Schenitzki, Max Friedrich Kaspar August

 

* 21. März 1894, Dortmund

† 16. Februar 1977, Essen

BArch Pers 6/2352

 

Max Schenitzki war der Sohn des späteren Eisenbahnobersekretärs Gottlieb Schenitzki und dessen fast siebzehn Jahre jüngeren Ehefrau Julie Wilhelmine Therese, geborene Kellner. Sein Vater starb bereits am 15. Dezember 1911 in Erfurt. Er begann Ostern 1911 eine fünfzehneinhalb Monate dauernde praktische Ausbildung in der Maschinenfabrik von Christian Hagans in Erfurt-Ilversgehofen. Danach war er 2 Monate in der Kupferschmiede der Firma Teichert in Essen an der Ruhr und anschließend 6 Monate in der Schiffswerft Vulcan in Stettin. Am 1. Oktober 1913 trat er als Marineingenieuranwärter in die Kaiserliche Marine ein. Er kam dabei zur Ingenieuranwärter-Zweigkompanie der 1. Abteilung der II. Werftdivision in Wilhelmshaven, bei der er seine Grundausbildung absolvierte. Am 3. Januar 1914 wurde er zur I. Werftdivision versetzt und für die Bordausbildung auf das Linienschiff "Lothringen" kommandiert. Am 1. April 1914 wurde er dort zum Marineingenieuroberanwärter befördert. Am 1. Juli 1914 wechselte er an Bord des Linienschiffs "Kaiser". Dort befand er sich auch noch bei Ausbruch des 1. Weltkrieges. Vom 12. August 1914 bis zum 30. Dezember 1914 wurde er in der Schulkompanie der I. Werftdivision ausgebildet. Am 21. August 1914 erfolgte seine Beförderung zum Marineingenieurapplikant. Ab dem 31. Dezember 1914 befand er sich wieder an Bord vom Linienschiff "Lothringen". Auf diesem wurde er in heimischen Gewässern bis zum 18. März 1916 verwendet. Ab dem 19. März 1916 bis zum 30. September 1916 war er ebenfalls in heimischen Gewässern an Bord des Linienschiffs "Bayern", wo er am 1. April 1916 auch zum Marineingenieuroberapplikant befördert wurde. Am 1. Oktober 1916 wurde er zur Ingenieur- und Deckoffizierschule nach Kiel kommandiert. Nach dem Abschluß der Schule wurde er am 26. September 1917 wieder zur I. Werftdivision versetzt. Seine Beförderung zum Marineingenieuraspirant erfolgte dort am 28. September 1917. Von dort kam er am 7. Oktober 1917 an Bord des Linienschiffs "Markgraf". Mit diesem war er an der Eroberung der baltischen Inseln beteiligt. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 10. Januar 1918 verliehen. Am 17. Juni 1918 wurde er der Ingenieuranwärter-Zweigkompanie der 1. Abteilung der I. Werftdivision zugeteilt. Von dort wurde er am 21. Juni 1918 an Bord des Schweren Kreuzers "Fürst Bismarck" versetzt, wo er sich auch zum Ende des 1. Weltkrieges noch befand. Am 26. Dezember 1918 wurde er wieder zur I. Werftdivision versetzt. Am 21. März 1919 kam er zur Technischen-Abteilung nach Berlin. Vom 1. Oktober 1919 bis zum 20. März 1920 war er an die Marineschule B in Kiel-Wik kommandiert. Er wurde auf dieser am 9. Oktober 1919 neu vereidigt. Dort erfolgte die Beförderung zum Marineingenieuroberaspirant am 15. Februar 1920. Vom 21. März 1920 bis zum 31. Mai 1920 war er zum Pionier-Bataillon der 3. Marine-Brigade "von Loewenfeld" kommandiert. Vom 1. Juni 1920 bis zum 16. Juni 1920 gehörte er zum Minensuchdetachement der Schiffstammdivision der Ostsee. Zu deren Pionier-Bataillon kam er am 17. Juni 1920. Am 8. Juli 1920 kam er als Schüler wieder zur Marineschule nach Kiel-Wik. Am 10. Januar 1921 wurde er zum Leutnant (Ing.), vorläufig ohne Patent, befördert. Ab dem 3. Januar 1922 wurde er als Kompanieoffizier an der Marineschule in Kiel-Wik weiter eingesetzt. Dort hat er am 