208. Infanterie-Division

 

1. Einsatz und Unterstellung:

Die 208. Infanterie-Division wurde am 26. August 1939 als Division 3. Welle durch den Landwehr-Kommandeur Lübben im WK III aufgestellt.

Die Kommandeure der einzelnen Regimenter, Bataillone und Abteilungen waren in den Städten Lübben (Kdo. 208, Inf.Rgt. 338, Art.Rgt. 208), Guben (Inf.Rgt. 309), Cottbus (Inf.Rgt. 337), Friedland/N.L. (Aufkl.Abt. 208), Spremberg/N.L. (Pz.Abw.Abt. 208), Forst/L. (Pi.Btl. 208), Calau (Nachr.Abt. 208) und Luckau/N.L. (Nachsch.Führ. 208).

Landsmannschaftlich stammte das Personal der Division mehrheitlich aus Berlin und Brandenburg. Viele der Mannschaften waren ältere Jahrgänge und hatten schon am 1. Weltkrieg teilgenommen.

Für den Polenfeldzug nahm die Division ihre Bereitstellung im Raum westlich Schneidemühl bei Mellenthin und Schloppe (hier DivGefStd) ein. Am 2. September 1939 marschierte die Division im Verband des III. Armee-Korps in Polen ein. In der Nacht vom 5. zum 6. September baute das Pionier-Bataillon 208 eine Kriegsbrücke südlich von Nakel über die Netze. Noch in derselben Nacht bildete hier das Infanterie-Regiment 309 einen Brückenkopf, aus dem die 208. Infanterie-Division weiter auf Hohensalza vorging. Die Stadt wurde am 8. September 1939 durch Infanterie-Regiment 337 erst nach Häuserkampf, unterstützt durch die I. und IV. /Artillerie-Regiment 208, eingenommen, während die restlichen Teile der Division an der Stadt vorbeimarschierten. Auf dem Weg nach Kutno fanden weitere Gefechte bei Osieciny, Borczymowice (11.9.) und Szczytno (12.9.) statt. Kutno selbst wurde am 15. September erreicht und eingenommen. Anschließend drang die Division weiter zur Weichsel in den Raum Gabin vor. Dort wurde sie aber nur noch zur "Säuberung des Gefechtsfeldes" eingesetzt. Anfang Oktober erhielt die Division den Befehl zur Verlegung in den Raum Wielun-Sieradz-Kalisch, wo sie bis zur Verlegung in den Westen mit Besatzungsaufgaben verblieb. Bis zum Ende des Polenfeldzuges hatte die 208. Infanterie-Division folgende Verluste: 10 Offiziere,18 Unteroffiziere und 109 Mannschaften waren gefallen; verwundet wurden 12 Offiziere,36 Unteroffiziere und 228 Mannschaften; vermisst wurden 1 Unteroffizier und 40 Mannschaften.

Im November 1939 wurde die Division in den Westen verlegt. Die Regimenter, Bataillone und Abteilungen fanden ihre Unterkünfte im Raum Wesel - Duisburg. Das Jahr 1940 begann mit einigen Veränderungen in der Division. So musste am 29.1. das II. /Infanterie-Regiment 338 zur Aufstellung des Infanterie-Regiment 625 abgegeben werden und am 6.2. wurden die 4., 8. und 12. Kompanien der Infanterie-Regimenter in MG-Kompanien umgebildet. Zudem wurde die Aufklärungs-Abteilung 208 am 13.2. auf eine Radfahr-Aufklärungs-Schwadron reduziert und der Panzerjäger-Abteilung 208 unterstellt. Zu Beginn des Westfeldzuges (10. Mai 1940) war die Division zunächst Heeresgruppenreserve im Verband der 18. Armee. Am 12. Mai überquerte die 208. Infanterie-Division bei Gennep die Maas und bewegte sich weiter auf die belgische Grenze zu. Ab dem 14. Mai war die Division dem XXVI. Armee-Korps unterstellt und war von nun an in erster Linie eingesetzt. Zu ersten schweren Kämpfen in diesem Feldzug kam es beim Angriff auf die Festung Antwerpen am 17. Mai 1940. Der Angriff begann aus dem Raum Maria-Ter-Heide. Zwei Tage später war Antwerpen erobert und ihr Weg führte sie weiter über St.Nicolas-Brügge auf Ostende zu. Dabei scheiterte der Versuch, den Terneuzen-Gent Kanal im ersten Anlauf zu überqueren. Die Gegenwehr war einfach zu stark. Am 24. Mai 1940 gelang schließlich bei Terdong (nördlich von Gent) der Übergang. Das nächste Hindernis, der Lys-Kanal, wurde am 26. Mai südl. von Eeklo überwunden. Die 208. Infanterie-Division erreichte Nieuport an der Kanalküste und beteiligte sich an der Einschließung von Dünkirchen. Mit der Einnahme von Dünkirchen (4. Juni 1940) endete für die 208. Infanterie-Division der Westfeldzug mit folgenden Verlusten: 12 Offiziere, 46 Unteroffiziere und 273 Mannschaften waren gefallen; 38 Offiziere,169 Unteroffiziere und 825 Mannschaften verwundet, sowie 4 Unteroffiziere und 55 Mannschaften vermisst. Bis zum Ende des Jahres 1941 verbrachte die Division nun als Besatzungstruppe an der belgischen Kanalküste mit Küstensicherungsaufgaben im Raum Calais – Boulogne. Dabei musste sie am 1.1.1941 ihre IV./Artillerie-Regiment 208 an die 161. Infanterie-Division abgeben und hatte damit bis 1944 keine schwere Artillerie mehr in ihren Reihen.

Im Januar 1942 begann für die Division mit Verlegung nach Shisdra in den Bereich der Heeresgruppe Mitte ihr Einsatz an der Ostfront. Davon abweichend wurden der Stab des Infanterie-Regiment 309, mit starken Teilen des Regiments sowie schwächeren Teile des Infanterie-Regiment 337 im Bereich der 9. Armee ausgeladen und kamen dort in fremder Unterstellung zum Einsatz. Erst im Juni 1942 kehrten diese Truppenteile wieder zur Division zurück.

Die ohne für den russischen Winter ausgerüsteten in Shisdra eintreffenden Divisionsteile kamen dennoch sogleich als Sicherung der Stadt zum Einsatz. Um überhaupt beweglich und einsatzfähig zu sein, wurden die Infanteriekarren gegen Panje-Schlitten ausgetauscht. Mitte Januar wurde dann die Gruppe Kuzmany (Obstlt = Kdr IR 338) mit Stab Infanterie-Regiment 338, Teilen der Infanterie-Regimenter 348, 337, 338 und Teilen des Panzer-Regiment 18 gebildet. Die Gruppe Kuzmany wurde der 18. Panzer-Division unterstellt, um gemeinsam mit dieser die seit dem 29.12.1941 eingeschlossene Gruppe von Gilsa (216. Infanterie-Division) in Suchinitschi zu befreien. Kämpfend legte die Gruppe Kuzmany den Weg über Bukan, Bryni und Popkowo auf Suchinitschi zurück. Bei den Kämpfen um Bryni fielen der Gruppe Kuzmany, 2 Geschütze 15 cm,1 Geschütz 7,62 cm, 9 Pak, 4 Feldküchen,1 Kriegskasse und Munition aller Art in die Hände. Zudem hatte der Gegner ca. 200 Mann an Gefallenen zurückgelassen. Schließlich wurde der Einschließungsring am 24.1.1942 durchbrochen und die Gruppe von Gilsa war befreit. Die übrigen Teile und Stab der 208. Infanterie-Division kämpften zu dieser Zeit nordöstlich von Shisdra. Diese Vorstöße dienten als Flankenschutz für die Operation zur Befreiung der Truppen in Suchinitschi. Schwerpunkte dieser Kämpfe lagen dort bei den Ortschaften Paliki, Duminitschi-Stadt, Duminitschi-Bahnhof, Uwertnoje, Usty und Kasar. Mit dem März 1942 begannen die Rückzugskämpfe, die am 1. April 1942 in der Shisdra - Drogotan Stellung endeten. Die Stellung verlief von Chalelewka über Wysokaja – Jefremowka - Buda Monastyrskaja -nördlich Chotkowo bis nordöstlich Kotowitschi. Der Divisionsgefechtsstand befand sich in Pyrenka. Als Ausgleich für das zur 9.Armee abgegebene Infanterie-Regiment 309 wurde der 208.ID das Infanterie-Regiment 396 (216. Infanterie-Division) unterstellt. Diese Unterstellung behielt Gültigkeit bis in die Zeit der Rückkehr des Infanterie-Regiment 309. Mit Einsetzen der Schlammperiode im Frühjahr 1942 ließen auch in diesem Abschnitt die Kampfhandlungen nach und für die 208. ID begann eine „ruhige“ Zeit des Stellungskrieges bis Anfang Juli 1942. Doch auch in diesem „ruhigen“ Stellungskrieg gab es durch den täglichen Abnutzungskampf immer wieder Opfer. Eigene oder gegnerische Späh- und Stoßtruppunternehmen sowie das gegnerische Artilleriefeuer forderten fast jeden Tag Tote und Verwundete. In dieser Zeit baute die Division ihre Stellungen aus und ordnete ihre Truppen. Mitte Juni 1942 kehrten der Stab Infanterie-Regiment 309 und die anderweitig unterstellten Truppenteile der 208. Infanterie-Division vom Einsatz bei der 9. Armee zurück zur Division. Das Regiment sammelte im Raum um Shisdra und verblieb dort zur Verfügung der Division als Reserve.

