von Roques, Karl

 

* 7. Mai 1880, Frankfurt am Main

† 24. Dezember 1949, Landsberg am Lech

 

Karl von Roques trat am 9. März 1899 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum 3. Kurhessisches Infanterie-Regiment "von Wittich" Nr. 83. In diesem wurde er am 18. August 1900 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 30. Januar 1900 datiert. Am 1. Oktober 1908 wurde er zur Kriegsakademie kommandiert. Dort wurde er am 18. Oktober 1909 zum Oberleutnant befördert. Am 1. April 1912 wurde er dann in den Großen Generalstab kommandiert. Dabei wurde er am 1. Oktober 1913 zum Hauptmann befördert. Bei Beginn des 1. Weltkrieges kam er dann zum Generalstab vom VIII. Reservekorps. Ab Herbst 1916 wurde er dann als Ia bei der 215. Infanterie-Division eingesetzt. Im Februar 1917 wechselte er dann in das Kriegsministerium über. In diesem wurde er am 18. Mai 1918 zum Major befördert. Im 1. Weltkrieg wurden ihm beide Eisernen Kreuze und viele andere Orden verliehen. Nach Kriegsende wurde er in das Reichsheer übernommen. Bei diesem wurde er zuerst im Reichswehrministerium in Berlin eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres blieb er weiter in diesem eingesetzt. Am 1. Oktober 1921 wurde er als Generalstabsoffizier in den Stab der 2. Division der Reichswehr nach Stettin versetzt. Am 1. Oktober 1923 wurde er dann zum Kommandeur des II. Bataillons vom 13. (Württembergisches) Infanterie-Regiment in Ludwigsburg ernannt. Als solcher wurde er am 1. August 1924 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Februar 1927 gab er sein Kommando an den späteren General der Infanterie Beyer ab und wurde in den Stab vom 13. (Württembergisches) Infanterie-Regiment versetzt. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 15. Februar 1923 festgelegt. Am 1. April 1927 wurde er in den Generalstab vom Gruppenkommando 2 nach Kassel versetzt. Am 1. Februar 1928 wurde er dort zum Oberst befördert. Am 1. April 1929 wurde er in den Stab vom 16. Infanterie-Regiment nach Oldenburg versetzt. Am 1. Oktober 1929 wurde er dann zum Kommandeur vom 16. Infanterie-Regiment ernannt. Am 1. Mai 1931 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 30. September 1931 gab er sein Kommando an den späteren General der Infanterie Glokke ab. Er selbst wurde am 1. Oktober 1931 zum Infanterieführer I in Allenstein ernannt. Am 31. Januar 1933 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet. An diesem Tag wurden ihm die Charakter eines Generalleutnant verliehen. Am 1. August 1934 trat er dann der Luftwaffe bei. Dabei wurde er zum Vizepräsident und Chef des Stabes vom Reichsluftschutzbund ernannt. Am 30. April 1936 wurde er dann zum Präsident vom Reichsluftschutzbund ernannt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1938 zum Generalleutnant befördert. Am 1. Juni 1939 wurde er zum General z.b.V. beim Reichsluftfahrtministerium und dem Oberbefehlshaber der Luftwaffe ernannt. Am 30. Juni 1939 wurde er dann aus der Luftwaffe verabschiedet. Dabei wurden ihm die Charakter eines General der Flakartillerie verliehen. Zum 1. Dezember 1939 wurde er dann wieder zur Verfügung des Heeres gestellt. An diesem Tag wurde er zum Kommandeur der Division Nr. 143 ernannt. Im Mai 1940 gab er die Führung über die Division wieder ab. Er wurde dann Mitte Mai 1940 zum General z.b.V. III ernannt. Am 16. März 1941 wurde er dann zum Befehlshaber rückwärtiges Heeresgebiet 103 ernannt. Als solcher trat er dann mit seinen Einheiten zu Beginn des Ostfeldzuges beim Angriff auf Südrussland hinter der Heeresgruppe Süd an. Am 1. Juli 1941 wurde er dann zum General der Infanterie befördert. Er betrachte die jüdische Bevölkerung der Ukraine als Bedrohung der Sicherheit. Er schloss sich dabei der Devise einzelner Armeeführer an, Juden und Russen sämtliche Sabotageakte in der Ukraine anzulasten. Anfang August 1941 erreichte ihn ein Bericht der 1. SS-Brigade, die bei der Befriedung des Raumes entlang der Straße zwischen Rowno und Shitomir 1.658 Juden getötet hatte. Er einigte sich relativ schnell auf die Zusammenarbeit mit dem HSSPF Russland Süd in Person von Friedrich Jeckeln. Ende Oktober 1941 gab er sein Kommando ab. Anscheinend wurde er jetzt in die Führerreserve versetzt. Am 1. Juni 1942 wurde er dann zum Kommandierender General der Sicherungstruppen und Befehlshaber im Heeresgebiet Süd ernannt. Nach der Teilung der Heeresgruppe Süd wurde er dann im Juli 1942 zum Kommandierender General der Sicherungstruppen und Befehlshaber Heeresgebiet A ernannt. Zum Ende des Jahres 1942 gab er sein Kommando ab. Er wurde jetzt wieder in die Führerreserve versetzt. Am 14. Februar 1943 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Silber verliehen. Am 31. März 1943 wurde er verabschiedet. Nach Kriegsende wurde er von den Besatzungsmächten verhaftet. Er wurde dann vor dem Kriegsverbrechertribunal zu 20 Jahren Haft verurteilt. Am 24. Dezember 1949 ist er dann in der Haft gestorben.