12. Januar 1922 sein Patent vom 10. Januar 1921 als Leutnant (Ing.) erhalten. Am 22. März 1922 wurde sein Rangdienstalter als Leutnant (Ing.) auf den 1. Januar 1921 (3) festgelegt. Bereits am 2. Mai 1922 wurde er mit Wirkung vom 1. Mai 1922 (4) zum Oberleutnant (Ing.) befördert. Vom 14. August 1922 bis zum 16. September 1922 war er als Wach-Ingenieur an Bord vom Linienschiff "Hannover" mit dem er die Nord- und Ostsee beschifft hat. Am 17. September 1922 kam er als Nachfolger von Oberleutnant (Ing.) Walter Fröhlich als Adjutant wieder zur Marineschule in Kiel-Wik. Am 2. Oktober 1923 wurde er für etwa ein Jahr als Wach-Ingenieur an Bord vom Kreuzer "Thetis" versetzt. Am 14. Oktober 1924 wurde er zur Verfügung der Marineleitung im Reichswehrministerium (RWM) in Berlin gestellt. Von dort wurde er für ein Studium im Schiffsmaschinenbau zur Technischen Hochschule nach Berlin-Charlottenburg kommandiert. Dort blieb er bis zum 30. Juni 1928. Er heiratete am 15. Januar 1927 die über zehn Jahre jüngere Anna Johanna Margot Menzel, Tochter des Kaufmanns Albert Anton Menzel, in Berlin-Charlottenburg. Er wohnte damals privat in der Neue Kanthstraße 2 in Charlottenburg. Am 1. August 1927 wurde er zum Kapitänleutnant (Ing.) befördert. Am 1. Juli 1928 kam er als Wach-Ingenieur an Bord des Kreuzers "Emden". Mit diesem hat er bei der Ausreise am 6. Dezember 1928 die Linie Dover-Calais überschritten. Bei der Heimreise überschritt er ein Jahr später die Linie Dover-Calais am 9. Dezember 1929. Erneut passierte er die Linie am 14. Januar 1930 (Ausreise) und am 11. Mai 1930 (Heimreise). Am 24. September 1930 wurde er für ein Jahr wieder an Bord vom Linienschiff "Hannover" versetzt. Dort wurde er als E-Ingenieur verwendet. Seine einzige Tochter Gisela Schenitzki wurde am 29. April 1931 in Wilhelmshaven geboren. Vom 18. Juni 1931 bis zum 30. Juni 1931 befand er sich 13 Tage auf hoher See. Vom 8. Juli 1931 bis zum 16. Juli 1931 besuchte er einen Schwachstromlehrgang. Am 26. September 1931 kam er als Kompanieführer der 1. Kompanie zur Marineschule Kiel-Wik. Vom 9. Januar 1933 bis zum 28. Januar 1933 besuchte er einen Ingenieur-Offizier-Weiterbildungslehrgang. Am 1. April 1933 wurde er bis zum 11. November 1934 zur Baubelehrung vom Panzerschiff "Admiral Scheer" zur Marinewerft Wilhelmshaven kommandiert, die gerade vom Stapel gelaufen war. Dabei wurde er am 1. Juli 1933 (3) zum Korvettenkapitän (Ing.) befördert. Seine Vereidigung auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erfolgte am 2. August 1934. Bei der Indienststellung des Schiffes am 12. November 1934 wurde er zum Leitenden Ingenieur von diesem ernannt. Mit dem Schiff passierte er am 21. Oktober 1935 (Ausreise) und 7. November 1935 (Heimreise), sowie am 7. Juni 1936 (Ausreise) und 11. Juni 1936 (Heimreise) erneut die Linie Dover-Calais. Von Juli 1936 (Ausreise) bis zum 29. August 1936 (Heimnreise) war er wegen des Spanischen Bürgerkriegs in den Gewässern vor Spanien im Einsatz. Vom 23. September 1936 bis zum 4. November 1938 wurde er als Stabsoffizier beim Stabe auf der Marineschule Kiel verwendet. Dort wurde er am 1. Januar 1937 (2) zum Fregattenkapitän (Ing.) ernannt. Zum Verbandsingenieur des Befehlshabers der Panzerschiffe wurde er als Nachfolger von Kapitän zur See (Ing.) Walter Fröhlich am 5. November 1938 ernannt. Als solcher wurde er am 1. Februar 1939 zum Kapitän zur See (Ing.) befördert. Vom 7. Februar 1939 bis zum 25. Februar 1939 und vom 