Vassoll, Ulrich

 

* 14. Februar 1886, Fritzlar

† 1966, (Büdelsdorf/Rendsburg)

 

Ulrich Vassoll trat nach seiner Kadettenausbildung am 28. Februar 1905 mit dem Charakter als Fähnrich in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum 2. Westfälisches Feldartillerie-Regiment Nr. 22. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 27. Januar 1906 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 10. Juni 1904 datiert. Als solcher wurde er dann als Batterieoffizier im 2. Westfälisches Feldartillerie-Regiment Nr. 22 eingesetzt. Am 16. Juni 1913 wurde er zum Oberleutnant befördert. Kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges gehörte er im Sommer 1914 als Oberleutnant noch immer zum 2. Westfälisches Feldartillerie-Regiment Nr. 22. Am 18. Juni 1915 wurde er zum Oberleutnant befördert. Am 27. Januar 1915 wurde er zum Hauptmann befördert. Im Krieg wurde er neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch mit anderen Orden ausgezeichnet. Nach dem Krieg wurde er als Hauptmann mit seinem alten Rangdienstalter in das Reichsheer übernommen. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er als Hauptmann bei der schweren Artillerie-Abteilung 4 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann als Batteriechef in das 6. (Preußisches) Artillerie-Regiment übernommen. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er als Chef der 1. Batterie vom 6. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Münster eingesetzt. Am 30. September 1926 gab er sein Kommando Hauptmann Schröder ab. Dafür wurde er jetzt für zwei Jahre in den Stab der 6. Division der Reichswehr nach Münster versetzt. Dort wurde er am 1. Mai 1927 zum Major befördert. Am 1. Oktober 1928 wurde er dann für die nächsten drei Jahre zum Stab der II. (Bad.) Abteilung vom 5. Artillerie-Regiment nach Ulm an der Donau versetzt. Am 1. Oktober 1931 wurde er dann unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberstleutnant zum Regimentsstab vom 5. Artillerie-Regiment ebenfalls in Ulm versetzt. Am 31. Januar 1933 wurde er dann aus dem aktiven Dienst des Heeres verabschiedet. An diesem Tag wurden ihm auch die Charakter als Oberst verliehen.

Am 1. Oktober 1935 wurde er im Zuge der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht als Oberst wieder reaktiviert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Oktober 1935  festgelegt. Er wurde jetzt zum Inspizient der Artillerie-Geräte-Inspektion 2 in Berlin ernannt. Am 31. Mai 1939 wurde er erneut aus dem aktiven Dienst verabschiedet.

Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg wurde er am 26. August 1939 erneut reaktiviert. Er wurde anfangs in der Führerreserve eingesetzt. Am 25. Oktober 1939 wurde er zum Kommandeur vom Artillerie-Ersatz-Regiment 4 in Dresden ernannt. Ende Januar 1940 gab er sein Kommando an Generalmajor z.V. Hermann-Erich Voigtländer-Tetzmer ab. Am 27. Januar 1940 wurde er dann dafür zum Kommandeur vom neuen Artillerie-Regiment 219 ernannt. Dieses führte er dann zum Ende des Frühjahrs 1940 während des Westfeldzuges im Verband der 183. Infanterie-Division. Ab August 1940 wurde er dann mit seinem Regiment als Besatzungstruppe im Protektorat Böhmen und Mähren eingesetzt. Im Herbst 1940 wurde er dann durch die Umbenennung seines Regimentsstabes zum Kommandeur vom Artillerie-Regiment 327 ernannt. Dieses Regiment führte er dann im Verband der 327. Infanterie-Division im Wehrkreis XVII. Ab Mai 1941 wurde er dann an der Demarkationslinie in Frankreich eingesetzt. Am 1. August 1941 wurde er dann wieder in den aktiven Dienst übernommen. Am 30. September 1941 gab er sein Kommando über das Artillerie-Regiment 327 ab. Dafür wurde er jetzt am 1. Oktober 1941 in die Führerreserve versetzt und dabei für elf Wochen zum Artillerie-Kommandeur 134 (Arko 134) kommandiert. Dort erhielt er dann eine Einweisung in diese Funktion. Am 21. Dezember 1941 wurde er erneut in die Führerreserve versetzt. Anfang April 1942 wurde er zum neuen Artillerie-Kommandeur 153 (Arko 153) ernannt. Mit seinem Stab unterstand er dem Generalkommando LI. Armeekorps im Südabschnitt der Ostfront. Zum 1. Juni 1942 wurde er zum Generalmajor befördert. Mit diesem nahm er dann ab dem Sommer 1942 am Angriff auf Südrussland teil. Ab dem Spätsommer befand sich das Korps dann beim Angriff auf Stalingrad. Dort wurde er mit seinem Stab im Herbst 1942 eingekesselt. Am 1. Januar 1943 wurde er auch noch nebenbei mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Artillerie-Kommandeur 144 (Arko 144) beauftragt. Ende Januar 1943 geriet er dann in sowjetische Gefangenschaft. Aus dieser wurde er erst Anfang Oktober 1955 wieder entlassen.