Pionier-Bataillon Stettin B
Pionier-Bataillon 12

Feldpostnummern:

Einheit Feldpostnummer Feldpostnummer
Stab 26862 gestr. März/45 67135 A
1. Kompanie 22724 gestr. März/45 67135 B
2. Kompanie 05798 gestr. März/45 67135 C
3. Kompanie 26679 gestr. März/45 67135 D
Kolonne  22720 gestr. Nov/43 -
Brückenkolonne C/D/B 22719 -

Vorläufig aufgestellt am 1. Oktober 1934 als Pionier-Bataillon Stettin B und der 12. Infanterie-Division unterstellt. Diese war Anfangs noch unter der Bezeichnung Infanterieführer II geführt. Es war durch Teilung des 2. (preuß.) Pionier-Bataillon aufgestellt wurden. Am 15. Oktober 1935 wurde das Pionier-Bataillon Stettin B in Pionier-Bataillon 12 umbenannt. 

Das Bataillon verlegte am 2. Oktober 1936 nach Lübeck. 

In Lübeck wurde das Bataillon am 12. Oktober 1937, unter Abgabe der 3. Kompanie zum neuen Pionier-Bataillon 12, zum Pionier-Bataillon 30 umbenannt. Endgültig aufgestellt wurde das Bataillon laut Tessin erst am 12. Oktober 1937, mit der Stadt Schwedt/Oder als Garnison. Aber in Wirklichkeit zog das Bataillon erst am 4. Dezember 1938 in seine neue Garnison. 

Am 9. Mai 1940 erreichte das Bataillon das Stichwort, das den Einsatz beim Westfeldzug auslöste. Die 1. Kompanie machte sich unter Führung von Leutnant Kuhn in Stromberg zum Abmarsch bereit. Die 2. Kompanie unter Hauptmann Heinberg wird in Elcherath, hart an der deutsch-belgischen Grenze zusammengezogen. Die 3. Kompanie unter Hauptmann Mackel steht in Hemmeres bereit, um die ihr schon bekannten Aufträge auszuführen. Dies sind das Beseitigen von Sperren und der Bau einer 16-Tonnen-Brücke über die Our. Die Sondereinheiten des Bataillons, die leichte Pionierkolonne und die Brückenkolonne C unter Hauptmann Thürsam bereiten für den 10. Mai 7:00 Uhr festgesetzten Abmarsch vor. Für die 1. Kompanie ergab sich am Morgen des 10. Mai 1940 noch die Gelegenheit sich von Stromberg zu verabschieden, das ihr mehr als ein halbes Jahr als Garnison diente. Bei ihr traf der Abmarschbefehl erst um 15 Uhr ein. Die 2. Kompanie tritt dagegen um 5:35 Uhr an. Der I. Zug stellt 3 Stoßtrupps die auf den Bahnhof Lommersweiler angesetzt sind. Der II. und der III. Zug der 2. Kompanie rücken mit der Gruppe Hentschel der 3. Kompanie vom Bataillon und der Kompanie Volquartzen des Infanterie-Regiment 89 über Maspelt nach Grüfflingen vor. Sie räumen als sogenannte Räumgruppe Hemmeres die dort verlegten 90 Panzer-Minen sowie Baumsperren von über 300 Meter Tiefe, um den Weg für die 7. Panzer-Division freizumachen. Dazu wird durch den II. und III. Zug der 3. Kompanie bei Angriffsbeginn eine 16-Tonnen-Brücke mit 40 Metern Länge über die Our gebaut. Bis zu deren Fertigstellung geht der Vormarsch der 7. Panzer-Division durch die Furt links der Brücke vonstatten. Um 10:30 Uhr ist die Brücke fertig. Während des Baus war dem Bataillon auch eine Kompanie vom Bau-Bataillon 208 unterstellt. Der I. Zug der 3. Kompanie war ab 5:35 Uhr zur Wegeerkundigung auf Maspelt angesetzt. Dabei beseitigte er zwei nicht verminte kleinere Baumsperren. Er kehrt um 12 Uhr zur 3. Kompanie zurück. Gegen 14 Uhr wird die 3. Kompanie zusammen mit der Kompanie vom Bau-Bataillon 208 zur Wegeausbesserung eingesetzt. Die Kompanie marschiert um 17 Uhr über Maspelt nach Grüfflingen ab. Die Gruppe Horn blieb als Brückenwache an der Brücke zurück. Die Bevölkerung ist nicht feindlich eingestellt und bewirtschaftet die eintreffenden Truppen. Das Bataillon übernachtet in Grüfflingen. In Grüfflingen stößt auch wieder die Gruppe Hentschel zur Kompanie, die bei der 2. Kompanie eingesetzt war. Die leichte Pionier-Kolonne und Brücken-Kolonne C sind am 10. Mai 1940 um 7 Uhr zum motorisierten Marsch in die Eifel unter Führung von Inspektor Kehrberg angetreten. Am 11. Mai 1940 tritt die 1. Kompanie zum Marsch nach Eitorf an. Um 2:30 Uhr beginnt die Verladung. Verladeoffizier ist Oberfeldwebel Kay. Um 5:40 Uhr erfolgt die Abfahrt ab Eitdorf über Siegburg - Troisdorf - Beuel - Sinzig - Remagen - Bad Neuenahr - Gerolstein - Prüm nach Bleialf. Dort erfolgt um 16:45 Uhr die Ausladung und anschließend der Marsch nach Großlangenfeld. Ab 23:30 Uhr ist die Kompanie dann dem III. Bataillon vom Infanterie-Regiment 27 unterstellt. Die 2. Kompanie erhielt den Vormittag des 11. Mai 1940 als Ruhe. Am Nachmittag rückte die 2. Kompanie nach Geilig (Gouvy) um anstelle der dort zerstörten Straßenbrücke einen neuen Übergang zu schaffen. Dieser wird über die Schienen des Bahnhofes hergestellt. Um 18 Uhr wird damit begonnen und um 1:30 Uhr am 12. Mai 1940 ist er mit 60 Metern Länge fertiggestellt. Die Kompanie übernachtet danach im Bahnhofsgebäude. Die 3. Kompanie ruhte am Morgen des 11. Mai 1940 noch in Grüfflingen. Die Gruppe Horn traf bei ihr um 9 Uhr wieder ein und meldete, daß die Brücke ohne jede Beschädigung auch schwerste Panzer getragen habe. Um 10 Uhr rückt dann der I. Zug der 3. Kompanie zur Beseitigung einer Baumsperre nördlich Holdingen, am Zollhaus zur Schmiede, ab. Um 15 Uhr marschiert dann die ganze 3. Kompanie über Oudler - Dörler - Holdingen - Beslingen nach Lomerscher. Um 16:30 Uhr werden dann der II. und der III. Zug der 3. Kompanie bei Lomerscher auf dem Wege nach Geilig zum Ausbau eines Umgehungsweges angesetzt. Die Hauptstraße war durch eine tiefe Trichtersprengung unbefahrbar. Um 21 Uhr werden die Arbeiten eingestellt. Die Kompanie bezieht ein Alarmquartier in den Scheunen von Lomerscher. Die 3. Kompanie wurde am 12. Mai 1940 um 1 Uhr alarmiert und rückte bis Somerain vor. Da die Vormarschstraße verstopft war, traf die 3. Kompanie erst um 4:30 Uhr ein. Am 12. Mai 1940, Pfingstsonntag, überschritt die 1. Kompanie um 3:40 Uhr die deutsch-belgische Grenze. Der Marschweg geht über Oudler - Espeler nach Deifeld, welches um 9:15 Uhr erreicht wird. Die Marschleistung betrug 45 Kilometer. Um 5:00 Uhr rückte der I. Zug der 3. Kompanie auf der Straße Mont - Wibrin - Nadrin - Berismenil - Maboge vor und beseitigt kleinere Baumsperren. Der Rest der 3. Kompanie wird bei Somerain zur Verstärkung und Ausbesserung einer Brücke über einen Trichter angesetzt, dort ist man um 10:30 Uhr fertig. Die 2. Kompanie marschiert um 6:00 Uhr, nach 4-stündiger Ruhe, über Cherau - Nadrin nach Laroche weiter, wo man gegen 20:30 Uhr eintrifft. Die Marschleistung beträgt 41 Kilometer. Der II. Zug der 3. Kompanie erhält dann um 10:30 Uhr den Befehl über Les Tailles - Chambrehez - Sambree nach Laroche zu marschieren, um Sperren zu beseitigen. Da die befohlene Straße durch Kolonnen verstopft ist, kann der Auftrag aber nicht ausgeführt werden. Nach Meldung an das Bataillon erhält der Zug den Befehl, auf einer inzwischen freigemachten Straße nach Sambree zu marschieren. Am 12. Mai um 16:30 Uhr ist die 3. Kompanie dann vollzählig in Sambree versammelt. Um 18 Uhr wird die 3. Kompanie mit einer unterstellten Straßenbau-Kompanie zur Schaffung eines Ausweichweges um einen tiefen Trichter in der Straße angesetzt. Um 20 Uhr rückte die Kompanie ab, und marschiert über Beresnil - Maboge nach Laroche. In Laroche bezieht die 3. Kompanie im Hotel d'Ourthe Quartier. Auch die Kolonnen des Bataillons erreichen am 12. Mai 1940 Laroche. Die 3. Kompanie setzt am 13. Mai 1940 um 5 Uhr zwei Spähtrupps auf Krädern unter Unteroffizier Skirke und Unteroffizier Köllner zur Wegeerkundigung an. Der II. und der III. Zug rücken auf der Straße Laroche - Marche mit auf Trägertrupps verlastetem Gerät vor, um 4 Baumsperren mit Tiefen zwischen 20 und 40 Metern zu beseitigen. Feldwebel Faustmann von der 3. Kompanie erhält den Auftrag, mit einem Minensuchtrupp die bei Liegeon liegenden Minen aufzunehmen, es werden 25 französische Minen aufgenommen. Die 2. Kompanie beginnt am 13. Mai 1940 um 6 Uhr, mit dem I. Zug der 3. Kompanie, mit dem Aufräumen einer verminten Straße und Ausfüllen von zwei durch Brunnenminen verursachten Trichtern, Trichtertiefe 5 Meter, Trichterlänge 25 Meter. Für die Trichter dauert die Arbeitszeit von 9 Uhr bis 12 Uhr. Die 1. Kompanie erreicht am 13. Mai 1940 um 7:30 Uhr Laroche und bezieht nach drei Nächten ohne Schlaf und einer Marschleistung von 83 Kilometern in 30 Stunden im Ardennen-Hotel Quartier. Um 16 Uhr geht es für die 1. Kompanie dann wieder weiter. Um die Kompanie beschleunigt nach vorne zu bringen, soll sie auf Fahrzeuge der Panzerjäger-Abteilung 12 verlastet werden. Um 16 Uhr sammelt auch die 3. Kompanie an der Straßenkreuzung Laroche - Marche, Genes - Hodister. Hier wird verpflegt und Gerät in Ordnung gebracht. Die 3. Kompanie marschiert dann über Ligneres - Bande - Grune - Nassogne - Ambly bis nach Jemelle. Von dort aus geht es im Fußmarsch weiter über Rochefort nach Houyet. Die Fahrzeuge fahren zurück und holen die 2. Kompanie ebenfalls nach Houyet. Die 2. Kompanie trifft um 23 Uhr in Houyet ein. Die Fahrzeuge der Panzerjäger-Abteilung 12 treffen erst am Abend um 22:00 Uhr bei der 1. Kompanie ein und um 22:30 Uhr ist Abfahrt nach Houyet, welches um 4 Uhr erreicht wird. Die Nacht verbringt das Bataillon geschlossen in guten, vom Tross vorbereiteten Quartieren in Houyet. Die 2. Kompanie wird am 14. Mai 1940 im motorisierten Marsch zur Maas nach Heer gebracht, wo im Laufe des Spätnachmittags und der Nacht von der 1. Kompanie eine Brücke mit T-Gerät über die Maas geschlagen wird. Die 3. Kompanie marschiert am 14. Mai 1940 um 11 Uhr über Mesnil - St. Blaise bis zum Punkt 40, etwa 1 Kilometer vor der Maas. Hier stellt die 3. Kompanie dann die Fahrzeuge in einem Wald unter und rückt zur Fährstelle Bac du Prince. Sie übernimmt um 12:30 Uhr den Fährbetrieb vom Pionier-Bataillon 2. Mit 2 C-Doppelfähren setzte die 3. Kompanie dann die PJK 14, Trossteile der Infanterie-Regimenter 94 und 96 und eine Flak-Batterie über. Die Züge waren so angesetzt, daß je 2 Züge die Fähren besetzten und ein Zug in Ruhe lag. Die 1. Kompanie marschierte am 14. Mai 1949 um 13 Uhr auf Fahrzeugen der 3. Kompanie vom Pionier-Bataillon 162 ab und wurde nach 20 Kilometern Marsch wegen Feindeinwirkung abgesessen. Die Kompanie geht daraufhin gruppenweise bis an die Brückenstelle über die Maas in Höhe des Bahnhofs Heer-Agimont (Bac du Prince) vor. Dort wird gerade das Pionier-Bataillon 2 beim Floßsack-Übersetzen durch die 3. Kompanie abgelöst. Sofort beginnt die 1. Kompanie auch mit den Vorbereitungen für eine 10-Tonnen-Kriegsbrücke mit T-Gerät. Es sind 136 Meter zu überbrücken. Die 2. Kompanie wird etwa 1 Kilometer stromaufwärts in der Gegend von Givet zum Bau von Fähren angesetzt und fährt diese dann auch ein. Um 17 Uhr treffen die angeforderten Bockwagen der T-Kolonne ein. Um 18 Uhr wird mit dem Bau der Landstrecken begonnen. Für das Freimachen der Anmarschstraßen und zum Heranführen des benötigten Brückengeräts werden bereits die ersten Gefangenentrupps verwendet. Um den Fährbetrieb zu beschleunigen übernahm der in Ruhe liegende Zug der 3. Kompanie von 21:00 bis 00:00 Uhr das Übersetzen von 2 Bataillonen des Infanterie-Regiment 27 und eines Bataillons des Infanterie-Regiment 89 in Floßsäcken. In der kurzen Zeit von 40 Minuten wurde durchschnittlich ein Bataillon über die Maas gebracht. Gegen Mitternacht meldet der Brückenoffizier Leutnant Kuhn das fertigstellen der Brücke. Nach Zurücklassen einer Brückenwache bezieht die Kompanie am jenseitigen Ufer in Bac du Prince Quartier. Hier wird dann die Mittagsration vom vorigen Tag empfangen. In der Morgendämmerung des 15. Mai 1940 gegen 3 Uhr fährt die 3. Kompanie nach Houyet zurück, nachdem