Packroß, Dipl. Ing. Karl Wilhelm Hugo
| * 17. Januar 1891, Kiel † 6. Januar 1946, Preetz (Schleswig-Holstein) |
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Karl Packroß trat nach seinem Abitur in Wiesbaden am 1. Oktober 1909 als Marineingenieuranwärter in die Kaiserliche Marine ein. Er kam dabei zur II. Schiffstammdivision, bei der er seine Grundausbildung absolvierte. Am 4. Januar 1910 wurde er für die Bordausbildung auf den Schweren Kreuzer SMS "Roon" kommandiert. Am 1. April 1910 wurde er dort zum Marineingenieuroberanwärter befördert. Am 1. Oktober 1910 wurde er zum Marineingenieurapplikant befördert. An diesem Tag wurde er auch für zwei Jahre an Bord des Linienschiffs SMS "Pommern" versetzt. Dort wurde er am 1. April 1912 zum Marineingenieuroberapplikant befördert. Am 1. Oktober 1912 wurde er für ein Jahr zur Ingenieur- und Deckoffizier-Schule kommandiert. Am 1. Oktober 1913 wurde er zum Marineingenieuraspirant befördert. An diesem Tag wurde er auch an Bord des Linienschiffs SMS "Schlesien" versetzt. Auch zu Beginn des 1. Weltkrieges wurde er weiter dort eingesetzt. Im Januar 1915 wurde er an Bord des U-Boot-Hebeschiffes SMS "Vulkan" versetzt. Zwischen dem 21. Januar 1915 und dem 21. März 1915 absolvierte er ein U-Boot-Training an der U-Bootschule. Dabei wurde er wenige Tage vor Ende des Lehrgangs auch zum Leitenden Ingenier auf UB 9 ernannt. Ab dem 22. März 1915 wurde er zur Baubelehrung von UB 17 kommandiert. Am 4. Mai 1915 wurde er bei der Indienststellung des Bootes auch zum Leitenden Ingenieur von UB 17 ernannt. Anfang August 1915 wurde er zum Stab der U-Flotille Flandern kommandiert. Während der Kommandierung wurde er am 1. Oktober 1915 zum Marineingenieuroberaspirant befördert. Als solcher wurde er am 22. November 1915 zur Baubelehrung von UB 28 kommandiert. Bei dessen Indienststellung wurde er am 27. Dezember 1915 zum Leitenden Ingieur von UB 28 ernannt. Am 7. Januar 1916 wurde er zum Leitenden Ingenieur von UB 26 ernant. Mit diesem geriet er Anfang April 1916 in eine U-Boot-Sperre im Hafen von Le Havre. Daraufhin wurde das Boot aufgegeben und selbst versenkt. Er kam dabei in französische Kriegsgefangenschaft, in der er bis zum 23. Februar 1920 verblieb. Bei seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er Ende Februar 1920 in die vorläufige Reichsmarine übernommen. Er wurde am 4. März 1920 zum Leutnant (Ing.) mit einem Patent vom 13. Juli 1916 befördert. Am gleichen Tag erhielt er auch sein Patent als Oberleutnant (Ing.) vom 28. April 1918. Ab Mitte März 1920 besuchte er die Marineschule B, die ehemalige Deckoffiziersschule in Kiel. Am 21. September 1920 hat er die über sechs Jahre jüngere Johanna Hedwig Karoline Nickel, Tochter des Kaufmanns Richard Nickel, in Neustettin geheiratet. Ab dem 9. Januar 1921 wurde er als Wachoffzier auf dem Kreuzer "Medusa" eingesetzt. Am 1. Oktober 1921 wurde er zur Verfügung des Befehlshabers vom Marinekommando gestellt. Von dort wurde er für viele Semester zur Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg kommandiert. Während dieser Zeit wurde er am 1. April 1922 zum Kapitänleutnant (Ing.) befördert. Mitte November 1924 wurde er zur Baubelehrung für die Wiederindienststellung vom Linienschiff "Hessen" kommandiert. Nach der Indienststellung Anfang Januar 1925 wurde er als Ingenieur auf dem Schiff für das restliche Jahr verwendet. Am 1. Januar 1926 wurde er für neun Monate als Kompanieführer zur Marineschule Kiel-Wik versetzt. Vom 2. Januar 1926 bis Ende Februar 1926 wurde er zur Küstenwehr-Abteilung III kommandiert. Ab dem 1. Oktober 1926 wurde er als Lehrer für Elektrotechnik an der Marineschule Kiel eingesetzt. Nach genau zwei Jahren wurde er am 1. Oktober 1928 als Ingenieur auf das Linienschiff "Elsaß" versetzt. Dort wurde er am 1. Dezember 1928 zum Korvettenkapitän (Ing.) befördert. Mitte Juni 1929 wurde er zum Leitenden Ingenieur auf dem Linienschiffs "Schlesien" ernannt. Diese Funktion behielt er bis Anfang Oktober 1932. Sein Nachfolger auf der "Schlesien" wurde Korvettenkapitän (Ing.) Walter Fröhlich. Anfang Oktober 1932 wurde er als Ingenieuroffizier zum Stab der Marinestation der Nordsee versetzt. Ab dem 20. Februar 1933 wurde er als Mitglied zum Erprobungsausschuss für Schiffe (EAS) in Wilhelmshaven versetzt. Am 1. Mai 1933 wurde er dort zum Fregattenkapitän (Ing.) befördert. Auch bei seiner Beförderung zum Kapitän zur See (Ing.) zum 1. Oktober 1934 gehörte er diesem Ausschuss, der manchmal auch als Erprobungsausschuss für Schiffsneubauten bezeichnet wurde, noch als Mitglied an. Privat wohnte er damals in der Kronenstraße 4 in Wilhelmshaven. Ende November 1935 wurde er abgelöst und dafür jetzt bei der Militärische Abteilung für Schiffsmaschinenbetrieb (Ing) eingesetzt. Dieser war dem Oberkommando der Kriegsmarine (OKM) angegliedert. Am 1. Oktober 1937 wurde er zum Leiter der Wehrwirtschaftsstelle Bezirk Berlin III ernannt. Er wohnte jetzt privat in der Klopstockstraße 13 in Berlin NW 87 und hatte dort die Telefonnummer 393825. Er wurde dann später noch zum Leiter der Wehrwirtschaftsinspektion III in Berlin ernannt. Durch die Umbenennung der Dienststelle wurde er am 22. November 1939 zum Inspekteur der Rüstungsinspektion III ernannt. Anfang Juni 1940 wurde er zum Inspekteur der Rüstungsinspektion II in Stettin ernannt. Als solcher wurden ihm die Charakter als Konteradmiral (Ing.) verliehen. Zum 1. Januar 1941 wurde er zum Konteradmiral (Ing.) befördert. Von Juni 1941 bis Januar 1942 führte er zugleich die Geschäfte als Inspekteur die Rüstungsinspektion III in Berlin, während deren Inspekteur, Generalleutnat Hans Julius Arthur Stieler von Heydekampf, als Inspekteur der Wirtschaftsinspektion Süd verwendet wurde. Seine Funktion als Inspekteur der Rüstungsinspektion II behielt er bis zum 26. April 1945. Am 1. Juni 1944 wurde er zum Vizeadmiral (Ing.) befördert. An diesem Tag geriet er in westalliierte Gefangenschaft. In dieser ist er dann auch Anfang 1946 verstorben.
Literatur und Quellen:
Hans H. Hildebrand: Deutschlands Admirale 1849–1945. Band
2: P–Z (Packroß bis Zuckschwerdt). Biblio Verlag, Osnabrück 1990