Zwade, Georg Heinrich

 

* 15. Oktober 1893, Berlin

† 1968, Rheda (Westfalen)

 

Georg Zwade trat am 1. Oktober 1913 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Gardeschützen-Bataillon. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges kam er dann Anfang August 1914 mit diesem an die Front. Im Oktober 1914 geriet er dann in Kriegsgefangenschaft. Aus dieser wurde er dann nach Ende des 1. Weltkrieges wieder entlassen. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm beiden Eisernen Kreuze verliehen. Im Januar 1919 wurde er dann zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 23. Februar 1913 datiert. Als solcher wurde er dann in das Reichsheer übernommen. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er dann zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 29. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment übernommen. Bei diesem wurde er dann die ersten Jahre als Kompanieoffizier eingesetzt. Als solcher wurde er dann 1920/21 zum Oberleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 20. Juni 1918 festgelegt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dann bei der Kommandantur von Berlin eingesetzt. Im Frühjahr 1925 diente er als Eskadronoffizier in der 2. Eskadron vom 4. (Preuß.) Reiter-Regiment in Perleberg unter Rittmeister Freiherr von Langermann und Erlencamp. Dort wurde er auch im Frühjahr 1926 verzeichnet. 1926/27 wurde er dann in den Stab der 3. Division der Reichswehr nach Berlin versetzt. Dabei wurde er am 1. Februar 1927 zum Hauptmann befördert. 1928/29 wurde er dann zum Chef der 8. (MG) Kompanie vom 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Berlin-Lichterfelde ernannt. Diese Position übte er dann die nächsten Jahre aus. Während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er 1934/35 als Major eingesetzt. Zum 1. April 1937 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Er gehörte als solcher ab dem 12. Oktober 1937 als Kommandeur des II. Bataillons zum Infanterie-Regiment 76. Am 1. November 1938 wurde er dann im Oberkommando des Heeres (OKH) zum Gruppenleiter in der Abteilung Heerwesen (H) vom Allgemeinen Heeresamt (AHA) ernannt. Am 1. Oktober 1939 wurde er dann zum Leiter der Abteilung für allgemeine Truppenangelegenheiten (Tr Abt) im OKH ernannt. Zum 1. April 1940 wurde er als solcher zum Oberst befördert. Ende August 1940 wurde er dann zum Kommandeur vom gerade wieder motorisierten Infanterie-Regiment (mot.) 92 ernannt. Im Frühjahr 1940 führte er dieses Regiment dann im Rahmen der 60. Infanterie-Division in den Balkanfeldzug. Danach führte er sein Regiment im Sommer 1941 im Ostfeldzug beim Angriff auf Südrussland. Dabei trug er dann bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Am 28. Februar 1942 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 31. August 1942 gab er sein Kommando über das Infanterie-Regiment 92 ab. Er wurde jetzt in die Führerreserve versetzt. Im April 1943 wurde er mit der Führung der 208. Infanterie-Division im Mittelabschnitt der Ostfront beauftragt. Am 22. Juni 1943 gab er diese Führung an Generalleutnant Hans Pieckenbrock wieder ab. Er wurde dafür für die nächsten drei Monate als Nachfolger von Generalleutnant Edwin Graf von Rotkirch und Trach mit der Führung der 330. Infanterie-Division beauftragt. Ende September 1943 gab er diese Führung wieder ab. Dafür wurde er dann mit der Führung der 321. Infanterie-Division beauftragt. Zum 1. Oktober 1943 wurde er dann zum Generalmajor befördert. Anfang November 1943 wurde die schwer angeschlagene 321. Infanterie-Division bei der 9. Armee aufgelöst. Mitte November 1943 wurde er dann zum Kommandeur der neuen 367. Infanterie-Division in Kroatien ernannt. Anfang Mai 1944 gab er sein Kommando ab und wurde erneut in die Führerreserve versetzt. Am 1. Juni 1944 wurde er dann zum Kampfkommandant der Festung Focsani ernannt. Beim Abfall der Rumänen im August 1944 wurde seine Position haltlos und er wurde erneut in die Führerreserve versetzt. Im September und Oktober 1944 wurde er angeblich auch noch mit der stellvertretenden Führung vom Generalkommando LXXII. Armeekorps beauftragt. Im Dezember 1944 wurde er dann zum Kommandeur der noch jungen 155. Feldausbildungs-Division in Italien ernannt. Durch die Umbenennung seines Stabes wurde er dann im Februar 1945 zum Kommandeur der 155. Infanterie-Division ernannt. Bei der Kapitulation der deutschen Wehrmacht geriet er dann Anfang Mai 1945 bei Belluno in Italien in westalliierte Gefangenschaft.