Willich, Christian Friedrich (Fritz)

 

* 26. Dezember 1883, Neu-Ulm

+ 8. Dezember 1967, Tübingen
 

 

Christian Friedrich Willich trat am 30. Juni 1902 in das Infanterie-Regiment Kaiser Friedrich, König von Preußen (7. Württembergisches) Nr. 125 ein. Am 6. November 1902 wurde er zum Fahnenjunker-Unteroffizier, am 27. Januar 1903 zum Fähnrich und am 18. Oktober 1903 zum Leutnant befördert. Im Oktober 1907 wurde er in das Lehr-Infanterie-Bataillon in Potsdam versetzt, kehrte ab er am 1. Oktober 1908 in das Infanterie-Regiment Kaiser Friedrich, König von Preußen (7. Württembergisches) Nr.125 zurück. Von Oktober 1910 bis zum 21. Juli 1913 besuchte er die Kriegsakademie und wurde am 18. Oktober 1911 zum Oberleutnant befördert. Anschließend folgte die Kommandierung zum Luftschiffer-Bataillon in Tegel, bevor er am 1. Oktober 1913 erneut zum Infanterie-Regiment Kaiser Friedrich, König von Preußen (7. Württembergisches) Nr.125 zurückkehrte und dort als Kompanie-Offizier eingesetzt wurde. Von April 1914 bis August 1914 absolvierte er die Ausbildung zum Flugzeugbeobachter beim Flieger-Bataillon 5. Ab dem 2. August 1914 wurde er dann als Beobachter bei der Feldflieger-Abteilung 26 eingesetzt und am 8. November 1914 zum Hauptmann befördert. Am 15. Januar 1915 wurde Fritz Willich Kompaniechef im Infanterie-Regiment Kaiser Friedrich, König von Preußen (7. Württembergisches) Nr.125 und am 1. Juni 1916 im Reserve-Infanterie-Regiment 248. Im September 1916 wurde er schließlich verwundet und nach einem Lazarettaufenthalt am 15. Februar 1917 Ordonnanz-Offizier beim Stab der 242. Infanterie-Division. Am 15. Juli 1918 übernahm er ein Bataillon im Infanterie-Regiment 476 und im August 1918 im württembergischen Gebirgs-Regiment. Am 19. September 1919 wurde er in das württembergische Kriegsministerium übernommen und am 1. Oktober 1919 Kompaniechef im Infanterie-Regiment 25. Ab dem 1. Oktober 1920 führte er eine Kompanie im Infanterie-Regiment 13. Ab dem 1. Februar 1925 war er Ordonnanz-Offizier beim Stab der Kommandantur Ulm und wurde am 1. Januar 1926 zum Major befördert. Ab dem 1. Februar 1927 wurde Willich als Lehrer für Kriegsgeschichte und Taktik an der Artillerieschule Jüterbog eingesetzt und am 1. April 1930 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Oktober 1930 übernahm er dann das Kommando über das II. Bataillon des Infanterie-Regiments 13. Am 20. August 1930 wurde er vom 6. Oktober 1930 bis zum 31. Oktober 1930 zum Schießlehrgang A (Stabsoffiziere) für schwere Infanterie-Waffen kommandiert. Vom 20. November 1930 bis zum 2. Dezember 1930 wurde er als Teilnehmer zum Stabsoffizierlehrgang der 5. Division kommandiert. Dieser Lehrgang wurde vom Artillerieführer V im Standortoffizierheim durchgeführt. Zwecks Vortrag bzw. Vorführung wurden Oberstleutnant Curt Haase, II./A.R.5, Oberstleutnant Kurt Sieglin, Kdtr. Stuttgart, Major Emil Reischle, I./I.R.13 und Hauptmann Freiherr von Neubeck zur Verfügung gestellt. Außerdem standen von den Offizieren des Stabes der 5. Division zur Verfügung: Oberstleutnant Alois Josef von Molo, Oberstleutnant a.D. Freiherr von Watter, Oberstleutnant a.D. Gustav von Detten, Major Wilhelm Stemmermann, Major Herbert Geitner, Hauptmann Wilhelm Schindke, Hauptmann Karl Barlen, sowie ein Beamter des Wehrkreis-Verwaltungsamtes. Außer ihm wurden Major Wolf Schede, Stab 5. Div., Major Georg Gawantka, Stab 5. Div., Major Albert Most, II./I.R.13, Major Karl Kitzinger, I./I.R.13, Major Ruland, III./I.R.14, Major Friedrich-Carl Cranz, III./I.R.14, Major Eugen Bilharz, II./I.R.14, Major Waldemar Klepke, I./I.R.15, Major Max Dennerlein, Pi.Btl. 5, Oberstleutnant Walther Lucht, I./A.R.5, Major Ulrich Vasoll, II./A.R.5, Major Georg on Kutzleben, I./A.R.5, Major Erich Schwenzer, Kdtr. Ulm, Major Rudolf Veiel, Stab 3. Kav.Div., Major Hermann Meyer-Rabingen, Stab 3. Kav.Div., Major Fritz von Brodowski, R.R.16, Major von Geldern, R.R.16, Major Ralph Winsloe, R.R.18 zu dieser Übung kommandiert. Ab dem 1. November 1932 diente er im Stab des Infanterie-Regiments 20, dessen Kommandeur er am 1. Februar 1933 wurde. Am gleichen Tag folgte die Beförderung zum Oberst. Am 1. November 1934 wurde er in den Stab des Heeresfeldzeugmeisters im Reichswehrministerium versetzt. Am 1. Januar 1935 trat er zur neu gegründeten Luftwaffe über und wurde Leiter des Arbeitsstabes für den Aufbau des Fliegerhorstes Berlin-Gatow im Reichsluftfahrtministeriums. Nach Aufstellung der Fliegerhorst-Kommandantur wurde er am 1. Juli 1935 deren erster Kommandant und am 1. April 1936 Befehlshaber des Luftgaues XI bzw. XII in Gießen. Am 1. April 1937 folgte die Beförderung zum Generalmajor und ab Juli 1938 die Verwendung als Offizier z.b.V. des Reichsluftfahrtministeriums und Ob.d.L. und als solcher Leiter des Erkundungsstabes der Luftverteidigungszone West. Am 28. Februar 1939 wurde er schließlich mit dem Charakter eines Generalleutnants aus dem Militärdienst entlassen.

Kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges, am 5. September 1939, wurde er für das Heer reaktiviert und in die Führerreserve des OKH versetzt. Am 22. Mai 1940 wurde er Kommandeur der Ersatztruppen 200, am 22. August 1940 aber erneut in die Führerreserve versetzt. Am 1. Februar 1941 zum Generalleutnant befördert, wurde er am 15. März 1941 Kommandeur der Division 166, die er bis zum 1. Juni 1942 führte. Am 31. August 1942 schied er schließlich endgültig aus dem Militärdienst aus.
Von April 1943 bis April 1945 hatte er einen Lehrauftrag für Kriegsgeschichte an der Universität Tübingen.

 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10854 - Vae – Zwe
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955
Karl Friedrich Hildebrandt: Die Generale der Luftwaffe 1935–1945, Band 3: O-Z, Biblio Verlag, Osnabrück 1993