Zuckertort, Johannes Gustav Walter

 

* 29. April 1886, Berlin

† 7. März 1969, (DDR)

 

 

Johannes Zuckertort trat als Sohn vom Stenograph Adolf Zukertort und seiner Frau Marie, geborene Fleischer, nach seiner Kadettenausbildung am 1. April 1905 mit dem Charakter als Fähnrich in die Königlich Sächsische Armee ein. Der ältere Bruder vom späteren Generalmajor Karl Zuckertort kam dabei zum 1. Königlich Sächsisches Fußartillerie-Regiment Nr. 12. Bei diesem wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule am 15. Januar 1906 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 15. Juli 1904 datiert. Als solcher wurde er dann als Batterieoffizier im 1. Königlich Sächsisches Fußartillerie-Regiment Nr. 12 eingesetzt. Am 19. März 1913 wurde er zum Oberleutnant befördert. Am 1. Oktober 1913 wurde er zur Kriegsakademie kommandiert. Kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges Anfang August 1914 gehörte er dann als solcher zum 2. Königlich Sächsisches Fußartillerie-Regiment Nr. 19. Bereits am 17. März 1915 wurde er zum Hauptmann befördert. Ab 1916 wurde er hauptsächlich in Generalstabsstellungen eingesetzt, z.B. bei der bei der 58. Infanterie-Division. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Er wurde dann 1919 als Hauptmann in das vorläufige Reichsheer übernommen. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 27. Januar 1915 festgelegt. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er dann zum Generalstab der Reichswehr-Brigade 19. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in den Stab vom Artillerieführer IV in Magdeburg übernommen. Bei diesem wurde er dann als Generalstabsoffizier eingesetzt. Am 1. Oktober 1922 wurde er zum Generalstab vom Infanterieführer IV versetzt. 1923 hat er Adele Sofie Anna Karolina Schäfer geheiratet.Anfang 1924 wurde er dann zum Stab der III. (Sächs.) Abteilung vom 4. Artillerie-Regiment in Dresden versetzt. Im Frühjahr 1925 gehörte er dann zum Stab der I. (Preuß.) Abteilung vom 4. Artillerie-Regiment in Halberstadt. Im Frühjahr 1926 gehörte er dann zur 1. Batterie vom 4. Artillerie-Regiment ebenfalls in Halberstadt. Auch bei seiner Beförderung zum Major am 1. April 1927 gehörte er noch zu dieser Batterie. 1927/28 wurde er dann in den Stab der III. Abteilung vom 6. (Preuß.) Artillerie-Regiment nach Hannover versetzt. Nach dem Frühjahr1 928 wurde er dann in den Stab der Festung Königsberg versetzt. Am 1. Dezember 1930 wurde er dann zum Kommandeur der II. (Sächs.) Abteilung vom 4. Artillerie-Regiment in Bautzen ernannt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1931 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Februar 1934 wurde er zum Oberst befördert. Als solcher wurde er am 1. April 1934 zum Kommandeur vom 4. Artillerie-Regiment in Dresden ernannt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er als solcher dann am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur vom Artillerie-Regiment Dresden ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er am 15. Oktober 1935 zum Kommandeur vom Artillerie-Regiment 4 in Dresden ernannt. Am 1. April 1937 wurde er zum Generalmajor befördert. Als solcher wurde er dann als Artillerie-Kommandeur 4 (Arko 4) eingesetzt. Am 10. November 1938 wurde er dann dafür als Nachfolger von Generalleutnant Max Pfeffer zum Artillerie-Kommandeur 20 (Arko 20) in Hamburg ernannt. Er erhielt von Hitler die so genannte Deutschblütigkeitserklärung, obwohl er eigentlich Halbjude war. Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 wurde er noch immer in dieser Funktion eingesetzt. Er wurde mit seinem Stab dem Generalkommando XXII. Armeekorps (mot.) zuerst für den Polenfeldzug zugeteilt. Auch im Westfeldzug im Frühjahr 1940 wurde er noch unter dem XXII. Armeekorps (mot.) eingesetzt. Am 1. Februar 1941 wurde er zum Generalleutnant befördert. Kurz vor dem Beginn des Ostfeldzuges unterstand er mit seinem Stab dann dem LIV. Armeekorps. Mit diesen nahm er dann am Angriff auf Südrussland teil. Zum 1. Januar 1942 wurde er dann durch die Umbenennung seines Stabes zum Höheren Artillerie-Kommandeur 306 (HArko 306) ernannt. Er wurde dann mit diesem unter der 11. Armee beim Angriff auf Sewastopol eingesetzt. Am 16. Januar 1942 wurde ihm für seine vorherige Tätigkeit das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Später wechselte sein Stab in der Unterstellung zur 6. Armee. Ende November 1942 gab er sein Kommando als HArko 306 an Generalmajor Helmuth Huffmann ab. Er wurde dafür als Nachfolger General der Flieger Karl Eberth zum Höheren Artillerie-Kommandeur 301 (HArko 301) ernannt. Mitte Januar 1944 gab er sein Kommando als HArko 301 an Generalmajor Karl Thoholte ab. Er wurde jetzt in die Führerreserve OKH versetzt. Am 30. Mai 1944 wurde er aus dem aktiven Dienst der Wehrmacht verabschiedet. Bei Kriegsende kam er nicht in Gefangenschaft. Er selbst blieb in der DDR wohnen, wo er auch in der Arbeitsgemeinschaft ehemaliger Offiziere (AeO) aktiv war. Er war auch schriftstellerisch aktiv. So verfasste er auch in der Reihe Hefte aus Burgscheidungen mehrere Werke.

 

Literatur und Quellen:
BArch, MSG 109/4919 : Krug, Ottomar: Deutsche Generale 1867-1945
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Johannes Zukertort: Hefte aus Burgscheidungen 34: Der deutsche Militarismus und die Legende vom Präventivkrieg Hitler-Deutschlands gegen die Sowjetunion, Burgscheidungen, 1960
Johannes Zukertort: Hefte aus Burgscheidungen 69: Das moralische Schuldkonto des deutschen Generalstabes in der Zeit des Faschismus, Burgscheidungen, 1962
Johannes Zukertort: Hefte aus Burgscheidungen 123/124: Hans von Seeckt, Sekretariat des Hauptvorstandes der Christlich-Demokratischen Union, Berlin 1964