Infanterieführer II
12. Infanterie-Division

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1.  Einsatz und Unterstellung:

Der Stab der Division wurde als Infanterieführer II am 1. Oktober 1934 in Schwerin, im Wehrkreis II, gebildet. Der Name war eine Tarnbezeichnung bei der Erweiterung der Reichswehr. Am 15. Oktober 1935 wurde der Stab bei der Enttarnung zur 12. Infanterie-Division umbenannt. Bereits am 12. Juli 1939 wurde die Division mobil gemacht und Ende Juli per Schiff nach Pillau verlegt. Hier wurde sie dem Korps z.b.V. unterstellt und griff am 1. September 1939 die polnischen Grenzstellungen östlich von Mlawa an. Die Division erreichte nach sechs Tagen den Narew zwischen Ostrolenka und Rozan. Anschließend marschierte die Division über Brok nach Siedlce und dann östlich an Warschau vorbei bis in den Raum nördlich von Garwolin. Nach Beendigung des Polenfeldzuges wurde die Division Besatzungstruppe in Polen und verlegte im Dezember 1939 in den Raum Siegburg zur Heeresgruppe B. Zu Beginn des Westfeldzuges durchquerte die Division von Prüm aus Luxemburg und überschritt bei Heer die Maas. Anschließend durchbrach die Division die Maginot-Linie im Raum Trélon - Ohain. Anschließend verfolgte sie den geschlagenen Gegner bis in den Raum Arras - Monchy. Der anschließende Angriff über die Scarpe führte die Division bis in den Raum südwestlich von Lille. Während der zweiten Feldzugphase, der "Schlacht um Frankreich", marschierte die Division zur Somme und drehte dann auf St. Valéry ein. Östlich von Rouen wurde die Seine überquert und der Vormarsch bis zur Loire fortgesetzt, die östlich von Nantes überschritten wurde. Nach dem Waffenstillstand verblieb die Division in West-Frankreich als Besatzungstruppe. Die Division mußte rund 1/3 ihrer Stärke für Neuabstellungen abgeben: Stab und III. / Infanterie-Regiment 27, III. / Infanterie-Regiment 48 und III. / Infanterie-Regiment 89 kamen zur 110. Infanterie-Division und wurden neu aufgestellt. Ende Mai 1941 verlegte die Division nach Ostpreußen. Ab dem 22. Juni 1941 nahm sie am Rußlandfeldzug teil und stieß aus dem ostwärts von Goldap auf Kowno vor. Südlich von Dünaburg wurde die Düna überschritten und die Division marschierte über Kraslaw und Ssebelino bis südlich von Cholm am Lowatj. Ab September kam es zu ersten Abwehrkämpfen bei Demjansk, denen sich im Oktober 1941 der Vorstoß bis in die Waldaihöhen anschloß. Nachdem im Januar 1942 das II. Armeekorps in Demjansk von russischen Truppen eingeschlossen worden war, kämpfte die Division in Kampfgruppen aufgegliedert, wobei sie meist im Süden der Kesselfront stand. In diesem Raum kämpfte die Division die folgenden Monate. Nach der Mitte März 1943 erfolgten Räumung des ehemaligen Kessels von Demjansk kämpfte die Division südlich von Staraja Russa. Hier verblieb die Division bis Herbst 1943, bis sie nach Newel verlegt wurde. Ende Dezember 1943 verlegte sie nach Witebsk, wo sie schwere Verluste erlitt. Im März 1944 verlegte die Division in den Raum Mogilew. Hier wurde die Division im Juni 1944 von der russischen Großoffensive gegen die Heeresgruppe Mitte getroffen und bei Mogilew und Grodno vernichtet. Ab dem 3. August 1944 wurde die Division als 12. Volks-Grenadier-Division auf dem Truppenübungsplatz Gruppe neu aufgestellt.

