Uebe, Kurt Wilhelm

 

* 17. Dezember 1895, Kammin (Pommern)

† 25. September 1939, Warschau (gefallen)

 

 

Kurt Uebe war der Sohn vom Oberlehrer beim Kadettenkorps Martin Friedrich Hermann Uebe und dessen Ehefrau Maria Therese Louise, geborene Nachtigal. Der Vater starb bereits am 9. Juni 1906 als Oberlehrer im Kadettenkorps Bensberg und Hauptmann der Landwehr Infanterie 1. Aufgebot im Landwehrbezirk Deutz im Alter von 49 Jahren in Bensberg. Er kam bei Ausbruch des 1. Weltkriegs zum 4. Magdeburgisches Infanterie-Regiment Nr. 67 nach Metz. Mit diesem kam er an die Front, wo er am 6. September 1914 bereits verwundet wurde. Im April und Juli 1915 war er Zugführer in der 10. Kompaie seines Regiments. Im Frühjahr 1916 gehörte er als Kompanieoffizier zur 3. Kompanie seines Regiments. Dort galt er im Mai 1916 kehrte aber wieder zur Truppe zurück. Zumindest von August bis November 1916 war er Bataillonsadjutant des III. Bataillons. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse hat er am 26. Februar 1917 erhalten. Im Mai 1917 wurde er zum Stab der 34. Infanterie-Division als Ordonanzoffizier kommandiert. Anfang Oktober 1918 wurde er zum Regimentsadjutant vom 4. Magdeburgisches Infanterie-Regiment Nr. 67 ernannt, was er vom Leutnant der Reserve Kate nach dem 8. Oktober 1918 auch übernommen hat. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er dann in das vorläufige Reichsheer übernommen. Seine Mutter starb am 16. März 1921 im Alter von 57 Jahren in Gummersbach. Spätestens im Frühjahr 1923 war er als Adjutant des III. Bataillons vom 18. Infanterie-Regiment in Bückeburg im Einsatz. In dieser Funktion wurde er am 1. März 1924 (4) auch zum Oberleutnant befördert. 1925/26 wurde er von Leutnant von Claer als Bataillonsadjutant in Bückeburg abgelöst. Dafür wurde er als Kompanieoffizier in die 16. Kompanie des (Lippisches) Ausbildungs-Bataillons vom 18. Infanterie-Regiment nach Detmold versetzt. Am 14. September 1926 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1926 in den Stab der 6. Division der Reichswehr nach Münster versetzt. Dort absolvierte er dann ein Jahr seiner Führergehilfenausbildung. Dies geschah gemeinsam mit den Oberleutnanten Wilhelm Conze, Adolf von Schell, Hans Piekenbrock, Kurt Zeitzler und Oswin Grolig. Am 6. September 1927 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1927 für das nächste Jahr der Führergehilfenausbildung gemeinsam mit Wilhelm Conze und Kurt Zeitzler in den Stab der 4. Division der Reichswehr nach Dresden versetzt. Am 9. April 1929 wurde er vom 4. Mai 1929 bis zum 16. Mai 1929 zu einer Übungsreise für Offiziere der Truppe und für jüngere Offiziere des Reichswehrministeriums in Ostbayern kommandiert. Die Leitung des Lehrgangs oblag Oberst Wilhelm List. Zur Leitung gehörten noch Oberstleutnant Eugen Hahn, die Majore Georg-Hans Reinhardt, Wilhelm Freiherr von Waldenfels, Erwin Vierow (nur vom 8. bis 16. Mai) und Hans-Jürgen Stumpff, sowie der Hauptmann Hans von Greiffenberg, der ROI Falkenstern und der Angestellte Lehmann. Zur Gruppe A gehörten die Hauptleute Eduard Wagner, Adolf von Schell, Hans Piekenbrock, German Maier, Friedrich Sixt, sowie die Oberleutnante Heinz Steinwachs, Eberhard Kinzel, Walter Botsch, Walter Chales de Beaulieu. Zur Gruppe B gehörten die Hauptleute Erich Buschenhagen, Kurt Zeitzler, Kurt Haseloff, Emil Vogel, Anton-Reichard Freiherr von Mauchenheim, genannt Bechtolsheim, Rittmeister Wilhelm Kohler, sowie die Oberleutnante Wilhelm Conze und Josef Kammhuber. Zur Gruppe C gehörten neben ihm selbst die Hauptleute Wilhelm Schneckenburger, Kurt-Jürgen Freiherr von Lützow, die Rittmeister Gustav von Vaerst, Joachim Degener, Otto Beutler, sowie die Oberleutnante Otto Elfeldt, Karl-Erik Koehler und Erich Fronhöfer. Der Lehrgang begann in Deggendorf, für den 7.5 war der Quartierwechsel nach Passau und am 11.5. der Quartierwechsel nach Reichenhall geplant. Er heiratete etwa zu dieser Zeit die fast zehn Jahre jüngere Doris Elisabeth Hohmann, Tochter von Christian Friedrich Hohmann. Am 1. November 1929 (11) wurde er zum Hauptmann befördert.

