von Bock, Moritz Albert Franz Friedrich Fedor

 

* 3. Dezember 1880, Küstrin an der Oder

† 4. Mai 1945, Oldenburg/Holstein

 

Fedor von Bock war der Sohn des damaligen Oberst und späteren Generalmajors Moritz Carl Albert von Bock und dessen dreiundzwanzig Jahre jüngeren Ehefrau Olga Helene Franzisca, geborene Falkenhayn. So war sein militärischer Weg beinahe vorbestimmt. Sein Vater starb bereits am 16. April 1897 im Alter von 69 Jahren in Charlottenburg. Nachdem er seine Kadettenausbildung nach dem Kadettenhaus Potsdam auf der Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde abgeschlossen hatte, trat er anschließend am 15, März 1898 (Mm) als Sekondeleutnant in die Königlich Preußische Armee ein. Er wurde dabei in das 5. Garde-Regiment zu Fuß nach Spandau überwiesen. Bei diesem wurde er am 23. März 1898 vereidigt. Anfangs wurde er als Kompanieoffizier in der 6. Kompanie seines Regiments verwendet. Im Herbst 1899 wurde er in gleicher Funktion in die 4. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort versetzt. Im Herbst 1900 wurde er als Kompanieoffizier in die 3. Kompanie seines Regiments ebenfalls in Spandau versetzt. Vom 1. Juni 1902 bis zum 28. Juni 1902 wurde er zum Brandenburgisches Pionier-Bataillon "von Rauch" Nr. 3 nach Spandau kommandiert. Nach seiner Rückkehr wurde er im Herbst 1902 als Kompanieoffizier in die 1. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort versetzt. Vom 1. Oktober 1903 bis zum 29. Februar 1904 wurde er zur Militär-Turnanstalt Berlin kommandiert. Direkt im Anschluß wurde er vom 1. März 1904 bis zum 10. Juli 1904 als Hilfslehrer zur Militär-Turnanstalt Berlin kommandiert. Vom 12. Juli 1904 bis zum 27. Januar 1906 wurde er für etwa anderthalb Jahre als Nachfolger vom zur Schutztruppe für Südwestafrika gewechselten Leutnant von Usedom als Adjutant des I. Bataillons in seinem Regiment in Spandau eingesetzt. Er erhielt am 18. August 1905 die Erlaubnis zur Verheiratung. Er heiratete am 7. Oktober 1905 die über sechs Jahre jüngere Mally Lonny Anna Marga Klara von Reichenbach, Tochter des Major a.D. Leopold Ernst Dorotheus von Reichenbach, in Charlottenburg. Am 28. Januar 1906 wurde er als Nachfolger von Oberleutnant von Roon zum Regimentsadjutant vom 5. Garde-Regiment zu Fuß in Spandau ernannt. Seine einzige Tochter Urssula von Bock wurde am 15. August 1906 in Spandau geboren. Am 10. September 1908 (Z2z) wurde er zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er am 1. April 1909 als Teilnehmer zur Korpsgeneralstabsreise vom Garde-Korps kommandiert. Für seine Generalstabsausbildung wurde er ab dem 1. April 1910 für ein Jahr zum Großen Generalstab kommandiert. Seine Ehefrau starb bereits am 10. Dezember 1910 in Berlin. Sein Kommando zum Großen Generalstab wurde zum 1. April 1911 auf ein ferneres Jahr verlängert. Er wurde am 22. März 1912 (R2r) unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann in den Generalstab der Armee versetzt. Am 1. Oktober 1913 wurde er in den Generalstab vom Gardekorps versetzt. Hauptmann von Bock nahm die erste Zeit als Generalstabsoffizier am Ersten Weltkrieg teil. Vom 28. Januar 1916 bis zum 10. Februar 1916 wurde er als Bataillonsführer zum 4. Garde-Regiment zu Fuß kommandiert. Am 6. August 1916 wurde er in den Generalstab der 200. Infanterie-Division versetzt. Am 28. Dezember 1916 (Uu) wird er zum Major befördert. Als solcher wurde er am 24. März 1917 wieder in den Generalstab vom Gardekorps versetzt. Bereits am 11. April 1917 wurde er in den Generalstab vom Oberkommando der Heeresgruppe Kronprinz versetzt. Am 27. Juli 1917 wurde er zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) ernannt. Am 1. April 1918 wird ihm der Orden Pour le Mérite verliehen. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde er am 10. Januar 1919 zu den Offizieren von der Armee versetzt und dem Generalkomamndo III. Armeekorps für die Friedenskommission zur Verfügung gestellt. Im Frühjahr 1919 wurde er als Major in das vorläufige Reichsheer übernommen. Am 25. Mai 1919 wurde er in das 5. Garde-Regiment zu Fuß versetzt und dem Reichswehr-Gruppenkommando 1 (Generalkommando Lüttwitz) zugeteilt. Am 6. Oktober 1919 wurde er neu vereidigt. Seine Mutter starb am 14. Dezember 1919 in Berlin. Kurz vor der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er am 8. Mai 1920 als Chef des Stabes beim Wehrkreiskommando III in Berlin eingesetzt. Bei der der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dadurch zum Chef des Stabes der 3. Division der Reichswehr ernannt. Als solcher wurde er auch mit dem Rangdienstalter vom 1. Oktober 1920 (140) zum Oberstleutnant befördert. Vom 25. September 1923 bis zum 4. Oktober 1923 wurde er zur Chefübungsreise kommandiert. Am 25. März 1924 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1924 als Kommandeur das II. (Jäger-) Bataillons zum 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment versetzt. Vom 27. April 1924 bis zum 12. Mai 1924 wurde er wieder zur Chefübungsreise kommandiert. Vom 17. November 1924 bis zum 21. November 1924 wurde er zum Gasschutzlehrgang nach Hannover kommandiert.  

