Zuckertort, Karl

 

* 5. Juli 1889, Berlin

† 30. März 1982, Baden-Baden

 

Karl Zuckertort trat nach seiner Kadettenausbildung am 1. April 1905 mit dem Charakter als Fähnrich in die Königlich Sächsische Armee ein. Der jüngere Bruder vom späteren Generalleutnant Johannes Zuckertort kam dabei wie dieser zum 1. Königlich Sächsisches Fußartillerie-Regiment Nr. 12. Bei diesem wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule am 20. Juni 1910 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 20. Juni 1908 datiert. Als solcher wurde er dann als Batterieoffizier im 1. Königlich Sächsisches Fußartillerie-Regiment Nr. 12 eingesetzt. Kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges Anfang August 1914 gehörte er dann aber zum 2. Königlich Sächsisches Fußartillerie-Regiment Nr. 19. Als Batterieführer hat er sich in der Sommeschlacht 1916 stark ausgezeichnet "Oberleutnant Zukertort hat mit seiner Batterie in der Sommeschlacht 1916 4 1/2 Monate lang, in den Stellungskämpfen bei Roye und den Kämpfen an der Oise hervorragende Erfolge in der Artilleriebekämpfung gehabt. Seiner Batterie wurde beim Ausscheiden aus den einzelnen Verbänden die besondere Anerkennung in deren Tagesbefehlen ausgesprochen, zuletzt durch Tagesbefehl der 233. Infanteriedivision vom 30. April 1917. Oberleutnant Zukertort hat in diesen Kämpfen stets persönlich das Feuer geleitet, besonders in den schweren Kampfzeiten an der Somme 6 Wochen ohne Ablösung im Beobachtungsstand unter dem täglichen schwersten Feuer, und hat in diesen Kampfabschnitten zahlreiche Beweise hervorragender Tapferkeit erbracht." Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Er wurde dann 1919 als Hauptmann in das Reichsheer übernommen. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 18. August 1917 festgelegt. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 war er mit der Führung der Kraftfahr-Abteilung 19 der Reichswehr-Brigade 19 beauftragt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in die 4. Kraftfahr-Abteilung übernommen. Bei dieser wurde er dann auch die ersten Jahre als Kompaniechef eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dann im Reichswehrministerium (RWM) in Berlin eingesetzt. Dort gehörte er zur Heeres-Geräteabteilung (Wa3). Bei dieser verblieb er dann auch die nächsten Jahre. Bei der Umgliederung des Reichswehrministeriums wurde er dann 1925/26 in das Heeres-Waffenamt (WaA) übernommen. Auch bei diesem wurde er dann wieder mehrere Jahre eingesetzt. 1928/29 wurde er dann in den Stab der 4. Kraftfahr-Abteilung nach Dresden versetzt. Bei diesem wurde er dann über ein Jahr eingesetzt. Am 1. November 1930 wurde er zum Major befördert. Als solcher wurde er dann zum Kommandeur der 4. Kraftfahr-Abteilung in Dresden ernannt. Diese Position behielt er dann die nächsten Jahre. Am 1. Mai 1934 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur vom Kommandostab Zossen ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände wurde am 15. Oktober 1935 aus diesem Stab der Regimentsstab vom Panzer-Regiment 5 gebildet. Er wurde dann auch zu dessen erstem Kommandeur ernannt. Am 1. April 1936 wurde er als solcher bereits zum Oberst befördert. Als solcher wiederum gab er Ende September 1937 sein Kommando über das Panzer-Regiment 5 ab. Dafür wurde er ab dem 1. Oktober 1937 im Heeres-Waffen-Amt (WaA) beim Oberkommando des Heeres (OKH) zum Abteilungsleiter der Kraftfahrgeräteabteilung (Wa I Rü 6) in Berlin ernannt. Am 21. April 1939 wurde durch Generalmajor Erich Stud in seiner Dienstbeurteilung folgendes vermerkt: "Er ist ein ausgezeichneter Offizier und hat seine Aufgabe als Abteilungsleiter sehr gut erfüllt." Am 10. Juli 1939 wurde durch Oberst Adolf Schell von Görings Amt für den Vier-Jahres-Plan, dass er "hervorragende Arbeit geleistet, außerordentlich qualifizierter Offizier für die Heereswaffen." Im Jahr 1939 ersuchte er um die so genannte Deutschblütigkeitserklärung, da er eigentlich Halbjude war. Auch nach Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 wurde er weiter als Abteilungsleiter der Kraftfahrgeräteabteilung (Wa I Rü 6) eingesetzt. Dabei hieß seine Abteilung dann aber Panzerkampfwagen und Zugkraftwagen Abteilung (Wa I Ru W u G 6) . Als solcher wurde er am 1. März 1940 zum Generalmajor befördert. Nach dem Westfeldzug wurde er am 1. Juli 1940 zum Leiter der Dienststelle des Heeres-Waffen-Amtes (HWA) in Paris ernannt. Im Februar 1941 wurde in seiner Dienstbeurteilung von General Emil Leeb folgendes vermerkt: "Er führt das Hauptquartier in Paris zwar mit Geschick und Umsicht führe, aber er ist schüchtern und ihm fehlt der Zusammenhalt mit den anderen Offizieren" Am 31. Juli 1941 wurde er aus unbekannten Gründen aus der Wehrmacht verabschiedet. Vermutlich trat er wegen der nicht erhaltenen Deutschblütigkeitserklärung zurück.