Busch, Ernst

 

* 6. Juli 1885, Essen-Steele

† 17. Juli 1945, London

Ernst Busch legte sein Abitur an der Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde ab und trat anschließend als Fähnrich in das Infanterie-Regiment "Herwart von Bittenfeld" Nr. 13 in Münster ein. Der Offizierssohn wurde am 10. Juni 1904 zum Leutnant befördert. Im Herbst 1906 wurde er zum Infanterie-Regiment Nr. 57 versetzt. Am 16. Juni 1913 wurde er zum Oberleutnant befördert. 1913 kam er an die Kriegsschule Kassel. Bei Kriegsausbruch führte er die 11. Kompanie des Infanterie-Regiment "Vogel von Falkenstein" Nr. 56. Am 27. Januar 1915 wurde er zum Hauptmann befördert. Im Juni 1916 wurde er zum Kommandeur des II. Bataillons ernannt. Am 4. Oktober 1918 wurde ihm als Hauptmann und Kommandeur des II./Infanterie-Regiment 56 für das Abwenden eines feindlichen Durchbruches während der Schlacht in der Champagne der Orden "Pour le Merité" verliehen. Im Herbst 1918 war er wieder Kompaniechef in seinem Regiment. Nach Kriegsende wurde er in das Reichsheer übernommen. Zuerst wurde er als Kompaniechef im Reichswehr-Schützen-Regiment 13 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres kam er dann zum 18. Infanterie-Regiment. Im Sommer 1921 wurde er dann in den Stab der 6. Division der Reichswehr versetzt. Am 1. Oktober 1924 wurde er dann in den Generalstab vom Gruppenkommando 1 versetzt. Dort wurde er am 1. April 1925 zum Major befördert. Am 1. Oktober 1925 wurde Busch in das Reichswehrministerium versetzt. Am 1. Oktober 1928 wurde er dann zum Stab der 2. Division der Reichswehr versetzt. Am 1. Februar 1930 wurde er zum Oberstleutnant befördert und gleichzeitig zum Kommandeur des III. Bataillons vom 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment ernannt. Am 1. Januar 1932 wurde er dann zum Kommandeur des 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment ernannt. Am 1. Dezember 1932 wurde er in dieser Funktion zum Oberst befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr wurde sein Regiment zum Infanterie-Regiment Potsdam umbenannt. Am 1. Oktober 1935 wurde er zum Generalmajor befördert. Bei der Enttarnung der Verbände am 15. Oktober 1935 wurde er zum Kommandeur der 23. Infanterie-Division ernannt. Am 1. Oktober 1937 folgte seine Beförderung zum Generalleutnant. Am 4. Februar 1938 wurde er, unter gleichzeitiger Beförderung zum General der Infanterie, zum Kommandierenden General des VIII. Armeekorps ernannt. Dieses Korps führte er dann zu Beginn des 2. Weltkrieges beim Angriff auf Polen. Wegen der hervorragenden Führungsleistung im Polenfeldzug wurde Ernst Busch am 23. Oktober 1939 zum Oberbefehlshaber der 16. Armee ernannt. Im Frankreichfeldzug stürmte die Armee durch die Champagne, durchstieß den Sperr-Riegel an der Aisne und stand somit hinter der Maginot-Linie. Für diesen Erfolg wurde ihm am 26. Mai 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Außerdem wurde er am 19. Juli 1940 zum Generaloberst befördert. Auch zu Beginn des Russlandfeldzuges führte Ernst Busch die 16. Armee beim Vorstoß auf die Waldai-Höhen 1941. Am 21. Oktober 1941 wurde er namentlich in einer Sondermeldung zum Wehrmachtsbericht genannt: "Trotz andauernder starker Bedrohung ihrer Ostflanke drehte die Masse der Armee des Generaloberst Busch zusammen mit der Panzerarmee des Generaloberst Hoepner zunächst nach Norden ein." 1942 und 1943 führte er die Armee bei den schweren Abwehrkämpfen am Wolchow und südlich des Ilmensees. Am 1. Februar 1943 wurde er zum Generalfeldmarschall befördert. Für die Leistungen der Armee während der schweren Abwehrkämpfe am Wolchow wurde ihm am 21. August 1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. Am 12. Oktober 1943 wurde er Nachfolger des verunglückten Generalfeldmarschalls von Kluge als Oberbefehlshabers der Heeresgruppe Mitte. Nach der Vernichtung der Heeresgruppe im Sommer 1944 schob Hitler ihm die Verantwortung zu und er wurde am 27. Juni 1944 seines Postens enthoben und in die Führerreserve des OKH versetzt. Er wurde die nächste Zeit nicht weiter verwendet. Bei der Trauerfeier für General der Infanterie Schmundt hielt er eine Rede. Erst im März 1945 wurde Busch noch zum OB Nordwest ernannt. Am 7. Mai 1945 musste er bei Flensburg kapitulieren und geriet in britische Gefangenschaft. Am 17. Juli 1945 starb er im Lager Aldershot an einem akuten Angina-Pectoris-Leiden.

 

Ritterkreuz (26. Mai 1940); Eichenlaub (21. August 1943)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011