Am 1. Mai 1925 (1) wurde er zum Oberst befördert. Am 1. Februar 1926 übernahm er dann das 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment als Kommandeur. Am 1. Februar 1929 wird von Bock zum Generalmajor befördert. Er übernahm Ende des Jahres 1929 als Kommandeur die 1. Kavallerie-Division. Am 1. Februar 1931 wurde von Bock zum Generalleutnant befördert. Im Herbst diesen Jahres übernahm er als Kommandeur die 2. Division der Reichswehr. Damit wurde von Bock in Personalunion auch Befehlshaber im Wehrkreis II in Stettin. Nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 verhält er sich dem Regime gegenüber neutral. Ab dem 1. Oktober 1934 war er dann Kommandierender General des II. Armeekorps. 1935 wird er zum General der Infanterie befördert und zum Oberbefehlshaber des Gruppenkommando 3 ernannt. Am 20. Oktober 1936 heiratet er in zweiter Ehe die fast dreizehn Jahre jüngere geschiedene Wilhelmine Gottliebe Jenny von der Osten, geborene Boddien, geschiede Ehefrau vom Rittergutsbesitzer von Gut Witzmitz Karl-August von der Osten, Tochter des verstorbenen Oberstleutnant a.D. und ehemaligen Kommandeur vom Ostpreußisches Kürassier-Regiment "Graf Wrangel" Nr. 3 Friedrich von Boddien, in Berlin-Charlottenburg. Diese brachte 4 Kinder mit in die Ehe ein. Der älteste Sohn war der am 26. April 1921 in Köslin geborene Kurt Adalbert von der Osten. Die beiden Stieftöchter waren die am 30. März 1922 geborene Anna Maria von der Osten und die am 22. Juli 1923 in Köslin geborene Katharina Elisabeth Sophie von der Osten. Der jüngste Stiefsohn war der am 21. Mai 1929 geborene Winnies von der Osten. Die beiden jüngsten Stiefkinder lebten danach bei ihm im Haushalt, die älteren zwei dagegen beim Vater. Im Rahmen des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich marschiert er am 12. März 1938 an der Spitze der 8. Armee in Österreich ein und wird dafür rückwirkend zum 1. März 1938 zum Generaloberst befördert. Am 10. November 1938 wurde er zum Oberbefehlshaber des Gruppenkommando 1 in Berlin ernannt. Mit der Mobilmachung wurde er am 26. August 1939 zum Oberbefehlshaber der 2. Armee ernannt. Zu Beginn des Polenfeldzuges wurde der Stab am 2. September 1939 zur Heeresgruppe Nord umbenannt. Er blieb weiter der Oberbefehlshaber. In dieser Funktion nimmt er auch am Polenfeldzug teil. Im September und Oktober 1939 befehligt von Bock die aus Pommern und Ostpreußen vorstoßende Heeresgruppe Nord und wird er als einer der ersten Träger am 30. September 1939 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B wurde er durch die Verlegung und Umbenennung seiner bisherigen Heeresgruppe Nord im Oktober 1939 ernannt. Mit der Heeresgruppe B nimmt er im Frühjahr 1940 auch am Westfeldzug teil. Nach dem Einmarsch in Paris nimmt er am 14. Juni 1940 die Parade der deutschen Truppen am Arc de Triumphe ab. Am 19. Juli 1940 wurde er zum Generalfeldmarschall ernannt. Mit Beginn des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion ist von Bock Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte. Nachdem von Bock, auf Grund der Erschöpfung seiner Truppen, für einen taktischen Rückzug an der Ostfront plädiert, erhält er seinen Abschied als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte. Er übernimmt am 18. Januar 1942, nach dem Tod von Walter von Reichenau, dessen Heeresgruppe Süd. Im Anschluss an erneute Auseinandersetzungen mit Hitler, er wird für das Scheitern der Operation Braunschweig verantwortlich gemacht, wurde er am 15. Juli 1942 erneut seines Amtes enthoben und in den Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger wird Generaloberst Maximilian von Weichs. Er lebte in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges zurückgezogen in Bayern und verurteilt das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 als Verbrechen. Nach Hitlers Suizid bietet er sich der neuen Reichsregierung unter Karl Dönitz an. Am 3. Mai 1945 wird von Bock bei einem englischen Tieffliegerangriff in der Nähe von Lensahn schwer verletzt; am folgenden Tag erliegt er seinen Verletzungen in einem Marinelazarett in Oldenburg/Holstein. Bei dem Angriff kommen auch Bocks Ehefrau, seine Tochter und sein Kraftfahrer ums Leben.

Er hatte aus der am 19. Oktober 1873 in Graudenz geschlossenen Ehe seiner Eltern noch mehrere Geschwister:
Ein älterer Bruder war der am 11. Januar 1875 in Graudenz geborene Friedrich Fedor Erhard von Bock.
Ein weiterer älterer Bruder war der am 6. Februar 1876 in Graudenz geborene Fedor Franz Carl von Bock. Auch dieser schlug die Offizierslaufbahn ein. Er war 1905 Oberleutnant und wohnte in Berlin, Alt-Moabit 13.

 

Ritterkreuz (30. September 1939)