Am 6. Juli 1942 um 5 Uhr morgens begann ein sowjetischer Großangriff mit stärkstem Artilleriefeuer und Schlachtfliegerangriffen auf die Stellungen der 208. Infanterie-Division. Der Schwerpunkt des Artilleriefeuers lag auf dem mittleren und linken Abschnitt der Division. Eine Stunde nach Beginn des Artilleriefeuers stürmten schließlich die feindlichen Infanteriemassen mit starker Panzerunterstützung auf die HKL der Division zu. Schwere Kämpfe entwickelten sich dabei um den vorgeschobenen Stützpunkt in Pustynka, Höhe 215, Höhe 228,4 und Kotobitschi. Im Laufe des Tages brach der Gegner in die Stellung nördlich von Serenka und bei Höhe 228,4 ein. Die Ortschaft Kotobitschi wurde von drei Seiten umgangen und musste aufgegeben werden. Der nächste Tag begann wieder mit sehr starkem Artilleriebeschuss auf die Stellungen der Division. Wieder musste der vorgeschobene Stützpunkt Pustynka heftige Angriffe abwehren. Gegen die Höhe 215 rollten ebenfalls wieder starke Infanterie- und Panzerangriffe, die, trotz eigener Stuka-Angriffe auf die feindlichen Bereitstellungen und Panzeransammlungen, vom Gegner besetzt werden konnte. Auch in die Ortschaft Kommuna Bolschwik drangen die sowjetischen Truppen ein. Eigene Gegenangriffe zur Rückgewinnung der alten HKL scheiterten trotz Panzerunterstützung an starker Gegenwehr. In der Nacht zum 8. Juli 42 wurde auch der vorgeschobene Stützpunkt Pustynka geräumt. Mit dem Morgengrauen des 8. Juli setzten die Sowjets ihre Angriffe weiter fort. Im Brennpunkt der Schlacht lag an diesen Tag der Ort Buda-Monastyrskaja, der durch die Räumung von Pustynka zur HKL wurde. Den ganzen Tag über lag schwerstes Artilleriefeuer auf diese Ortschaft. Immer wieder griff der Gegner Buda-Monastyrskaja von drei Seiten an, doch es gelang ihm nicht, in den Ort einzudringen. Auch bei den Ortschaften Schirokowka und Dimitrijewka wurden von der Division starke Infanterie- und Panzerangriffe abgewiesen. Die 208. Infanterie-Division hielt es nun für besser, das in Reserve liegende Infanterie-Regiment 309, von Shisdra näher an die Front zu verlegen. Das Regiment marschierte noch am selben Tag nach Jasenok. Auch nachts dauerten die Kämpfe um Buda-Monastyrskaja an bis es dem Gegner gelang, in den Ort einzudringen und ihn zu erobern. Buda-Monastyrskaja wechselte an diesem 9. Juli 42 fünfmal den Besitzer. Die Division hatte dann ein Einsehen und befahl der Truppe, sich hart südlich von Buda-Monastyrskaja einzugraben und diese Stellung zu halten. Heftige Angriffe führten die Sowjets auch wieder gegen Dimitrijewka und Schirokowka, die aber alle abgewehrt werden konnten. Am Abend trafen dann erste Teile der 19. Panzer-Division ein, um die Lage bei der 208. Infanterie-Division zu stabilisieren. Am 10. Juli griff der Gegner nur die Stellungen südlich von Buda-Monastyrskaja an. Ansonsten herrschte relative Ruhe im Divisionsabschnitt. Am Vormittag des 11. Juli nahm die Heftigkeit der Angriffe wieder zu. Schirokowka und auch die Stellung südlich Buda-Monastyrskaja waren wiederum das Ziel der von Panzern unterstützten gegnerischen Infanterie. Auch diese Angriffe wurden unter hohen eigenen und gegnerischen Verlusten abgewehrt. Am 12. Juli 1942 führte der Gegner nur noch einen starken Angriff auf Dimitrijewka aus, der ebenfalls abgewehrt werden konnte. Im Laufe des Tages wurde es immer ruhiger und die Gegenseite stellte schließlich ihre Angriffe ein. Im Bereich der 208. Infanterie-Division lagen nach diesen Kämpfen 42 zerstörte feindliche Panzer. Die HKL verlief nun von rechts nach links: von Chalelewka über-Wysokaja-Jefremowka-hart südlich Buda-Monastyrskaja-nördlich Schirokowka bis nördlich Dimitrijewka. Die Länge der HKL betrug damit 18,7 km. Im August 1942 fanden im Divisionsabschnitt nochmals große Ablösungen statt. Zuerst löste das Infanterie-Regiment 348 (216. Infanterie-Division) das Infanterie-Regiment 396 ab. Als Nächstes löste das Infanterie-Regiment 309 das Infanterie-Regiment 338 ab und zuletzt löste das Infanterie-Regiment 338, das Infanterie-Regiment 348 ab. Damit stand die 208.Infanterie-Division erstmals seit der Verlegung an die Ostfront mit ihren Regimentern geschlossen im Einsatz. Am 25.August 1942 wurden die Panzerjäger-Abteilung 208 und die Radfahr-Aufklärungs-Schwadron 208 zusammengelegt und bildeten nun die Schnelle Abteilung 208. Im Oktober 1942 wurden die Infanterie-Regimenter der Wehrmacht in Grenadier-Regimenter unbenannt.

Im Januar 1943 erhielt die 208. Infanterie-Division den Befehl, die links von ihr liegende 18. Panzer-Division abzulösen. Am 3. Februar übernahm die 208. ID den Befehl in ihren neuen Abschnitt, der (von Ost nach West) von Schirokowka über Dimitrijewka-Bahnlinie bis nördlich Bukan von dort bis kurz vor Ljudinowo verlief. Der Divisionsgefechtsstand verlegte nach Sabolotje. Im neuen Abschnitt begann sofort das Verbessern und der weitere Ausbau der vorhandenen Gräben, die durch die dort vorher liegende 18. Panzer-Division sehr "mangelhaft" ausgebaut waren. Der Stellungsbau stieß dabei auf Grund der Witterungsverhältnisse, Bodenfrost und Schneefall auf viele Schwierigkeiten. Zudem wurden neue Drahthindernisse und Minenfelder angelegt. Ein bedauerlicher Minen-Unfall ereignete sich am 9. Februar 1943, als 200 zur Verlegung bereit gelegte Minen explodierten. Dieser Unfall kostete 19 Mann das Leben, verletzte 2 Mann schwer und 5 Mann leicht. Mit dem 20. Februar wurde das Grenadier-Regiment 338 der 211. Infanterie-Division unterstellt.

