Raithel, Wilhelm

 

* 15. Oktober 1894, Ingolstadt

† 24. März 1960, München

 

 

Wilhelm Raithel war der Sohn des königlicher Feuerwerksmajor a.D. Johann Raithel und seiner Frau Minna, geborene Köchel. Am 1. August 1913 trat er als Fahnenjunker in das königlich bayerische 1. Fußartillerie-Regiment "vakant Bothmer" ein. In diesem Regiment wurde er am 26. Juni 1914 zum Fähnrich befördert. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges im August 1914 war er Zugführer in der 1. Batterie des Regiments und zog mit ihr an die Front. Am 19. September 1914 wurde er zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 7. Januar 1913 datiert. Vom 6. Juli 1915 bis zum 2. August 1915 besuchte er einen Lehrgang an der Fußartillerie-Schießschule. Am 7. März 1917 wurde er als Ordonnanz-Offizier zum bayerischen Artillerie-Kommandeur 7 versetzt. Am 15. Februar 1918 wurde er dann Führer der 3. Batterie im königlich bayerischen 3. Fußartillerie-Regiment verwendet. Dort wurde er am 6. April 1918 zum Oberleutnant befördert. Vom 24. Juni 1918 bis zum 28. Juli 1918 besuchte er einen Bataillonsführerlehrgang. Vom 19. Juli 1918 bis Kriegsende war er schließlich Ordonnanz-Offizier beim General der Artillerie 14. Am 18. Dezember 1918 kehrte er in das königlich bayerische 1. Fußartillerie-Regiment "vakant Bothmer" zurück. Bei diesem wurde er ab dem 25. Dezember 1918 als Hilfsoffizier beim Regimentsstab eiingesetzt. Ab dem 1. Juli 1919 wurde er als Abteilungsadjutant verwendet. Am 1. Oktober 1919 wurde er in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dabei kam er als Ordonanzoffizier der III. Abteilung in das Reichswehr-Artillerie-Regiment 21. Diesem gehörte er auch noch beim 200.000 Mann Heeres der Reichswehr im Frühjahr 1920 an. Bei der Bildung des 100.000 Mann Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 7. (Bayerisches) Artillerie-Regiment übernommen. Am 20. oder 25. August 1920 heiratete er Adelheid Wittmann, die Tochter eines Brauereidirektors. Der Ehe entsprangen 2 Töchter. Am 1. Oktober 1920 diente er im 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment als Batterieoffizier. Am 1. April 1921 absolvierte er seine Wehrkreisprüfung. Am 1. Oktober 1922 hat er den 22. März 1918 als neues Rangdienstaler erhalten. Im Frühjahr 1923 gehörte er zu 5. Batterie vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment in München. Am 1. Oktober 1923 wurde er in die 7. (Bayerische) Fahr-Abteilung versetzt. Dort wurde er bei der 1. Eskadron in München eingesetzt. Am 19. Februar 1925 wurde seine Tochter Marianne Raithel geboren. Ab 1. März 1925 wurde er zum Abteilungs-Adjutant in der 7. (Bayer.) Fahr-Abteilung ernannt. Als solcher wurde er am 1. Juli 1926 zum Rittmeister befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Juni 1926 festgelegt. Danach wurde er in die 2. Eskadron der 7. (Bayer.) Fahr-Abteilung ebenfalls in München versetzt. Als solcher wurde er am 1. April 1927 zum Chef der Eskadron ernannt. Am 1. März 1928 wurde er zum Hauptmann ernannt, sein Rangdienstalter wurde auf den 1. Juni 1926 festgelegt. Ab dem 1. März 1928 wurde er als Nachfolger von Hauptmann Rudolf Freiherr von Roman zum Chef der 2. Batterie vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment in Würzburg ernannt. In den nächsten Jahren absolvierte er erst die Hilfsdolmetscher-Prüfung für Russisch und später die Dolmetscher-Prüfung in Russisch. Zwischen dem 22. Oktober 1928 und dem 1. Dezember 1928 besuchte er einen Schießlehrgang für Artillerieoffiziere. Zwischen dem 19. September 1929 und dem 2. Oktober 1929 besuchte er einen Lehrgang für Leibesübungen. Vom 3. Februar 1930 bis zum 22. Februar 1930 besuchte er einen Lehrgang für Leibesübungen. Am 30. März 1930 wurde seine Tochter Priska Raithel geboren. Ab dem 1. Oktober 1932 wurde er zum Stab der I. Abteilung vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment ebenfalls in Würzburg versetzt. Dort wurde er am 1. August 1934 zum Major befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur der IV. Abteilung vom Artillerie-Regiment Nürnberg in Ansbach ernannt. Bei der Enttarnung der Einheiten wurde er am 15. Oktober 1935 zum Kommandeur der II. Abteilung vom Artillerie-Regiment 43 in Landsberg am Lech ernannt. Vom 10. November 1935 bis zum 24. November 1935 besuchte er einen Stabsoffizierslehrgang. Vom 11. Februar 1936 bis zum 15. Februar 1936 besuchte er einen Gasschutzlehrgang. Am 1. Mai 1936 wurde er zum Kommandeur der III. Abteilung vom Artillerie-Lehr-Regiment in Jüterbog ernannt. Dort wurde er dann