Rintelen, Joseph
| * 7. März 1897, Esch-Elsdorf, Kreis Düren † 14. Juli 1981, Hamburg-Elmsbüttel |
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Josef Rintelen war der Sohn des Obertelegraphensekretärs
Ferdinand Rintelen und dessen Ehefrau Margarethe, geborene Bodden. Am 1.
September 1915 trat er als Kriegsfreiwilliger in die Königlich Preußische Armee ein. Er
kam dabei zum Ersatz-Truppenteil vom Telegraphen-Bataillon Nr. 3. Am 15. Oktober 1915 ist seine Mutter
gestorben. Am 10. November 1915 wurde er ins Feld geschickt. Am 15. November 1915
wurde er in die Reserve-Fernsprech-Abteilung 3 versetzt. Mit dieser kam er bei
den Stellungskämpfen an der oberen Schtara-Serwetsch bis zum 13. April 1916 zum
Einsatz. Am 31. März 1916 wurde er zum überzähligen Gefreiten ernannt. Am 30. August 1916
wurde
er dann in die
Ersatz-Abteilung der Fernsprech-Abteilung Nr. 3 versetzt. Am 11. Februar 1917 folgte seine
Versetzung in die Fernsprech-Abteilung 84. Am 21. März 1917 wurde er zum
überzähligen Unteroffizier befördert. Am 15. Juni 1917 wurde er zum etatmäßigen
Vizefeldwebel ernannt. Am 22. Juli 1917 wurde er in die 1.
Kompanie des 2. Lothringisches Pionier-Bataillon Nr. 20 versetzt. Am 4. Dezember
1917 wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Am 16. Dezember 1917
wurde er zum Fähnrich
ernannt. Am 3. März 1918 wurde er zum Leutnant ohne Patent befördert. Ab dem 21.
März 1918 wurde er in der Großen Schlacht in Frankreich eingesetzt. Am 26. Juni
1918 wurde ihm das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Als Leutnant wurde er am 30. Juli 1918 in
den Stab des Generals der Pioniere 9 versetzt, wo er als 2. Adjutant
eingesetzt wurde. Ab dem 17. August 1918 diente er
in der 4. Kompanie des 2. Lothringisches Pionier-Bataillon Nr. 20. Ab dem 23. November 1918
gehörte er zur Ersatz-Kompanie vom 2. Lothringisches Pionier-Bataillon Nr. 20.
Im Ersten Weltkrieg wurde er vier Mal verwundet, weshalb ihm das
Verwundetenabzeichen in mattweiß verliehen wurde. Nach Kriegsende wurde er im
Herbst 1919 in das
vorläufige Reichsheer
übernommen. Am 26. September 1919 wurde er in das Reichswehr-Pionier-Bataillon 9
versetzt. Ab dem 26. Februar 1920 wurde er als Lehroffizier zur Sturmschule
Schwerin kommandiert. Am 23. März 1920 wurde er in die Abwicklungsstelle des 2.
Lothringisches Pionier-Bataillon Nr. 20 versetzt. Am 9. April 1920 wurde er noch
vor der Bildung des 200.000 Mann Heeres der Reichswehr aus dem Militärdienst
entlassen.
Am 15. Juni 1920 trat Josef Rinteln als Leutnant in die Sicherheitspolizei in Hamburg ein.
Am 1. Oktober 1921 wurde er zum Adjutant der Nachrichten-Abteilung ernannt. Hier wurde er
am 1. November 1923 zum Polizei-Oberleutnant befördert. Am 1. Oktober 1925 wurde
er zur 6. Hundertschaft versetzt. Am 9. November 1925 wurde er zum
Abteilungsadjutant ernannt. Am 1. April 1926 wurde er zur 9. Hundertschaft
versetzt. Vom 10. Juni 1926 bis
zum 30. Juni 1926 besuchte er einen Schießlehrgang für Gewehr 98, schwere
Maschinengewehre und Pistole. Am 1. Juli 1927 wurde er erneut zur 6.