Am 22. Februar 1943 begann um 6 :15 Uhr mit stärksten Vorbereitungsfeuer der Artillerie ein Großangriff auf die Stellungen der 208.Infanterie-Division und ihrer Nachbardivisionen. Im Abschnitt der 208. Infanterie-Division lag der Schwerpunkt des feindlichen Feuers auf Dimitrijewka, Haltepunkt Kotobitschi und der Höhe 242,2. Unterstützt wurde das gegnerische Artilleriefeuer durch Schlachtflieger und Bombenflugzeuge. Nach 1 1/2 Stunden Vorbereitungsfeuer griff die russische Infanterie, unterstützt durch Panzer und bei weiterhin anhaltendem Artilleriebeschuss, die Stellungen der Division an. Schwerste Abwehrkämpfe entwickelten sich beim Haltepunkt Kotobitschi, um die Höhe 242,2 und Dimitrijewka, das im Laufe des Tages von den Resten des III./Grenadier-Regiment 337 aufgegeben werden musste. Das Bataillon grub sich, am Bahndamm südlich von Dimitrijewka, in den Schnee ein und konnte hier alle weiteren Angriffe abweisen. In den folgenden Tagen mußte sich der rechte Flügel bis auf Poliki und Oslinka zurückziehen. Erbittert wurde gleichzeitig um Bukan gekämpft. Südlich von Saprudnoje versuchte der Gegner auch immer wieder, die HKL der 208. Infanterie-Division zu durchbrechen, um die Rollbahn Bukan - Ljudinowo zu sperren und von dort Ljudinowo selbst zu erobern. Alle Angriffe wurden von dem dort liegenden Grenadier-Regiment 309, bis auf einen Einbruch, abgewehrt. Der 7. März 1943 begann mit einem 3-stündigen Trommelfeuer und anschließendem feindlichen Angriff. Bei diesem Angriff wurden die Stellungen der benachbarten 5. Panzer-Division durchbrochen und russischen Panzerspitzen mit Infanterie gelang es kurzzeitig, die Rollbahn Bukan-Shisdra zu sperren. Damit war Bukan von Süden umgangen und eine gefährliche Situation entstand für die Verteidiger in und um Bukan. Mit allerletzten Reserven wurde die Rollbahn im Gegenstoß wieder geöffnet und der Gegner von dort vertrieben. Einen Tag später gelang es dem Gegner in Bukan einzudringen; den ganzen Tag und die ganze Nacht tobte in der Ortschaft der Häuserkampf. Heiß umkämpft war dort die Kirche. Erst am 10. März war Bukan wieder fest in der Hand der Division. Auch bei Poliki und Oslinka gingen die erbitterten Kämpfe weiter. Nach zwei Wochen schwerster Abwehrkämpfe waren die Männer der 208. Infanterie-Division völlig erschöpft, so dass sie sogar trotz Kälte und ständigen Artilleriebeschusses in den Stellungen einschliefen. Auch die Verluste waren sehr hoch. Fast alle Kompanie-, Zug- und Gruppenführer waren ausgefallen. Am 13. März versuchte der Gegner nochmals Bukan zu nehmen. Wie bei den vorigen Angriffen wurde auch dieser durch schwerstes Artilleriefeuer eingeleitet. Anschließend trat der Gegner in Regimentsstärke mit Panzerunterstützung auf Bukan an. Aber auch auch dieser letzte Versuch der russischen Truppen wurde abgewehrt. In den nächsten Tagen ebbten die Kämpfe im Abschnitt der 208. Infanterie-Division immer mehr ab. Die immer seltener auftretenden Kampfhandlungen hatten nur noch den Charakter von Stoßtrupp-Unternehmen. Ab dem 24. März 1943 wurde die 208. Infanterie-Division, nach fast vierwöchigem, schwerem Abwehrkampf, von der 110. Infanterie-Division abgelöst und marschierte in den Raum Shisdra-Sudumir um von hier zur Auffrischung und Neugliederung in die Gegend von Bolchow abtransportiert zu werden. Bei den Abwehrkämpfen nördlich von Shisdra verlor die 208. Infanterie-Division an Toten 20 Offiziere sowie 900 Unteroffiziere und Mannschaften. Verwundet wurden 54 Offiziere und 2227 Unteroffiziere und Mannschaften. Vermisst wurden 3 Offiziere und 266 Unteroffiziere und Mannschaften.

Kaum im neuen Unterbringungsraum angekommen wurde das Pionier-Bataillon 208 zu Brückenarbeiten in Bolchow eingesetzt. Der Stab 208. Infanterie-Division zog in Gnesdilowo unter. Am 11. April 1943 traf der Befehl zur Neugliederung der Division ein, was folgende Veränderung brachte: Es wurden neu aufgestellt das Divisions-Bataillon 208, das Feldersatz-Bataillon 208 und die Panzerjäger-Abteilung 208. Aufgelöst wurde die Schnelle-Abteilung 208 und die Radfahr-Schwadron 208 wurde in das Divisions-Bataillon 208 eingegliedert. Das Grenadier-Regiment 309, verstärkt durch die II./Artillerie-Regiment 208, musste schon am 21. April den Abschnitt des Grenadier-Regiment 258 der 112. Infanterie-Division übernehmen. Einen Tag später erhielt die Division das Kommando über den bislang der 112.ID zugewiesenen Bereich Baschkino-Wygonowskij. Damit stand die Division, nachdem sie 25 Tage vorher aus dem Raum nördlich Shisdra zur Auffrischung und Ruhe herausgelöst wurde, wieder im Einsatz. Da die zwischenzeitliche Auffrischung nur als "laufende Instandsetzung" durchgeführt wurde und die Division dabei nur geringe Zuweisungen an Personal und Material erhielt, war der frühere personelle und materielle Stand noch keineswegs erreicht. Zur Eingliederung und Ausbildung des eingetroffenen Ersatzes standen nur wenige Tage zur Verfügung. Zudem wurden das II./Grenadier-Regiment 337 und das II./Grenadier-Regiment 338 zu einem Bandenunternehmen 20 km nördlich Karatschew abgestellt. Doch allein schon die befohlenen Ruhetage hatten sich sehr günstig auf den Zustand der Truppe ausgewirkt. Schon Ende April wurde das Grenadier-Regiment 309 wieder herausgezogen und marschierte in seinen alten Unterkunftsraum bei Bolchow. Gleichzeitig übergab die Division den Abschnitt Baschkino-Wygonowskij wieder an die 112. Infanterie-Division und jetzt konnten die Division und ihre Regimenter mit der Ausbildung und Integrierung des Ersatzes fortfahren. Erst Mitte Mai 1943 wurde die Division wieder beansprucht, indem das Grenadier-Regiment 309 und die II./Artillerie-Regiment 208, in den Raum Uljanowo verlegt wurden. In der Hauptsache wurde dort das Regiment zum Stellungsbau eingesetzt. Anfang Juni 43 gelang es den Sowjets die 112. Infanterie-Division aus ihren Stellungen zwischen Tolkatschewo und Paltschikowo zu drängen und einen Brückenkopf über die Oka zu bilden. Die 208. Infanterie-Division erhielt den Auftrag, den Gegner wieder über die Oka zu werfen und die alte HKL zu besetzen. Die Division beauftragte das Grenadier-Regiment 337 diesen Gegenangriff zu führen. Der Angriff begann in den frühen Morgenstunden des 14.6.43. Trotz Unterstützung durch Sturmgeschütze gelang es dem Regiment nicht, den Gegner wieder über die Oka zu drängen. Zu stark war inzwischen die Gegenwehr der gegnerischen Truppen im Brückenkopf. Das feindliche Artilleriefeuer und starkes Flankenfeuer aus der Ortschaft Bolwanowka fügten dem Regiment schmerzliche Verluste zu. Das Grenadier-Regiment 337 erhielt den Befehl sich in erreichter Linie einzugraben und dort die Stellung zu halten. Einige Tage später übernahm das Grenadier-Regiment 338 den Abschnitt zwischen Tolkatschewo und Paltschikowo. Immer wieder wurde dort die "Eckbastion" (östlich von Tolkatschewo) von russischen Stoßtrupps angegriffen. Innerhalb von drei Tagen verlor das Regiment dort 15 Mann an Gefallenen, 68 Verwundete und 2 Vermisste. Bis zum 23.6.43 übernahm die 208. Infanterie-Division den gesamten Frontabschnitt der 112. Infanterie-Division. Die HKL verlief von Uschtscherewo - entlang der Oka-bis Tolkatschewo - Höhe 172,6 – Paltschikowo – Krutogorje – Mentelowo – Subkowo - Baschkino bis Wygonowskije. Gemessen an der Länge des vordersten Grabens, hatte dieser Abschnitt eine Länge von 57,4 km, die die Division zu verteidigen hatte. Um diesen Abschnitt zu besetzen, wurden der Division, neben den eigenen drei Regimentern, noch das Grenadier-Regiment 258 (112. Infanterie-Division) und Grenadier-Regiment 350 (221. Sicherungs-Division) unterstellt.

Am 11.7.1943 begann der sowjetische Großangriff auf den Frontbogen von Orel. Wieder lagen zu Beginn dieses Angriffs stärkster Artilleriebeschuss und Schlachtfliegerangriffe auf die vorderen und rückwärtigen Gebiete der 208. Infanterie-Division und schwerste Abwehrkämpfe entwickelten sich in den nächsten Tagen wieder im Raum zwischen Tolkatschewo und Paltschikowo. Immer wieder griff der Gegner mit starker Infanterie und Panzer die Stellungen des dort liegenden Grenadier-Regiments 338 an. Die eigenen Verluste waren hier außerordentlich hoch. Doch obwohl auch der Gegner schwere Verluste hinnehmen musste, hielt seine Angriffswucht unvermindert an und die Division musste sich letztendlich schrittweise kämpfend absetzen. Bis zum 17.7.1943 zog sich der linke Flügel der Division auf den Mashok und der rechte Flügel auf den Nugr zurück. Noch am selben Tag gelang es dem Gegner, den Nugr zu überschreiten und drängte die Division bis auf den Roschok zurück. Die Lage in diesem Frontabschnitt gestaltete sich so dramatisch, dass die 208. Infanterie-Division den Befehl erhielt, die Linie vom Wäldchen südlich Viehfriedhof-Rjalowo-Roschok - Abschnitt-Messenka-Mashoklauf bis zum letzten Mann zu halten. Eigenmächtige, rückläufige Bewegungen sollten mit der Schusswaffe zum Stehen gebracht werden. Der Divisions-Kommandeur wurde persönlich für die Ausführung dieses Befehls, verantwortlich gemacht. Am 18.7. wurde der Stab der 208. Infanterie-Division nach Bolchow verlegt und er übernahm dort die Geschäfte des Stadtkommandanten. Die fechtenden Teile der Division wurden der 293. Infanterie-Division unterstellt. Beginnend mit dem 20.7.1943 erhielt die Division den Befehl, sich im Raum 15 km südostwärts Bolchow (an der Rollbahn Orel-Bolchow) zu versammeln. Am 25.7. musste sich die Division nochmal eiligst in der Linie Höhe 246,4 (500 m südlich Nowsynez)-Höhe 230,6-Höhe 237,5-Nordrand Trubtschewo, mit Front nach Norden und Osten, eingraben. In dieser Linie wurde die Division dann von Truppen der 26. Infanterie-Division abgelöst und verlegte von dort über Orel nach Karatschew. Auf Grund der hohen Verluste der Division im Juli 1943 wurde sie nur noch als "Kampfgruppe 208. Infanterie-Division" geführt. Insgesamt betrugen die Verluste der Division für den Juli 1943: Gefallen waren 20 Offiziere und 480 Unteroffiziere u. Mannschaften. Verwundet wurden 76 Offiziere und 2450 Unteroffiziere u. Mannschaften. Als vermisst galten 13 Offiziere und 630 Unteroffiziere u. Mannschaften.

