Steinwachs, Heinrich Ludwig Eugen 'Heinz'

 

* 5. Oktober 1897, Neuss

† 6. Januar 1972, St. Elisabeth (Südafrika)

 

 

Heinz Steinwachs war das älteste Kind vom Infanterieoffizier Adolf Ravan Octav Steinwachs und dessen Ehefrau Johanna Albertine Margaretha 'Augusta', geborene Merkens. Er trat als Kriegsfreiwilliger am 9. August 1914 als Fahnenjunker in die Bayerische Armee ein. Er kam dabei zur Ersatz-Abteilung vom Königlich Bayerisches 7. Feldartillerie-Regiment "Prinzregent Luitpold", wo er der 2. Ersatz-Batterie zugeteilt wurde. Ab dem 17. August 1914 befand er sich beim Feldrekruten-Depot II. Dort wurde er am 14. Oktober 1914 zum Fahnenjunker-Unteroffizier befördert. Als solcher wurde er am nächsten Tag vom 20. Oktober 1914 bis zum 2. Dezember 1914 zur Feldartillerie-Schießschule nach Jüterbog kommandiert. Am 9. Januar 1915 wurde er zum mobilen Regiment an die Front versetzt und dort der 1. Batterie zugeteilt. Am 13. Januar 1915 erlitt er eine Quetschung und Bluterguß am linken Augenlid und eine Verziehung der linken Pupille. Danach wurde er täglich bis zum 22. Januar 1915 im Kriegslazarett Peronne behandelt. Am 24. Februar 1915 wurde er dorz zum Fähnrich, vorläufig ohne Patent, befördert. Am 27. März 1915 wurde er zur 4. Batterie vom Königlich Bayerisches 3. Feldartillerie-Regiment "Prinz Leopold" versetzt. Zwischen dem 27. März 1915 und dem 23. Juli 1915 war er bei den Kämpfen um St. Mihiel im Einsatz. Am 24. Juli 1915 wurde er zur 5. Batterie versetzt. Am 12. August 1915 wurde er zum Leutnant, vorläufig ohne Patent, befördert. Danach wude er als Zugführer in der 5. Batterie vom 3. Feldartillerie-Regiment "Prinz Leopold" verwendet. Am 18. Oktober 1915 wurde er zur 1. Batterie versetzt, bevor er am 24. Dezember 1915 wieder zur 5. Batterie zurückkehrte. Vom 29. Dezember 1915 bis zum 14. März 1916 befand er sich wegen Harn- und Blasenleiden im Lazarett St. Nikolaus in Mosty. Nach seiner Genesung wurde er am 15. März 1916 an der Front bei der 3. Batterie seines Regiments eingeteilt. Am 23. Mai 1916 wurde er wieder in die 1. Batterie vom 3. Feldartillerie-Regiment "Prinz Leopold" versetzt. Am 1. Juni 1916 erkrankte er im Urlaub in Soest an doppelter Mandelentzündung mit Drüsenanschwellung am Halse. Bis zum 10. Juni 1916 befand er sich in Soest in ambulanter Behandlung. Es folgte am 22. Juli 1916 seine Versetzung zur 6. Batterie seines Regiments. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 16. August 1916 verliehen. Am 6. März 1917 wurde er als Batterieoffizier zur 9. Batterie vom 3. Feldartillerie-Regiment "Prinz Leopold" versetzt. Nicht einmal zwei Monate später wurde er am 23. April 1917 zum Adjutant der III. Abteilung seines Regiments ernannt. Am 9. Oktober 1917 wurde ihm sein Patent als Leutnant vom 18. Oktober 1914 verliehen. Am 22. März 1918 wurde er leicht verwundet durch feindliches Artilleriegeschoß am linken Arm. Vom 25. März 1918 bis zum 1. Mai 1918 wurde er im Lazarett der Herzogin Karl Theodor in München behandelt. Vom 2. Mai 1918 bis zum 16. Mai 1918 war er dann bei der II. Ersatz-Abteilung vom 3. Feldartillerie-Regiment "Prinz Leopold" im Einsatz. Danach kehrte er am 19. Mai 1918 wieder zum mobilen Regiment an die Front zurück. Das Verwundetenabzeichen in Schwarz wurde ihm am 3. Juni 1918 verliehen. Vom 15. Juli 1918 bis zum 31. Oktober 1918 wurde er zum Regimentsstab kommandiert. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm während dieser Zeit am 7. Oktober 1918 verliehen. Am 1. November 1918 wurde er mit der Stelle als Batteriechefs der 7. Batterie vom 3. Feldartillerie-Regiment "Prinz Leopold" beliehen. Am 1. Februar 1919 wurde er zum Bezirkskommando Amberg kommandiert. Am 6. Juni 1919 wurde er zur I. Abteilung vom 4. leichtes Reichswehr-Artillerie-Regiment 24 versetzt. Im Jahr 1919 wurde er in das Reichsheer übernommen und dort auch vereidigt. Am 15. November 1919 wurde er zum Württembergisches Reichswehr-Artillerie-Regiment 13 kommandiert. Am 27. Februar 1920 wurde er in dieses auch versetzt. Bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 gehörte er noch immer zum Reichswehr-Artillerie-Regiment 13 der Reichswehr-Brigade 13. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er als Battrieoffizier in das Artillerie-Regiment 5 übernommen. 1922 wurde ihm ein neues Rangdienstalter als Leutnant vom 1. September 1915 (304) zugewiesen. Spätestens ab dem Frühjahr 1923 war er Batterieoffizier in der 6. (Badische) Batterie vom 5. Artillerie-Regiment in Ulm. 1925 gehörte er als Batterieoffizier zur 4. Batterie vom 4. Artillerie-Regiment in Bautzen. Bei dieser wurde er am 31. Juli 1925 zum Oberleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1925 (257) festgelegt. Er heiratete am 24. September 1926 die siebeneinhalb Jahre jüngere Margot Ruth Anita Selma von Ribbentrop, Tochter vom Leutnant a.D. Constantin von Ribbentrop, in München. Am 1. Oktober 1926 begann er sein Führergehilfenausbildung beim Stab der 4. Division der Reichswehr in Dresden. Sein ältester Sohn Jochen Joachim Bruno Adolf Steinwachs wurde am 9. August 1928 in Neu-Ulm geboren. Im Frühjahr 1929, 1930 und 1931 gehörte er etatmäßig noch als Batterieoffizier zur 9. Batterie vom 1. (Preußisches) Artillerie-Regiment in Allenstein. Er lebte ab Anfang 1930 privat in der 1. Etage der Voitstraße 3 in München. Bei der 9. Batterie vom 1. (Preußi.) Artillerie-Regiment in Allenstein wurde er am 1. Mai 1931 (1) zum Hauptmann befördert. Bald darauf wurde er zum Chef der 9. (kw) Batterie vom 7. (Bayerisches) Artillerie-Regiment in Fürth (Bayern) ernannt. Im Herbst 1932 schied er aus dem aktiven Dienst der Reichswehr aus. Vielleicht geschah dies im Zsammenhang mit der italienischen Affäre um seine Schwester. Seine Nachfolge als Chef der Batterie in Fürth trat Hauptmann Hermann Lichtenberger am 1. November 1932 an.

