Freiherr von Uckermann, Horst

 

* 10. Juli 1891, Darmstadt

† 1961, (Garmisch)

 

Horst Freiherr von Uckermann trat am 16. Juli 1911 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Der Offizierssohn kam dabei zum Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3. Bei diesem wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule am 19. November 1912 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 18. November 1910 datiert. Als solcher wurde er dann als Kompanieoffizier im Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3 eingesetzt. Auch kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges im Sommer 1914 wurde er noch bei diesem Regiment eingesetzt. Ab Ende 1914 wurde er dann als Ordonanz-Offizier beim Stab der 3. Garde-Infanterie-Brigade eingesetzt. Im Juli 1915 wurde er krank. Anfang Februar 1916 wurde er dann als Ordonanz-Offizier bei der 4. Garde-Infanterie-Brigade eingesetzt. Am 22. März 1916 wurde er als solcher zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er dann ab Anfang Juni 1916 als Kompanieführer der 1. Kompanie vom Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3 verwendet. Mitte September 1916 wurde er dann zum Regimentsadjutant seines Regiments ernannt. Ab dem 1. September 1918 wurde er dann als Adjutant bei der 2. Garde-Infanterie-Brigade eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben den Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern auch beide Eisernen Kreuze verliehen. Am 29. September 1919 hat er Gabriele Pschorr geheiratet. Danach wurde er dann als Oberleutnant in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er dann zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 21. Auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er noch immer zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 21. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 15. Infanterie-Regiment übernommen. Bei diesem wurde er dann die nächsten Jahre als Kompanieoffizier eingesetzt. Am 1. November 1922 wurde er zum Hauptmann befördert. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dann als Chef der 2. Kompanie vom 15. Infanterie-Regiment in Gießen eingesetzt. Noch 1924 wurde er dann für die nächsten beiden Jahre zum Regimentsadjutant vom 15. Infanterie-Regiment ebenfalls in Gießen ernannt. Ab Mitte Mai 1925 wurde er dann durch die Verlegung des Regimentsstabes in Kassel eingesetzt. Am 1. Oktober 1926 wurde er dann in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort wurde er dann in der Heeres-Organisations-Abteilung (T 2) vom Truppenamt (TA) unter Oberst Hilmar Ritter von Mittelberger eingesetzt. Nach einem Jahr wurde er dann am 1. Oktober 1927 zum Chef der 10. Kompanie vom 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Spandau ernannt. In dieser Funktion wurde er dann die nächsten Jahre eingesetzt. Am 1. Juni 1930 wurde er dann in den Stab vom Gruppenkommando 2 nach Kassel versetzt. Bei diesem wurde er dann die nächsten Jahre eingesetzt. Dort wurde er dann am 1. April 1933 auch zum Major befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er dann am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment Marienburg ernannt. Dadurch wurde er bei der Enttarnung der Verbände am 15. Oktober 1935 zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 45 ernannt. Als solcher wurde er am 1. November 1935 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Oktober 1937 wurde er dann zum Adjutant vom Generalkommando III. Armeekorps in Berlin ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1938 zum Oberst befördert. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 kam er dann als Adjutant zum Stellvertretenden Generalkommando III. Armeekorps ebenfalls in Berlin. Diese Funktion übte er dann bis Ende Juni 1941 aus. Er wurde jetzt kurz nach Beginn des Ostfeldzuges in die Führerreserve versetzt. Mitte Juli 1941 wurde er dann zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 178 ernannt. Dieses führte er jetzt im Rahmen der 76. Infanterie-Division im Südabschnitt der Ostfront. Ende Dezember 1941 gab er sein Kommando ab und wurde erneut in die Führerreserve versetzt. Am 1. Januar 1942 wurde er dann als Nachfolger von Generalleutnant Woldemar Freiherr Grote mit der Führung der 218. Infanterie-Division in Dänemark beauftragt. Mit dieser verlegte er dann Mitte Januar 1942 in den Nordabschnitt der Ostfront. Dort wurde er dann direkt mit der bedrohlichen Lage bei Cholm konfrontiert. Am 25. Januar 1942 bildete er auf Befehl vom Generalkommando XXXIX. Armeekorps (mot.) aus den ersten eintreffenden Kräften seiner Division und anderen Verbände eine Kampfgruppe Uckermann die dann zum sofortigen Entsatz von Cholm angesetzt wurde. Dabei gelang es ihm die Linien der Roten Armee kurzzeitig zu unterbrechen und etwas mehr als eine Kompanie Infanterie vom MG-Bataillon 10 in die Festung einzuschleusen. Danach musste sich die Kampfgruppe, durch starke Kräfte der Roten Armee bedrängt, wieder zurückziehen. Noch Ende Januar 1942 trat die Kampfgruppe erneut an, kam sogar etwa 12 Kilometer in Richtung von Cholm, es gelang ihr aber nicht mit der Kampfgruppe Scherer zu vereinigen. Zum 1. Februar 1942 wurde er dann zum Generalmajor befördert. Damit wurde er dann zum Kommandeur der 218. Infanterie-Division ernannt. Am 20. März 1942 gab er sein Kommando über die Division bereits ab. Er wurde dann erneut in die Führerreserve versetzt. Am 1. Mai 1942 wurde er dann zum Kommandeur der Division Nr. 160 in Kopenhagen ernannt. Am 1. Juli 1943 gab er seine Führung für einen Monat an Oberst Christoph Graf zu Stolberg-Stolberg ab, danach übernahm er es dann selbst am 1. August 1943 wieder. Am 1. September 1943 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 7. November 1943 wurde er dann durch die Umbenennung seines Stabes zum Kommandeur der 160. Reserve-Division ernannt. Mitte Juli 1944 gab er sein Kommando über die Division an Generalleutnant Friedrich Hofmann ab. Er wurde jetzt erneut in die Führerreserve versetzt. Am 23. Oktober 1944 wurde er dann für eine Woche mit der Führung der 462. Volks-Grenadier-Division beauftragt. Am 1. November 1944 wurde er dann zum Kommandeur der Division Nr. 469, auch als Divisionsstab z.b.V. 469 bezeichnet, in Eisenach ernannt. Dieses Kommando behielt er dann bis zum Frühjahr 1945. Am 11. April 1945 geriet er dann im Raum Apolda in westalliierte Gefangenschaft. Aus dieser wurde er Ende November 1947 wieder entlassen.