um 00:30 Uhr der Fährbetrieb eingestellt wurde. Vom II. Zug waren noch 5 C-Fähren zur Unterstützung der Brücke zur Brückenstelle gerudert worden, wo sie eingebaut wurden. In Houyet bezieht die 3. Kompanie die alten Quartiere. Am 15. Mai 1940 übernimmt die 1. Kompanie den Brückendienst, stellt Fliegersicherung mit MG auf und arbeitet mit der Flak zusammen. Um 13 Uhr wird die 1. Kompanie von der 3. Kompanie vom Pionier-Bataillon 162 abgelöst und ruht sich bis 16 Uhr aus. Die 3. Kompanie marschierte ab 14 Uhr zugweise in Richtung Mariembourg. Auf dem Marsch wurde die 3. Kompanie nach Roly abgedreht, mit dem Auftrag, die Vormarschstraße der Division seitlich zu sichern. Vor Roly hatte die 3. Kompanie dann ihre erste Feindberührung. Der I. Zug der 3. Kompanie wurde auf das Dorf Villers la Fagne angesetzt. Bei Annährung räumten die Franzosen das Dorf, 5 Gefangene wurden eingebracht. Auf Roly angesetzte Spähtrupps ergaben, daß das Dorf ebenfalls vom Gegner besetzt war, daß er aber im Begriff war das Feld zu räumen. Die zur Seitensicherung angesetzten 3 MG kamen in ein kurzes Feuergefecht mit einer größeren in Richtung Mariembourg fahrenden französischen Kolonne. Da die Feuerkraft des Gegners überlegen war, zogen sich die 3 MG wieder zurück. Der Angriff auf Roly war nicht befohlen wurden, daher stellt die 3. Kompanie Feldwachen auf. Um 20:30 Uhr erreicht die 1. Kompanie Matagne la Grande nach einer Marschleistung von 25 Kilometern. Die 2. Kompanie marschierte am 15. Mai 1940 um 15 Uhr in Richtung Mariembourg ab. Um 16 Uhr marschiert die 1. Kompanie über Agimont - Romenee - Matagne la Petite nach Matagne la Grande, welches um 21 Uhr erreicht wird. Die leichte Pionierkolonne und die Brückenkolonne C überschreiten am 15. Mai 1940 die Brücke bei Bac du Prince und narschierten während der Nacht in Richtung Mariembourg. Die 1. Kompanie wird um 00:30 Uhr am 16. Mai 1940 alarmiert. Die rechte Flanke war offen, deshalb wurden alle verfügbaren Einheiten der Division zur Feldwachaufstellung herangezogen. Der II. Zug der 1. Kompanie beginnt an der Bahnlinie Mariembourg - Dinant beiderseits des Bahnhofs Matagne la Grande Sicherungsposten vorauszuschieben. Um 3 Uhr wird der II. Zug durch den I. Zug abgelöst, der II. Zug stellt daraufhin die Dorfwache. Um 8 Uhr marschiert die 1. Kompanie über Mariembourg - Frasnes - Boussu en Fange - Dailly nach Aublain. Hier stören 3 feindliche Aufklärer die kurze Marschpause. Es geht weiter über Lompret, Vaux nach Chimay. Dort gerät der Vormarsch durch Fernartilleriebeschuß auf die Stadt ins Stocken. Nächster Ort ist Salles, wo abermals Halt gemacht wird, um den endgültigen Marschbefehl abzuwarten. Die 2. Kompanie marschiert um 8:30 Uhr über Mariembourg - Chimay nach Macon an die belgisch-französische Grenze, dort übernachtet die Kompanie dann wieder. Bei der 3. Kompanie wird am Morgen des 16. Mai 1940 ein Spähtrupp auf Roly angesetzt, der das Dorf feindfrei meldet. Die Feldwachen werden eingezogen. Um 8 Uhr marschiert die 3. Kompanie über Roly - Mariembourg - Frasnes - Boussu en Fagne - Vaux nach Virelles, wo beim Halt um 14:30 Uhr ein feindlicher Kampfflieger die Kolonne überfliegt und ohne Erfolg im Fliegerbeschuß bekämpft wird. Zum Schutz der Division sichert die 3. Kompanie die Enge nördlich von Virelles. Um 17 Uhr kommt ein neuer Befehl für die 3. Kompanie: Abrücken über Chimay - Sulles nach Baioes. Die belgisch-französische Grenze wird dabei überschritten. Der II. und der III. Zug der 3. Kompanie rücken zu Fuß zur Brückenstelle Wallers - Trelon. Die Brücke über den Trelonbach ist gesprengt und die Züge bauen mit einem Zug der 3. Kompanie vom Pionier-Bataillon 162 eine 16-Tonnen-Behelfsbrücke mit einer Länge von ca. 10 Metern. Der Gegner sitzt noch in der Befestigungslinie hinter Wallers - Trelon und nur die Aufklärungs-Abteilung 12 befindet sich mit einzelnen Teilen an dieser Linie. Um 16:15 Uhr erfolgt ein plötzlicher Artillerieüberfall auf die Brückenstelle, dabei fallen durch Volltreffer Feldwebel Faustmann, Gefreiter Pasewald, Gefreiter Fust. Verwundet wurden Feldwebel Kay, Unteroffizier Köllner, Gefreiter Perske, Gefreiter Fratz, Gefreiter Drost, Gefreiter Galuski, Pionier Stange und Pionier Kiebler. Gefreiter Fratz blieb als Leitverwundeter bei der Truppe. Da das Feuer andauerte, ziehen sich die Züge nach Boiees zurück. Die 3. Kompanie bezieht Quartier in den Scheunen von Balieore. Am Abend werden die Züge der 1. Kompanie in Macon in ihre Quartiere eingewiesen und bleiben in Alarmbereitschaft. Hier erhalten sie auch die Nachricht, daß der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Baltrusch, bei einer Erkundung in Richtung der verlängerten Maginot-Linie bei Trelon an der belgisch-französischen Grenze zusammen mit den Unteroffizieren Pauke und Staats und dem Gefreiten Röpke gefallen ist. Der Adjutant, Leutnant Hackbarth, und der Fahrer, Obergefreiter Kreutzinger, wurden verwundet. Kurz nach Mitternacht, wird am 17. Mai 1940 die Verbindung mit der vor den feindlichen Kampfständen liegenden Infanterie durch einen Radfahrspähtrupp des III. Zuges der 1. Kompanie aufgenommen. Daraufhin wird der I. Zug sofort zum Einsatz befohlen. Um 1:30 Uhr marschierte der I. Zug zum Westausgang von Macon ab, um hier auf die Fahrzeuge der Panzerjäger-Abteilung 12 aufzusitzen und nach Westen in Richtung der Hauptbefestigungslinie der Franzosen abzurollen. Nach 3 Kilometern trifft der Zug auf kleinere Teile des Infanterie-Regiment 27 und erhält die Meldung, daß im Vorgelände 3 Kampfstände liegen, von denen zwei bereits von der Infanterie verdämmt seien. Das Sprengmaterial wird bereitgelegt und zwei Sprengtrupps bekommen den Auftrag, die verdämmten Kampfstände außer Gefecht zu setzen. Der Rest des Zuges soll den dritten Kampfstand mit Feuerunterstützung zweier MG ausräuchern. Es stellt sich heraus, daß die Meldung der Infanterie nicht stimmt, denn der Zug wird noch von zwei Seiten beschossen. Am ersten Kampfstand wird eine Sprengladung von 4 Kästen Sprengmunition angebracht und gezündet. Die Wirkung übertrifft die Erwartung. Sekunden später taumeln aus der schweren Stahltür die ersten Marokkaner und  Tunesier heraus. Einige der eigenen Männer stürmen in den Kampfstand hinein, ihnen bietet sich ein entsetzliches Bild. Sie können nicht genau feststellen, ob in dem Kampfstand 6 oder 7 Soldaten ihren Verteidigungswillen mit dem Leben bezahlen mußten. 10 Gefangene werden gemacht. Ein zweiter Kampfstand gibt immer noch starkes Feuer von sich, daraufhin bringt Gefreiter Knoll sein MG in Stellung und erwidert das Feuer. Seine Schüsse liegen derart gut, daß die andere Seite das Schießen einstellt. Der Zugführer, Leutnant Schubert, stürmt mit weiteren Pionieren vor und wirft 2 Handgranaten in den Luftschacht. Danach wird die feindliche Besatzung zur Übergabe aufgefordert. 2 Offiziere und weitere 30 Soldaten legen vor der Kampfanlage die Waffen nieder. Die Infanterie hat inzwischen den dritten Kampfstand außer Gefecht gesetzt. Von vorn wird gemeldet, der I. Zug unterstehe ab sofort der 1. Kompanie vom Infanterie-Regiment 27. Aus einigen Häusern und dem letzten Kampfstand vor Trelon wird noch mit Gewehren und MG gefeuert. Wirksamer Beschuß durch Panzerjäger erspart den Pionieren die Aufgabe, den Kampfstand zu nehmen. Vor Trelon kommt der Angriff zum Stocken. Nach 3 Stunden wird jede Möglichkeit Trelon noch heute abend zu nehmen, aufgegeben. Damit ist die Aufgabe für die Pioniere zunächst erledigt und der Zug marschiert ohne Verluste nach Macon zurück, wo er um 22:30 Uhr ankommt. Auch die beiden anderen Züge erhalten noch in der Nacht zum 17. Mai 1940 ihre Einsatzbefehle. Um 3 Uhr wird Alarmbereitschaft zum Stoßtruppangriff befohlen und die Vorbereitungen (Fertigmachen von geballten Ladungen und Sprengrohren) hierzu werden getroffen. Näheres ist noch nicht bekannt und die Züge verbleiben in ihren Quartieren. Um 7 Uhr erfolgt nochmaliger Alarm, der nun auch den Einsatzbefehl bringt. Beide Züge marschieren, geführt von einem Infanterie-Offizier auf Umwegen, gedeckt, nach Wallers-Trelon. Auf diesem Marsch kreisen verschiedene Aufklärer und beschießen die Truppe mit MG. Von Wallers-Trelon aus stoßen die Pioniere zur Infanterie, die sich zum Angriff, der um 13 Uhr befohlen war, bereitstellt. Auf einer Wiese nehmen beide Züge volle Deckung. Um 12:40 Uhr werden die Zugführer zu den Chef's der Infanterie-Kompanien befohlen, denen sie unterstellt sind. Es erfolgt eine genaue Besprechung der Lage. Auf ein verabredetes Zeichen (weiße Leuchtkugel) sollen nach Einnahme der Kampfstände durch die Pioniere die Sturmkompanien der Infanteriestoßgruppen folgen. Für die seitliche Deckung nach rechts und links werden Infanteriestoßgruppen zugeteilt. Die Zugführer geben dann den Zügen die Lage bekannt, jeder einzelne der Stoßtrupps wird noch einmal genau eingewiesen. Eingesetzt sind der II. Zug unter Führung von Oberfeldwebel Kay im rechten und der III. Zug unter Führung von Feldwebel Edelmann im linken Abschnitt. Um 13 Uhr hört das Artilleriefeuer auf, und die Stoßtrupps setzen zum Angriff an. Jede Bodenwelle ausnutzend, arbeitet sich der Stoßtrupp des II. Zuges gegen den Kampfstand vor. Durch das schnelle Vorgehen verwirrt, versucht eine Kampfstandbesatzung im Abschnitt des III. Zuges ihren Kampfstand zu verlassen. Flankierendes MG-Feuer von deutscher Seite aus verhindert ihr Vorhaben, sie wird zusammengeschossen. Der Rest wird später vom III. Zug gefangen genommen. Wie eingeteilt, übernehmen jetzt 2 MG, nach links und rechts heraus geschoben, die Sicherung der einzelnen vorgehenden Trupps. Als erster geht der Nebeltrupp vor, ihm folgt der Hindernissprengtrupp, welcher um 13:10 Uhr die Drahtsperre sprengt. Beim Vorgehen auf dieses Flächendrahthindernis erhält der Stoßtrupp starkes Flankenfeuer von rechts. Der Drahtschneidetrupp erweitert die gesprengte Gasse, durch die jetzt Schartensprengtrupp und Flammenwerfertrupp durchstoßen und das Zwischenfeld erreichen, dabei erhalten sie ebenfalls starkes MG-Feuer von rechts. Trotz des heftigen Beschusses wird das Feuer auf die fliehenden Franzosen fortgesetzt. Als das verabredete Zeichen, eine weiße Leuchtkugel, hochsteigt, ist von der Infanteriesturmkompanie noch nichts zu sehen. Die Pioniere sind gezwungen, die Sicherung nach Norden und Westen selbst zu übernehmen. Ein zweites Drahthindernis wird gesprengt. Jetzt tauchen von Osten her 12 feindliche Kampfflugzeuge auf, die den Raum um die Kampfstände, in dem sich der Stoßtrupp befindet, im Reihenwurf mit Bomben belegen. Anhaltendes starkes MG-Feuer verhindert ein weiteres Vorgehen des Stoßtrupps. Um 15 Uhr setzt feindliches Artilleriefeuer ein und belegt den Raum um den Kampfstand. Die unbedingte Notwendigkeit, das feindliche Flanken-MG außer Gefecht zu setzen, bleibt bestehen. Ein kampfkräftiger Stoßtrupp wird nach Norden in das kleine Wäldchen geschickt mit dem Auftrag, das MG zum Schweigen zu bringen. Indessen ist der Rest des Zuges mit der Bergung von Verwundeten beschäftigt. Von Sanitätern unterstützt, wird eine ganze Anzahl von Kameraden aus dem Feuer gebracht, während nur wenige Leichtverwundete den Weg selbst zurücklegen können. Oberpionier Schulz ist als einziges Todesopfer des Fliegerangriffs zu verzeichnen. Erschwert wird das Bergen durch das MG-Feuer in der Flanke, das erst nach dem Einsatz der Artillerie zum endgültigen Schweigen gebracht wird. Dem Stoßtrupp war es durch das Werfen von Handgranaten lediglich gelungen das MG zum Zurückziehen zu zwingen. Gegen 16 Uhr sammelt dann der Stoßtrupp des II. Zuges, der jetzt nur noch die Stärke einer Gruppe aufweisen kann, und kehrt nach Macon zurück. Inzwischen erfüllt auch der III. Zug die ihm zugeteilte Aufgaben. Durch Einsatz der einzelnen Trupps gelingt es, dem Stoßtrupp verhältnismäßig schnell, die vor dem Kampfstand liegenden Drahthindernisse zu beseitigen und seitlich gedeckt an denselben heran zu gelangen. Der Schartensprengtrupp wirft die geballte Ladung in die offene Scharte und nimmt volle Deckung. Eine mächtige Detonation macht den hinteren Eingang frei. Das plötzliche Auftauchen der 12 feindlichen Flieger behinderte für kurze Zeit das weitere Vorgehen. Nachdem auch diese Gefahr vorüber ist, wird das Feld hinter dem Kampfstand gesäubert. Inzwischen gelingt es Unteroffizier Günther mit einigen Soldaten, auch den Kampfstand 9, der ebenfalls noch durch schwache Teile besetzt ist, zu nehmen. Er selbst wird dabei verwundet. Der Zug besetzt jetzt bis zur Ablösung durch die Infanterie den Sicherungsbereich um die Kampfstände. Um 15:30 Uhr sammelt der Zug zum Rückmarsch nach Macon. Um 20:00 Uhr treten der II. und der III. Zug wieder an. Die Kampfberichte werden dem Kompanieführer übergeben und die Zahl der Ausfälle gemeldet. 