1930 wohnte er privat in der 1. Etage der Voitstraße 3 in München. Seine älteste Tochter Karin Siegrid Elfriede Barbara Steinwachs wurde am 21. März 1933 in München geboren. Etwa zu dieser Zeit zog die Familie in die Leopoldstraße 20 in München um. Sein jüngster Sohn Horst Dieter Ravan Steinwachs wurde am 23. Januar 1935 in Freiburg im Breisgau geboren. Seine jüngste Tochter Heide Ulrike Sybille Steinwachs wurde am 9. Februar 1939 ebenfalls in Freiburg geboren. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg wurde er als Hauptmann z.V. wieder einberufen. Sein jüngster Sohn Horst Dieter Ravan Steinwachs starb am 29. November 1941 um 21:35 Uhr in der Bergmannstraße 1 in Ludwigshafen am Rhein. Als Todesursache wurde Schädelbruch und Sturz von der Treppe angegeben. Er wohnte damals eigentlich in der Richard-Strauß-Straße 1 in Freiburg im Breisgau und hatte dort die Telefonnummer 4877. Bei seiner Ehefrau war damals unter der gleichen Adresse noch ein Kinder-Fremdenheim eingetragen. Er gehörte zur Sturmgeschütz-Abteilung 197, deren Kommandeur er auch mehrmals war. Das Deutsche Kreuz in Gold wurde ihm 25. März 1942 verliehen. Durch die Umbenennung seiner Einheit wurde er am 31. März 1943 in Bruck an der Leitha zum Kommandeur der schwere Panzerjäger-Abteilung 653 ernannt. 1944 war er als Oberstleutnant z.V. Kommandeur vom Panzer-Artillerie-Regiment 116. Als solcher wurde ihm am 15. April 1944 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Im Herbst 1944 war er Kommandeur vom Heeres-Artillerie-Korps 403. Sein Vater starb Ende des Jahres 1945 in Baden-Baden. Nach dem Krieg war er selbst als Kaufmann tätig. Ab 1948 betrieb er eine Firma Steinwachs & Co in der Waldkircher Straße 15 in Denzlingen. Die drei persönlich haftenden Gesellschafter waren er, seine Schwester und seine Mutter, die alle noch in der Richard-Strauß-Straße 1 in Freiburg wohnten. Er und seine Schwester waren allein berechtigt. Die Firma stellte Kunststeinziegeln und ähnluches im Kunststeinwerk Denzlingen her. Auch seine Mutter wohnte 1950 bei ihm in der Vordere Steige 1 in Freiburg und hatte dort die Telefonnummer 6274. 1970 wanderte er nach Südafrika aus, wo er zwei Jahre später auch starb. Seine Witwe kehrte daraufhin nach Deutschland zurück.

 Er hatte noch eine Schwester:
Seine jüngere Schwester war die am 3. August 1900 in Koblenz geborene Grete Steinwachs. Diese wurde beim Eisenbahnunfall von Bellinzona am 23. April 1924 schwer verletzt. Anfang der dreißiger Jahre war sie auch in eine italienische Spionageaffäre verwickelt, wurde aber, im Gegensatz zum Hauptangeklagten, dabei freigesprochen.

 

Ritterkreuz (15. April 1944)