am 1. Januar 1937 zum Oberstleutnant befördert. Seine Privatanschrift war die Kaiser-Wilhelm-Straße 11 in Jüterbog 2. Auch zu Beginn des 2. Weltkrieges wurde er im Sommer 1939 noch als Abteilungskommandeur beim Artillerie-Lehr-Regiment in Jüterbog verwendet. Am 20. Oktober 1939 wurde er nach dem Polenfeldzug als Stabsoffizier der Artillerie (Stoart) zuim Oberkommando der Heeresgruppe B versetzt. Am 1. Januar 1940 wurde er in dieser Funktion zum Oberst befördert. Am 10. Mai 1941 wurde er zum Artillerie-Kommandeur 109 (Arko 109) ernannt. Mit seinem Stab unterstand er dem XVIII. Gebirgs-Armeekorps auf dem Balkan. Im Jahr 1941 erhielt er auch den 1. Januar 1939 als neues Rangdienstalter als Oberst zugewiesen. Am 1. April 1942 wurde er mit der Führung der 199. Infanterie-Division in Norwegen beauftragt. Am 7. April 1942 erhielt er folgende Beurteilung von Generalleutnant Hermann Tittel, Kommandeur der 169. Infanterie-Division: "Charaktervoller Mann mit offenem freundlichen Wesen. Rücksichtslos im Einsatz gegen sich selbst. Führt mit fester Hand. Brachte Artillerie zur besten Wirkung. Bewertung: Führt sehr gut aus. Empfehlung: Zur nächsthöheren Verwendung geeignet. Divisionskommandeur." Dazu ergänzte am 10. April 1942 der General der Infanterie Karl Weisenberger, KG vom XXXVI. Gebirgskorps: "Einverstanden." Am 20. April 1942 folgte seine Beförderung zum Generalmajor. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1942 festgelegt. Am 1. Mai 1942 wurde er zum Kommandeur der 199. Infanterie-Division ernannt. Am 6. März 1943 erhielt er folgende Beurteilung vom General der Artillerie Willi Moser, KG vom LXXI. Armeekorps: "Bildet Division gut aus. Tatkräftiger Divisionskommandeur mit klaren taktischen Anschauungen. Bewertung: Durchschnitt. Empfehlung: Belassung." Dazu ergänzte Generaloberst Nikolaus von Falkenhorst, Wehrmachtbefehlshaber Norwegen: "Einverstanden." Am 1. Mai 1943 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 1. August 1943 gab er sein Kommando über die 199. Infanterie-Division an Generalmajor Walter Wißmath ab. Dafür wurde er am gleichen Tag als Nachfolger von Generalmajor Dr. Ing. Kurt Rüdiger zum Höherer Artilleriekommandeur 312 (HArko 312) ernannt. Am 4. September 1943 erhielt er folgende Beurteilung vom General der Artillerie Willi Moser, KG vom LXXI. Armeekorps: Weiterhin in der Ausbildung seiner Division ausgezeichnet bewährt. Frische und Tatendrang sind vorbildlich." Dazu ergänzte Generaloberst Nikolaus von Falkenhorst, Wehrmachtbefehlshaber Norwegen, am 24. September 1943: "Einverstanden." Ab dem 1. Dezember 1943 war er Kommandeur des Artillerie-Divisions-Stabes 312. Am 1. April 1944 wurde er zur Artillerieschule II in Groß-Born, zur Einarbeitung als Kommandeur, kommandiert. Am 2. April 1944 erhielt er von General der Panzertruppen Erhard Raus, OB der 4. Panzerarmee, folgende Beurteilung: "Charaktervoll gediegene Persönlichkeit von einwandfreier nationalsozialistische Haltung. Frischer, unermüdlich tätiger Artillerie-Divisions-Kommandeur mit reichhaltiger artillerietaktischer und technischer Erfahrung. Ein wertvoller Berater, der die Artillerieeinheiten stets überwacht und sie auf allen Gebieten tatkräftig unterstützt. Ein liebenswürdiger Kamerad. Pflichtbewußt und zuverlässig. Bewertung: Über Durchschnitt. Empfehlung: Kommandeur einer Artillerieschule." Dazu ergänzte Generaloberst Walter Model, Führer der Heeresgruppe Nordukraine am gleichen Tag: "Einverstanden." Am 15. März 1944 erhielt er von General der Panzertruppen Erhard Raus, OB der 4. Panzerarmee, folgende Beurteilung: "Wie 2. April 1944." Am 1. Mai 1944 wurde er zum Kommandeur der Artillerie-Schule II in Groß-Born ernannt. Am 2. Juni 1944 wurde ihm das Deutsche Kreuz in Silber verliehen. Mitte Januar 1945 wurde er dann zum Kommandeur der aus der Artillerie-Schule II neu gebildeten Division Bärwalde ernannt. Am 7. März 1945 geriet er bei Schivelbein in Gefangenschaft der 1. polnischen Armee. Er wurde dann am 9. März 1945 an die Rote Armee überstellt. Er verbrachte dann die nächsten Jahre in mehreren Lagern. Am 12. Juni 1950 wurde er durch das Militärgericht der Region Kiew und zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt. Aus der Gefangenschaft wurde er am 9. Oktober 1955 wieder entlassen.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar: Deutsche Generale 1867-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10851 Ple-Sac
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938

Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
NARA T-78 R-891