Von Karatschew wurde die Division ohne ihr Artillerie-Regiment im Eisenbahn-Transport in den Bereich der 2. Armee abtransportiert. Ausgeladen wurde die Truppe bei Lokot und marschierte von dort nach Ssusemka, das bei Sjewsk lag. Ihre Aufgabe war es dort, den Schutz des Ausbaus der Nerussa-Stellung zu übernehmen und den Raum Ssusemka-Negino-Nerussa zu befrieden. Der Divisionsstab wurde zudem als Führungsstab zu einem Bandenunternehmen herangezogen.

Schon am 19. August 1943 wurde die 208. Infanterie-Division erneut verladen und zur Heeresgruppe Süd transportiert. Zielort war Tetkino, wo die Division der 4. Panzerarmee unterstellt wurde. Die Division wurde schnell herangezogen, um die 88. Infanterie-Division im Abschnitt Komarowka - Kondratjewka, östlich von Belopolje, abzulösen. Doch auch in diesem Abschnitt verblieb die Division nicht lange, denn wenige Tage später musste sie sich dem Rückzug der 4. Panzer-Armee auf den Dnjepr anschließen. Im Zuge dieses Rückzuges, führte der Weg der Division, über Belopolje, in den Raum südöstlich. Konotop. Von dort ging es weiter in den Raum nordwestlich von Romny und weiter nördlich an Priluki vorbei. In der Hauptsache wurde bei diesem Rückzug nachts marschiert, um am Tage in Stellung zu liegen und den nachdrängenden Gegner aufzuhalten. Es verging kaum ein Tag, wo der Gegner nicht versuchte, die eigenen Absetzbewegungen zu stören. Daraus entwickelten sich immer wieder schwere Gefechte, bei denen es dem Gegner des Öfteren gelang, in die eigenen Linien einzubrechen. Diese Einbrüche konnten aber alle, zum Teil unter Einsatz letzter Reserven, bereinigt werden. Am 22. September1943 wurde von der 208. Infanterie-Division der Dnjepr in Kiew überschritten, um sofort nördlich von Kiew bei Dymer, zwischen Kasatowitschi und Ljutesh, wieder in Stellung zu gehen. Der Divisionsgefechtsstand befand sich Litwinowka. Zur Ruhe kam die Division auch dort nicht. Fast jede Nacht versuchte der Gegner im Abschnitt der Division am Westufer des Dnjeprs Fuß zu fassen. Dazu setzte der Gegner meist kampfstarke Stoßtrupps über den Fluss, die sich dort festsetzen sollten. In schnellen Gegenstößen mussten die feindlichen Stoßtrupps daran gehindert werden, um den Gegner keine Chance zur Bildung von Brückenköpfen zu geben. Diese Nachtgefechte waren für beide Seiten sehr verlustreich. Bei Ljutesh gelang dem Gegner schließlich doch die Bildung eines Brückenkopfes. Die 208. Infanterie-Division war nicht mehr in der Lage, diesen zu eliminieren und erhielt Befehl ihn abzuriegeln.

Am 3.11.1943 begann der russische Großangriff über den Dnjepr. Im Abschnitt der 208. Infanterie-Division startete der Gegner seine Angriffe aus dem Brückenkopf Ljutesh. Wieder schwer getroffen musste sich die Division bald aus den Stellungen am Dnjepr zurückziehen. Sie wurde in ihrer Absetzbewegung nach Norden gedrückt und verlor so den Kontakt zu den Nachbardivisionen. Auf sich allein gestellt, den Gegner an den Flanken und im Rücken, bahnte sich die Division ihren Weg zum Sdwish. Die Brücke über den Fluss war aber bereits gesprengt, so dass die Division gezwungen war, bei Pilipowitschi einen Brückenkopf zu bilden. Dieser sollte den nachdrängenden Gegner so lange aufhalten, bis das Pionier-Bataillon 208 eine Floßsackfähre hergestellt hatte und damit die schweren Waffen übergesetzt werden konnten. Erst am nächsten Tag konnte der Brückenkopf eingezogen werden und die Division ging zwischen Nowaja Greblja und Borodjanka in Stellung. Der Divisionsstab lag in Drushnja. Inzwischen hatten aber auch russische Truppen den Drushnja überschritten und bedrängten die Division von Norden und Süden, so dass sie gezwungen war, sich weiter nach Westen abzusetzen. Über Kodra und Krinizkij erreichte die Division den Teterew bei Wischewitschi (nördlich Radomyschl) wo der Fluss auch überquert wurde. Hinter dem Teterew marschierte die Division weiter in Richtung Sanki in den Raum Anapol-Wydibor. Zur selben Zeit waren russische Truppen in Shitomir eingedrungen und hatten die Stadt erobert. Die 208. Infanterie-Division mußte dadurch noch weiter Richtung Westen marschieren, um erst hinter Shitomir nach Süden zu schwenken und dort Anschluss an die deutsche Front zu finden.

Erst am 14. November 1943 traf die Division an der Rollbahn Shitomir-Zwiahel wieder auf deutsche Truppen. Bei Nowy Sawod, südlich der Rollbahn, versammelte sich die Division. Obwohl erschöpft von den vorausgegangenen Kämpfen und Märschen, musste die Division sofort eine verstärkte Regimentsgruppe in den Einsatz schicken. Das Grenadier-Regiment 338 und die I./Artillerie-Regiment 208 erhielten die Aufgabe, die Rollbahn Shitomir-Zwiahel bei der Ortschaft Mariewka zu sperren, womit ein Vorstoßen russischer Truppen auf Zwiahel verhindert werden sollte. Am nächsten Tag wurde die gesamte Division für diese Aufgabe herangezogen. Nördlich und südlich der Rollbahn grub sich die Truppe ein. Gleichzeitig sollte sie sich für einen Vorstoß auf Shitomir bereithalten. Der Divisionsgefechtsstand wurde in Korschewka eingerichtet. Aufgrund der deutschen Angriffe im Raum südwestlich von Kiew, begann der Gegner sich im Raum um Shitomir abzusetzen. Für ihn bestand die Gefahr von seinen rückwärtigen Verbindungen abgeschnitten zu werden. Das Absetzen des Gegners blieb natürlich nicht unbemerkt und die Division erhielt den Befehl, sich dichter an Shitomir heranzuschieben. Grenadier-Regiment 338 bekam daher den Auftrag, bis Beresowka vorzugehen. Auch der Divisionsgefechtsstand wurde dichter an die Rollbahn verlegt und befand sich in Novy Sawod.

In den frühen Morgenstunden des 17.11.1943, wurde die 208. Infanterie-Division vom XIII. Armee-Korps unterrichtet, dass der Feind aus Shitomir fluchtartig nach Norden und Nordosten zurückgehe. Daraufhin wurde der Division der Befehl erteilt, ohne Rücksicht auf Flankenbedrohung, beschleunigt über Wilsk und Wyschpol auf Golijewka anzutreten, um dort die Rollbahn Shitomir-Korosten zu sperren. Mit dem Antreten zum Angriff, wurde der 208. ID das Kavallerie-Regiment Süd unterstellt. Einen Tag später besetzte das Grenadier-Regiment 338 die Ortschaft Golijewka und musste kurz darauf den ersten Feindangriff aus Richtung Shitomir abwehren. Kavallerie-Regiment Süd sollte von Iwaniff über Werbolosy und Sorokiff auf Pischtschanka stoßen, um dort ebenfalls die Rollbahn zu sperren und gleichzeitig das Grenadier-Regiment 338 nach Norden zu sichern. Doch schon bei der Ortschaft Werbolosy verteidigten sich die dort liegenden russischen Truppen erbittert und das Kavallerie-Regiment Süd musste sich auf die Ausgangsstellung zurückziehen. Am Vormittag des folgenden Tages konnte das Kavallerie-Regiment Süd die Ortschaften Werbolosy, Sorokiff, Pischtschanka und Trokowitschi dann besetzen und eine Front nach Norden aufbauen. Damit waren die sowjetischen Truppen in und um Shitomir eingeschlossen. Der in seinen Verbänden völlig durcheinander geratene und seiner Vernichtung entgegensehende Gegner unternahm verzweifelte Ausbruchsversuche durch Waldstücke und über freies Gelände. Um ein Ausbrechen des Feindes durch die teilweise sehr dünne und lückenhafte eigene Besetzung zu verhindern, wurden bewegliche Reserven eingesetzt. Unter Belassung von Sicherungen am Einschließungsring von Shitomir bewegte sich die Division weiter nach Norden in Richtung Tschernjachoff. Mit Erreichen der Linie Bilschaja Gorbascha - Malaja Gorbascha - Diwotschki richtete sich die Division zur Verteidigung ein.

