Fröhlich, Dipl. Ing. Ernst Erich Walter
| * 5. August 1893, Schönerberg (Berlin) † 12. Dezember 1969, Baden-Baden |
Walter Fröhlich war das erste Kind des Kunsthändlers Richard Walter Fröhlich und dessen fast fünf Jahre jüngeren Ehefrau Johanna Antonie Elisa Frieda, geborene Strehl. Am 1. Oktober 1912 trat er als Marineingenieuranwärter in die Kaiserliche Marine ein. Nach seiner Grundausbildung absolvierte er verschiedene Kurse und Spezialausbildungen. Am 1. April 1913 wurde er dort zum Marineingenieuroberanwärter befördert. Am 1. Oktober 1913 erfolgte seine Beförderung zum Marineingenieurapplikant. Während des Ersten Weltkrieges wurde er am 1. April 1915 auch zum Marineingenieuroberapplikant befördert. Am 2. Oktober 1915 wurde er zur Ingenieur- und Deckoffizierschule nach Kiel kommandiert. Seine Beförderung zum Marineingenieuraspirant erfolgte dort am 26. September 1916. Nach dem Abschluß der Schule wurde er am 27. September 1916 an Bord des Kleinen Kreuzers "Straßburg" kommandiert. Im August 1917 begann seine U-Bootausbildung. Dafür wurde er der Inspektion des Unterseebootswesens zur Verfügung gestellt. Am 1. Juni 1918 wurde er als Chefingenieur dem an diesem Tage in Dienst gestelltem U-Boot "UB 94" zugeteilt. Dort erfolgte die Beförderung zum Marineingenieuroberaspirant am 1. Juli 1918. Er behielt diese Position bis zur Auslieferung des Bootes an Frankreich nach der Kapitulation am 22. November 1918. Danach wurde er wieder zur Verfügung der Inspektion des Unterseebootswesens gestellt. Im Januar 1919 wurde er zur 1. Marine-Brigade "von Roden" versetzt. Im Juni 1919 wurde er zur 3. Marine-Brigade "von Loewenfeld" versetzt. Am 1. Oktober 1919 kam er als Schüler wieder zur Marineschule nach Kiel-Wik. Dort wurde er am 16. Dezember 1919 zum Leutnant (Ing.), vorläufig ohne Patent, befördert. Am 1. Januar 1921 wurde er für einen Monat zur Baubelehrung vom Linienschiff "Braunschweig" in die Marinewerft Wilhelmshaven kommandiert. Ab dem 2. Februar 1921 wurde er als Adjutant wieder an der Marineschule in Kiel-Wik eingesetzt. Mit Wirkung vom 8. Juli 1921 wurde er zum Oberleutnant (Ing.) befördert. Am 9. September 1922 wurde er als Wachingenieur auf den Kreuzer "Medusa" versetzt. Sein Nachfolger als Schuladjutant wurde Oberleutnant (Ing) Max Schenitzki. Am 1. Oktober 1923 wurde er für ein Studium im Schiffsmaschinenbau zur Technischen Hochschule nach Berlin-Charlottenburg kommandiert. Dabei wurde er am 1. Januar 1925 (3) zum Kapitänleutnant (Ing.) befördert. Ab dem 1. Juni 1927 wurde er als Wach-Ingenieur an Bord der Linienschiffe "Schlesien" und "Schleswig-Holstein" verwendet. Am 22. September 1928 kam er als Lehrer für etwa 4 Jahre wieder zur Marineschule in Kiel-Wik. Dort wurde er am 1. Juni 1932 zum Korvettenkapitän (Ing.) befördert. Sein Vater starb am 5. Juni 1932 im Krankenhaus in Magdeburg-Sudenburg. Als Korvettenkapitän (Ing.) wurde er Ende September 1932 als Nachfolger von Korvettenkapitän (Ing.) Dipl. Ing. Karl Packroß als Leitender Ingenieur auf das Linienschiff "Schlesien" versetzt. Dort blieb er dann zwei weitere Jahre. Ab dem 27. September 1934 wurde er als Referent zur Militärische Abteilung für Schiffsmaschinenbetrieb (Ing) der Marineleitung (ML) im Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Er blieb auch bei der Umbenennung der ML zum Oberkommando der Kriegsmarine (OKM) im Jahr 1935 in dieser Abteilung. Ende September 1936 wurde er zum Verbandsingenieur beim Befehlshaber der Panzerschiffe (B d P) in Wilhelmshaven ernannt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1936 (1) zum Fregattenkapitän (Ing.) und zum 1. April 1938 (1) zum Kapitän zur See (Ing.) befördert. Am 8. November 1938 wurde er als Nachfolger von Kapitän zur See (Ing.) Armin Wehrkamp zum Chef des Stabes der Schiffsmaschineninspektion in Wilhelmshaven ernannt. Sein Nachfolger als Verbandsingenieur wurde Fregattenkapitän (Ing.) Max Schenitzki. Am 11. Dezember 1939 wurde er zum Flotteningenieur beim Flottenkommando ernannt. Diese Funktion behielt er für etwasmehr als ein Jahr. Zum 8. Januar 1941 wurde er zum Chef des Stabes beim Erprobungskommando für Kriegsschiffneubauten ernannt. In dieser Funktion wurde er zum 1. April 1942 (2) zum Konteradmiral (Ing.) befördert. Am 29. März 1943 wurde er als Nachfolger von Admiral (Ing.) Erich Zieger zum Inspekteur der Schiffsmaschineninspektion ernannt. Als solcher wurde er zum 1. April 1943 zum Vizeadmiral (Ing.) befördert. Diese Position behielt er bis zur Kapitulation der Wehrmacht. Er wohnte damals privat in der Amerikastraße 4 in Cuxhaven. Seine Mutter starb durch eine Sprengbombe in Folge eines feindlichen Fliegerangriffs am 12. September 1944 gegen 12 Uhr im Stift in der Belforter Straße 12 in Magdeburg. Er kam nach der Kapitulation in westalliierte Gefangenschaft, aus der er am 28. Dezember 1946 wieder entlassen wurde.
Aus der am 11. Februar 1893 in Schöneberg geschlossenen Ehe seiner Eltern sind noch mehrere Geschwister bekannt.
Seine jüngere Schwester war die am 11. Oktober 1895 in Schöneberg geborene
Frieda Elsbeth Margarete Susi Fröhlich. Seine Schwester starb am 12. Dezember
1985 in Friedrichshafen.
Sein jüngerer Bruder war der am 1.
September 1898 in Groß-Lichterfelde geborene Hans-Joachim Fröhlich. Dieser
schlug die Karriere des Vaters als Eisenbahner ein. Er heiratete die etwa zehn
Jahre jüngere Erna Nebelung, Tochter des Lehrers Carl Friedrich Ferdinand Oskar
Nebelung. Er brachte es in Essen bis zum Reichsbahnamtmann. Er starb im Alter
von 73 Jahren im März 1953 in Honnef am Rhein.
Literatur und Quellen:
Hans H. Hildebrand: Deutschlands Admirale 1849–1945. Band
1: Biblio Verlag, Osnabrück 1990
Pers 6/2278