von Vaerst, Gustav Friedrich Julius

 

* 19. April 1894, Meiningen

† 10. Oktober 1975, Nordheim vor der Rhön

Gustav von Vaerst trat am 15. Juli 1912 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum 2. Kurhessisches Husaren-Regiment Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg Nr. 14. Am 18. Februar 1914 wurde er in diesem Regiment zum Leutnant befördert. Regiment. Während des ersten Weltkrieges wurde er mit seinem Regiment anfangs im Westen eingesetzt. In diesem Krieg wurde er vor allem als Zugführer, Regimentsadjutant und Eskadronführer vom 2. Kurhessisches Husaren-Regiment Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg Nr. 14 eingesetzt. Zuerst zog er jedoch als Ordonanzoffizier mit der 22. Kavallerie-Brigade in die Schlachten von Lille und Ypern. Im Dezember 1914 kam er dann wieder zu seinem Regiment zurück. Bei diesem wurde er dann an der Ostfront eingesetzt. Später wurde er noch in Russland und in Rumänien bei der 3. Kavallerie-Division eingesetzt. Ab 1916 wurde er bei der 2. Kavallerie-Division eingesetzt. Am 18. April 1917 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen auch noch weitere Auszeichnungen verliehen. Ab Mai 1919 wurde er im Hessisch-Thüringisch-Waldeckschen Freikorps gegen die Münchner Räterepublik eingesetzt. Später wurde er auch noch gegen kommunistische Unruhen im Mitteldeutschen Industriegebiet und gegen die Kommunisten in Westfalen eingesetzt. Dann wurde er als Oberleutnant in das Reichsheer übernommen. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er zum Reiter-Regiment 16. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann weiter im 16. Reiter-Regiment eingesetzt. Dort wurde er dann als Eskadronoffizier eingesetzt. Von Ende 1921 bis 1922 wurde er dann beim Stab der 7. Division der Reichswehr in München eingesetzt. Vermutlich absolvierte er dort seine Führergehilfenausbildung. Danach kam er dann wieder zum 16. Reiter-Regiment zurück. Am 1. Juni 1924 wurde er zum Rittmeister befördert. Ab Oktober 1925 wurde er dann als solcher als Chef der 6. (Preuß.) Eskadron vom 16. Reiter-Regiment in Erfurt verwendet. Bei der Umgliederung seines Regiments wurde seine Eskadron dann 1928/29 zur 3. (Preuß.) Eskadron vom 16. Reiter-Regiment umbenannt. Am 30. September 1930 gab er sein Kommando an Oberleutnant Erich Freiherr von Seckendorff ab. Am 1. Oktober 1930 wurde er dann dafür zum Stab der 1. Kavallerie-Division nach Frankfurt an der Oder versetzt. Dabei wurde er als Hilfsoffizier des 1. Generalstabsoffizier (Ia) eingesetzt. Im August 1933 wurde er dort auch zum Major befördert. Von 1933 bis 1935 wurde er als Taktiklehrer an der Kavallerieschule Hannover verwendet. Im August 1935 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Im Oktober 1935 wurde er zum Kommandeur des II. Bataillon vom Schützen-Regiment 2 ernannt. Ende Januar 1938 wurde er dann als Nachfolger von Oberst Georg Gawantka zum Kommandeur des Schützen-Regiment 2 in Meiningen ernannt. Im August 1938 wurde er zum Oberst befördert. Noch vor der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 übergab er Anfang August 1939 sein Kommando an Oberstleutnant Hans-Ulrich Back. Dafür übernahm er gleichzeitig das Kommando über die 2. Schützen-Brigade, welche er bis Mai 1941 inne behielt. Zuerst wurde er dann in dieser Funktion zum Beginn des 2. Weltkrieges im Polenfeldzug eingesetzt. Im Frühjahr 1940 führte er seine Brigade dann in den Westfeldzug. Am 30. Juli 1940 wurde ihm dann das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Im Frühjahr 1941 führte er dann den Stab der 2. Schützen-Brigade in den Balkanfeldzug. Von Mai 1941 bis Dezember 1941 übernahm er für Oberst Arno von Lenski die Führung der Panzertruppenschule in Krampnitz. In dieser Stellung wurde er am 1. September 1941 zum Generalmajor befördert. Anfang Dezember 1941 wurde er dann zum Deutsches Afrika-Korps versetzt. Dort übernahm er am 9. Dezember 1941 das Kommando über die 15. Panzer-Division. In dieser Position wurde er am 28. Mai 1942 verwundet. Am 25. August 1942 übernahm er wieder das Kommando über die 15. Panzer-Division, welches er bis zur erneuten Verwundung am 11. November 1942 inne behielt. Vertretungsweise führte er am 1. September 1942 auch das Deutsches Afrika-Korps. Im November 1942 wurde er in der Heimat zum Generalleutnant befördert. Ende Februar 1943 wurde er wieder nach Afrika verlegt. Am 1. März 1943 wurde er zum General der Panzertruppen ernannt. Im März 1943 übernahm er als Nachfolger von Generaloberst Hans-Jürgen von Arnim die Führung der 5. Panzerarmee. Am 9. Mai 1943 ging er dann bis zum 1. Juli 1947 in die amerikanische Kriegsgefangenschaft.

 

Ritterkreuz (30. Juli 1940)