1 Toter und 15 Verwundete legen Zeugnis vom mutigen Einsatz der Kompanie ab. Der neue Bataillonsführer Hauptmann Mackel, spricht seine Anerkennung für den tapferen Einsatz der Kompanie aus und befördert wegen Tapferkeit vor dem Feind die Unteroffiziere Jäger und Mietzke zu Feldwebeln, die Gefreiten Doering, Ridder, Wiczynski zu Unteroffizieren und sieben Pioniere zu Gefreiten. Der Kompanieführer Leutnant Kuhn wird als Adjutant in den Stab berufen. Die Führung der Kompanie übernimmt Hauptmann Thürsam. Der III. Zug der 1. Kompanie nimmt als Ehrenzug an der Beisetzung des Kommandeurs, Oberstleutnant Baltrusch, teil, die gegen 22 Uhr in Gegenwart des Divisionskommandeurs an der Kirche in Macon feierlich durch den Divisionspfarrer vollzogen wird. Die 2. Kompanie begann am 17. Mai 1940 um 7:30 Uhr mit der Einteilung von Stoß- und Sprengtrupps zur Bekämpfung von Kampfständen. Gegen 10:30 Uhr werden größere Teile der 2. Kompanie der 6. Kompanie vom Infanterie-Regiment 27 unterstellt. Der Zug von Leutnant Polter erhält einen selbständigen Auftrag für den Kampfeinsatz. Auf Erkundung für den Brückenbau über einen Sprengtrichter in der Straße östlich von Trelon findet der Kompaniechef der 2. Kompanie die Leiche des gefallenen Kommandeurs und veranlaßt die Bergung, die durch Fahrzeuge der 3. Kompanie erfolgt. Gleichzeitig wurden auch die Leichen der gefallen Kameraden des Stabes und der 3. Kompanie geborgen. Da die 2. Kompanie in der Nacht zu 18. Mai 1940 zum Bau einer Behelfsbrücke bei Punkt 203 östlich von Trelon eingesetzt wird, konnten an der Trauerfeier nur der Kompaniechef, Hauptmann Heinberg, Leutnant Hoogklimmer, sowie zur Zeit in Ruhe befindliche, zurückgekehrte Stoßtruppleute teilnehmen. Die 3. Kompanie marschierte am 17. Mai 1940 um 7 Uhr nach Macon und verblieb dort vorläufig. Da Hauptmann Mackel als ältester Chef die Führung des Bataillons übernimmt, wird Leutnant Paul mit der Führung der 3. Kompanie beauftragt. Als Kompanietruppführer wird Feldwebel Mohr, als Zugführer werden Oberfeldwebel Schulz, Stabsfeldwebel Thiem, Feldwebel Müller eingesetzt. Um 17:30 Uhr werden der I. und der II. Zug zur Beschaffung von Bauholz für den Brückenbau der 2. Kompanie vor Trelon angesetzt. Die 3. Kompanie wird am Abend des 17. Mai 1940 in Wohnhäusern von Macon untergebracht. Am Vormittag des 18. Mai 1940 heißt es für die 1. Kompanie nur Instandsetzen. Die 2. Kompanie verstärkt am 18. Mai 1940 zuerst die in der Nacht vom II. und III. Zug gebaute Brücke von 10-Tonnen auf 16-Tonnen. Dazu werden als Ablösung die zurückgekehrten Stoßtruppleute eingesetzt. Im Laufe des Vormittags trifft die Meldung von Leutnant Polter und den noch nicht zurückgekehrten Stoßtruppleuten ein. Danach gestaltet sich der Einsatz zu einem hervorragendem Gesamterfolg, der trotz größter Schwierigkeiten mit geringsten Verlusten erreicht wurden. Verwundet wurden: Gefreiter Friedrich, Gefreiter Klüss I, Gefreiter Kalisch, Gefreiter Kistenmacher. Beim Sprengen von Drahthindernissen machte sich die sehr geringe Durchschlagskraft der gestreckten Ladungen bemerkbar, so daß meistens von Drahtscheren Gebrauch gemacht werden mußte. Die Wirkung der geballten Ladungen entsprach dagegen den Erwartungen. Die 3. Kompanie hielt vormittags Ruhe. Gegen Mittag wurde die Gruppe Möller zum Beseitigen von Straßensperren aus Eisenschienen auf der Straße Macon - Avesnes eingesetzt. Die 3. Kompanie marschierte um 17 Uhr zugweise von Trelon über Glageon - Pont des Sains nach Feron, wo es für das gesamte Bataillon Unterkunft bezog. Die Fahrzeuge der 3. Kompanie wurden wieder los geschickt um die anderen beiden Kompanien zu holen. Am Nachmittag des 18. Mai 1940 wurde die 2. Kompanie auf den Fahrzeugen der 3. Kompanie verlastet nach Feron gebracht, um dort Quartier zu beziehen. Nach den Anstrengungen der letzten Tage hatte die 2. Kompanie in der Nacht vom 18. zum 19. Mai 1940 seit vielen Tagen des Einsatzes erstmalig eine längere Nachtruhe. Um 16 Uhr marschierte die 1. Kompanie in Richtung Trelon, nach 2 Kilometern erfolgte das Aufsitzen auf Fahrzeuge der 3. Kompanie, mit denen dann um 19 Uhr über Glageon Feron erreicht wird. Die Kompanie geht, nachdem die Verpflegung empfangen ist, zur Ruhe über. Am 19. Mai 1940 wird bei der 2. Kompanie der Vormittag zum Instandsetzen der Ausrüstung, Überholen der Fahrzeuge usw. benutzt. Die 3. Kompanie hat einen Ruhetag in Feron. Bei der 1. Kompanie kehrt um 15 Uhr eine Abordnung unter Führung von Oberfeldwebel Kay nach Wallers - Trelon zurück, um den gefallenen Kameraden Reinhold Schulz beizusetzen. Um ca. 19:30 Uhr spricht der neue Kompaniechef Hauptmann Thürsam zur Kompanie. Um 20 Uhr rückte die 2. Kompanie zum 19 Kilometer Marsch nach Beaucamp an. Fast zur gleichen Zeit marschiert auch die 1. Kompanie ab. Nach 2 Kilometern reiht sich die 1. Kompanie in die Marschkolonne des Infanterie-Regiment 48 ein. Der Marsch führt für die 1. Kompanie über Cartignies - Prisches nach Beaurepaire, welches nach 22 Kilometern kurz nach Mitternacht erreicht wird. Die 3. Kompanie marschiert um 21:30 Uhr von Feron über Etroeungt - Beaurepaire nach Beaucamp und bereitet dort Quartier für das Bataillon. Am 20. Mai 1940 trifft die 2. Kompanie um 1 Uhr in Beaucamp ein. Die 1. Kompanie marschiert am 20. Mai 1940 um 9:30 Uhr über Prisches - La Groise - Catillon - Le Cateau - Inchy - Caudry - Beauvois nach Estourmel, was einer Marschleistung von 55 Kilometern entspricht, und erreicht um 24 Uhr Estourmel. Nachdem sie dort Quartiere bezogen hatte, werden Sicherungsmaßnahmen gegen Panzer getroffen. Die 2. Kompanie marschiert am 20. Mai 1940 um 10:00 Uhr über La Groise - Le Cateau - Catillon nach Catinieres weiter. Die 3. Kompanie wurde am 20. Mai 1940 der Aufklärungs-Abteilung 12 unterstellt. Um 10:30 Uhr marschierte die 3. Kompanie über Beaurepaire - Prisches - La Groise - Catillon sur Sambre - Le Cateau - Beaumont - Caudry - Cambrai - Raillencourt nach Bourlon. Hier trifft die 3. Kompanie auf die Aufklärungs-Abteilung 12. Um 18:45 Uhr stellt der II. Zug die Sicherung an eine Ausgangsstraße des Ortes. Die Kompanie übernachtet in den Wohnhäusern von Bourlon. Die 2. Kompanie geht am 21. Mai 1940 um 2 Uhr zur Ruhe über. Die 1. Kompanie hat am 21. Mai 1940 einen Ruhetag. Die 2. Kompanie wird um 8 Uhr in Alarmbereitschaft versetzt, da mit feindlichen Panzerangriffen gerechnet wird. Die 3. Kompanie marschiert um 13:15 Uhr mit den motorisierten Teilen der Aufklärungs-Abteilung 12 von Bourlon über Sains les Marquion - Juchy nach Villers les Cagnicourt. Die 3. Kompanie fährt dort im Gutspark in Fliegerdeckung und verbleibt hier zur Verfügung der Aufklärungs-Abteilung 12. Die 1. Kompanie tritt um 19:30 Uhr an. Der Bataillonskommandeur spricht der Kompanie nochmals seine Anerkennung aus und verleiht das Eiserne Kreuz 1. Klasse an den Oberfeldwebel Kay, es ist das erste im Bataillon, sowie das Eiserne Kreuz 2. Klasse an Feldwebel Edelmann, Unteroffizier Günther, Unteroffizier Wille und Unteroffizier Ridder. Die 2. Kompanie marschiert um 21 Uhr über Cambrai nach Villers les Cagnicourt ab. Die 1. Kompanie marschiert um 21:30 Uhr über Cambrai - Marquion - Baralle ebenfalls nach Villers les Cagnicourt. Am 22. Mai 1940 um 4 Uhr wird die Unterstellung der 3. Kompanie unter die Aufklärungs-Abteilung 12 aufgehoben. Die 1. Kompanie erreicht am 22. Mai 1940 um 8:30 Uhr Villers les Cagnicourt. Ihr werden 3 Tage Ruhe vorausgesagt und die Sachen in Ordnung gebracht. Die 2. Kompanie trifft wegen verstopfter Vormarschstraßen erst gegen 9 Uhr am 22. Mai 1940 in Villers les Cagnicourt ein und geht anschließend zur Ruhe über. Damit ist das gesamte Bataillon versammelt. Leutnant Paul von der 3. Kompanie wird mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Ein Zug der 3. Kompanie wird im Morgengrauen des 23. Mai 1940 vor Tilloy zum Aufräumen eines Minenfeldes eingesetzt. Der Zug räumt bis 12:30 Uhr ein Feld mit 85 englischen Minen. Am 23. Mai 1940 gegen 16 Uhr marschiert die 1. Kompanie, auf den Lkw der 3. Kompanie verladen, nach Remy, wo wegen Artilleriebeschuß abgesessen wird. Gruppenweise geht die 1. Kompanie dann in den Bereitstellungsraum, wo Floßsäcke fertig gemacht und Erkundungstrupps angesetzt werden, um Übergangsmöglichkeiten über die Scarpe zu suchen. Die 2. Kompanie wurde am 23. Mai 1940 um 16 Uhr alarmiert und nahm ebenfalls am Scarpe-Übergang teil. Der I. und der III. Zug der 2. Kompanie werden mit je 6 großen Floßsäcken der Infanterie unterstellt. Der 2. Zug der 2. Kompanie folgte mit 8 Brückentafeln zum Stegebau. Um 18:20 Uhr greifen starke deutsche Fliegerverbände an, diese bereiten den Übergang über die Scarpe vor. Danach folgte noch Artillerievorbereitung. Um 19:00 Uhr treffen die Floßsackgruppen der 1. Kompanie in Pelves ein. Der I. und der III. Zug erreichen am nördlichen Ortsausgang von Pelves die Scarpe, der II. Zug folgt als Reserve. Als die Floßsacktrupps des I. Zuges aus der Deckung der letzten Häuser heraustreten, werden sie stark unter MG-Feuer genommen, während der III. Zug mit seinen Floßsäcken in weniger eingesehenem Gelände schnell durchkommt und sofort mit dem Übersetzen beginnt. Auch die beiden Floßsäcke des I. Zuges der 1. Kompanie werden ohne Verluste herangebracht, aber bei einem plötzlichen Feuerüberfall fällt Gefreiter Küchler durch Bauchschuß. Der 3. Floßsacktrupp erhält dabei 5 Treffer, 2 Mann werden verwundet. Obergefreiter erwischt einen englischen Baumschützen. Bei der 2. Kompanie kommt es ebenfalls zu Problemen. Die MG-Nester und Baumschützen können nicht sicher festgestellt werden. Infolge günstigem Gelände gelingt es auch hier dem III. Zug den Übergang über die Scarpe mit Infanterieunterstützung zu erzwingen. Der I. Zug der 2. Kompanie wird dagegen vom Gegner mit Infanterie- und Artilleriefeuer niedergehalten. Auch die Unterstützung durch Infanterie mit schweren Waffen bringt keinen Erfolg. Im Schutze der Dunkelheit wird dieser Angriffsstreifen auf Befehl von Oberstleutnnat von Bülow aufgegeben und nur noch die Übergangsstelle des III. Zuges benutzt. Bei der 2. Kompanie wird das Übersetzen trotz der