Stemmermann, Wilhelm

 

* 23. Oktober 1888, Rastatt / Baden

† 18. Februar 1944, westlich von Tscherkassy (gefallen)

 

Wilhelm Stemmermann trat am 26. Juni 1908 als Fahnenjunker in die Württembergische Armee ein. Er kam dabei zum Badisches Fußartillerie-Regiment Nr. 14. Bei diesem wurde er am 19. November 1909 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 19. November 1907 datiert. Als solcher wurde er dann als Batterieoffizier im Badisches Fußartillerie-Regiment Nr. 14 eingesetzt. Vor dem 1. Weltkrieg gehörte er auch noch zum Badisches Fußartillerie-Regiment Nr. 14. Während des Ersten Weltkrieges war er anfangs Artillerie-Offizier. Am 27. Januar 1915 wurde er zum Oberleutnant befördert. Am 18. April 1917 wurde er zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er auch als Generalstabsoffizier eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Außerdem wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Nach Kriegsende wurde er als Hauptmann in das Reichsheer übernommen. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er als Lehrer zur Infanterieschule München. In dieser Funktion blieb er auch bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr und die Jahre darauf weiter eingesetzt. Im Frühjahr 1924 gehörte er dann zur Kommandantur Ingolstadt. Spätestens ab dem Frühjahr 1925 gehörte er für die nächsten Jahre zur 6. (Bad.) Batterie vom 5. Artillerie-Regiment in Ulm. 1928/29 wurde er dann für die nächsten Jahre in den Stab der 5. Division der Reichswehr nach Stuttgart versetzt. Dort wurde er dann auch am 1. April 1930 zum Major befördert. Am 1. Februar 1934 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Am 1. März 1936 wurde er zum Oberst befördert. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1937 zum Chef des Generalstabes vom Generalkommando XIII. Armeekorps ernannt. Am 1. August 1939 wurde er zum Generalmajor befördert. Zum Beginn des 2. Weltkrieges nahm er mit dem Korps am Polenfeldzug teil. Dabei wurden ihm bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Auch beim Westfeldzug wurde er noch als Generalstabschef vom XIII. Armeekorps eingesetzt. Anfang 1941 übernahm er das Kommando über die neue 296. Infanterie-Division. Zum Sommerbeginn 1941 führte er die Division im Ostfeldzug beim Angriff auf Südrussland. Dabei wurde er am 1. August 1941 zum Generalleutnant befördert. Anfang Januar 1942 wurde er schwer verwundet und musste sein Kommando über die 296. Infanterie-Division abgeben. Am 11. Januar 1942 wurde er mit dem Deutsches Kreuz in Gold ausgezeichnet. Nach seiner Entlassung aus dem Lazarett wurde er am 1. März 1942 in die Führerreserve des OKH versetzt. Am 1. Dezember 1942 wurde er zum General der Artillerie befördert. Erst am 5. Dezember 1943 wurde er zum Kommandierender General vom Generalkommando XI. Armeekorps im Raum Kiew ernannt. Mit seinem Korps wurde er im Januar 1944 im Kessel von Tscherkassy eingeschlossen. Im Februar 1944 gelang ihm als General der Artillerie mit seinem Korps der Ausbruch aus dem Kessel, wofür er am 7. Februar 1944 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurde. Beim Ausbruch aus dem Kessel ist er als Kommandierender General des XI. Armeekorps am 18. Februar 1944 gefallen. Posthum wurde er am 18. Februar 1944 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 20. Februar 1944 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Die Aufnahme der freigekämpften Divisionen ist abgeschlossen. Die hier seit dem 28. Januar 1944 abgeschnittenen Truppen des Heeres und der Waffen-SS unter Führung des Generals der Artillerie Stemmermann und des Generalleutnants Lieb haben in heldenmütigem Abwehrkampf dem Ansturm weit überlegener feindlicher Kräfte standgehalten und dann in erbitterten Kämpfen den Einschließungsring des Gegners durchbrochen." Sein Tod wurde am 22. Februar 1944 ebenfalls im Wehrmachtsbericht gemeldet: "General der Artillerie Stemmermann, Befehlshaber der westlich Tscherkassy eingeschlossenen und dann ausgebrochenen Kampfgruppe, ist am letzten Tag des Durchbruchs durch einen Artillerievolltreffer in seinem Kraftwagen gefallen. Ihm kommt ein großes Verdienst an der unerschütterlichen Haltung und dem Ausbruch der Kampfgruppe zu. Das Heer hat mit ihm einen besonders bewährten Truppenführer verloren."

 

Ritterkreuz (7. Februar 1944) Eichenlaub (18. Februar 1944)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011