Der Befehl für den 22.11. sah es vor, dass die Division Tschernjachoff einnehmen und weiter auf Wydibor vorstoßen sollte. Nach einem vorbereitenden Artilleriefeuerschlag gingen GR 337 von Nordosten, GR 338 von Osten und Kavallerie-Regiment Süd von Westen gegen Tschernjachoff vor und nach kurzen Häuserkampf wurde die Ortschaft genommen. Bei diesem Angriff fiel der Kommandeur des Kavallerie-Regiment Süd Oberstleutnant Prinz von Wittgenstein. Nach kurzer Ordnung der Truppen ging das Grenadier-Regiment 337 weiter auf der Straße Tschernjachoff - Wydibor vor, um Styrty zu besetzen. Der Angriff auf Styrty kam wegen starker feindlicher Gegenwehr nur langsam voran. Der Gegner flankierte den eigenen Angriff mit Artilleriefeuer und dem Feuer anderer schwerer Waffen aus der Gegend von Andrejewka. Unter diesen Umständen brach das Grenadier-Regiment 337 den Angriff ab und zog sich nach Tschernjachoff zurück.

Am 23.November 1943 ging die Division wieder zur Verteidigung über und lag in der Linie Osniki - Diwotschki - Tschernjachoff. Im Morgengrauen des nächsten Tages griff der Gegner ohne Feuervorbereitung völlig überraschend in Bataillonsstärke auf Diwotschki und mit mehreren, weiteren Bataillonen auf Tschernjachoff an. Nach schweren Kämpfen gingen die Ortschaften verloren. Während der Einbruch bei Diwotschki im Laufe des Tages bereinigt werden konnte und hier die alten Stellungen wieder bezogen wurden, scheiterten bei Tschernjachoff mehrere, eigene Gegenstöße, auch mit Panzerunterstützung, an der zähen Gegenwehr des Gegners. Zur Vermeidung weiterer Verluste wurde von einer Wiedereinnahme Tschernjachoffs vorläufig abgesehen und die Division bezog südlich des Ortes eine neue Sicherungslinie. Bis Anfang Dezember blieb die Division in dieser Linie liegen; beiderseitiges Störfeuer der Artillerie sowie Späh- und Stoßtruppunternehmen bestimmten die nächsten Tage.

Die 4. Panzerarmee wurde erst wieder am 6.12.1943 in diesem Abschnitt offensiv. Die 208. Infanterie-Division erhielt den Befehl, die Ortschaft Tschernjachoff wieder in Besitz zu nehmen. Nach heftigen Häuserkämpfen gelang es der Division, den Gegner aus Tschernjachoff zu vertreiben. Die Nacht über igelte sich die Division in der Ortschaft ein, um am folgenden Tag weiter vorzustoßen. In zwei Marschgruppen gegliedert marschierte die Division in Richtung Malin und erreichte am Abend den Raum Potijewka - Gorodischtsche. Den nächsten Tag wurde die Sdriwlja zwischen Goren und Jelewka erreicht.

Am 9.12.1943 sollte die Division die Sdriwlja überqueren, um bis nach Ostroff durchzustoßen und dort einen Brückenkopf über die Irscha zu bilden. Die Gegenwehr des Gegners war jedoch so stark, dass die Division nur einen kleinen Brückenkopf über die Sdriwlja errichten konnte. Mehrere Gegenangriffe, unterstützt durch Panzer, mussten von der Brückenkopfbesatzung abwehrt werden. Noch in der Nacht zum 10.12. stellte das Pionier-Bataillon 208 trotz starker Feindeinwirkung den Brückenschlag über die Sdriwlja fertig und das Grenadier-Regiment 337 begann sofort mit dem Übersetzen schwerer Infanterie-Waffen, um die Voraussetzungen zur Erweiterung des Brückenkopfes im Angriff auf Ostroff zu schaffen. Nachdem die eigene Artillerie die gegnerischen Stellungen mit schweren Feuer belegt hatte, traten die Grenadiere zum Angriff aus dem Brückenkopf an. Kaum aus der Deckung heraus schlug ihnen heftiges Abwehrfeuer entgegen. Die Männer des Grenadier-Regiment 337 drangen noch in Sdriwlja 18 ein, doch sofort traten die russischen Truppen zum Gegenstoß an und drängten das Regiment zurück in die Ausgangsposition. Von nun an musste sich das Grenadier-Regiment 337 schwerster Angriffe erwehren. Ständig griff der Gegner mit Panzerunterstützung den Brückenkopf an und die Verluste des Regiments stiegen immer mehr an. Es bestand die Gefahr, dass der Brückenkopf von der gegnerischen Übermacht vernichtet wurde, doch mit letzter Kraft und Anstrengung wurde dies verhindert.

In der Nacht zum 11. Dezember 1943 gruppierte die Division um und verschob dabei das Grenadier-Regiment 338 auf den rechten Flügel. Bei Bukatsch ging das Regiment über die Sdriwlja und bewegte sich durch die dichten Wälder in Richtung Brückenkopf. Rechter Nachbar des Grenadier-Regiment 338 war die 7. Panzer-Division, die direkt südlich von Malin lag. Auftrag für den 12.12.1943 war ein erneuter Angriff des Grenadier-Regiments 337 aus dem Brückenkopf auf Ostroff während gleichzeitig Grenadier-Regiment 338 aus dem Raum Bukatsch, am Nordufer der Sdriwlja entlang, in Richtung Brückenkopf angreifen sollte. Doch bevor das Grenadier-Regiment 338 zum Angriff angetreten war, legte der Gegner schweres Artilleriefeuer auf die Stellungen des Regiments und griff gleichzeitig, aus Richtung Malin, die Naht zur 7. Panzer-Division an. Den starken, gegnerischen Infanterie- und Panzerkräften gelang dabei ein tiefer Einbruch in die eigenen Linien. Etwas später griff der Feind auch aus der Gegend Sdriwlja 18 an und durchbrach  dort ebenfalls die Stellungen des Grenadier-Regiment 338. Die Bataillone des Regiments igelten sich ein und wehrten so den ganzen Tag über jeden Angriff unter schweren Verlusten für Freund und Feind ab. Am Abend schlugen sich die Bataillone, unter Mitnahme jedes Verwundeten und Gefallenen, auf das Südufer der Sdriwlja durch und bildeten dort eine neue Abwehrlinie. Nicht besser erging es an diesem Tag dem GR 337 Auch hier scheiterte ein erneuter Vorstoß aus dem Brückenkopf auf Ostroff an der Gegenwehr der russischen Truppen. Dem Angriff des Regiments folgten sofort wieder heftige Gegenangriffe des Gegners. Um der Division weitere Verluste in diesem Brückenkopf zu ersparen, erhielt sie die Erlaubnis zur Räumung des Brückenkopfes. Die gesamte 208. Infanterie-Division lag damit wieder am Südufer der Sdriwlja und richtete sich dort zur Verteidigung ein.

Am Abend des 26.12.1943 wurde die Division über eine mögliche Zurücknahme der HKL orientiert. Nach Aufklärungsergebnissen hatte sich der Gegner in der zum LIX. Armee-Korps bestehenden Lücke tief in die linke offene Flanke des Korps mit starken Infanterie- und Panzerkräften vorgeschoben, so dass mit einem Umfassungsversuch gerechnet werden musste. Der Rückzug begann noch in derselben Nacht und zwei Tage später lag die Division wieder im Raum Tschernjachoff. Bei stockdunkler Nacht gelang es russischen Panzertruppen (20-30 Panzer) mit Infanterie, unerkannt die HKL des Grenadier-Regiment 337 zu passieren und in Tschernjachoff einzudringen. Sofort versuchte das Regiment, mit Panzervernichtungstrupps, die Panzer anzugehen, doch die mitgeführte feindliche Infanterie verhinderte jedes Näherkommen. Zur selben Zeit wurde auch das Grenadier-Regiment 338 von starkem Panzerfeind angegriffen, von beiden Seiten umgangen und aus den Stellungen geworfen. Inzwischen mehrfach von feindlichen Panzerkräften durchbrochen und in den Flanken umgangen, drohte die gesamte Divisionsfront aufgerollt zu werden. In dieser unhaltbaren Lage erhielt die Division den Befehl, sich weiter vom Gegner abzusetzen.

