Hasse, Wilhelm

 

* 24. November 1894, Neiße / Oberschlesien

† 9. Mai 1945, Lager Pisek

 

Wilhelm Hasse trat am 1. Oktober 1913 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum Schleswig-Holsteinisches Füsilier-Regiment "Königin" Nr. 86. In diesem wurde er am 4. Oktober 1914 zum Leutnant befördert. Als Truppen- und Stabsoffizier nahm er am Ersten Weltkrieg teil und wurde dabei auch mehrmals verwundet. Er blieb aber eigentlich die ganze Zeit beim Schleswig-Holsteinisches Füsilier-Regiment "Königin" Nr. 86. Bereits bis 1915 hatte man ihm beide Eisernen Kreuze verliehen. Am 20. Juni 1918 wurde er zum Oberleutnant befördert. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde er in das Reichsheer übernommen. Er wurde bei der Aufstellung des 100.000 Mann Heeres in das 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment eingeteilt. Am 1. Februar 1927 wurde er zum Hauptmann befördert. Ab dem 1. April 1927 wurde er dann beim Stab vom Ausbildungs-Bataillon des 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment eingesetzt. Im Herbst 1927 wurde er dann in das Reichswehrministerium versetzt. Ab dem 1. Oktober 1928 wurde er dann beim Stab der 2. Kavallerie-Division eingesetzt. Am 1. Mai 1932 wurde er zum Chef der 11. Kompanie vom 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment ernannt. Am 1. September 1933 wurde er dann als Lehrer an die Kriegsschule München versetzt. Dort wurde er am 1. Februar 1934 zum Major befördert. Anfang 1935 wurde er dann wieder in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er am 1. August 1936 zum Oberstleutnant i.G. befördert. Am 15. September 1938 wurde er zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) im Gruppenkommando 1 in Berlin ernannt. Am 1. März 1939 wurde er zum Oberst i.G. befördert. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg wurde er dann zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) der 2. Armee ernannt. Kurz nach Kriegsbeginn wurde er dann durch die Umbenennung des Stabes zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) bei der Heeresgruppe Nord ernannt. Als solcher wurde er im Polenfeldzug mit beiden Spangen zu den Eisernen Kreuzen ausgezeichnet. Im Westen wurde sein Stab zur Heeresgruppe B umbenannt, er blieb aber weiter Ia. Anfang Dezember 1940 wurde er zum Generalstabschef der 18. Armee ernannt, mit der er ab Juni 1941 in Nordrussland kämpfte. Am 25. Januar 1942 wurde er zum Generalstabschef der Heeresgruppe Nord ernannt. Am 26. Januar 1942 wurde er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 1. Februar 1942 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 1. Januar 1943 folgte die Beförderung zum Generalleutnant. Anfang Februar 1943 wurde er in die Führerreserve des OKH versetzt. Er übernahm am 5. November 1943 die Führung der 30. Infanterie-Division. Am 1. April 1944 wurde er für knapp einen Monat mit der stellvertretenden Führung vom II. Armeekorps beauftragt. Für seine Führungsleistung als Divisionskommandeur wurde ihm am 12. August 1944 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 15. Juli 1944 wurde er mit der Führung des II. Armeekorps beauftragt. Er wurde dann am 1. August 1944 zum General der Infanterie befördert. Damit wurde er dann auch zum Kommandierenden General vom II. Armeekorps ernannt. Am 14. Januar 1945 wurde ihm für seine Leistungen während der ersten drei Kurlandschlachten das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. Am 15. Januar 1945 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Am 30. März 1945 wurde er noch mit der Führung der 17. Armee beauftragt. Er geriet im Mai 1945 verwundet in russische Gefangenschaft. In dieser ist er bereits am 9. Mai 1945 gestorben.

 

Ritterkreuz (12. August 1944) Eichenlaub (14. Januar 1945)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011
Dermont Bradley, Karl-Friedrich Hildebrand: Die Generale des Heeres 1921-1945 Band 5: Von Haack - Hitzfeld, Biblio-Verlag 1999