 

1939

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
September Gkdo. z.b.V. 3. Armee Nord Ostpreußen, Polen
Dezember Reserve   B Siegburg

1940

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Mai - Reserve A Luxemburg, Maubeuge
Juni II 4. Armee B Somme, Nantes, Vendee
August II 6. Armee B West-Frankreich
4. September V 16. Armee A Frankreich

1941

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar V 16. Armee A Frankreich
10. April z.Vfg. 16. Armee A Frankreich
26. Mai II 16. Armee Nord Ostpreußen, Demjansk

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar II 16. Armee Nord Demjansk
22. Februar X 16. Armee Nord Demjansk
27. Februar II 16. Armee Nord Demjansk

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar II 16. Armee Nord Demjansk, Nevel

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar IX 3. Panzerarmee Mitte Witebsk
März XXXIX 4. Armee Mitte Mogilew, Grodno

*Hinweis: Die Unterstellungen sind jeweils ab dem genannten Datum/Zeitraum gültig.

 

2. Divisionskommandeure:

General der Artillerie Wilhelm Ulex 1. August 1935 - 6. Oktober 1936

Generalleutnant Albrecht Schubert 6. Oktober 1936 - 1. April 1938

Generalleutnant Ludwig von der Leyen 1. April 1938 - 10. März 1940

Generalleutnant Walter von Seydlitz-Kurzbach 10. März  1940 - 1. Januar 1942

Oberst Karl Hernekamp 1. Januar 1942 - 1. März 1942

Generalleutnant Kurt-Jürgen Freiherr von Lützow 1. März 1942 - 1. Juni 1942

Oberst Gerhard Müller 1. Juni 1942 - 11. Juli 1942

Oberst Wilhelm Lorenz 11. Juli 1942 - 20. Juli 1942

Generalleutnant Kurt-Jürgen Freiherr von Lützow 20. Juli 1942 - 25. Mai 1944

Generalleutnant Curt Jahn 25. Mai 1944 - 4. Juni 1944

Generalleutnant Rudolf Bamler 4. Juni 1944 - 28. Juni 1944

Generalmajor Gerhard Engel 28. Juni 1944 - Vernichtung

 

1. Generalstabsoffizier:

Oberstleutnant i.G. Norbert Holm 18. März 1936 - 12. Oktober 1937

Oberstleutnant i.G. Bernhard Steinmetz 12. Oktober 1937 - 10. November 1938

Oberstleutnant i.G. Erich Löhr 10. November 1938 - 5. Februar 1940

Major i.G. Hermann Teske 5. Februar 1940 - 1. November 1940

Oberst i.G. Ingo von Collani 1. November 1940 - 24. Dezember 1942

Oberstleutnant i.G. Horst von Throtha 24. Dezember 1942 - 1. Februar 1944

Major Claus Bauer März 1944 - Vernichtung

 

3. Gliederung:

Infanterieführer II (1. Oktober 1934):

Infanterie-Regiment Lübeck (Stab, I.-III., Ausb.)

Infanterie-Regiment Rostock (II., III.)

Infanterie-Regiment Döberitz (Stab, I.-III.)

Artillerie-Regiment Schwerin (Stab, I.-V.)

Pionier-Bataillon Stettin B

Nachrichten-Abteilung Pasewalk

 

12. Infanterie-Division (15. Oktober 1935):

Infanterie-Regiment 6 (Stab, I.-III.)

Infanterie-Regiment 27 (Stab, I.-III.)

Infanterie-Regiment 48 (Stab, I.-III.)

Artillerie-Regiment 12 (Stab, I.-III.)

Artillerie-Regiment 48 (I., II.)

Panzerabwehr-Abteilung 12

Pionier-Bataillon 12

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 12

 

12. Infanterie-Division (6. Oktober 1936):

Infanterie-Regiment 27 (Stab, I.-III.)

Infanterie-Regiment 48 (Stab, I.-III.)

Infanterie-Regiment 89 (I.)

Artillerie-Regiment 12 (Stab, II., III.)

Artillerie-Regiment 48 (I., II.)

Panzerabwehr-Abteilung 12

Pionier-Bataillon 12

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 12

 

12. Infanterie-Division (12. Oktober 1937):

Infanterie-Regiment 27 (Stab, I.-III.)

Infanterie-Regiment 48 (Stab, I., II., Erg.)

Infanterie-Regiment 89 (Stab, I., II.)

Artillerie-Regiment 12 (Stab, I.-III.)