Der folgende Tag (30.12.1943) stand wieder im Zeichen schwerster Abwehrkämpfe. Morgens zerschlug ein starker Panzerangriff die Aufstellung des Grenadier-Regiment 338 und die Restteile des Regiments fluteten zurück. Erst dem DivKdr Generalmajor Piekenbrock gelang es, die Männer aufzufangen und eine neue Sicherungslinie bei den Feuerstellungen des Artillerie-Regiment 208 aufzubauen. Etwas später wurde auch das Grenadier-Regiment 337 von starken Infanterie- und Panzerkräften angegriffen, das Regiment wehrte diesen Angriff unter Abschuss von 7 Panzer ab, jedoch stieß eine Feindgruppe auf der Naht zwischen 208. und 340. Infanterie-Division durch und bedrohte damit die rechte Flanke der Division. Durch diesen Einbruch, an der Naht zur rechten Nachbardivision, war die 208. Infanterie-Division wieder ohne Anschluss nach links und rechts. Zudem gelang es dem Gegner mit 50 Panzern zwischen den beiden Regimentern durchzustoßen und hatte damit eine Lücke von 5 km innerhalb des Divisionsabschnitts aufgerissen. In dieser bedrohlichen Lage entschloss sich der Divisionskommandeur, um ein vollständiges Zersprengen der Division zu verhindern, die HKL weiter zurückzunehmen. Inzwischen hatte sich die Lage im gesamten Korps-Abschnitt weiterhin ungünstig entwickelt, dass Gefahr bestand, durch gegnerische Umfassung mit allen Divisionen im Raum Shitomir eingeschlossen zu werden. Ein Funkspruch des Korps befahl das sofortige weitere Zurückgehen.

Am 1. Januar 1944 erreichte die Division den Raum nördlich von Ssergejewka. Dort wurden wieder feindliche Angriffe in Bataillons- und Regimentsstärke, unterstützt von Panzer, abgewiesen. Die 208. Infanterie-Division hatte zu diesem Zeitpunkt nur noch eine Grabenstärke von ca. 300 Mann. Die weiteren Rückzugskämpfe führten die Division bis in den Raum von Berditschew, wo sie mit dem 6.1. beginnend aus der Front herausgelöst wurde. Die Division versammelte sich in Ulanoff und verlegte dann zur Auffrischung in den Raum Chmelnik. Dort fand die Umgliederung in eine Division neuer Art 44 statt. Kurzfristig wurde die Grabenstärke der Division mit Zuführung von Ersatzpersonal auf 4000 Mann erhöht, so dass sie am 2.Februar 1944 herangezogen werden konnte, die 1. Panzer-Division im Raum südwestlich von Berditschew abzulösen. Der Divisionsgefechtsstand wurde bei Kustowyzy eingerichtet. Der eingetroffene Ersatz, war zum Bedauern des Divisionskommandeurs, in der Masse sehr jung und unerfahren. Die Unerfahrenheit der Männer zeigte sich besonders daran, dass es sowjetischen Stoß- und Spähtrupps immer wieder gelang in den Graben einzudringen und Gefangene zu machen. Auf diese Art gerieten allein im Februar 27 Mann in Gefangenschaft.

Anfang März 1944 traf der Befehl ein, dass die Division das Grenadier-Regiment 337 und die I./Artillerie-Regiment 208 dem LIX. Armee-Korps zuzuführen hatte. Ab 6.3. unterstand ihr dafür das Grenadier-Regiment 76 und die I./Artillerie-Regiment 20. In der Nacht 7./8.3.1944 begann das schrittweise Absetzen aus dem Raum Berditschew. Dazu musste die Division wieder nachts marschieren, um am Tage verteidigungsbereit den nachdrängenden Gegner abwehren zu können. So gelangte sie bis zum 9.3. bis an den Bug im Raum nördlich von Winniza. In den nächsten Tagen hatte die Division dort schwerste Abwehrkämpfe zu bestehen. Besonders erbittert wurde bei Janoff, Guschtschinzy und Shurawnoje gekämpft.

Am 16.3. setzte sich die Division auf den Sgar-Abschnitt ab und lag, einige Kilometer nordwestlich von Winniza, zwischen Missjakiv und Maidan Goloskiwski. Von dort kämpfte sich die Division weiter hinhaltend zurück bis in den Raum von Bar. Hier wurde die 208. Infanterie-Division als Teil der 1. Panzerarmee bei Kamenez-Podolsk im gleichnamigen Kessel eingeschlossen (auch Hube-Kessel genannt). Die Division stand an der Ostfront des Kessels und hatte somit die Aufgabe den Rücken der Richtung Westen ausbrechenden 1. Panzerarmee zu decken. Es folgten Tage mit schwersten Abwehrkämpfen und anstrengenden Märschen auf verschlammten Straßen. Abschnittsweise zog sich die Division zurück und musste dabei immer wieder als Nachhut den stark nachdrängenden Gegner aufhalten. Es kam sogar vor, dass sich der Weg in die neue Verteidigungslinie erst freigekämpft werden musste, so zum Beispiel bei Orynin (nordwestlich von Kamenz-Podolsk). Die russischen Truppen überflügelten die 208. Infanterie-Division und verlegten ihr den Weg zum Zbrucz.

Erst nach schweren Kämpfen gelang es der Division, die russischen Linien zu durchbrechen und am 2.4.1944 zwischen Skala und Puklaki den Zbrucz zu überschreiten. Sofort wurde am Westufer eine neue Abwehrlinie aufgebaut, um das schnelle Übersetzen der gegnerischen Truppen zu verhindern. Feindliche Übersetzversuche bei Podfilipie, Berezanka und Skala konnten zwar abgewehrt werden, jedoch gelang es dem Gegner nördlich und südlich der 208. Infanterie-Division den Zbrucz zu überschreiten und damit Flanken und Rücken zu bedrohen, so dass eine gefährliche Situation für die Division entstanden war. Der 3.4.44 stand im Zeichen schwerer Kämpfe, in denen es dem Gegner schließlich gelang, bei Puklaki an 3 Stellen über den Fluss zu setzen. Zudem erhöhte er den Druck bei Skala und Niwra immer mehr, so dass die Division im Norden, Osten und Süden in Kämpfe verwickelt war. In der Nacht vom 4./5.4.44 zog sich die Division unter starken Feinddruck weiter in den nächsten Verteidigungsabschnitt zurück. Doch auch dieser Abschnitt wurde nicht lange gehalten und die 208. Infanterie-Division rückte am 7.4. in die Seret-Stellung ein. Mit dem anschließenden Erreichen der Strypa, südlich von Buczac, reihte sich die Division in die neu aufgebaute deutsche Front ein. Die 208. Infanterie-Division richtete sich zwischen Trybuchowce und Browary, am Ostufer der Strypa, zur Verteidigung ein.

 In diesem Abschnitt begann für die Division bis Mitte Juli 1944 wieder eine Zeit des Stellungskrieges. In den Monaten Mai und Juni herrschte, bis auf wenige Tage, im Großen und Ganzen nur gegenseitige Stoß- und Spähtrupptätigkeit. Nur am 17.5. griff der Gegner dreimal in Kompaniestärke den mittleren Abschnitt der Division an, doch alle Vorstöße wurden abgewehrt. Am 12.6. wurde ein bataillonsstarker Angriff mit Einsatz starker feindlicher Artillerie und einem Salvengeschütz im Gegenstoß und zwei weitere Vorstöße in Zugstärke vor der HKL unter hohen Feindverlusten abgewiesen.

Am 12.7.1944 begann im Raum Lemberg der sowjetische Großangriff auf die Heeresgruppe Nordukraine. Nachdem es dem Gegner gelang, die deutsche Front zu durchbrechen (15.7), die gegnerischen Truppen in Massen nach Westen fluteten, wurde die 208. Infanterie-Division aus dem Raum südlich von Buczacz herausgelöst. Schnell wurde die Division in den Raum Sambor verlegt, um den bis dort vorgedrungenen Gegner aufzuhalten. Heftige Kämpfe fanden dort bei Chyrow und Dobromil statt. Im Verlaufe dieser Abwehrkämpfe wurde die 208. Infanterie-Division schließlich bis auf Sanok zurückgedrängt. Mitte August erreichte die Division den Raum Krosno, wo die Kämpfe abflauten. Der neue Abschnitt verlief von Ustrobna, den Wislok entlang, weiter über Krosno bis nach Wyzne. Ende August (31.8.1944) wurde ein verstärktes Bataillon der Division der Kampfgruppe Mathias (XXIV.PzK) unterstellt und war bei dieser an der Entwaffnung und Internierung des slowakischen Armeekorpses beteiligt.