Regimentsstab vom 3. (Preußisches) Infanterie-Regiment in Deutsch Eylau.

Sein Sohn Eberhard Martin Uebe wurde am 22. Dezember 1930 in Allenstein geboren.

1933 als Nachfolger von Hauptmann Friedrich Pflugbeil zum Chef der 11. Kompanie vom 3. (Preußisches) Infanterie-Regiment in Osterrode (Ostpreußen). Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht kam er am 1. Oktober 1934 unter Beibehaltung seines bisherigen Standorts als Lehrer und Aufsichtsoffizier zur Infanterieschule nach Dresden. Zum 1. Mai 1935 (13) wurde er zum Major befördert. Bei der Enttarnung der Einheiten war er am 15. Oktober 1935 Lehrer und Aufsichtsoffizier an der Kriegsschule München. Im Jahr 1937 wohnte er privat in der Germaniastraße 9 in München M23 und hatte die Telefonnummer 360653. Am 10. November 1938 wurde er als Nachfolger von Oberstleutnant Ernst Klüg zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 42 in Bayreuth ernannt. In dieser Funktion befand er sich dann auch noch bei Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939. Er führte sein Bataillon im Verband der 46. Infanterie-Division in den Polenfeldzug. Er ist bei den Kämpfen um Warschau am Mittag des 25. September 1939 durch eine Fliegerbombe am Fort Tsche gefallen. Ein Splitter erwischte ihn dabei. Er wurde daraufhin auf dem Friedhof Ursynow beigesetzt. Später wurde er auf den Heldenfriedhof Warschau-Powazki überführt. Seine Vertretung als Bataillonskommandeur bei den Kämpfen um Warschau übernahm Hauptmann Paul Audorff. 

Er hatte mehrere Geschwister, davon mindestens 3 Brüder und 2 Schwestern:
Sein älterer Bruder war der am 22. Juni 1894 in Kammin in Pommern geborene Martin Karl Theodor Uebe. Dieser schlug ebenfalls nach seiner Ausbildung im Kadettenkorps die Laufbahn als Offizier ein. Er wurde in der Kadettenschule Bensberg und in der Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde asgebildet. In der letzten gehörte er vom 1. März 1914 bis zum 1. August 1914 zur Kriegsschulklasse. Wegen des Ausbruchs des 1. Weltkrieges wurde er am 11. August 1914 von der Hauptkadettenanstalt als Leutnant zum 8. Westfälisches Infanterie-Regiment "Herzog Ferdinand von Braunschweig" Nr. 57 überwiesen. Vom 13. August 1914 bis zum 9. September 1914 gehörte er zum Ersatz-Bataillon des Regiments in Wesel. Am 20. September 1914 wurde er zur 1. Kompanie vom aktiven Regiment ins Feld entsendet. Am 23. Oktober 1914 wurde er bei Aubers durch Gewehrgeschosse in Arm und Bein verwundet. Daraufhin lag er vom 29. Oktober 1914 bis zum 5. Januar 1915 im Reservelazarett Gummersbach. Vom 6. Januar 1915 bis zum 1. Februar 1915 gehörte er zum 1. Ersatz-Bataillon seines Regiments. Vom 2. Februar 1915 bis zum 17. März 1915 gehörte er zum 2. Ersatz-Bataillon seines Regiments in Angermund. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 27. Februar 1915 verliehen. Am 22. März 1915 kam er zur 5. Kompanie vom Reserve-Infanterie-Regiment 256 ins Feld. Am 30. März 1915 war er an einem Bluterguß im Kniegelenk erkrankt. Daraufhin befand er sich ab diesem Tag bis zum 14. April 1915 im Kriegslazarett 131 Suwalki. Vom 15. April 1915 bis zum 18. April 1915 gehörte er zur 8. Kompanie vom Reserve-Infanterie-Regiment 256. Ab dem 19. April 1915 war er Kompanieführer der 6. Kompanie dieses Regiments. Am 18. Oktober 1916 wurde er als Beobachter-Offizier zur Feldflieger-Abteilung 58 kommandiert. Es folgte am 17. Januar 1917 eine Kommandierung zur Flieger-Abteilung (A) 217. Dorthin wurde er am 27. Februar 1917 auch versetzt. Am 26. Aprl 1917 wurde er zum Armee-Flugpark versetzt. Am 30. April 1917 wurde er zum Armee-Flugpark 6 versetzt. Von dort wurde er am 4. Mai 1917 vom Kofl 6 zur Flieger-Abteilung 26 kommandiert. Dorthin wurde er am 28. Mai 1917 auch versetzt. Im Herbst 1917 wurde er leicht verwundet. Am 12. März 1918 ist er an seinen Verletzungen bei einem Absturz in Meulebeke gestorben. Er ruht auf dem Friedhof Menen in Flandern.
Ein jüngerer Bruder war der am 1. Mai 1900 in Kammin geborene spätere Generalmajor Klaus Uebe.
Seine jüngere Schwester war die am 14. Mai 1903 in Bensberg geborene Ruth Hanna Elisabeth Uebe.