Feindeinwirkung weiter durchgeführt. Die Züge setzten die letzten Teile des II. Bataillons vom Infanterie-Regiment 27, einschließlich Pak, über. Eine größere Abteilung des englischen Whitshire-Regiments wird gefangengenommen. In derselben Zeit führt der II. Zug bereits eine Holzerkundung in der Ortschaft Pelves durch und baut bei anhaltendem Artilleriefeuer kurz vor Mitternacht zwei Behelfsfähren. Die 1. Kompanie stellt nach rechts Sicherungen auf. Bei stärker werdendem Artilleriefeuer wird Eingraben befohlen. Während die 1. Kompanie ruht, beginnt die 3. Kompanie mit dem Bau einer 4-Tonnen-Brücke mit C-Gerät. Der vom II. Bataillons des Infanterie-Regiment 27 gebildete Brückenkopf hat eine Tiefe von 300 Metern. Die 3. Kompanie hatte sich um 19 Uhr in Monchy le Preux mit der Brückenkolonne C zum Bau einer C-Brücke bereitgestellt. Das ganze Bataillon ist dem Infanterie-Regiment 27 unterstellt. Bei den Kämpfen zum Übergang fielen bei der 2. Kompanie der Gefreite Jarchow und der Pionier Petrich. Verwundet wurden Gefreiter Pause, Obergefreiter Wilmes, Gefreiter Strauch, Gefreiter Schneider, Gefreiter Zillmer und Gefreiter Busch. Am 24. Mai 1940 wird um 1 Uhr unter schwachen gegnerischen Feuer mit dem Brückenschlag begonnen. Unteroffizier Möller wird durch Streifschuß leicht verwundet. Um 3:30 Uhr ist die Brücke fertig und die 3. Kompanie übernimmt den Brückendienst. Die 1. Kompanie baut am 24. Mai 1940 im Morgengrauen die Behelfsfähren ab und ging über die C-Brücke, vorbei an den Kampfstätten des letzten Tages, nach Roeux in die Quartiere. Der I. und der II. Zug stellen für die weiter vorgehende Infanterie Minensuch- und -Räumtrupps. Bei der 2. Kompanie wurde in den frühen Morgenstunden das Übersetzen fortgesetzt. Anschließend wurde die Kompanie gesammelt und verpflegt. Auch für sie folgen einige Stunden der Ruhe. In den frühen Nachmittagsstunden wird die 2. Kompanie beim Brückenschlag einer 10-Tonnen-Behelfsbrücke bei Roeux eingesetzt. Um 15 Uhr wird die 1. Kompanie zur Unterstützung der 2. Kompanie beim Behelfsbrückenbau eingesetzt. Belagbohlen aus einem Sägewerk und Telegrafenstangen werden für den Unterbau herangeschafft. Am 25. Mai 1940 wurde die Brücke um 3 Uhr fertiggestellt, danach geht die 2. Kompanie in Roeux zur Ruhe über. Die 3. Kompanie marschierte am 25. Mai 1940 um 6:30 Uhr mit der Aufklärungs-Abteilung 12 von Pelves über Monchy - Fenchy - Athies - Bailleul - Willervall - Mericourt nach Lens. Der I. Zug der 1. Kompanie beginnt am 25. Mai 1940 um 8 Uhr mit der Ausbesserung der von der 2. Kompanie erbauten Behelfsbrücke, die Arbeiten dauern bis 13 Uhr. Um 12:30 Uhr beginnt die 3. Kompanie in Lens mit dem Bau einer 16-Tonnen-Brücke über die Schleuse. Gutes, festes Holz und Eisenträgermaterial ermöglichen den Bau einer sehr festen und dauerhaften Brücke von 12 Metern Länge. Die Brücke wird "Oberstleutnant Baltrusch-Brücke" genannt. Während des Baues werden werden von Minensuchtrupps auf den Straßen die zur gesprengten Straßenbrücken führen, 25 französische Minen aufgenommen. Die 1. Kompanie marschiert um am 25. Mai 1940 um 14 Uhr über Gavrelle - Oppy - Fresnoy nach Acheville. In der Nähe der Lorettohöhe macht die 1. Kompanie Rast und empfängt Verpflegung. Am 25. Mai 1940 um 16 Uhr fährt die 2. Kompanie auf den Fahrzeugen der leichten Pionierkolonne nach Acheville. Um 18 Uhr wurde die 3. Kompanie zu einem Einsatz dem Infanterie-Regiment 48 unterstellt und nahm in Hulluch Verbindung mit ihm auf. Die 3. Kompanie stellte sich in Douvrin zum Floßsackübergang über den Kanal de la Haute Deule mit dem Infanterie-Regiment 48 bereit. Die 1. Kompanie marschiert um 18:30 Uhr weiter über Mericourt und Lens. Am Nordausgang dieser langgestreckten, durch Stuka-Angriffe stark mitgenommenen Grubenstadt, hält die 1. Kompanie und wartet auf die Fahrzeuge der Brückenkolonne C. Die 2. Kompanie marschierte am Abend des 25. Mai 1940 von Acheville über Lens nach Beaufontaine. Dort bezog die Kompanie Alarmquartiere, die Kompanie stellte die Divisionsreserve dar. Die 1. Kompanie erreichte am 25. Mai 1940 um 21:30 Uhr über Hulluch marschierend Beaufontaine, wo sie ebenfalls Alarmquartiere bezog.  Die ganze Nacht herrschte lebhaftes Artilleriefeuer. Am 26. Mai 1940 marschiert die 1. Kompanie um 6 Uhr über Douvrin nach Billy. Die Kompanie erreicht um 8 Uhr Billy. Die 3. Kompanie beginnt um 6:25 Uhr mit dem Angriff. Der I. und der II. Zug sind bei den vordersten Bataillonen mit Floßsäcken angesetzt. Der III. Zug verbleibt als Reserve in Billy. Nach schweren und harten Kämpfen wird der Übergang erzwungen. Der Gegner verteidigte sich aus alten, von Deutschen während des Weltkriegs gebauten Stellungen. Die Inangriffnahme des für den 26. Mai 1940 befohlenen Baues einer Behelfsbrücke über den Kanal de la Haute Deule erweist sich bei der 1. Kompanie an diesem Tag als undurchführbar, da die Brückenkopfbildung durch die Infanterie erst im Laufe des Nachmittags erfolgt. Die geplante Brückenstelle wird in der Nähe der Dynamitfabrik, östlich von Billy, um 8 Uhr durch den Kompanieführer und den Kompanietrupp unter schwerem Artillerie- und MG-Feuer besichtigt. Zwei vom Gegner besetzte Kampfstände aus der Zeit des 1. Weltkriegs behindern das Vorgehen der Infanterie. Auch die Ortschaften Billy und Douvrin erhalten im Laufe des Vormittages schweres, gut geleitetes englisches Artilleriefeuer. Die 1. Kompanie, welche in einer Wellblechscheune in Deckung liegt, wird zugweise auseinander gezogen und erhält den Befehl, sich nordöstlich Douvrin einzugraben. Kurze Zeit danach kommt der Befehl zur Rückkehr in die alten Quartiere in Beaufontaine. Jeder Zug der 1. Kompanie schickt von hier aus am Nachmittag einen Materialerkundungstrupp nach Wingles. Es stehen Eisenbahnschienen, Grubenhölzer und Belagbohlen aus einem Sägewerk zur Verfügung. Gegen Abend des 26. Mai 1940 erfolgte der Einsatz der 2. Kompanie zum Bau einer C-Brücke bei Billy über den de la Haute Deule-Kanal. Nach einer Zugführerbesprechung bei der 1. Kompanie gegen 18 Uhr, wird eine nochmalige Erkundung für den 16-Tonnen-Brückenbau durchgeführt. Diesen Auftrag übernehmen Oberfeldwebel Kay und Hauptfeldwebel Nolte zusammen. Um 18:30 Uhr rücken der I. und der II. Zug der 1. Kompanie nach Douvrin ab und beide beziehen dort Quartier. Der III. Zug baut unter Verwendung von Gefangenen als Arbeitskräfte die Eisenbahnschienen auf der Zeche in Wingles aus und übernachtet dort. Der I. Zug schneidet währenddessen das Beschlagholz zu. Der II. Zug führt das Übersetzen mit Floßsäcken an der Brückenstelle durch, dabei wird der Oberpionier Hoffmann durch einen Granatsplitter verwundet. Der I. und der III. Zug arbeiten währenddessen an der Vollendung des Brückenschlages. Die Arbeiten werden zeitweise durch feindliches Infanterie- und Artilleriefeuer gestört. Nach erfolgtem Brückenschlag um 24 Uhr, wird die 3. Kompanie abgelöst. Bei ihr wurden Unteroffizier Möller, Gefreiter Weissig, Gefreiter Vogeler, Gefreiter Lemke, Gefreiter Hamel, Oberpionier Luchs und Oberpionier Schievelbein während des Angriffs verwundet. Bei einem Feuerüberfall auf den Regimentsgefechtsstand vom Infanterie-Regiment 48 wurden Obergefreiter Schley und Pionier Bäumer, die dort als Befehlsempfänger weilten, verwundet. Als Leichtverwundete blieben Bäumer, Hamel und Schievelbein bei der Kompanie. Vogeler und Lemke sind bald darauf im Lazarett verstorben. Die Floßsäcke sind bis auf zwei zerschossen und unbrauchbar. In Douvrin bezieht die 3. Kompanie am frühen Morgen des 27. Mai 1940 ihre Unterkunft. Feldwebel Skirke wird durch die Verleihung des Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Nachts wird Douvrin durch Artillerie beschossen, die Kompanie hat jedoch keine Verluste. Die Züge der 2. Kompanie rücken kurz nach Mitternacht am 27. Mai 1940 einzeln in die Alarmquartiere nach Billy. Eine Gruppe des I. Zuges der 2. Kompanie bleibt als Brückenwache zurück. Zwischen 3 und 4 Uhr wird der Aufenthalt in den Quartieren durch feindliches Artilleriefeuer unmöglich gemacht. Die 2. Kompanie zieht sich daraufhin nach Douvrin zurück. Auch die Brückenstelle wurde wiederholt beschossen, blieb aber außer einigen geringfügigen Beschädigungen an den Pontons und am Anmarschweg unversehrt. Am 27. Mai 1940 marschieren der I. und der II. Zug der 1. Kompanie um 4 Uhr zur Brückenstelle bei Berlau ab. Der Marsch dorthin wird noch durch Artilleriefeuer gestört, doch die Kompanie erreicht befehlsgemäß um 5 Uhr den Kanal. Unter Leitung von Oberfeldwebel Kay wird mit dem Aufrüsten der Kohlenkähne begonnen. Unter großen Schwierigkeiten geht der Bau vor sich. Besondere Umstände bereitet dabei die Materialzuführung durch die engen und winkligen Straßen von Wingles auf primitiven Transportmitteln. Die 8. und 9. Gruppe der 3. Kompanie greifen in den Morgenstunden des 27. Mai 1940 mit den vorderen beiden Bataillonen des Infanterie-Regiment 48 erneut an. Ihre Aufträge sind die Schaffung von Übergängen für Infanteriegeschütze und das Aufräumen von Minen und Sperren. Der Angriff wurde aber nur sehr langsam vorgetragen, da der Gegner sich heftig wehrt und starke Artilleriekräfte einsetzt. Der Rest der 3. Kompanie blieb in Douvrin. Am 27. Mai 1940 um 14 Uhr rollt das erste Fahrzeug über die Brücke der 1. Kompanie. Bald darauf hat die 16-Tonnen-Brücke eine schwere Belastungsprobe durch ein 22-Tonnen-Fahrzeug zu überstehen. Die Fahrzeuge der schweren Flak gehen hinüber, um jenseits den Schutz der Brücke zu übernehmen. Um 15 Uhr wird die 1. Kompanie durch eine Kompanie des Pionier-Bataillon 45 abgelöst. Die 3. Kompanie bezieht am 27. Mai 1940 um 15:30 Uhr neue Unterkünfte in Bauvin. Die 2. Kompanie marschiert um 17 Uhr nach Bauvin ab und bezieht dort Quartier. Die Unterstellung der 3. Kompanie unter das Infanterie-Regiment 48 wird am 27. Mai 1940 um 18 Uhr aufgehoben und die Kompanie wird dem Infanterie-Regiment 89 unterstellt. Der Kompanieführer Leutnant Paul nimmt in Annoeuillin Verbindung mit dem Kommandeur vom Infanterie-Regiment 89 auf. Die 3. Kompanie bleibt vorerst in Bauvin in Alarmbereitschaft. Die 1. Kompanie bezieht am 27. Mai 1940 um 18 Uhr in Banoin Quartier. Gegen 20 Uhr wird bei der 1. Kompanie unter Führung von Leutnant Schubert ein Erkundungstrupp in Richtung Alesnes angesetzt. Er hat den Auftrag eine Übersetzstelle am Haute-Deule-Kanal zu erkunden. Gleichzeitig wurde ein Flosssackwagen bis nach Annoeuillin vorgezogen. Um 24 Uhr kommt die Meldung von Leutnant Schubert seiner schweren Verwundung zur 1. Kompanie. Es wird ein Verwundetensuchtrupp mit dem Sanka angesetzt. Leutnant Schubert wird gefunden und dem Lazarett zugeführt. Der I. Zug der 1. Kompanie verließ bereits um 22 Uhr am 27. Mai 1940 die Quartiere, während der II. und III. Zug die Nacht über in Bauvin verblieben. Der I. Zug sollte ein Bataillon des Infanterie-Regiment 48 nördlich Herrin übersetzen. Im Fußmarsch erreicht der I. Zug den Zielort und stellte sich zum Floßsackübergang bereit. Er kam jedoch nicht zum Einsatz. Um 7 Uhr wird am 28. Mai 1940 abermals ein kampfstarker Erkundungstrupp (8. Gruppe) unter Führung von Feldwebel Mietzke mit demselben Auftrag an den Kanal geschickt. Der Trupp erreicht kämpfend mit den vordersten Teilen der Infanterie die Haute-Deule. Am 28. Mai 1940 um 10 Uhr rückte die 3. Kompanie über Alesnes nach Herrin. Am Kanal zwischen Bac de Wawrin und Seclin kommt die Kompanie aber nicht zum Einsatz, da die Brücken über den