In den Morgenstunden des 8.9.1944 eröffnete stärkstes sowjetisches Artilleriefeuer und Schlachtfliegerangriffe einen weiteren Großangriff (Karpaten-Dukliner Operation) auf die deutschen Linien bei Krosno. Im Anschluss des Vorbereitungsfeuers stürmte die gegnerische Infanterie, unterstützt mit Panzern, gegen die Front der 208. Infanterie-Division an. Bis zum Abend gelang den sowjetischen Truppen ein 8 km breiter und 9 km tiefer Einbruch, der noch mit örtlichen Reserven abgeriegelt werden konnte. Am folgenden Tag gelang es sowjetischen Panzern an der Naht zwischen 208. Infanterie-Division und 545. Grenadier-Division vorzustoßen, diese konnten nur durch Teile der 1. Panzer-Division aufgehalten werden. Bereits am 10.9. musste die 208. Infanterie-Division (Grenadier-Regiment 309) Krosno räumen und setzte sich in erbitterten Kämpfen nach Westen und Südwesten ab. Die Heftigkeit der Angriffe ließ auch in den nächsten Tagen nicht nach. So wurde die Division an ihrem rechten Flügel angegriffen (11.9.), wobei es dem Gegner gelang die Stellung der Division zu durchbrechen. Das Grenadier-Regiment 309 wurde dabei vom Gros der Division getrennt und bis in die Gegend 3 km westlich Dukla abgedrängt. In die so entstandene Lücke drängte der Gegner weiter nach Süden und erst durch den Einsatz weiterer Truppen (357. Infanterie-Division) konnte die Lücke eingeengt und die Lage stabilisiert werden.

Die 208. Infanterie-Division lag nun bis Ende November 1944 in der Linie Niemiecki – Lajsce – Lubienko - Nienaszow. Nach Ablösung sammelte sich die Division in Tarnow und wurde von dort nach Ungarn in den Raum Großsteffelsdorf (Rimavská Sobota) verlegt. Mit Ende des Jahres 1944 hatte die 208. Infanterie-Division seit Beginn des Osteinsatzes folgende Verluste: Gefallen waren 176 Offiziere und 4321 Unteroffiziere u. Mannschaften, verwundet wurden 563 Offiziere und 15909 Unteroffiziere u. Mannschaften, vermisst wurden 54 Offiziere und 2993 Unteroffiziere u. Mannschaften. Kaum in Ungarn angekommen, begannen auch dort die sowjetischen Angriffe. Beim rechten Nachbarn der 208. Infanterie-Division gelang dem Gegner der Durchbruch und die Division war gezwungen sich in den Raum Rimavská Baňa abzusetzen.

Mit Beginn des 26.1.1945 wurde die Division dann im Eisenbahn-Transport nach Schlesien in den Raum Wansen verlegt. Das zuerst eintreffende Grenadier-Regiment 337 wurde auf dem Bahnhof Steinkirche ausgeladen und erhielt den Befehl sich ostwärts Wansen für einen Angriff nach Nordosten bereitzustellen. Dadurch sollte eine Verbindung mit der Festung Brieg hergestellt werden, um die Oderfront zu festigen und nach Südosten mit Brieg als Eckpfeiler zu verteidigen. Der Angriff begann am 5. Februar 1945 und kam gegen russische Sicherungen zunächst gut voran. Mit Überschreiten der Autobahn in Richtung auf Brieg war die sowjetische Vormarschstraße in diesem Raum unterbrochen und sofort setzten die feindlichen Gegenangriffe ein, die sich immer mehr verstärkten.  Immer mehr sowjetische Panzer griffen das Grenadier-Regiment 337 von Nordwesten und Südosten an. Der Druck auf das Regiment wurde immer größer, so dass es hinter die Autobahn zurückgenommen werden musste. Nun traf auch das Grenadier-Regiment 309 ein und schloss sich rechts dem Grenadier-Regiment 337 an. Am Morgen des 7. Februar wurde das II. /Grenadier-Regiment 337 durch starken Angriff aus Günthersdorf geworfen und musste auf Mechwitz zurückgehen, wobei sowjetische Panzer und Infanterie dem Bataillon hart nachdrängten. Bei dem dabei fast gleichzeitigen Aufeinandertreffen des Gegners und des II. /Grenadier-Regiment 337 in Mechwitz geriet das Bataillon durcheinander und Panik entstand. Das Bataillon konnte sich nicht mehr halten und zog sich weiter bis nach Johnwitz zurück. Dort gelang es, die Truppe aufzufangen, neu zu ordnen und eine neue Verteidigungslinie einzurichten.

Ende Februar 1945 wurde die 208. Infanterie-Division in den Raum Striegau verlegt. Der Divisions-Stab zog in Ullersdorf unter. Dort stellte sie sich bereit, um die Stadt Striegau, die am 13.2.1945 von sowjetischen Truppen besetzt worden war, wieder zu erobern. In den frühen Morgenstunden des 9. März 1945 trat die Division zum Angriff an. Grenadier-Regiment 309 stieß bis zur Linie Sperlingbruch-Katzen B.-Streit B. vor und richtete sich dort zur Verteidigung ein. Das Grenadier-Regiment 337 mit unterstellten Füsilier-Bataillon 208 umging Striegau. Dabei stieß das II. /Grenadier-Regiment 337 bis Järischau vor, machte aber bald kehrt und errichtete auf den Järischauer Bergen eine Verteidigungslinie. Das I./Grenadier-Regiment 337 blieb beim Eindrehen auf Striegau zunächst in unübersichtlichen Gelände vor hartem Widerstand liegen. Einen schnellen Erfolg konnte das Füsilier-Bataillon 208 erzielen. Ohne harte Kämpfe drehte es hinter Striegau nach Südosten ab und drang dabei von Norden in Muhrau ein. Anschließend ging das Bataillon in der Linie südlich Järischauer Berge-Muhrau zur Verteidigung über. Damit waren die sowjetischen Truppen in Striegau eingeschlossen. In Striegau selbst wehrte sich der Gegner erbittert. Das von Norden vorstoßende I./GR 337 und das von Süden kommende Pionier-Bataillon 208 hatten in den Häuser- und Straßenkämpfen starke Verluste. Nachmittags führte der Gegner schon erste Entsatzangriffe gegen Grenadier-Regiment 309 und das II. /Grenadier-Regiment 337, die alle abgewehrt wurden. Am 10.3. übernahm das Grenadier-Regiment 338 den schweren Häuserkampf in Striegau und das dabei frei gewordene I./Grenadier-Regiment 337 wurde in den Järischauer Bergen eingesetzt. Wiederum konnten alle feindlichen, mit starker Artillerie und Panzern unterstützten Gegenangriffe unter für beide Seiten hohen Verlusten abgewiesen werden. Auch am nächsten Tag setzte der Gegner die Angriffe zur Befreiung seiner eingeschlossenen Truppen in Striegau fort. Nach pausenlosem Feuer auf die Stellungen an den Nord- und Südrändern der Järischauer Berge gelang dem Gegner ein Einbruch, der jedoch im sofortigen Gegenstoß bereinigt wurde. In der Nacht vom 11./12.3. brachen die restlichen sowjetischen Truppen in Striegau aus. Teilweise wurde dieser Ausbruch zusammengeschossen, nur kleineren Teilen gelang es zu entkommen.

Auch am 12.3. ließen die sowjetischen Angriffe nicht nach. Der 208. Infanterie-Division wurde ein Bataillon einer Nachbar-Division unterstellt, welches dann I./Grenadier-Regiment 337 in den Järischauer Bergen ablöste. Am 13.3. stieß der Gegner nach starker Feuervorbereitung in den Wald der Järischauer Berge hinein, wo das fremde Bataillon durch Baumkrepierer stark gelitten hatte. Schließlich brach der Gegner nachmittags aus dem Wald in Richtung Westen hervor. Im Feuer einer "Hetzer"-Abteilung und durch Gegenstoß des I./ GR 337 konnte der Angriff abgeschlagen werden. Das Waldstück in den Järischauer Bergen blieb aber noch vom Gegner besetzt. Für den eigenen Angriff auf dieses Waldstück am 14.3. wurde zusätzlich das III. /Grenadier-Regiment 309 herangezogen. Der Angriff begann mit einem konzentrischen Feuerschlag auf das Waldstück. In mehrere Feuerräume aufgeteilt, wurde der Wald planmäßig beschossen. Nach dem Feuerschlag stieß das III. /Grenadier-Regiment 309 ohne größeren Widerstand in den Wald hinein, säuberte ihn und richtete sich anschließend zur Verteidigung ein. Gegen Mittag griff der Gegner überraschend westlich des nördlichen Steinbruchs an der Bahn entlang gegen die dort nur schwache Besatzung an. Mit Infanteriemassen strömte er schnell über die Höhe zwischen den Järischauer Bergen und Katzen-Berge. Allerletzte Reserven wurden herangezogen, um eine Auffangstellung zu errichten. Am Höhepunkt der Krise erschienen am Himmel sowjetische Jagdbomber. Zu aller Verwunderung griffen die sowjetischen Jagdbomber nicht die deutschen Stellungen an, sondern stürzten sich auf die eigene Infanterie. Diese Situation ausnutzend trat das II. /Grenadier-Regiment 337 zum Gegenstoß an und fiel der inzwischen zurückflutenden sowjetischen Infanterie in die Flanke, bei der nun kein Halten mehr war. Schnell konnte dadurch wieder die alte Front hergestellt werden. Ab dem 15.3. stellte der Gegner die Angriffe im Raum Striegau ein und in diesem Abschnitt kehrte bis auf Späh- und Stoßtrupptätigkeit Ruhe ein.

