Hollidt, Karl-Adolf

 

* 28. April 1891, Speyer am Rhein

† 22. Mai 1985, Siegen

 

Karl-Adolf Hollidt trat nach seinem Abitur am 19. Juli 1909 als Fahnenjunker in das 3. Großherzoglich-Hessisches Infanterie-Leibregiment "Großherzogin" Nr. 117 in Mainz ein. Bei diesem wurde er am 16. November 1910 zum Leutnant ernannt. Bei Beginn des 1. Weltkrieges rückte er dann mit dem Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 118 in den Krieg aus. Dort wurde er am 1. März 1915 zum Oberleutnant befördert. Bis 1916 wurden ihm bereits beide Eisernen Kreuze verliehen. Er wurde am 22. März 1918 zum Hauptmann befördert. Am Ende des 1. Weltkrieges war er Bataillonsführer an der Ostfront. Nach Kriegsende wurde er Kompanieführer im Hessischen Freikorps und dann Regimentsadjutant in verschiedenen Regimentern des Reichsheeres. Mit der Reduzierung der Reichswehr auf 100.000 Mann wurde er zum Regimentsadjutant vom 15. Infanterie-Regiment ernannt. Im Herbst 1922 absolvierte er eine Generalstabsausbildung und kam dann im Herbst 1923 zum Reichswehrministerium. Im Frühjahr 1924 war er dort in der Heeresabteilung (T 1) im Einsatz. Im Herbst 1925 wurde er dann für ein Jahr in das 3. (Preuß.) Reiter-Regiment versetzt. Am 1. April 1926 wurde er in den Stab des Infanterieführer III versetzt. Im Herbst 1927 wurde er zum Chef der 2. Kompanie vom 12. Infanterie-Regiment ernannt. Am 1. Februar 1930 wurde er mit dem Rangdienstalter 1. Februar 1928 zum Major befördert. Im Herbst 1930 wurde er dann für ein halbes Jahr zum Stab vom Gruppenkommando 1 versetzt. Im Frühjahr 1931 wurde er dann für ein halbes Jahr in das 11. (Preuß.) Reiter-Regiment versetzt. Ab Herbst 1931 wurde er als Lehrer für die Ausbildung von Führergehilfen im Stab der 5. Division der Reichswehr eingesetzt. Am 1. Februar 1933 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Dezember 1933 wurde er zum Kommandeur des I. Bataillons vom 12. Infanterie-Regiment ernannt. Bei der Erweiterung der Reichswehr wurde er damit am 1. Oktober 1934 automatisch zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment Halberstadt. Am 1. Januar 1935 wurde er als solcher zum Oberst befördert. Dann wurde er am 1. März 1935 zum Chef des Generalsstabes des I. Armeekorps ernannt. Am 1. April 1938 wurde er hier zum Generalmajor befördert. Am 1. November 1938 wurde er Infanteriekommandeur 9 ernannt. Bei der Mobilmachung wurde er dann damit zum Kommandeur der 52. Infanterie-Division ernannt. Bereits Anfang September 1939 gab er dieses Kommando wieder ab. Dafür wurde er dann zum Chef des Generalstabes der 5. Armee ernannt.  Später wurde er dann zum Chef des Generalstabes vom Oberbefehlshabers Ost ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1940 zum Generalleutnant befördert. Am 25. Mai 1940 wurde er dann zum Chef des Stabes der 9. Armee ernannt. Im Westfeldzug wurden ihm beide Spangen zu den Eisernen Kreuzen verliehen. Am 25. Oktober 1940 wurde er dann zum Kommandeur der 50. Infanterie-Division ernannt, mit der er dann im Frühjahr 1941 am Balkanfeldzug teilnahm. Auch zu Beginn des Ostfeldzuges führte er diese Division und wurde am 8. September 1941 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 23. Januar 1942 wurde er zum Kommandierenden General des XVII. Armeekorps ernannt und am 1. Februar 1942 zum General der Infanterie befördert. Vom 2. April 1942 bis zum 12. Juni 1942 übergab er zwischenzeitlich das Kommando an Generalleutnant Karl Strecker. Am 23. November 1942 wurde er zum Befehlshaber der Armee-Abteilung Hollidt, die er außerhalb des Kassels von Stalingrad führte. Am 5. März 1943 übernahm er den Oberbefehl über die neu aufgestellte 6. Armee, die er dann in den Kämpfen am Mius führte. Für die Abwehrerfolge der Armee wurde er am 17. Mai 1943 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet. Am 4. August 1943 wurde er namentlich im Wehrmachtsbereicht genannt: "In der Schlacht am Mius haben Infanterie- und Panzerverbände des Heeres und der Waffen-SS unter Führung des Generalfeldmarschalls von Manstein und des Generals der Infanterie Hollidt mit vorbildlicher Unterstützung der von General der Flieger Deßloch geführten Luftwaffenverbände wiederholt Durchbruchsversuche starker feindlicher Kräfte vereitelt und im schwungvollen Gegenangriff den nördlich Kuibyschewo eingebrochenen Feind geschlagen." Am 1. September 1943 folgte seine Beförderung zum Generaloberst. Am 8. April 1944 wurde er in die Führerreserve des OKH versetzt. Er wurde bis zum Kriegsende mit keinem Frontkommando mehr betraut. Bei Kriegsende geriet er im Ruhrkessel in alliierte Gefangenschaft. Nach dem Krieg wurde er in Nürnberg vor Gericht gestellt. Im OKW-Prozess wurde er am 27. Oktober 1948 zu fünf Jahren Haft verurteilt, aus der er am 22. Dezember 1949 vorzeitig entlassen wurde.

 

Ritterkreuz (8. September 1941), Eichenlaub (17. Mai 1943)