Artillerie-Regiment 48 (I., II.)

Aufklärungs-Abteilung 12

Panzerabwehr-Abteilung 12

Pionier-Bataillon 12

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 12

 

12. Infanterie-Division (10. November 1938):

Infanterie-Regiment 27 (Stab, I.-III.)

Infanterie-Regiment 48 (Stab, I., II., Erg.)

Infanterie-Regiment 89 (Stab, I.-III.)

Artillerie-Regiment 12 (Stab, I., III.)

Artillerie-Regiment 48 (I., II.)

Panzerabwehr-Abteilung 12

Pionier-Bataillon 12

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 12

 

12. Infanterie-Division (September 1939):

Infanterie-Regiment 27 (Stab, I.-III.)

Infanterie-Regiment 48 (Stab, I.-III.)

Infanterie-Regiment 89 (Stab, I.-III.)

Artillerie-Regiment 12 (Stab, I.-III.)

Artillerie-Regiment 48 (I.)

Beobachtungs-Abteilung 12

Aufklärungs-Abteilung 12

Panzerabwehr-Abteilung 12

Pionier-Bataillon 12

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 12

Feldersatz-Bataillon 12

Divisions-Versorgungs-Einheiten 12

 

12. Infanterie-Division (Sommer 1940):

Infanterie-Regiment 27

Infanterie-Regiment 48

Infanterie-Regiment 89

Artillerie-Regiment 12

Artillerie-Regiment 48 (I.)

Aufklärungs-Abteilung 12

Panzerjäger-Abteilung 12

Pionier-Bataillon 12

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 12

Feldersatz-Bataillon 12

Divisions-Versorgungs-Einheiten 12

 

4. Ersatz:

Für die Ersatzgestellung des Stabes war das Infanterie-Ersatz-Bataillon 89, später Grenadier-Ersatz-Bataillon 89, zuständig.

 

5. Literatur und Quellen:

Heinz Michaelis: Das Infanterie-Regiment 48. Weg und Schicksal eines Truppenteils in den Jahren 1934 - 1945, Selbstverlag, Berlin

    Teil I: Friedensjahre bis zur Verlegung nach Siegburg 1940, erschienen 1978

    Teil II: Der Feldzug im Westen bis zum Aufmarsch an der ostpreußischen Grenze (Juni 1941), erschienen 1986

    Teil III: Der Feldzug gegen die Sowjetunion

        Teilband 1: 22.6.1941 - 8.2.1942, erschienen 1988/89, 2 Bände

        Teilband 2: 8./9.2.1942 - 23.2.1943, erschienen 1991/92, 2 Bände

        Teilband 3: 1943 bis Sommer 1944, erschienen 1998/99, 2 Bände

 

Günter von der Weiden: Zerschossene Heimat. Das Grenadier-Regiment 48 östlich von Stolberg im Bereich Gressenich - Schevenhütte - Hamich und Jüngersdorf im Herbst 1944, Helios-Verlag, 2004

 

Gerhard Donat: Lützows wilde verwegene Schar - Das mecklenburgische Grenadier-Regiment 89 in beiden Weltkriegen, Biblio Verlag, Osnabrück 1990
 

Hermann Teske, "Bewegungskrieg - Führungsprobleme einer Infanterie-Division im Westfeldzug", Reihe "Die Wehrmacht im Kampf" Band 6, Scharnhorst Buchkameradschaft 141 Seiten

 

Ehrenliste der im 2. Weltkrieg 1939 - 1945 gefallenen, vermißten und verstorbenen Kameraden des Artillerie-Regiments 12, Hamburg-Harburg 1977

 

Georg Tessin: Verbände und Truppen der Deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 3. Die Landstreitkräfte 6–14. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf 1973


Werner Haupt: Die deutschen Infanterie-Divisionen, 3 Bände, Podzun-Verlag


Schematische Kriegsgliederungen 1939 - 1945 BA/MA RH 2/348 bis RH 2/355; RH 2/356K und R 2/769
Kriegstagebücher und sonstige Unterlagen BA/MA RH 26-12/
Kriegsgliederungen der 16. Armee RH 20-16/
Kriegsgliederungen der 6. Armee RH 20-6/