Als bekannt wurde, dass am 9.5.1945 die Waffen schweigen würden, erhielt die 208. Infanterie-Division den Befehl, sich ab 7.5. vom Gegner zu lösen und sich nach Westen abzusetzen. Der Befehl zum Absetzen kam aber zu spät, so dass die Masse der 208. Infanterie-Division im Raum Hohenelbe - Turnau die in sowjetische Gefangenschaft geriet.

 

 

1939

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
26. August z. Vfg.   Wehrkreiskommando III Westpreußen (Flatow)
1. September z. Vfg.   Nord Polen
3. September III. AK 4. Armee Nord Polen (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte)
21. September X. AK 8. Armee Nord Polen
28. September 50. ID bei X. AK 8. Armee Nord Polen
29. September X. AK 8. Armee Nord Polen
1. Oktober z. Vfg.   Militärbefehlshaber Posen Polen
18. November Höh. Kdo. z.b.V. XXXIII 6. Armee B Niederrhein

1940

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar Höh. Kdo. z.b.V. XXXIII 18. Armee B Niederrhein
1. März I. 4. Armee B Niederrhein
4. März XXVI. 4. Armee B Niederrhein
9. Mai z. Vfg. (H.Gr.Reserve) 18. Armee B Belgien (Lagekarte)
14. Mai XXVI 18. Armee B Frankreich (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte)
2. Juni IX. 18. Armee B Frankreich
4. Juni X. 18. Armee B Frankreich
9. Juni z. Vfg. 18. Armee B Frankreich
Juli XXXXII 16. Armee A Belgien
August V 16. Armee A Calais
September z. Vfg. 16. Armee A Calais
November IV 16. Armee A Calais

1941

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar IV 16. Armee A Calais
Februar XXIII 16. Armee A Calais
April VII 16. Armee A Calais
Mai XXXVII 15. Armee D Calais

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar in Zuführung   D Calais
Februar XXIV 2. Panzerarmee Mitte Orel (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte)
Mai XXXXVII 2. Panzerarmee Mitte Orel (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte)

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar XXXXVII 2. Panzerarmee Mitte Orel
9. Februar Korps Scheele 2. Panzerarmee Mitte Orel
28. März LV 2.Panzerarmee Mitte Orel
31. März LIII 2. Panzerarmee Mitte Orel (Lagekarte)
10. Mai z. Vfg. 2. Panzerarmee Mitte Orel (Lagekarte)
11. Juni LIII 2. Panzerarmee Mitte Orel (Lagekarte)
13. Juli Gruppe Wuthmann 2. Panzerarmee Mitte Orel
28. Juli XXIII 2. Panzerarmee Mitte Orel
August (Kgr.) z. Vfg. 2. Armee Mitte Kursk (Lagekarte)
September (Kgr.) VII 4. Panzerarmee Süd Kiew (Lagekarte)
Oktober (Kgr.) XIII 4. Panzerarmee Süd Kiew (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte)
3. Dezember (Kgr.) XXXXVIII. Panzerkorps 4. Panzerarmee Süd Winniza
7. Dezember (Kgr.) XIII 4. Panzerarmee Süd Winniza
8. Dezember (Kgr.) XXXXVIII. Panzerkorps 4. Panzerarmee Süd Winniza
10. Dezember (Kgr.) XIII 4. Panzerarmee Süd Winniza

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar (Kgr.) XIII 4. Panzerarmee Süd Winniza
Februar XXIV 4.Panzerarmee Süd Winniza
März XXIV 1. Panzerarmee Süd Podolsk
April (Kgr.) XXXXVI 1. Panzerarmee Nordukraine Tarnopol
Mai LIX 1. Panzerarmee Nordukraine Buczacz (Lagekarte) (Lagekarte)
August XXIV 1.Panzerarmee Nordukraine Beskiden (Lagekarte)
Oktober XI. SS 17. Armee A Gorlice

1945

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XVII 1. Panzerarmee A Slowakei (Lagekarte)
Februar XXXXVIII 17. Armee Mitte Schlesien (Lagekarte)
April VIII 17. Armee Mitte Schlesien

 

2. Divisionskommandeure:

26. August 1939 Generalleutnant Moritz Andreas

13. Dezember 1941 General der Infanterie Hans-Karl von Scheele

25. Juni 1943 Generalleutnant Hans Pieckenbrock

 

mit der Führung der Division waren beauftragt:

13. April - 18. April 1942 Oberst Johannes Jolasse

19. Mai - 19. Juni 1942 Oberst Ernst Schaer

19. Juni - 11. Juli 1942 Oberst Johannes Jolasse

28. September - 21. November 1942 Generalleutnant Paul Hielscher

8. Februar - 30. März 1943 Oberst Karl-Wilhelm von Schlieben

7. April - 19. April 1943 Oberst Hans Källner

19. April - 26. April 1943 Oberst Friedrich Kraft

26. April - 24. Juni 1943 Oberst Georg Heinrich Gustav Zwade

30. April - 8. Mai 1945 Oberst Lothar Berger

 

1. Generalstabsoffiziere:

26. August 1939 Hauptmann i.G. Werner Danke

1. Juni 1940 Oberstleutnant i.G. Wilhelm Korntner

13. August 1942 Major i.G. Fritz Bessell

25. Oktober 1943 Oberstleutnant i.G. Dietrich Lemcke

25. November 1944 Oberstleutnant i.G. Erhard Gemmrig

 

3.Gliederung:

208. Infanterie-Division 1939:

Infanterie-Regiment 309

Infanterie-Regiment 337

Infanterie-Regiment 338

Artillerie-Regiment 208

Pionier-Bataillon 208

Panzerabwehr-Abteilung 208

Aufklärungs-Abteilung 208

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 208

Infanterie-Divisions-Nachschubtruppen 208

 

208. Infanterie-Division 1943:

Grenadier-Regiment 309

Grenadier-Regiment 337

Grenadier-Regiment 338

Divisions-Füsilier-Bataillon 208

Artillerie-Regiment 208

Pionier-Bataillon 208

Panzerjäger-Abteilung 208

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 208

Infanterie-Divisions-Nachschubtruppen 208

 

4. Literatur und Quellen:

I.-R. 309 marschiert an den Feind. Erlebnisberichte aus dem Polenfeldzug 1939/ Oblt. Dr. Hoffmann, Gefr. Kirschke, Stubenraauch Verlagsbuchhandlung, Berlin 1940

Die Geschichte der 216./272. Infanterie-Division , Martin Jenner

Geschichte der 10. Division, 10. Infanterie-Division (mot.), 10. Panzergrenadier-Division 1935 - 1945 , August Schmidt

Der Kampf um Schlesien , Hans von Ahlfen

Mit dem Mut der Verzweiflung , Rolf Hinze

Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, Band 8: Die Landstreitkräfte Nr. 201-280. 2. Auflage, Osnabrück 1973

Divisionsschicksale - Deutsches Rotes Kreuz - Erarbeitet vom Suchdienst des DRK München, München 1958- 1960, Band 1 und 2

Mehner: Geheime Tagesberichte der Deutschen Wehrmachtsführung, Bd1-12, biblio-Verlag, Bissendorf 1984 – 1993

Die deutschen Infanterie-Divisionen, 3 Bände, Podzun-Verlag , Werner Haupt

Sammlung Jörchel : Berichte von Zeitzeugen, VBL., diverse deutsche u. russische Heereskarten u.v.m.

 Kriegstagebücher und sonstige Unterlagen BA/MA RH 26-208

NARA, Unit history
NARA T 315 R 1609
NARA T 315 R 1616
NARA T 315 R 1617
NARA T 315 R 1618
NARA T 313 R 69
NARA T 313 R 153
NARA T 313 R 168
NARA T 313 R 172
NARA T 313 R 175
NARA T 313 R 373
NARA T 313 R 379
NARA T 313 R 388
NARA T 313 R 393
NARA T 314 R 30
NARA T 314 R 31
NARA T314 R 362
NARA T 314 R 524
NARA T 314 R 732
NARA T 314 R 1328
NARA T 314 R 1329

Kriegsgliederungen der 18. Armee RH 20-18/
Kriegsgliederungen der 8. Armee RH 20-8/