20. April 1939 bis zum 14. Mai 1939 befand er sich auf dem Panzerschiff "Deutschland" wieder auf hoher See. Auch bei Beginn des 2. Weltkrieges war er noch immer Verbandsingenieur. Im November 1939 wurde er zum Ingenieuroffizier beim Marinegruppenkommando West ernannt. Diese Position behielt er bis zum März 1940. Dann wurde er wieder zum Verbandsingenieur vom Befehlshaber der Panzerschiffe ernannt. Die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 14. April 1940 verliehen. Am 30. Juli 1940 wurde er bei der Auflösung seines Stabes zum Flottenkommando kommandiert. Am 20. Dezember 1940 wurde er zum Flotteningenieur im Stab des 2. Admirals der Flotte ernannt. Im Februar 1941 wurde er zum Chef der Abteilung Antriebsanlagen, Motoren, Instandsetzungsplanung und Steuerung der Werftbelegung für Überwasserschiffe und Unterseeboote (K IV C) der Amtsgruppe Schiffsmaschinenberieb (K IV) im Oberkommando der Kriegsmarine (OKM) ernannt. Als solcher wurde er am 12. März 1943 mit Wirkung vom 1. April 1943 (1) zum Konteradmiral (Ing.) befördert. Das Kriegsverdienstkreuz I. Klasse mit Schwertern wurde ihm am 20. April 1943 verliehen. 1944 wohnte er privat in der Kaspar Theisstraße 25 in Berlin-Grunewald. Am 22. Januar 1944 wurde er zum Oberwerftstab Frankreich kommandiert. Als Nachfolger von Vizeadmiral z.V. Walther Kinzel wurde er am 24. März 1944 zum Chef vom Oberwerftstab Frankreich ernannt. Fachlich unterstand er dem Hauptamt Kriegsschiffbau im OKM und militärisch dem Kommandierenden Admiral Frankreich. Er behielt diese Funktion bis zur Auflösung des Stabes im Oktober 1944. Anfang November 1944 wurde er mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Chef vom Oberwerftstab Norwegen in Oslo beauftragt. Zum 1. Januar 1945 wurde er zum Chef vom Oberwerftstab Norwegen ernannt. Am 29. März 1945 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1945 zur Verfügung vom Oberbefehlshaber des Marineoberkommandos Ostsee gestellt. Die Übergabe war am 10. April 1945 abgeschlossen. Seine Frau wohnte jetzt privat im Düsternbrooker Weg 71 in Kiel. Bei der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht geriet er in Norwegen in westalliierte Gefangenchaft. Anfänglich war er Kommandant vom Lagerbereich Arendal. Er wurde aber später an die Briten überstellt. Aus der britischen Gefangenschaft wurde er am 19. Mai 1948 wieder entlassen. Seine Frau lebte inzwischen in Honnef am Rhein. 1953 wohnte er in der Oststraße 239 in Duisburg. Im Jahr 1962 wohnte er in der Henricistraße 116 in Essen an der Ruhr. Konteradmiral a.D. Schenitzki starb etwa 30 Jahre nach Kriegsende in Essen. Seine Witwe starb erst am 29. Dezember 1992 in Zülpich.

Aus der am 6. Oktober 1876 in Limburg (Lahn) geschlossenen Ehe seiner Eltern sind noch mehrere Geschwister bekannt.
Seine älteste Schwester war die am 2. Januar 1877 in Limburg geborene Pauline Wilhelmine Elise Schenitzki.
Sein älterer Bruder war der 1880 in Essen geborene Otto Schenitzki. Dieser schlug die Karriere des Vaters als Eisenbahner ein. Er heiratete die etwa zehn Jahre jüngere Erna Nebelung, Tochter des Lehrers Carl Friedrich Ferdinand Oskar Nebelung. Er brachte es in Essen bis zum Reichsbahnamtmann. Er starb im Alter von 73 Jahren im März 1953 in Honnef am Rhein. 

 

Literatur und Quellen:

Hans H. Hildebrand: Deutschlands Admirale 1849–1945. Band 2: P–Z (Packroß bis Zuckschwerdt). Biblio Verlag, Osnabrück 1990
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