Zieger, Wilhelm Erich
| * 12. Juli 1889, Leipzig † 21. März 1945, Berlin |
Erich Zieger absolvierte vom 4. Januar 1907 bis zum 22. März 1907 einen Unterrichtskursus an der Maschinisten- und Heizer-Schule des Gewerbevereins in Elbing. Vom 27. April 1907 bis zum 15. April 1907 arbeitete er als Volontär in der Laufbahn als Marine-Ingenieur in der Eisengiesserei und Maschinenbau-Fabrik F. Schichau in Elbing. Er trat am 1. Oktober 1907 als Marineingenieuranwärter in die Kaiserliche Marine ein. Nach seiner Grundausbildung wurde er der I. Werft-Division zugeteilt, absolvierte die Ingenieur- und Deckoffizierschule und wurde anschließend auf diversen Schiffen und Booten der Hochseeflotte eingesetzt. Am 1. April 1908 wurde er zum Marineingenieuroberanwärter, am 1. Oktober 1908 zum Marineingenieurapplikant, am 1. April 1910 zum Marineingenieuroberapplikant und am 24. September 1911 zum Marineingenieurapplikant befördert. Er hatte den Lehrkursus 1910/11 der Ingenieur-Aspirantenklasse an der Ingenieur- und Deckoffizierschule in Wilhelmshaven mit dem Prädikat gut und + 33 Punkten abgeschlossen. Am 1. Oktober 1911 folgte die Versetzung zur I. Torpedo-Division und am 1. Oktober 1912 auf den kleinen Kreuzer SMS "Mainz". Ein Jahr später wurde Zieger an die Ingenieur- und Deckoffizierschule nach Kiel kommandiert, die er bis zum Beginn des 1. Weltkrieges besuchte. Für den Besuch wurde ihm am 26. Juli 1915 das Prädikat gut (+ 30 Punkte) ausgestellt und die Befähigung zum Lehrer oder zum Besuch der Technischen Hochschule zugesprochen. Am 1. August 1914 wurde er Wachingenieur auf dem Linienschiff SMS "Wittelsbach". Vier Tage später folgte die Beförderung zum Marineingenieuroberaspiranten. Am 10. September 1914 wurde Zieger auf das Torpedoboot "S-32" versetzt und dort Leitender Ingenieur. Am 13. Oktober 1914 zum Marineingenieur befördert, folgte am 28. September 1915 die Versetzung auf das Torpedoboot "S-52". Im Juli 1918 wurde Erich Zieger dann zur 18. Torpedobootshalbflottille versetzt und dort als Halbflottilleningenieur eingesetzt. Diesen Dienstposten gab er am 13. März 1919 wieder ab. Der weitere militärische Lebensweg bis zum Oktober 1920 ließ sich nicht ermitteln. Ab dem 11. Oktober 1920 wurde Zieger an die Technische Hochschule in Berlin kommandiert und am 1. Mai 1921 zum Kapitänleutnant (Ing) befördert. Bereits am 16. April 1921 heiratete er die fast drei Jahre jüngere Maria Anna Berta Jancke, Tochter des Rentiers Carl Jancke, in Eberswalde. Ab dem 1. April 1923 war er als Lehrer an der Marineschule Mürwik tätig. Am 24. Juli 1926 wurde er dem Chef der Marinestation der Ostsee zugeteilt und am 30. August 1926 Leitender Ingenieur auf dem Kreuzer "Nymphe". Am 1. April 1927 folgte die Beförderung zum Korvettenkapitän (Ing.) und am 28. September 1927 die Versetzung als Leitender Ingenieur auf das Linienschiff "Schleswig-Holstein". Am 23. Oktober 1929 wurde Erich Zieger Referent in der Ausbildungsabteilung der Marineleitung und am 1. Juni 1931 zum Fregattenkapitän (Ing.) befördert. Am 1. September 1933 folgte die Beförderung zum Kapitän zur See (Ing.) und am 26. September 1933 die Versetzung als Stationsingenieur in den Stab der Marinestation der Nordsee. Am 1. Oktober 1935 wurde er Flotteningenieur beim Stab des Flottenkommandos und am 25. September 1936 Chef der Militärischen Abteilung für Schiffsmaschinenbetrieb im OKM. Hier wurde er am 1. Januar 1937 zum Konteradmiral (Ing) befördert. Am 15. November 1939 wurde Zieger Chef der Amtsgruppe Schiffsmaschinenbetrieb im Hauptamt Kriegsschiffbau des OKM. Am 11. Dezember 1939 wurde er dann mit der Führung der Dienststelle des Inspekteurs der Schiffsmaschineninspektion betraut. Diese Dienststelle übernahm er dann am 1. Januar 1940 unter gleichzeitiger Beförderung zum Vizeadmiral (Ing.). Am 1. September 1942 folgte die Beförderung zum Admiral (Ing.). Am 29. März 1943 wurde Zieger von seiner Dienststellung entbunden und dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine zugeteilt. Sein Nachfolger wurde Konteradmiral (Ing.) Walter Fröhlich. Am 29. April 1943 wurde ihm das Deutsche Kreuz in Silber verliehen, bevor er am 30. Juni 1943 unter Verleihung des Rechts zum Tragen der bisherigen Uniform aus dem aktiven Wehrdienst verabschiedet wurde. Er wurde jedoch zum 1. Juli 1943 wieder zum aktiven Wehrdienst einberufen. Er wohnte damals privat in der Münstersche Straße 11 in Berlin-Wilmersdorf. Er wurde dem Rüst K Stb im OKM zugeteilt. Am 9. Februar 1945 wurde ihm vom Konteradmiral Gustav Lüttge, Chef des Amtes Rüstung und Wehrwirtschaft der Kriegsmarine, eine Bescheinigung ausgestellt, das er eine außerordentlich kriegswichtige Sonderaufgabe im Sonderstab des Oberbefehlshaber der Marine, Großadmiral Karl Dönitz, durchzuführen habe, deren Erledigung voraussichtlich bis Ende April 1945 dauern würde. Er starb noch vor der Kapitulation der Wehrmacht am 21. März 1945 im Schellhaus am Tirpitzufer in Berlin. Als Todesursache wurde Herztod angegeben. Nach anderen Angaben starb er an einem Schlaganfall. Er wurde auf dem neuen Garnisonfriedhof in Berlin-Schmargendorf beerdigt.
Literatur und Quellen:
Dermot Bradley, Hans H. Hildebrand, Ernest Henriot: Deutschlands Admirale 1849–1945 Band 3: P-Z Biblio Verlag, Osnabrück 1990