Freiherr von Lützow, Heinz-Joachim Henning Hans Alfred

 

* 26. Oktober 1897, Ettlingen

† 14. Januar 1988, Hannover

 

 

Heinz-Joachim Freiherr von Lützow war das jüngste Kind vom Hauptmann der Unteroffizierschule Ettlingen und späteren Generalmajor z.D. Kurt Leopold Henning Freiherr von Lützow und dessen Ehefrau Elisabeth, geborene von Wedel. Er trat während des 1. Weltkrieges von seiner Kadettenausbildung am 13. Januar 1915 in die Königlich Preußische Armee ein. Er wurde dabei von der Haupt-Kadettenanstalt in Groß Lichterfelde als Fähnrich zum Ersatz-Bataillon vom 1. Brandenburgisches Leib-Grenadier-Regiment "König Friedrich Wilhelm III" Nr. 8 nach Frankfurt an der Oder überwiesen. Zum aktiven Regiment ins Feld wurde er am 8. Juli 1915 entsendet. In diesem diente auch schon sein ältester Bruder. Am 18. August 1915 wurde er zum Leutnant, vorläufig ohne Patent, befördert. Sein Patent wurde später auf den 19. Dezember 1915 datiert. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz wiederspiegelte. Außerdem wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch einige weitere Orden wie das Großherzoglich Mecklenburg-Schwerinsches Militärverdienstkreuz 1. Klasse und das K.u.k. Österreich-Ungarisches Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration 3. Klasse verliehen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er ab dem 1. Februar 1919 als Adjutant des I. Bataillons im Freikorps Lützow eingesetzt. Damit war er auch an den Märzkämpfen 1919 in Berlin beteiligt. Anfang August 1919 wieder in das 1. Brandenburgisches Leib-Grenadier-Regiment "König Friedrich Wilhelm III" Nr. 8 zurück versetzt. Dort wurde er jetzt als Ordonnanz-Offizier eingesetzt. Noch Anfang August 1919 wurde er zum Ordonnanz-Offizier im Reichswehr-Grenadier-Regiment 53 ernannt. Am 21. Februar 1920 kam er als Ordonnanz-Offizier zum Reichswehr-Schützen-Regiment 105. Ab Mitte März 1920 war er Adjutant des I. Bataillons des Reichswehr-Grenadier-Regiments 10. Bei der Bildung vom 200.000 Mann-Übergangsheer der Reichswehr Mitte Mai 1920 gehörte er zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 10 der Reichswehr-Brigade 5. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er als Adjutant des I. Bataillons in das Infanterie-Regiment 8 übernommen. Ab dem 1. Oktober 1921 war er Kompanieoffizier im I. Bataillon vom inzwischen zum 8. (Preußisches) Infanterie-Regiment umbenannten Regiment in Frankfurt an der Oder. Am 1. Juli 1922 wurde ihm ein neues Rangdienstalter als Leutnant vom 1. Februar 1916 (5) zugewiesen. Am 1. September 1922 wurde er wieder zum Adjutant des I. Bataillons vom 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Frankfurt/Oder ernannt. Bereits am 1. Januar 1923 wurde er durch Leutnant Wilhelm Burgdorf als Bataillonsadjutant abgelöst. Dafür wurde er jetzt in das 9. (Preußisches) Reiter-Regiment versetzt. Bei diesem wurde er anfangs als Eskadronoffizier in der 1. Eskadron in Fürstenwalde eingesetzt. Im Herbst 1923 wurde er in gleicher Funktion in die Ausbildungs-Eskadron seines Regiments am gleichen Standort versetzt. Im Herbst 1924 wurde er als Eskadronoffizier in die 3. Eskadron vom 9. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Beeskow versetzt. Dort wurde er am 31. Juli 1925 zum Oberleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1925 (356) festgelegt. Er heiratete als Oberleutnant vom 9. (Preuß.) Reiter-Regiment und kommandiert zur Kavallerieschule Hannover am 2. September 1926 die sechs Jahre jüngere Luise Helene Bertha Christiane Charlotte von Schwartzkoppen, Tochter vom verstorbenen General der Infanterie a.D. Maximilian Friedrich Wilhelm August Leopold von Schwartzkoppen, in Hannover. Aus dieser Ehe gingen zwischen 1927 und 1930 zwei Söhne und eine Tochter hervor. Im Herbst 1926 wurde er als Eskadronoffizier in die 2. Eskadron seines Regiments wieder nach Fürstenwalde versetzt. Im Frühjahr 1928 geörte er zum Regimentsstab vom 9. (Preuß.) Reiter-Regiment in Fürstenwalde. Ein Jahr später war er wieder als Eskadronoffizier in der 2. Eskadron seines Regiments im Einsatz. Am 1. April 1932 (9) wurde er zum Rittmeister befördert. Als solcher wurde er zum Chef der 3. Eskadron vom 9. (Preuß.) Reiter-Regiment in Beeskow ernannt. Am 1. April 1934 wurde er als Hauptmann in die 5. Kraftfahr-Abteilung nach Stuttgart versetzt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 im Stab der Kraftfahr-Abteilung Cannstatt eingesetzt. Bei der Enttarnung der Einheiten kam er am 15. Oktober 1935 zur Aufklärungs-Abteilung 5 in Kornwestheim. Dort wurde er zum 1. April 1936 (24) zum Major befördert. Er blieb weiterhin Chef der 2. (PzSp) Schwadron der Abteilung. Am 12. Oktober 1937 wurde er zum Kommandeur der Aufklärungs-Abteilung (mot.) 2 in Stettin ernannt. Am 10. November 1938 wurde er durch die Umbenennung seiner Einheit zum Kommandeur der I. Abteilung vom Aufklärungs-Regiment 8 in Stettin. Zum 1. August 1939 (27) wurde er zum Oberstleutnant befördert. Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges führte er seine Abteilung im Spätsommer 1939 in den Polenfeldzug. Dabei unterstand sie der 10. Panzer.Division. Am 27. September 1939 wurde ihm die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse verliehen. Am 7. Dezember 1939 wurde er mit seiner Abteilung fest der 10. Panzer.Division unterstellt. Durch die Umbenennung seiner Abteilung wurde er am 1. April 1940 zum Kommandeur der Panzer-Aufklärungs-Abteilung 90 ernannt. Bereits am 22. Juni 1940 wurde ihm die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse verliehen. Anfang August 1940 gab er sein Kommando über die Abteilung ab. Er wurde dafür jetzt in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte der Wehrkreis II. Am 15. Oktober 1940 wurde er zum Kommandeur der Aufklärungs-Abteilung 122 ernannt. Seine Mutter starb am 2. November 1940 im Alter von 70 Jahren in Frankfurt an der Oder. Anfang März 1941 wurde er in die 19. Schützen-Brigade versetzt. Sein Nachfolger als Abteilungskommandeur der Aufklärungs-Abteilung 122 wurde Hauptmann Berndt-Joachim Freiherr von Maltzahn. Bereits Mitte März 1941 wurde er in den Stab der Panzergruppe 3 versetzt. Sein Vater starb am 6. September 1941 im Alter von 79 Jahren in Frankfurt an der Oder. Durch die Umbenennung seines Stabes gehörte ab Anfang 1942 zum Oberkommando der 3. Panzerarmee. Zum 1. Februar 1942 (293) wurde er zum Oberst befördert. Am 14. Juli 1942 wurde er zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 195 ernannt. Mit seinem Regiment wurde er im Verband der 78. Infanterie-Division im Mittelabschnitt der Ostfront eingesetzt. Dort wurde er nach wenigen Wochen schwer verwundet. Deshalb wurde er am 20. August 1942 wieder in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte auch wieder der Wehrkreis II. Ihm wurde auch das Verwundetenabzeichen in Silber verliehen. Nach seiner Genesung wurde er am 6. April 1943 mit der Führung der Sturmbrigade Rhodos beauftragt. Als die Brigade am 17. Juni 1943 aufgelöst wurde, wurde er wieder in die Führerreserve OKH versetzt, seinen Dienst regelte dieses Mal der Wehrkreis VIII. Nur wenige Tage später wurde er am 24. Juni 1943 zum Kommandeur vom Festungs-Grenadier-Regiment 924 ernannt. Am 8. Dezember 1943 wurde er erneut in die Führerreserve OKH versetzt, seinen Dienst regelte wieder der Wehrkreis VIII. Am 20. Dezember 1943 wurde er zum Kommandeur vom Grenadier-Regiment 147 ernannt. Dieses Regiment führte er im Verband der 65. Infanterie-Division in Italien. Am 8. April 1944 wurde er wieder in die wieder in die Führerreserve OKH versetzt, seinen Dienst regelte auch dieses Mal der Wehrkreis VIII. Die Dienstregelung wurde am 13. April 1944 auf den Wehrkreis II übertragen. Am 13. Mai 1944 wurde er zum Kommandeur vom Grenadier-Ersatz- und Ausbildungs-Regiment 529 in Friedberg (Hessen) ernannt. Am 23. März 1945 gab er sein Kommando über das Regiment, was inzwischen nach Büdingen verlegt war, ab und wurde wieder in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte dieses Mal der Wehrkreis IX. Über eine Gefangenschaft bei Kriegsende ist bisher nichts bekannt. Er starb am 14. Januar 1988 im Alter von 90 Jahren in Hannover.

Aus der am 12. Oktober 1891 in Lübchow geschlossenen Ehe seiner Eltern hatte er noch mehrere Geschwister:
Sein ältester Bruder war der am 7. August 1892 in Marienwerder geborene Kurt-Jürgen Henning Bruno Robert Freiherr von Lützow.
Ein weiterer älterer Bruder war der am 18. September 1893 in Ratibor geborene Henning Vicco Vivigenz von Lützow. Dieser entschied sich ebenfals für die Laufbahn als Offizier der Infanterie. Als solcher wurde er am 17. Februar 1914 (K) zum Leutnant befördert. Er gehörte jetzt zur 1. Kompanie vom 1. Wetpreußisches Grenadier-Regiment "Graf Kleist von Nollendorf" Nr. 6 in Posen. Er ist am 22. September 1914 als Leutnant und Angehöriger seines Regiments in Cote Lorraine bei Thillot vor Verdun gefallen.
Seine einzige Schwester war die am 22. August 1895 in Ratibor geborene Ursula Elisabeth Margarete Freiin von Lützow.