Kanal nicht zerstört sind. Um 12 Uhr wird der Angriff der Division in östlicher Richtung abgestoppt und in nördlicher Richtung auf Wawrin fortgesetzt. Bei Bac de Wawrin ist die Brücke zerstört. In Floßsäcken wird ein Bataillon zur Bildung eines 400 Meter Brückenkopfes übergesetzt. Die Fahrzeuge der 2. Kompanie wurden am 28. Mai 1940 gegen 10 Uhr nach Bauvin nachgezogen, wo sie gegen 14 Uhr eintreffen. Um 10:30 Uhr erfolgt das Abrücken der 2. Kompanie nach Don, nördlich von Annoeuillin, ihr III. Zug beginnt mit dem Bau einer 16-Tonnen-Brücke über den Kanal. Bei der 1. Kompanie wird am 28. Mai 1940 um 13 Uhr in Anlehnung an das Unternehmen vom Morgen ein Spähtrupp des II. Zuges unter Führung von Unteroffizier Splettstösser in Marsch gesetzt, der um 16 Uhr an der zerstörten Brücke nordöstlich von Don bei Chateau du Bois eintrifft. Um 14 Uhr erfolgt bei der 3. Kompanie ein Feuerüberfall der schweren französischen Artillerie. Durch Volltreffer fällt dabei der Unteroffizier Berndt. Verwundet wurden Gefreiter Dittmann, Gefreiter Arndt, Gefreiter Raspe, Gefreiter Staron, Gefreiter Ober und die Pioniere Kruse und Zippel. Die Gefreiten Dittmann, Ober und Staron bleiben als Leichtverwundete bei der Kompanie. Der Angriff im Bereich der 3. Kompanie wird nicht weiter vorgetragen, da die 12. Infanterie-Division aus dieser Front herausgenommen wird. Das übergesetzte Bataillon wird dazu zurückgeholt und die Fährstelle abgebaut. Um 16 Uhr rücken dann auch der Rest vom II. und III. Zug der 1. Kompanie nach Don, um Erdarbeiten für die Kriegsbrücke der 2. Kompanie durchzuführen. Vor Fertigstellung der Brücke der 2. Kompanie erreicht diese die Nachricht, daß die 12. Infanterie-Division aus dem Kampfgebiet Lille herausgezogen wird. Die beiden Züge der 1. Kompanie an gleicher Stelle erfahren diese Nachricht kurz nach dem Beginn der Arbeiten. Sie hatten vorher noch eine Schleuse geöffnet und an der Brücke auf der Anmarschstraße Sprengladungen ausgebaut. Die beiden Züge der 1. Kompanie werden daraufhin nach Annoeuillin zurückgezogen, wo auch die Erkundungstrupps der Züge wieder zur 1. Kompanie stoßen. Der Erkundungstrupp des II. Zuges erscheint mit 90 gefangenen Franzosen des 14. Tiralleur-Regiments aus Lyon, darunter 4 Offiziere. Die 2. Kompanie baute in der Zwischenzeit die begonnene 16-Tonnen-Brücke durch den III. Zug wieder ab und marschierte nach Annoeuillin zurück, wo zur Ruhe in Privatquartieren übergegangen wird. Die beiden anderen Züge der 2. Kompanie treffen aus ihrer Unterstellung beim Infanterie-Regiment 27 gegen 19 Uhr in Annoeuillin ein. Die Unterstellung der 3. Kompanie unter dem Infanterie-Regiment 89 wird ebenfalls aufgehoben. Die 1. Kompanie bezieht in dieser Nacht Quartier in einem Kinderheim. Am 29. Mai 1940 tritt die 1. Kompanie um 5 Uhr an und erfährt von der Kapitulation der belgischen Armee. Danach erfolgt die Verlastung der 1. Kompanie auf Fahrzeugen der 3. Kompanie nach Bauvin. Dort soll eine Behelfsbrücke auf 20 Tonnen verstärkt werden. Die 3. Kompanie marschiert am 29. Mai 1940 um 9 Uhr nach Bauvin und übernimmt dort den Brückendienst an der 16-Tonnen-Behelfsbrücke von der 1. Kompanie. Die 2. Kompanie rückt am 29. Mai 1940 um 11:30 Uhr nach Bruay ab. Die Kompanie wird dabei auf Fahrzeuge der Brückenkolonne B verlastet und erreicht Bruay erst gegen 18 Uhr, wo die Kompanie dann in Privatquartieren übernachtet. Die Arbeiten der 1. Kompanie zur Verstärkung der Behelfsbrücke sind um 13 Uhr beendet., Unteroffizier Splettstösser wird zum Feldwebel befördert. Um 16 Uhr wird die 1. Kompanie dann auf Fahrzeuge der Brückenkolonne C verladen und fährt über La Basseé – Auchy – Cambrin – Béthune – La Buissièere in das Zechengebiet nach Bruay. Um 19 Uhr erreicht die 1. Kompanie dann Bruay und bezieht Unterkunft in leerstehenden Privathäusern. Die Gefechtsfahrzeuge der 2. Kompanie erreichen gegen 20:30 Uhr Uhr ebenfalls Bruay. Nachdem die 12. Infanterie-Division über die Behelfsbrücke marschiert ist, rückt die 3. Kompanie um 23 Uhr von ihrem Brückendienst ab und zieht in den Unterkunftsraum des Bataillons nach. In stockdunkler Nacht marschiert die 3. Kompanie über Billy – Douvrin – Haisnes – La Bassée – Cambrin – Benory – Béthune – Hesdigneul nach Labnissière. Die Kompanie erreicht ihr Ziel am 30. Mai 1940 gegen 2 Uhr und bezieht gute Quartiere in verlassenen Privathäusern. Am 30. Mai 1940 tritt die 1. Kompanie um 10:30 Uhr an. Es erfolgt die Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse an den Gefreiten Kubatz. Um 12 Uhr wird die 1. Kompanie auf Fahrzeuge verladen und fährt über Pernes – Frouges – Creqny – Royon nach Beaurainville, welches um 18 Uhr erreicht wird. Die 2. Kompanie rückt um 13 Uhr über Bruay nach Beaurainville ab. Die Kompanie wurde für die 63 Kilometer auf Fahrzeuge der Brückenkolonne C verlastet und erreicht ihr Ziel gegen 19:30 Uhr. Die 3. Kompanie marschierte ebenfalls um 13 Uhr über Bruay – Ourton – Pernes – Fiefs – Lisbourg – Frouges – Creqny – Royon – Offin nach Beaurainville. Die 3. Kompanie trifft bereits um 17 Uhr am Ziel ein und bezieh Quartier in Wohnhäusern. Gefreiter Schröder wird zum Unteroffizier befördert und erhält zusammen mit dem Unteroffizier Köllner das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Gleichzeitig wird Unteroffizier Köllner zum Feldwebel befördert. Am 31. Mai 1940 erreichen die Gefechtsfahrzeuge der 2. Kompanie gegen 6 Uhr Beaurainville. Um 10:45 Uhr marschierte die 3. Kompanie über Bernay nach Canchy ab. Dort bezieht die Kompanie dann Unterkunft in Zelten auf einer Koppel, Gefreiter Fiedler wurde zum Unteroffizier befördert. Um 11 Uhr wird die 1. Kompanie auf Fahrzeuge der Brückenkolonne C verladen und über Campagne – les Hesdins – Buire le See – Maintenay – Nampont – Bernay – Foret – Montiers – Nouvin en Ponthien nach Canchy verlegt. Das Ziel wird durch die 1. Kompanie um 15 Uhr erreicht. Im Foret de Crecy (Bois des Dames) wird für mehrere Tage gezeltet. Ebenfalls um 11 Uhr rückte die 2. Kompanie nach Chanch (43 Kilometer) ab. Die Kompanie wurde dazu auf Fahrzeugen der Brückenkolonne B befördert. Irgendwelche Störungen durch feindliche Flugzeuge erfolgt nicht. Am 1. Juni 1940 hat das ganze Bataillon einen Ruhetag und es gibt keine erwähnenswerte Ereignisse. Am 2. Juni 1940 hat das Bataillon ebenfalls einen Ruhetag. Bei der 1. Kompanie erhält Unteroffizier Doehring das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Der Kompanieführer der 3. Kompanie befindet sich mit dem Bataillonsführer auf Erkundung nach St. Valery. In diesen Tagen herrscht südwestlich vom Bataillon im Raum Abbeville lebhafte Artillerie- und Fliegertätigkeit. Dies sind Vorzeichen für die bevorstehende Offensive über die Somme. Es werden einige Luftkämpfe beobachtet. Auch am 3. Juni 1940 befindet sich das Bataillon in Ruhestellung. Bei der 1. Kompanie erfolgt die Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse an die Gefreiten Knoll und Ernst Meier. Um 24 Uhr wird die 1. Kompanie 7 Kilometer westlich vorgezogen und bezieht ein neues Biwak, immer noch im Foret de Crécy bleibend. Am 4. Juni 1940 rückt die 1. Kompanie um 14 Uhr über Nouvion-Ponthien, Sailly Bray – Notelles – Voyelles sur Mer nach St. Valery (12 Kilometer) aus. Die Züge marschieren dabei getrennt, der III. Zug erreicht gegen 18 Uhr sein Ziel. Der I. und der III. Zug werden zum Aufräumen eigener Sperren eingesetzt, welche zum Schutz des Brückenkopfes gegen feindliche Panzer gelegt wurden. Der II. Zug schwenkt die ausgefahrene Eisenbahnbrücke wieder ein, öffnet die Schleusen durch Sprengung, um das vom Gegner geplante Überfluten des Vormarschgeländes zu verhindern. Um 18:45 Uhr kommt es zu kurzem Störungsfeuer der britischen Artillerie auf die Arbeitstellen der Kompanie. Ab 20 Uhr rückt die Kompanie wieder zugweise in ihre Quartiere in St. Valery. Der II. Zug übernimmt in der Nacht die Einweisung und Verkehrsregelung für das Infanterie-Regiment 89, das gegen 24 Uhr in seinem Bereitstellungsraum für den morgigen Angriff eintrifft. Die 2. Kompanie marschierte am 4. Juni 1940 um 23 Uhr nach Port Legrand. Die 3. Kompanie hatte am 4. Juni 1940 noch einen Ruhetag. Am 5. Juni 1940 wurde in der Nacht der I. Zug der 2. Kompanie mit der Brückenkolonne C in die Nähe der Somme verlegt und bezieht Unterkunft in einem Wald. Die 3. Kompanie marschiert am 5. Juni 1940 um 2 Uhr über Le Plessiel – Buigny – St. Maclon bis in den Wald östlich von Port le Grand. Die Fahrzeuge verblieben im Wald und der II. und der III. Zug der 3. Kompanie stellen sich am Bahnübergang Port le Grand mit der Brückenkolonne C zum Brückenbau bereit. Der I. und II. Zug der 1. Kompanie wurden dem II. und dem III. Bataillon vom Infanterie-Regiment 27 für den Flußübergang mit 8 großen und 20 kleinen Floßsäcken unterstellt. Die Floßsäcke werden, soweit es geht, vorgefahren und fertig gemacht. Mit Hilfe der Infanterie werden sie in den Bereitstellungsraum der Infanterie-Kompanien gebracht, um dann um 4:30 Uhr mit dem Angriff der Infanterie beginnend, vorgebracht zu werden. Durch Überraschung gelingt es, die ersten zwei Kompanien ohne feindlichen Widerstand überzusetzen. Dann erwachen die englischen Gegner und feuern mit Gewehren und MG’s auf die Übersetzstelle. Trotzdem wurde das Übersetzen fortgesetzt. Die 1. Kompanie rückt am 5. Juni 1940 um 7 Uhr ab um in Mons Boubert, 8 Kilometer südlich St. Valery zu sammeln. Zwei Radfahrspähtrupp unter Führung von Feldwebel Splettstösser und Feldwebel Mietzke wurden zur Erkundung der Waldstücke in der Umgebung des Bestimmungsortes vorausgeschickt. Gegen 7 Uhr eröffnet die englische Artillerie das Feuer auf die Brückenstelle bei der 2. Kompanie, doch die übersetzenden Teile des Bataillons waren bereits ohne Verluste am jenseitigen Ufer. Der III. Zug was auf dem eigenen Ufer zurückbehalten wurden um so bald als möglich, mit Hilfe von 2 Zügen der 3. Kompanie, eine 4-Tonnen-Brücke aus C-Gerät zu bauen. Der II. und III. Zug der 3. Kompanie werden dafür eingeteilt. Die Somme hat an dieser Stelle eine Breite von 43 Metern mit moorigem Untergrund. Um 7:30 Uhr traf der Zug mit der Brückenkolonne C ein und der Brückenschlag begann. Der Brückenbau erfolgt unter Einzelfeuer von Baumschützen und ist um 9:20 Uhr beendet. Die 3. Kompanie sammelt daraufhin in Port le Grand und bezieht in Zelten ihr Quartier. Die 2. Kompanie bleibt den ganzen Tag mit Übersetzen beschäftigt. Durch feindliches Artilleriefeuer auf dem Zielgebiet, erreichen die Radfahrspähtrupps der 1. Kompanie ihr Ziel, den Wald um Mons Boubert, nicht. Die 1. Kompanie kommt wegen des starken Artilleriefeuers ebenfalls nicht zum Sammelpunkt. Sie muß an einer Weggabelung, ca. 3 Kilometer vor diesem, angehalten werden. Die Züge suchen im Wald Deckung. Der I. Zug der 1. Kompanie folgt der Infanterie zur Beseitigung von Minen und Straßensperren in den bereits eingenommenen Ortschaften. Indessen hat auch der Kompanietrupp der 1. Kompanie 1 Kilometer westlich Mons im Waldstück Bois de Nevers einen Biwakplatz erkundet. Der II. Zug der 1. Kompanie wird durch Kradfahrer dorthin eingewiesen. Der III. Zug der 1. Kompanie bleibt an seiner alten Stelle liegen und stellt nochmals einen Erkundungstrupp gegen Mons. 400 Meter vor dem Nordrand des Dorfes bleibt die Erkundung liegen, da der Trupp starkes MG-Feuer aus den einzelnen Gehöften erhält. Es wird zurückgemeldet, daß der Ort noch feindbesetzt ist. Der Erkundungstrupp wird zurückgeholt und