zur Gruppe A gehörten die Hauptleute Eduard Wagner, Adolf von Schell, Hans Piekenbrock, German Maier, Friedrich Sixt, sowie die Oberleutnante Heinz Steinwachs, Eberhard Kinzel, Walter Botsch, Walter Chales de Beaulieu. Zur Gruppe B gehörten die Hauptleute Erich Buschenhagen, Kurt Zeitzler, Kurt Haseloff, Emil Vogel, Anton-Reichard Freiherr von Mauchenheim, genannt Bechtolsheim, Rittmeister Wilhelm Kohler, sowie die Oberleutnante Wilhelm Conze und Josef Kammhuber. Zur Gruppe C gehörten neben ihm selbst die Hauptleute Wilhelm Schneckenburger, Kurt Uebe, die Rittmeister Gustav von Vaerst, Joachim Degener, Otto Beutler, sowie die Oberleutnante Otto Elfeldt, Karl-Erik Koehler und Erich Fronhöfer. Der Lehrgang begann in Deggendorf, für den 7.5 war der Quartierwechsel nach Passau und am 11.5. der Quartierwechsel nach Reichenhall geplant. 1931/32 wurde er dann in den Regimentsstab vom 6. Infanterie-Regiment nach Lübeck versetzt. Am 1. Mai 1934 (13) wurde er zum Major befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur des III. Bataillons vom Infanterie-Regiment Potsdam ernannt. Bei der Enttarnung der Einheiten wurde er am 15. Oktober 1935 zum Kommandeur des III. Bataillons vom Infanterie-Regiment 67 ernannt. Am 1. Oktober 1936 (12) wurde er zum Oberstleutnant befördert. Im August 1937 wurde er als 1. Adjutant bei Generalfeldmarschall von Mackensen eingesetzt. Ende 1938 gehörte er außerdem auch noch zum Generalkommando II. Armeekorps in Stettin. Bei diesem wurde er am 1. Juni 1939 (9) zum Oberst befördert. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg übernahm er dann im Sommer 1939 als Kommandeur das Infanterie-Regiment 89 in Schwerin von Oberst Alexander von Zülow. Zuerst führte er sein Regiment dann bei Beginn des Krieges in den Polenfeldzug. Im Frühjahr 1940 führte er sein Regiment dann in den Westfeldzug. Am 15. August 1940 erhielt er für den Angriff über die Scarpe bei Monchy, östlich von Arras, am 23. Mai 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Seine Mutter starb am 2. November 1940 im Alter von 70 Jahren in Frankfurt an der Oder. Zum Sommerbeginn 1941 führte er das Regiment dann im Ostfeldzug beim Angriff auf Nordrussland. Sein Vater starb am 6. September 1941 im Alter von 79 Jahren in Frankfurt an der Oder. Am 21. Oktober 1941 erhielt er für seine Erfolge in den ersten Wochen während des Feldzuges Barbarossa das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Im Februar 1942 gab er die Führung über das Regiment ab und übernahm dafür die Führung der 12. Infanterie-Division. Am 1. Januar 1942 wurde er zum Generalmajor befördert. Damit wurde er dann zum Kommandeur der 12. Infanterie-Division ernannt. Am 1. Januar 1943 (32) wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 1. Juni 1944 wurde er vom 12. Juni 1944 bis zum 8. Juli 1944 wurde er zum 2. Lehrgang für Kommandierende Generale kommandiert. Am 25. Juni 1944 übernahm er in aussichtsloser Lage im Mittelabschnitt der Ostfront die Führung über das XXXV. Armeekorps. Am 5. Juli 1944 ergab er sich mit den Resten seines Korps der Roten Armee und geriet damit in sowjetische Gefangenschaft.
Aus der am 12. Oktober 1891 in Lübchow geschlossenen Ehe seiner Eltern hatte
er noch mehrere Geschwister:
Sein jüngerer Bruder war der am 18. September
1893 in Ratibor geborene Henning Vicco Vivigenz von Lützow. Dieser entschied
sich ebenfals für die Laufbahn als Offizier der Infanterie. Als solcher wurde er
am 17. Februar 1914 (K) zum Leutnant befördert. Er gehörte jetzt zur 1. Kompanie
vom 1. Wetpreußisches Grenadier-Regiment "Graf Kleist von Nollendorf" Nr. 6 in
Posen. Er ist am 22. September 1914 als Leutnant und Angehöriger seines
Regiments in Cote Lorraine bei Thillot vor Verdun gefallen.
Seine einzige
Schwester war die am 22. August 1895 in Ratibor geborene Ursula Elisabeth
Margarete Freiin von Lützow.
Ein weiterer jüngerer Bruder war der am am 26.
Oktober 1897 in Ettlingen geborene Heinz-Joachim
Henning Hans Alfred Freiherr von Lützow.
Ritterkreuz (15. August 1940) Eichenlaub (21. Oktober 1941)