Ritter von Leeb, Wilhelm Josef Franz

 

* 5. September 1876, Landsberg am Lech

† 29. April 1956, Füssen

Wilhelm Leeb trat am 1. Dezember 1895 als Fahnenjunker in die Königlich Bayerische Armee ein. Der Offizierssohn kam dabei zum 4. Königlich Bayerisches Feldartillerie-Regiment "König". In diesem wurde er am 3. März 1897 zum Leutnant befördert. 1900 und 1901 wurde er in der China-Expedition gegen den Boxer-Aufstand eingesetzt. Danach besuchte er zwischen 1903 und 1906 die bayerische Kriegsakademie. Dort wurde er am 13. Mai 1905 zum Oberleutnant befördert. Im Herbst 1907 wurde er für zwei Jahre in den Bayerischen Generalstab kommandiert. Im Herbst 1909 wurde er dann für 2 Jahre in den Großen Generalstab nach Berlin kommandiert. Danach kam er dann wieder zum 4. Königlich Bayerisches Feldartillerie-Regiment "König" zurück. Am 7. März 1912 wurde er zum Hauptmann befördert. Kurz danach wurde er dann als Batteriechef im 10. Königlich Bayerisches Feldartillerie-Regiment eingesetzt. Anfang 1914 kam er dann wieder zum Bayerischen Generalstab. Im März 1914 wurde er zum I. Bayerischen Armeekorps versetzt. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde der Hauptmann i.G. Leeb noch immer im Generalstab des I. Bayerischen Armeekorps eingesetzt. Im März 1915 wurde er zum Ia der 11. bayerischen Infanterie-Division ernannt. Als solcher wurde er für die Leistungen bei der Durchbruchsschlacht von Gorlice - Tarnow der Königlich Bayerische Militär-Max-Joseph-Orden verliehen, wodurch er in den persönlichen Adelsstand kam. Am 19. Mai 1916 wurde er zum Major i.G. befördert. Im Mai 1917 wurde er in den Generalstab der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht versetzt. Zu Ende des Krieges wurde Ritter von Leeb als Oberquartiermeister bei der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht eingesetzt. Im Krieg wurden ihm noch viele weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Dort war er im Herbst 1920 beim Reichswehrministerium im Einsatz. Am 1. Oktober 1920 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Ab Sommer 1921 wurde er dann als Chef des Stabes bei der 2. Division der Reichswehr in Stettin eingesetzt. Im Herbst 1923 wurde er dann zum Chef des Stabes bei der 7. Division der Reichswehr in München ernannt. 1924 wurde er zum Kommandeur der II. Abteilung vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment ernannt. Am 1. Februar 1925 wurde er als solcher dann zum Oberst befördert. Am 1. Februar 1926 wurde Oberst Ritter von Leeb zum Kommandeur des 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment ernannt. Am 1. Februar 1928 wurde er zum Artillerieführer V in Stuttgart ernannt. Am 1. Februar 1929 wurde er zum Generalmajor befördert. Daraufhin wurde er gleichzeitig zum Artillerieführer VII in München ernannt. Am 1. Dezember 1929 wurde er zum Generalleutnant befördert. Er wurde am 1. Februar 1930 zum Kommandeur der 7. Division der Reichswehr ernannt. Damit war er dann auch der Befehlshaber im Wehrkreis VII. Am 1. Oktober 1933 gab er sein Kommando ab und wurde zum Oberbefehlshaber des Gruppenkommando 2 in Kassel ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1934 zum General der Artillerie befördert. Dieses Kommando behielt er dann bis 1938. Am 1. März 1938 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Dabei wurden ihm die Charakter eines Generaloberst und die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Artillerie-Regiment 7 verliehen. Er wurde dann aber am 1. April 1938 zum Leiter vom Arbeitsstab Leeb in Leeb ernannt. Dieses war die Tarnbezeichnung für eine getarnte 12. Armee für den Fall Grün. Im gleichen Jahr verfasste er noch die Vorschrift für den Stellungsbau. Bereits im Sommer 1939 wurde er wieder zur Verfügung des Heeres gestellt. Im März 1939 marschierte er als Oberbefehlshaber der 12. Armee nach Böhmen ein. Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde er zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe C im Westen ernannt. Am 1. November 1939 wurde er offiziell zum Generaloberst befördert. Beim Westfeldzug durchbrach er mit der Heeresgruppe C die Maginotlinie und schloss dabei die französische Heeresgruppe 2 ein. Dabei machte er über 700.000 Gefangene. Für diese Leistung wurde ihm am 24. Juni 1940 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 19. Juli 1940 wurde er zum Generalfeldmarschall befördert. Danach führte er bei Beginn des Ostfeldzuges die Heeresgruppe Nord beim Angriff aus Nordrussland. Am 21. Oktober 1941 wurde er in einer Sondermeldung zum Wehrmachtsbericht namentlich genannt: "In schwerem, von den Fliegerverbänden der Generale der Flieger Freiherr von Richthofen und Förster unermüdlich unterstützen Ringen, haben die in der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Ritter von Leeb zusammengefaßten Verbände des Heeres und der Waffen-SS seit dem Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom 6. August 1941 über 300.000 Gefangene eingebracht, 1.581 Panzerkampfwagen und 4.063 Geschütze erbeutet oder vernichtet." Weil er gegen die Belagerung von Leningrad war, bat er schriftlich um die Entbindung von seinem Kommando. Nachdem dieses zurückgeschickt wurde, erreichte er seine Absetzung in einem persönlichen Gespräch bei Adolf Hitler Mitte Januar 1942. Am 16. Januar 1942 wurde er offiziell von seinem Kommando entbunden. Er wurde nicht wieder im aktiven Dienst eingesetzt. 1944 wollte er in Bayern Landbesitz im Wert von 638.000 Reichsmark erwerben. Er erhielt das Land aber als Geschenk von Hitler. Am 2. Mai 1945 wurde durch die Alliierten in die Kriegsgefangenschaft genommen. Er wurde dann im so bezeichneten Prozess gegen das Oberkommando der Wehrmacht zu 3 Jahren Haft verurteilt. Diese waren durch die Kriegsgefangenschaft bereits verbüßt. So wurde er noch 1948 wieder freigelassen. Einer seiner Söhne ist im Osten gefallen, der älteste nach Rückkehr aus 5 1/2 Jahren russischer Kriegsgefangenschaft tödlich verunglückt. 1954 wurde er zum Großkanzler des Max-Joseph-Orden ernannt. Am 29. April 1956 ist er in Füssen gestorben. 4 Tage später wurde er in München beerdigt.

 

Ritterkreuz (24. Juni 1940)