von Bock, Fedor

 

* 3. Dezember 1880, Küstrin an der Oder

† 4. Mai 1945, Oldenburg/Holstein

Fedor von Bock war der Sohn des Generalmajors Moritz von Bock. So war sein militärischer Weg beinahe vorbestimmt. Nachdem er seine Kadettenausbildung auf der Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde abgeschlossen hatte, trat er anschließend 1898 als Fähnrich in das Königlich Preußische Heer ein. Er kam dabei zum 5. Garde-Regiment zu Fuß. 1904 wurde er für etwa anderthalb Jahre Bataillonsadjutant im gleichen Regiment. Nachdem er 1906 zum Regimentsadjutant ernannt wurde, ist er von 1910 bis 1912 zur Generalstabsausbildung abkommandiert. Er wurde im März 1911 in den Großen Generalstab versetzt. 1912 wurde er zum Hauptmann befördert. Von Bock nahm als Generalstabsoffizier und Bataillonskommandeur am Ersten Weltkrieg teil. Am 30. Dezember 1916 wird er zum Major befördert und am 1. April 1918 wird ihm der Pour le Mérite verliehen. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde er in das Reichsherr übernommen. Dort wurde er Anfang 1920 beim Übergangsheer als Chef des Stabes beim Wehrkreiskommando III in Berlin eingesetzt. Bei der der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dadurch zum Chef des Stabes der 3. Division der Reichswehr ernannt. Als solcher wurde er auch mit dem Rangdienstalter vom 1. Oktober 1920 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. April 1924 übernahm er als Kommandeur das II. (Jäger-) Bataillon vom 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment. 1925 wurde er zum Oberst befördert. Am 1. Februar 1926 übernahm er dann das 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment als Kommandeur. Am 1. Februar 1929 wird von Bock zum Generalmajor befördert. Er übernahm Ende des Jahres 1929 als Kommandeur die 1. Kavallerie-Division. Am 1. Februar 1931 wurde von Bock zum Generalleutnant befördert. Im Herbst diesen Jahres übernahm er als Kommandeur die 2. Division der Reichswehr. Damit wurde von Bock in Personalunion auch Befehlshaber im Wehrkreis II in Stettin. Nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 verhält er sich dem Regime gegenüber neutral. Ab dem 1. Oktober 1934 war er dann Kommandierender General des II. Armeekorps. 1935 wird er zum General der Infanterie befördert und zum Oberbefehlshaber des Gruppenkommando 3 ernannt. 1936 heiratet er Wilhelmine von der Osten, mit der er eine Tochter hatte. Im Rahmen des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich marschiert er am 12. März 1938 an der Spitze der 8. Armee in Österreich ein und wird dafür rückwirkend zum 1. März 1938 zum Generaloberst befördert. Am 10. November 1938 wurde er zum Oberbefehlshaber des Gruppenkommando 1 in Berlin ernannt. Mit der Mobilmachung wurde er am 26. August 1939 zum Oberbefehlshaber der 2. Armee ernannt. Zu Beginn des Polenfeldzuges wurde der Stab am 2. September 1939 zur Heeresgruppe Nord umbenannt. Er blieb weiter der Oberbefehlshaber. In dieser Funktion nimmt er auch am Polenfeldzug teil. Im September und Oktober 1939 befehligt von Bock die aus Pommern und Ostpreußen vorstoßende Heeresgruppe Nord und wird er als einer der ersten Träger am 30. September 1939 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B wurde er durch die Verlegung und Umbenennung seiner bisherigen Heeresgruppe Nord im Oktober 1939. Mit der Heeresgruppe B nimmt er auch am Westfeldzug teil. Nach dem Einmarsch in Paris nimmt er am 14. Juni 1940 die Parade der deutschen Truppen am Arc de Triumphe ab. Am 19. Juli 1940 wurde er zum Generalfeldmarschall ernannt. Mit Beginn des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion ist von Bock Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte. Nachdem von Bock, auf Grund der Erschöpfung seiner Truppen, für einen taktischen Rückzug an der Ostfront plädiert, erhält er seinen Abschied als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte. Er übernimmt am 18. Januar 1942, nach dem Tod von Walter von Reichenau, dessen Heeresgruppe Süd. Im Anschluss an erneute Auseinandersetzungen mit Hitler, er wird für das Scheitern der Operation Braunschweig verantwortlich gemacht, wurde er am 15. Juli 1942 erneut seines Amtes enthoben und in den Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger wird Generaloberst Maximilian von Weichs. Er lebte in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges zurückgezogen in Bayern und verurteilt das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 als Verbrechen. Nach Hitlers Suizid bietet er sich der neuen Reichsregierung unter Karl Dönitz an. Am 3. Mai 1945 wird von Bock bei einem englischen Tieffliegerangriff in der Nähe von Lensahn schwer verletzt; am folgenden Tag erliegt er seinen Verletzungen in einem Marinelazarett in Oldenburg/Holstein. Bei dem Angriff kommen auch Bocks Ehefrau, seine Tochter und sein Kraftfahrer ums Leben.

 

Ritterkreuz (30. September 1939)