Feldwebel Mietzke erhält den Befehl, den Zug nach Bois de Nevers zu bringen. Gegen 16 Uhr bezog die 2. Kompanie in einem Gutshof in der Nähe der Brückenstelle Alarmquartier, eine Brückenwache wurde an der Brücke gelassen. Gegen 18 Uhr werden der II. und der III. Zug der 1. Kompanie unter Führung von Oberfeldwebel Kay zum Aufräumen von Straßensperren in dem inzwischen genommenen Mons-Boubert befohlen. Nach 2 Stunden sind die Hindernisse beseitigt und die Züge gehen zum Biwakplatz zurück. Der I. Zug der 1. Kompanie trifft ebenfalls kurz danach wieder bei der Kompanie ein. Gegen 23 Uhr melden sich auch die Suchtrupps ohne Verluste bei der 1. Kompanie zurück. Am 6. Juni 1940 übernimmt Major Otto als neuer Bataillonskommandeur das Bataillon. Hauptmann Mackel verbleibt beim Stab des Bataillons. Die 2. Kompanie hat bis zum Mitag Ruhe. Um 14 Uhr marschiert die 2. Kompanie in der Marschkolonne des Infanterie-Regiment 48 in Richtung Abbeville – Hucheneville.Die 3. Kompanie baut am 6. Juni 1940 ab 15 Uhr die C-Brücke ab und rückt um 17 Uhr mit der Brückenkolonne C über Port le Grand – Cambron – Rouvrey – Cauber – Marenil in das Waldstück nordöstlich Hucheneville. Die 1. Kompanie marschiert erst um 20 Uhr über Monns – Quesnoy – Saigneville – Cambron, südwestlich an Abbeville vorbei, Villers sur Marenil nach Hucheneville. Dieser Marsch wird durch feindliche Nachtbomber, die Abbeville mit Bomben belegen, gestört. Die 1. Kompanie hat dabei aber keine Verluste. Die 3. Kompanie wird um 21 Uhr der Marschgruppe Schwarzböck, die im Wald westlich von Limeux sammelt, unterstellt. Oberfeldwebel Schulz fährt dafür zur Verbindungsaufnahme voraus. Die Marschgruppe Schwarzböck soll als Vorausabteilung bei Arguel über die Bresle einen Brückenkopf bilden. Die 3. Kompanie ist dabei für den Brückenschlag verantwortlich, sie fährt über Marenil – Lembert nach Limeux und verbleibt dort im Alarmquartier. Die 2. Kompanie erreicht um 24 Uhr ebenfalls Limeux und bezieht hier Quartier. Die 1. Kompanie erreicht am 7. Juni 1940 um 2:30 Uhr Hucheneville und schlägt ein Biwak im Bois des Hétroy auf. Es gibt den Befehl den Wald während des Tages nicht zu verlassen, da mit Fliegerangriffen gerechnet werden muß. Zahlreiche Aufklärer werden durch Flakfeuer abgewehrt und die 1. Kompanie stellt Fliegersicherungen auf um sich an der Abwehr zu beteiligen. Bei der 3. Kompanie wird am 7. Juni 1940 das Unterstellungsverhältnis unter die Gruppe Schwarzböck wieder aufgehoben, da der Plan der Division sich geändert hatte. Die 3. Kompanie wird daraufhin dem Infanterie-Regiment 48 unterstellt, Feldwebel Müller fährt zur Verbindungsaufnahme voraus. Die 3. Kompanie folgt auf der Vormarschstraße über Frucourt – Neuville au Bois – Forceville – Fontaine le See nach St. Maulois. Die 2. Kompanie marschiert am 7. Juni 1940 im Fußmarsch nach Le Fay. Gegen Abend erreicht die 2. Kompanie bei reger Fliegertätigkeit ihr Ziel. Ein Bomber wird in unmittelbarer Nähe der Unterkunft abgeschossen. Der Kompanieführer der 3. Kompanie nimmt mit dem Regimentskommandeur vom Infanterie-Regiment 48 im Regimentsgefechtsstand in Pannerie Verbindung auf. Der I. Zug der 3. Kompanie wurde dem I. Bataillon vom Infanterie-Regiment 48 unterstellt und ging vor Le Omesne mit dem Bataillon über die Bresle. Dabei lag der Zug unter starkem feindlichen Feuer und erlebte einen Tieffliegerangriff. Nach hartem Kampf gelang in den Nachmittagsstunden der Übergang. Der I. Zug baute dazu 2 Stege über den Bach. Die Höhen vor Le Omesne und der Ort selbst wurden genommen, der Zug räumte Sperren auf. Der Widerstand des Gegners , der sich im nächsten Ort Brocourt festgesetzt hatte, wird durch Stukas gebrochen. Die anderen Züge der 3. Kompanie wurden noch nicht eingesetzt. Die 1. Kompanie wurde um 18:30 Uhr auf Fahrzeuge der 3. Kompanie verladen und über Limeux – Frucourt – Citerne – Forceville en Vimen – Woirel – Fontaine le See – Frettecuisse nach Le Fay gebracht. Während des Marsches wurde die 1. Kompanie verschiedentlich durch französische Jäger mit MG-Feuer angegriffen, ohne jedoch Schaden zu erleiden. Um 22 Uhr erreicht die 1. Kompanie Le Fay und wird dort gruppenweise einquartiert. Die 2. Kompanie verbringt eine unruhige Nacht in ihren Quartieren, da feindliche Bomber ständig versuchen die hinter dem Dorf befindlichen Batterien mit Bomben zu belegen. Die Gegner hatten dabei jedoch keinen Erfolg. Am 8. Juni 1940 gegen 0:00 Uhr werden bei der 2. Kompanie auf Befehl vom Bataillon unter Führung von Leutnant Hoogklimmer 4 Flammenwerfertrupps aufgestellt, größere Widerstandsnester und Ortschaften sollen durch eigene Flugzeuge mit Bomben belegt werden. Bei der 1. Kompanie erhält Feldwebel Splettstösser am 8. Juni 1940 mit zwei Stoßgruppen des I. und II. Zuges den Auftrag, das noch zäh verteidigte Dorf Andainville mit Unterstützung der Infanterie zu nehmen und vorhandene Minensperren zu beseitigen. Zugeteilt werden dafür zwei Flammenwerfer. Bei der 3. Kompanie wird im Morgengrauen des 8. Juni 1940 der I. Zug der Infanteriespitze unterstellt und beseitigt Sperren an der Vormarschstraße, der Gegner hat sich über Nacht zurückgezogen. Der Rest der 1. Kompanie wurde um 8 Uhr geweckt und um 9 Uhr rückte der Rest des II. Zuges auf einem Wagen der Kolonne ab und erreicht gegen 10:30 Uhr die Ortschaft Andainville, die der I. und der III. Zug der 1. Kompanie im Fußmarsch erst gegen 12 Uhr erreichen. Um 9 Uhr trifft bei der 2. Kompanie die Nachricht ein, das Leutnant Hoogklimmer, Gefreiter Wehrmeister und Gefreiter Sommerfeld bei dem Stoßtruppunternehmen verwundet worden sind. Leutnant Hoogklimmer wird sofort in das Feldlazarett überwiesen, die beiden anderen Verwundeten verbleiben bei der Truppe. Der II. Zug der 3. Kompanie wird beim II. Bataillon vom Infanterie-Regiment 89, das als Reserve-Bataillon eingesetzt ist, zum Aufnehmen von Minen in und bei Brocourt angesetzt. 1 Baumsperre und 25 Minen werden dabei beseitigt. Die 1. Kompanie beseitigt am Ortsausgang von Andainville Baumsperren, der Gegner schießt dabei Störungsfeuer. Ein Minensuchtrupp der 1. Kompanie wird unter Führung von Unteroffizier Ringe der 1. Kompanie vom Infanterie-Regiment 89 unterstellt und nimmt am zweiten Sturm auf das im Tal gelegene Inval–Boiron teil. Der Angriff wird abermals abgeschlagen. Zum Mittag kehren die beiden Stoßgruppen unter Feldwebel Splettstösser zurück, denen es ebenfalls in der Nacht nicht gelungen war, an die Ortschaft heranzukommen. Am Nachmittag kommt der neue Bataillonskommandeur Major Otto zur 1. Kompanie und bringt den Befehl zum erneuten Einsatz zweier Stoßgruppen gegen Inval-Boiron. Der III. Zug der 3. Kompanie räumt nachmittags in Liomer Sperren auf, setzt Zivilisten fest und bekämpft Heckenschützen. Um 18 Uhr stellen sich die beiden Stoßgruppen des I. und II. Zuges der 1. Kompanie wieder unter Führung von Feldwebel Splettstösser bereit. Der erste wieder genesene Verwundete von Wallers-Trélen, Unteroffizier Günther kehrt wieder zur 1. Kompanie zurück. Bei der 2. Kompanie bricht Hauptmann Heinberg unter Einwirkung der Ereignisse sowie der ungeheuren Nervenanspannung während der Verfolgung des Gegners zusammen. Auf Befehl der Division wird die Führung der 2. Kompanie daraufhin durch Leutnant Polter übernommen, der zu diesem Zweck seinen Posten als Ordonanzoffizier beim Stab aufgibt. Um 19:45 Uhr greifen 42 deutsche Stukas im Raum Andainville – Neuville an. Auf dem Rückflug fallen 2 Bomben in unmittelbarer Nähe der Unterkunft der 1. Kompanie. Die dadurch entstandene Verkehrsbehinderung wird sofort von einer Gruppe des III. Zuges beseitigt. Der II. Zug der 3. Kompanie wird um 20 Uhr aus der Unterstellung des II. Bataillon vom Infanterie-Regiment 89 entlassen, da kein weitere Einsatz des Bataillons mehr erfolgt, und kehrt zu seiner Kompanie zurück. Um 21 Uhr kehrt der Stoßtrupp Splettstösser zur 1. Kompanie zurück und meldet den vollen Erfolg des Unternhemens. Nach diesem 3. Sturmangriff der Infanterie hat der Gegner seinen Widerstand aufgegeben. Um 23 Uhr marschiert die 1. Kompanie in südlicher Richtung ab. Ab Inval-Boiron herrscht Bereitschaft zum Aufräumen von Wegehindernissen. Der I. und der III. Zug der 1. Kompanie bleiben zurück und füllen einen Trichter auf. Ausgebrannte französische Fahrzeuge werden zur Seite geschafft, um die Fahrstraße freizumachen. Die Tätigkeit feindlicher Aufklärer, welche die bekannten Leuchtschirme werfen, behindern die Ausführung des Auftrages stark. Der II. Zug der 1. Kompanie rückt noch bis Neuville vor. Am 9. Juni 1940 beginnen um 2 Uhr die Arbeiten zum Freimachen der Vormarschstraße durch Neuville. Diesem Ort hat der gestrige Angriff der Stukas gegolten. Umfangreiche Zerstörungen zeugen von der Wirkung dieser Waffe. Um 3 Uhr wird der II. Zug durch de III. Zug abgelöst, der II. Zug bezieht Quartier. Auf Anforderung der Infanterie stellt der III. Zug einen Minensuch- und Räumtrupp, der sofort mit Pkw nach vorn gefahren wird. Um 6 Uhr sind die Aufräumarbeiten beendet, auch die anderen beiden Züge gehen zur Ruhe über. Um 9:30 Uhr marschiert die 1. Kompanie auf Fahrzeugen der Brückenkolonne C nach Guemicourt an der Bresle. Dort baut die 1. Kompanie eine 4-Tonnen-Brücke mit C-Gerät, dabei werden zwei Bockstrecken eingebaut. Um 14 Uhr ist die Kompanie damit fertig und rastet. Die Verkehrsregelung übernimmt der III. Zug. Bei der 2. Kompanie findet am 9. Juni 1940 ein Appell statt, der alte Kompaniechef verabschiedet sich. Die 2. Kompanie wird dem Infanterie-Regiment 27 zugeteilt und rückt auf Fahrzeugen der Brückenkolonne C nach Guemicourt, von dort im Fußmarsch über Aumale – Illois – Fermets nach La Matagne. Bei der 3. Kompanie wird am Nachmittag des 9. Juni 1940 die Unterstellung unter das Infanterie-Regiment 48 aufgehoben. Die 3. Kompanie sammelt daraufhin vor Illois und bezieht in Zelten ihr Quartier. Die 1. Kompanie rückt um 21 Uhr nach Aumale ab, die Stadt selbst brennt. Deshalb bezieht die Kompanie ihr Quartier in einer Villa außerhalb der Stadt. Nachts fallen Bomben in unmittelbarer Nähe der Unterkunft. Die 2. Kompanie trifft am 10. Juni 1940 um 3 Uhr in La Matagne ein. Um 8 Uhr werden bei der 2. Kompanie 2 Minensuchtrupps angefordert. Die 3. Kompanie rückt am 10. Juni 1940 über Illois – Les _Fretils – Flamets – Graval nach Bouelles ab. Die 2. Kompanie wird ebenfalls um 10 Uhr auf Befehl des Infanterie-Regiment 27 zum Aufräumen der Vormarschstraße in Richtung Neufchatel angesetzt. Die 1. Kompanie fährt am 10. Juni 1940 um 10 Uhr nach Bouelles. Bei der Durchfahrt durch Aumale fährt ein Pkw der B-Kolonne auf eine nicht gefundene feindliche Mine und brennt aus. Die Fahrt geht über Illois – Les Fretils – Flamets und Gravalles. Um 13 Uhr erreicht die 1. Kompanie Bouelles. Hier wird im Gemeinschaftsempfang die Rede Mussolinis zum Kriegseintritt Italiens gehört. Danach führt die 1. Kompanie Baustofferkundungen für eine Behelfsbrücke über den Bethune-Bach durch. Dazu werden zwei Trupps unter Feldwebel Mietzke und Felwebel Splettstösser zusammengestellt. Der erste geht nach Neufchatel, der zweite geht nach Bouelles. Der III. Zug der 3. Kompanie beginnt gegen Mittag mit dem Bau einer C-Brücke für das Infanterie-Regiment 27 über die Bethune. Um 15 Uhr wird der Zug dann durch die 2. Kompanie abgelöst. Die Gruppe Dankert der 3. Kompanie geht mit dem Infanterie-Regiment 27 als Minensuchtrupp weiter vor. Der II. Zug der 3. Kompanie baut von 15 bis 19 Uhr eine 25 Meter lange 16-Tonnen-Brücke für das Infanterie-Regiment 89 über die Bethune bei Neufchatel. Am Abend holt die 1. Kompanie das erkundete Material nach Bouelles. Die 2. Kompanie baut die C-Brücke nach Fertigstellung der B-Brücke und der Behelfsbrücke bei der 1. Kompanie wieder zurück und geht in Neuville zur Ruhe über. Die 3. Gruppe der 3. Kompanie übernimmt in der Nacht die Brückenwache an der 16-Tonnen-Brücke, die Kompanie bleibt für die Nacht in Bouelles in Zelten. Am 11. Juni 1940 haben die 2. und die 3. Kompanie einen Ruhetag. Bei der 1. Kompanie rückt am 11. Juni 1940 um 4 Uhr der I. Zug zum Ausbau von Schienen für den Bau einer 20-Tonnen-Behelfsbrücke ab. Der II. Zug ist ab 5 Uhr an dieser Brückenstelle. Durch planvolle Einteilung der Züge geht der Brückenbau sehr rasch vor sich und um 12 Uhr wird die Brücke dem Verkehr übergeben. Der Kommandeur spricht seine Anerkennung für gutes und schnelles Arbeiten aus. Im Laufe des Abends erfolgt bei der 1. Kompanie die Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse an die Gefreiten Fett, Guhrke und Wagner. Die 2. Kompanie erhält am 12. Juni 1940 um 5:30 Uhr ihren Abmarschbefehl und wird auf Fahrzeuge der Brückenkolonne C verladen. Im motorisierten Marsch geht es über Neufchatel – Rouen nach Alizay. Die 3. Kompanie wird am 12. Juni 1940 dem Infanterie-Regiment 89 zum Übergang über die Seine unterstellt. Um 6 Uhr marschiert die 3. Kompanie über Neufchatel – Maucomble – St. Saens – St. Martin – Rouen – Boos – Pont St. Pierre nach Igoville. Die 1. Kompanie fährt um 9 Uhr auf Fahrzeugen der Brückenkolonne B von Neufchatel über Les Hayons – La Boissiere – St. Martin – Quincampoix – Isneauville – Bihorel – Rouen nach Alizay, dort wird die Kolonne angehalten. Um 14:15 Uhr setzt die 3. Kompanie vor Pont de l’Arche das Infanterie-Regiment 89 in Floßsäcken über die Seine und einen 20 Meter breiten Nebenarm der Seine. Um 14:30 Uhr erfolgt der Einsatz der 2. Kompanie zum Übersetzen über die Seine mit C-Gerät. Zusätzlich baut die Kompanie noch 2 Landbrücken und 3 Fähren. Der Einsatz wird dabei durch feindliche Bomber gestört, die Übersetzstelle aber nicht durch Bomben getroffen. Der Gefreite Nordt erhält durch das MG-Feuer eines Bombers einen Kopfschuß und einen Rückenstreifschuß. Gegen 16 Uhr erfolgen feindliche Bomberangriffe auf die Vormarschstraße der 1. Kompanie, die sich besonders auf die Kolonne richten. Um 18 Uhr beginnt bei der 2. Kompanie das Übersetzen des Infanterie-Regiment 89, in erster Linie werden schwere Waffen übergesetzt. Die 1. Kompanie rückt um 19:30 mit der B-Kolonne über Pont St. Pierre nach Baes sur Seine ab. Der II. Zug der 3. Kompanie baut über den Nebenarm der Seine eine C-Brücke. Der Floßsackbetrieb wird über Nacht von der 3. Kompanie aufrecht gehalten. Um 21 Uhr beginnt die 1. Kompanie mit dem Bau einer 16-Tonnen-Kriegsbrücke über den Seine-Kanal mit B-Gerät, 55 Meter werden dabei überbrückt. Dazu werden 2 Bockstrecken, 2 Rampenstrecken und 4 Fähren verwendet, die Leitung hat Oberfeldwebel Kay. Ein Zug unter Feldwebel Freitag baut die über die Seine führende Schleusenbrücke für den Verkehr mit motorisierten Fahrzeugen aus. Diese langwierige, schwierige Arbeit, läßt sich nicht reibungslos bewerkstelligen, weil nicht überall Verständnis für den Umfang des Einsatzes der Kompanie besteht. Die 1. Kompanie hat nur noch eine Stärke von 7 Gruppen. Bei der 3. Kompanie greifen englische Bomber am Abend und in der Nacht an, ohne jedoch Wirkung zu erzielen. Während der Nacht zum 13. Juni 1940 geht ein Erkundungstrupp der 1. Kompanie, gestellt vom III. Zug unter Führung von Feldwebel Mietzke, mit der Spitze der Infanterie ohne Feindberührung bis Lévy vor. Die Arbeit der 1. Kompanie geht währenddessen ohne Störung von statten, und sie ist am Morgen um 6:45 Uhr beendet. Um 7 Uhr wird die Brücke bei der 1. Kompanie dem Verkehr übergeben. Nach Zurücklassung der Brückenwache und Aufstellung einer Flugsicherung geht die 1. Kompanie zur Ruhe über. Der I. Zug der 1. Kompanie hat indessen die Verstärkung des Fahrbelages sowie die Herrichtung der 200 Meter langen Schleusenbrücke für den Übergang mit motorisierte Fahrzeugen über die Strom-Seine durch Kanthölzer und Bohlen vorgenommen. Bei der 2. Kompanie wurde am 13. Juni 1940 das Übersetzen den ganzen Tag über fortgesetzt. Alle drei Züge der Kompanie sind dabei voll eingesetzt, eine Ablösung dadurch nicht möglich. Bei der 3. Kompanie wird in den Morgenstunden des 13. Juni 1940 die Floßsackübersetzung eingestellt. Die 3. Kompanie übernimmt dafür den Brückendienst an der C-Brücke. Um 16 Uhr bezieht die 1. Kompanie in einem Schloß Quartier, der Kompanie wird außerdem eine Baukompanie unter Hauptmann Schiffer unterstellt. Um 19 Uhr löst eine Kompanie vom Pionier-Bataillon 45 die 3. Kompanie beim Brückendienst ab. Um 20:30 Uhr werden zwei Minensuchtrupps nach Louvriers zum Aufräumen von Minensperren an einer Brücke befohlen. Um 22 Uhr wird auch die 2. Kompanie durch das Pionier-Bataillon 45 beim Übersetzen abgelöst und geht zur Ruhe über. Der Kompanieführer der 3. Kompanie nimmt in den Morgenstunden mit dem Infanterie-Regiment 89 Verbindung auf. Das Infanterie-Regiment 89 hat den Auftrag, Criqueboeuf - Didier des Bois - St. Pierre zu säubern und dann in südwestlicher Richtung dem Infanterie-Regiment 27 zu folgen, das über Tilleul - Dames nach Agnes marschiert. Zum Angriff auf die zu säubernden Ortschaften fordert das Infanterie-Regiment 89 Stoßtrupps mit Flammenwerfern an. Die 1. Kompanie rückt am 14. Juni 1940 um 11 Uhr mit der Brückenkolonne T über Louviers nach Ecquetot ab. Die 2. Kompanie marschiert am 14. Juni 1940 um 12 Uhr nach Poses ab. In Poses wird die 2. Kompanie auf Fahrzeuge der leichten Pionier-Kolonne verladen und begibt sich im motorisierten Marsch über Louviers nach Villebeses, wo die Kompanie Alarmquartiere bezieht. Der Kompanieführer der 3. Kompanie führt im Laufe des Tages die Stoßtrupps zum Regimentsgefechtsstand des Infanterie-Regiment 89. Die 3. Kompanie fährt inzwischen über Romily - Poses - Vandruil - Louviers nach Ecquetot. Der Gegner ist in Auflösung begriffen und kämpft nur noch in einzelnen Widerstandsnestern ohne einheitliche Führung. Der Einsatz der Stoßgruppen ist nicht mehr erforderlich, da sich der Gegner widerstandslos aus den drei Ortschaften zurückgezogen hat. Die 3. Kompanie sammelt in Ecquetot und bezieht ein Zeltlager. Die 1. Kompanie übernachtet ebenfalls im Ort in Zelten. Am 15. Juni 1940 bleibt die 3. Kompanie zunächst in Ruhe. Mit 2 Unteroffizieren und 2 Gefreiten der 3. Kompanie unternimmt Major Otto eine Erkundung der Übergänge über die Risle. Bei der 2. Kompanie erfolgt am 15. Juni 1940 nach dem Instandsetzen der Sachen und einem Waffenappell um 18 Uhr der Abmarsch nach Berville la Campagne. Die 3. Kompanie marschiert um 19 Uhr von Ecquetot über Vilettes - Bernieuville - Omnes nach Berville, wo wieder gezeltet wird. Die 1. Kompanie marschiert am 15. Juni um 20 Uhr nach Vilettes. Von dort aus werden der I. und der III. Zug zum Feuerlöschen und Räumen der Vormarschstraßen nach Elboeuf befohlen. Die Fahrt führt über Venon - Quatremare nach Louviers. Eine Gruppe des I. Zuges wird zum Löschen einer großen Weberei eingesetzt. Da die Bekämpfung des Großfeuers nicht möglich ist, werden nicht gefährdete Durchgangsstraßen durch einen Radfahrtrupp erkundet und markiert. Währenddessen ist der II. Zug der 1. Kompanie auf den Lastkraftwagen der 3. Kompanie über Quitteboeuf - Tournedos - Ormes - Le Gemberge nach Berville. Da sich hier wiederum eine offene Flanke ergeben hat, wird in der Nacht die Flankensicherung mit MG übernommen. Der II. Zug bezieht in einem größeren Gehöft Quartier. Am 16. Juni 1940 um 10:15 Uhr marschiert die 3. Kompanie von Berville über Tilleul - Ajon - La Barre - Les Botteraux - St. Antonin - St. Nikolas - St. Symphorien nach Rai sur Risle. Die 2. Kompanie wird am 16. Juni 1940 um 12 Uhr auf Fahrzeuge der Brückenkolonne T verlastet und begibt sich im motorisierten Marsch nach Laigle. Die 1. Kompanie wird ebenfalls um 12 Uhr auf Fahrzeuge der Brückenkolonne T verlastet. Ihre Fahrt führt Collandres - La Ferrière - La Barrée - Les Botteraux - St. Antonin - St. Vidas - St. Symphonien nach Rai sur Risle, wo die Züge wieder zusammentreffen. Die Marschroute des I. und des III. Zuges ging von Elboeuf aus über Louviers - Quatremare - Venon - Vilettes (Mittagsrast) - Marboeuf - Le Neubourg - Le Tremblny - Glos la Ferrière - Laigle nach Rai sur Risle. Hier kommt auch der erste Nachersatz von 15 Mann aus Schwedt an. Da im nächsten Ort noch Widerstand geleistet wird, werden in Rai sur Risle Alarmquartiere bezogen. Die 3. Kompanie erreicht Rai sur Risle um 17 Uhr und zeltet. 17 Mann Ersatz treffen bei ihr ein. Feldwebel Rosenberg wird der 3. Kompanie zugeteilt. Unteroffizier Nusterer (Offiziersanwärter-Lehrgang) kommt zur Kompanie zurück. Die Unteroffiziere Hentschel und Schenker sowie Gefreiter Gesche werden mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 17. Juni 1940 hat das ganze Bataillon in Rai sur Risle einen Ruhetag. Am 18. Juni 1940 rückt die 2. Kompanie, verladen auf Fahrzeuge der Brückenkolonne T, um 12 Uhr in nordwestlicher Rchtung nach St. Suzanne ab. Am 18. Juni 1940 um 13 Uhr erfolgt der Abmarsch der 1. Kompanie mit den Fahrzeugen der Brückenkolonne C über Aubé – St. Hilaire – St. Gauberge – St. Colombe – Moulins la Marche – Courtemer – Le Chalange – Le Menil – Gayon – Boitron – Essay – Le Buisson – St. Paterne – Alencon – La Hutte – Fresnay - Sillé – Le Guillaume nach Ste. Suzanne. Die Marschstrecke von 120 Kilometern wurde dabei von der 1. Kompanie bis 19 Uhr zurückgelegt. Von der 3. Kompanie waren an diesem 18. Juni 1940 die Feldwebel Rosenberg und Skirke als Pionier-Erkunder mit der Aufklärungs-Abteilung 12 auf den beiden Vormarschstraßen der Division voraus unterwegs. Die 3. Kompanie marschierte währenddessen nach St. Suzanne. Stabsfeldwebel Thiem von der 3. Kompanie wurde zum Pionier-Ersatz-Bataillon 12 nach Schwedt versetzt. Unteroffizier Pichowiak, ebenfalls 3. Kompanie, wurde zum Stab versetzt. Feldwebel Mohr, auch 3. Kompanie wurde zur 2. Kompanie versetzt, dafür übernahm Feldwebel Rosenberg den II. Zug. Am 19. Juni 1940 erhält die 2. Kompanie um 1 Uhr ihren Abmarschbefehl. Die 2. Kompanie wird mit der Brückenkolonne T der Vorausabteilung des Infanterie-Regiment 48 unterstellt. Die 1. Kompanie wird am 19. Juni 1940 der Vorausabteilung des Infanterie-Regiment 89 unterstellt. Um 2 Uhr erfolgt die Abfahrt der 1. Kompanie mit der Brückenkolonne C über La Chapelle – Laval – Cossé Le Vivient – Craon – Renaze – Pouancé – La Chapelle Glain – St. Mars – Pannece – Messanger- Couffé nach Oudon. Hauptmann Thürsam und der Kompanietrupp waren mit dem Führer der motorisierten Vorausabteilung des Infanterie-Regiment 89 vorausgefahren. Die Straßenbrücke über die Loire wurde bei ihrem Eintreffen an der Loire vom Gegner gesprengt. Mehrere Übersetztstellen werden durch den Kompanieführer und Kompanietrupp sofort erkundet, die Kompanie wurde herangeholt. Die 3. Kompanie marschierte am 19. Juni 1940 um 6 Uhr über Sivet – La Chapelle – Soulgé – Bazougers – Villiers – Charlemagne – Quelaines – Penton – Laigne – St. Quentin – Challain – La Potherie – Candé – St. Mars nach La Jaille. Um 9 Uhr gehen Teile der 2. Kompanie mit ihrer Vorausabteilung in Richtung auf Ancenis vor. Die Brückenkolonne T folgte mit 2 Stunden Abstand. Die 3. Kompanie trifft um 12 Uhr in La Jaille ein und verbleibt dort in Alarmquartieren. Um 14 Uhr trifft die 2. Kompanie in Ancenis ein, die Brücke ist gesprengt und das jenseitige Ufer ist vom Gegner besetzt. Daraufhin wird ein gewaltsamer Übergang mit Floßsäcken unterstrom der Stadt vorbereitet. Bei der 1. Kompanie wird inzwischen der Befehl zur Vorbereitung eines Überganges mit vorhandenen Ruderbooten, die zum Teil mit Außenbordmotoren ausgestattet sind, gegeben. Um 18:30 Uhr versammelten sich die vordersten Teile vom Infanterie-Regiment 89 hinter dem deckenden Bahndamm am Stichkanal der Mündung eines Nebenflusses der Loire in diese. Die Boote werden besetzt und verlassen trotz starkem MG- und Gewehrfeuer den Kanal. Sie erreichen nach 8 Minuten das jenseitige Ufer. Dort hatte die vorgehende Infanterie mit dem III. Zug , der sich befehlsgemäß anschließen soll, noch einen Strand von 200 Meter Breite zu überwinden, bevor sie den schützenden toten Winkel erreichen. Beim Übersetzen wurde der Zugführer des III. Zuges, Feldwebel Edelmann, durch Knie- und Oberschenkelschuss und die Gefreiten Hartwich und May schwer verwundet. Der III. Zug übernimmt jetzt unter der Führung von Feldwebel Mietzke mit der Bedienungsmannschaft die Pakgeschütze und hilft sie vorzubringen. Am diesseitigen Ufer sind bereits beim Absetzen Obergefreiter Sommer und Gefreiter Opitz schwer verwundet wurden. Mit dem Vorgehen der Infanterie wird die Feindwirkung ausgeschaltet und das Übersetzen geht danach rascher von statten. Gegen 21 Uhr geht erfolgt bei der 2. Kompanie der Übergang über die Loire ohne Verluste. Die 3. Kompanie fährt um 21 Uhr über Ancenis nach Oudon weiter. Bei der 1. Kompanie erfolgt gegen 22 Uhr nochmals ein überraschender Feuerüberfall. Aus einem Waldstück jenseits, unterstrom der Übersetzstelle, versucht der Gegner, den Übergang durch MG-Feuer zu stören. Durch 2-cm-Flak wird das MG-Feuer aber schnell zum Schweigen gebracht. Bei der 2. Kompanie beginnen der I. und der III. Zug um 23 Uhr mit dem Bau einer Landbrücke und mehreren T-Fähren. Der II. Zug hält den Fährbetrieb aufrecht. Um 24 Uhr wurde die 1. Kompanie durch die 3. Kompanie abgelöst. Die 1. Kompanie bezieht geschlossen in einem Haus Quartier. Bei dem letzten Feuerüberfall auf die 1. Kompanie zeichnete sich Feldwebel Freitag durch mutiges und entschlossenes Handeln aus. Bei der 2. Kompanie wurde am 20. Juni 1940 um 1 Uhr die Arbeit wegen der Dunkelheit eingestellt. Um 5 Uhr wurde dann der Übersetzbetrieb wieder aufgenommen. Am 20. Juni 1940 um 8:30 Uhr löste der I. Zug der 1. Kompanie die 3. Kompanie wieder ab. Das Übersetzen ging danach im verstärktem Maße weiter. Gefangene in Stärke eines Bataillons, darunter zahlreiche Elsässer, werden von vorne zurückgebracht. Die Züge der 1. Kompanie lösen sich untereinander ab. Die 3. Kompanie betreut am 20. Juni 1940 das Übersetzen an der Fährstelle in Oudon. Um sicheres Übersetzen zu gewährleisten, sind kleine Außenbordmotore und später Motorboote requiriert wurden. Um 14 Uhr beginnt man bei der 2. Kompanie das Übersetzen mit Fähren. Zur Unterstützung der Ruderer werden kleine Fischerboote mit Außenbordmotoren eingesetzt. Gegen Abend muß der Betrieb bei der 2. Kompanie eingestellt werden, da ein so starker Wind aufkommt, daß die Boote abgetrieben werden. Die Fußtruppen werden dann mit großen Floßsäcken übergesetzt. Um 19 Uhr wurde der Verkehr bei der 1. Kompanie eingestellt. Um 20 Uhr wird ein Erkundungstrupp der 1. Kompanie auf Beiwagenkrad nach Le Cellier, 8 Kilometer stromabwärts, beordert. Die 1. Kompanie begibt sich zur Ruhe. Bei der 2. Kompanie wird der Fährbetrieb um 20 Uhr wieder aufgenommen. Die Kompanie wird mit 7-stündiger Ablösung eingesetzt. Am 21. Juni 1940 wird bei der 2. Kompanie das Übersetzen ununterbrochen fortgesetzt. Auch bei der 3. Kompanie wird am 21. Juni 1940 das Übersetzen fortgesetzt. Der gesamte Troß des Infanterie-Regiment 89 wird dabei übergesetzt. Bei der 1. Kompanie fährt der I. Zug am 21. Juni 1940 um 3:30 Uhr auf Zugkraftwagen zur neuen Übersetzstelle bei Oudon. Der II. und der III. Zug gelangen dagegen auf dem Wasserwege mit einer Fähre und 12 Kähnen dorthin gelangen. Um 6 Uhr beginnt die 1 Kompanie mit dem 2. Übergang über die Loire. Sie kann ohne Feindeinwirkung arbeiten. Um 18 Uhr rückt die 1. Kompanie in ihre Quartiere ab. Am 22. Juni 1940 um 1 Uhr werden der 2. Kompanie 2 Schlepper aus Nantes zum Fährbetrieb zur Verfügung gestellt. Am 22. Juni 1940 ab 4 Uhr bringen der I. und der II. Zug der 1. Kompanie das II. Bataillon vom Infanterie-Regiment 27 über die Loire. Bei der 3. Kompanie steht am 22. Juni 1940 der Fährdienst über die Loire auf dem Programm. Die Kompanie setzt in diesen Tagen an dieser Stelle unter anderem den gesamten Troß vom Infanterie-Regiment 89, die 1. Kompanie der Panzerabwehr-Abteilung 12, die Abteilung von Hauptmann Müller des Artillerie-Regiment 48, eine Nachrichtenstaffel und viele Meldefahrzeuge über den Fluß. Um 12 Uhr rücken der I. und der II. Zug der 1. Kompanie zur neu erkundeten Übersetzstelle bei Mauves ab. Der III. Zug der 1. Kompanie bleibt dagegen in Le Cellier und zeltet. Bei der 2. Kompanie wird von 12 bis 15 Uhr die Landbrücke 200 Meter stromabwärts verlegt. An der alten Übersetzstelle wird durch das Pionier-Bataillon 45 eine 16-Tonnen-Kriegsbrücke errichtet. Der Übersetzbetrieb leidet jetzt unter vorgelagerten Sandbänken. Beim Übersetzen des Infanterie-Regiment 48 wird bei der 2. Kompanie der Betrieb Tag und Nacht aufrecht erhalten. Bei der 1. Kompanie beginnt man um 16 Uhr mit dem Bau von Landbrücken und 3 Fähren mit T-Gerät. Zum Schleppen der Fähren stehen 2 Motorboote zur Verfügung, die von französischen Mechanikern bedient werden. Nach Beendigung der Arbeiten bezieht die 1. Kompanie in den Wohnhäusern von Mauves Unterkunft. Am 23. Juni 1940 um 5:30 Uhr nimmt bei der 1. Kompanie der I. Zug den Fährbetrieb auf. Es werden die Stabskompanie, die 13. Kompanie und Teile vom Gefechtstroß des Infanterie-Regiment 27 übergesetzt. Die Züge lösen sich dabei untereinander ab. Die 2. Kompanie zeltet am 23. Juni 1940 auf Befehl des Kompanieführers in Ancenis. Die 3. Kompanie leistet am 23. Juni 1940 weiterhin Fährdienst über die Loire. Um 11 Uhr trifft der III. Zug auf dem Wasserweg ein. Am 24. Juni 1940 wird bei der 3. Kompanie der Fährbetrieb über die Loire fortgesetzt. Da bis zum 24. Juni 1940 bei der 2. Kompanie die 16-Tonnen-Brücke fertiggestellt wurde, ruht bei dieser Kompanie der Übersetzbetrieb. Die 2. Kompanie geht zur Ruhe über. Da das Übersetzen bei Mauves zuviel Zeit in Anspruch nimmt, überschreiten die restlichen Teile vom Infanterie-Regiment 27 die Loire über eine unversehrte Straßenbrücke in Nantes. Der Übersetzbetrieb bei Mauves wird daraufhin eingestellt. Die 1. Kompanie bleibt in Mauves. Am Nachmittag des 24. Juni 1940 wird ein Fußballspiel der 2. Kompanie gegen die Brückenkolonne T ausgetragen. Die 2. Kompanie gewinnt mit 7:2. Am 25. Juni 1940 um 1:35 Uhr tritt der Waffenstillstandsvertrag Deutschlands und Italien mit Frankreich in Kraft. Am Vormittag des 25. Juni 1940 hat die 1. Kompanie Innendienst und treibt die Instandsetzung der eigenen Sachen voran. Bei der 2. Kompanie erfolgt am 25. Juni 1940 um 9:30 Uhr der Abmarschbefehl. Die 2. Kompanie wird auf Fahrzeuge der Brückenkolonne T verlastet und rückt über Nantes – La Roche sur Yon nach Le Tablier ab. Bei der 1. Kompanie werden am Nachmittag die Fähren und die Landbrücken abgebaut, das Gerät wird auf Wagen der Brückenkolonne T verladen. Bei der 3. Kompanie wird am Nachmittag des 25. Juni 1940 die Fährstelle abgebaut. Die Unterkunft der Kompanie ist während dieser Zeit in Zelten an der Fährstelle. Auf Befehl des Kompanieführers wird von der 2. Kompanie ein Biwakplatz bezogen. Die Stimmung bei der Kompanie ist sehr schlecht und findet ihren Ausdruck in einem Gedicht an den Kompanieführer. Daraufhin folgt eine Kriegsgerichtsverhandlung mit dem Vorwurf der Wehrkraftzersetzung. 2 Schuldige werden festgestellt. Am 26. Juni 1940 um 8 Uhr erfolgt der Abmarsch der 3. Kompanie in den vorläufigen Ruheraum. Es geht über Oudon – Nantes – Les Sormières – Viais – Rocheservière – La Roche sur Yon – St. Florent des Bois nach Chaillé sous les Ormeaux. Chaillé wird der 3. Kompanie als vorläufiger Unterkunftsraum zugeteilt. Bei der 2. Kompanie wird am 26. Juni 1940 eine Biwakordnung aufgestellt und mit dem Bau von Tischen und Bänken begonnen. Die 1. Kompanie wird am 26. Juni 1940 um 11 Uhr auf Fahrzeuge der Brückenkolonne C verladen. Die Kompanie fährt über Nantes und La Roche sur Yon nach St. Florent des Bois. An diesem 26. Juni 1940 übernimmt Hauptmann Mackel wieder die Führung der 3. Kompanie. Die Zeit vom 27. Juni 1940 bis zum 2. Juli 1940 verbringt das Bataillon mit Sacheninstandsetzen, Waffen- , Ausrüstungs- und Wagenpflege. Vollzähligkeits- und Waffenappelle werden durchgeführt. An einigen schönen Tagen fahren die Einheiten mit dem Lkw nach La Tranche zum Baden. Am 29. Juni 1940 werden folgende Eiserne Kreuze 2. Klasse verliehen: Haupftfeldwebel Nolte, Schirrmeister Tarrach, Feldwebel Freitag und Splettstößer, Unteroffizier Nagorske, Obergefreiter Reddehase, Gefreiter Conell, Rugenstein, Schulz I, Zielinski, Röhricht, Fox, Bolik und Bürger von der 1. Kompanie. Ferner noch Unteroffizier Dankert, Gefreiter Zunke, Ludwig, Brandt, Wolter, Kühnel, Prodzinski und Obergefreiter Schievelbein von der 3. Kompanie. Außerdem erhält Oberfeldwebel Schulz von der 3. Kompanie das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Am 3. Juli 1940 rückte die 1. Kompanie um 8 Uhr nach La Tranche sur Mer ab und erreichte um 9:45 Uhr die neuen Unterkunftsräume. Die 1. Kompanie übernahm den Küstenschutz und stellte die Rettungswache für das Seebad La Tranche. Die 2. Kompanie rückte am 3. Juli 1940 auf eigenen Fahrzeugen nach St. Michel sur l‘Herme ab. Dort richtete die Kompanie eine Ortskommandantur ein. Der III. Zug der 2. Kompanie verblieb als Wachzug beim Stab des Bataillons. Vorläufige Unterkunft wird in einem geräumten Lehrerseminar bezogen. Die 3. Kompanie rückt ebenfalls am 3. Juli 1940 in den neuen Unterkunftsraum ab. Ihr Weg geht über Lucon nach Fontenay le Comte. Die 3. Kompanie bezieht ihre Unterkunft in den Schulen vor Ort. Am 4. Juli 1940 wird der 1. Kompanie ein zweiter Nachersatz von 14 Mann vom Pionier-Ersatz-Bataillon 2 zugeführt. Die 3. Kompanie erhält am 4. Juli 1940 ebenfalls Ersatz, bei ihr sind es 15 Mann. Von der 2. Kompanie werden am 4. Juli 1940 an der Küste in L’Aiguillon 3 Feldwachen in Stärke von 1:6 aufgestellt. Der Zweck der Feldwachen besteht in der Sicherung seewärts und gegen Landungsversuche eventuell zurückkehrender französischer Schiffe. Die beiden in St. Michel zur Verfügung stehenden Züge lösen sich im Wachdienst. Die 2. Kompanie erhält 13 Mann Ersatz, womit die Sollstärke wieder erreicht wird. In der Zeit vom 5. Juli 1940 bis zum 13. Juli 1940 sind die 3 Kompanien mit Wach- und Ausbildungsdienst beschäftigt.

Ersatzgestellung kam vom Pionier-Ersatz-Bataillon 2 in Stettin-Podejuch, welches am 29. August 1939 vom Wehrkreis II aufgestellt wurde. Ab Januar 1940 wurde die Aufgabe der Ersatzgestellung für das Bataillon, vom Pionier-Ersatz-Bataillon 12 übernommen.

Kommandeure:

Oberstleutnant Baltrusch Herbst 1937 - 16. Mai 1940 gefallen bei Erkundung

Hauptmann Mackel m.F.b. 16. Mai 1940 - 6. Juni 1940

Major Otto 6. Juni 1940 -