Hundertschaft versetzt. Vom 21. Mai 1928 bis zum 30. Juni 1928 besuchte er
einen Sportlehrgang in Hamburg. Am 7. März 1928 heiratete er die vier Jahre jüngere Else
Schrader, Tochter vom Fabrikdirektor Fritz-Gustav Schrader, in Hamburg. Am 12.
Dezember 1928 starb sein Vater. Am 1. Mai 1929 wurde er zur 5. Hundertschaft
versetzt. Am 1. Oktober 1929
wurde er zum
Polizei-Hauptmann befördert. Als solcher wurde er gleichzeitig zum
Führer der Oberwachtsmeister-Lehrgänge ernannt. Am 24. Februar 1931 wurde er zur
7. Hundertschaft versetzt. Am 1. April 1933 wurde er zur 15. (Minenwerfer)
Hundertschaft versetzt. Vom 15. Juli 1933 bis zum 29.
Juli 1933 besuchte er einen Offizierslehrgang beim
5. (Preuß.)
Infanterie-Regiment. Vom 2. Januar 1934 bis zum 17. März 1934 wurde er zur
13. (Minenwerfer) Kompanie vom
6.
Infanterie-Regiment nach Schwerin kommandiert. Am 3. September 1934 wurde er
neu vereidigt. Vom 1. November 1934 bis zum 24. Dezember 1934 wurde er zur
Landes-Polizei-Reitschule München kommandiert. Am 1.
Juli 1935 wurde er während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht zur 13.
(MW) Kompanie vom
Infanterie-Regiment Stettin kommandiert.
Bei der Enttarnung der Verbände am 15. Oktober
1935 wurde er in die Wehrmacht übernommen und als Hauptmann zum Chef der 1. Kompanie
vom Infanterie-Regiment 5
ernannt.
Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Februar 1933 festgelegt. Am 26.
Oktober 1936 hat er den Militär-Kraftwagen-Schein der Klasse 3 erworben. Am 2.
August 1936 wurde er mit Wirkung vom 1. August 1936 zum Major befördert.
Als solcher wurde er am
12. Oktober 1937 zum Kommandeur des
Ergänzungs-Bataillon
vom Infanterie-Regiment 94
in Schlawe ernannt. 1938 wurde er dann durch Umgliederung zum Kommandeur des
I. (Ergänzungs)-Bataillon
vom Infanterie-Regiment 94
ernannt. Vom 5. Dezember 1938 bis zum 17. Dezember 1938 besuchte er einen
Lehrgang für Stabsoffiziere in Kolberg und Köslin. Im Zuge der deutschen Mobilmachung am 26. August 1939 übernahm er das
Kommando über das neu aufgestellte I. Bataillon vom
Infanterie-Regiment 478. Mit seinem Bataillon
nahm er im Verband der
258.
Infanterie-Division am Polenfeldzug teil. Am 31. Dezember 1939 wurde er mit
Wirkung vom 1. Januar 1940 zum Oberstleutnant
befördert. Am 27. Februar 1940 erhielt er folgende Beurteilung von Oberst Viktor
Lang, Kdr. vom
Infanterie-Regiment 478:
"Gute, militärische Erscheinung, ausreichende Reitfertigkeit, voll
dienstfähig. Einwandfreier, klarer Charakter, ruhig und bestimmt in seinem
Wesen, zielbewußt in seinem Handeln. Erzieht Offiziere und Truppe zu tüchtigen
Soldaten. Gute griffige Veranlagung, schnelle Auffassungsgabe, taktisch
ausreichend geschult. Gute und gewandte Umgangsformen. Um kameradschaftlichen
Zusammenhalt besonders und mit Erfolg bemüht. Fürsorglich für seine Truppe.
Verhalten vor dem Feind einwandfrei. Füllt seine Stellung gut aus." Im Frühjahr 1940 kommandiert er das Bataillon auch im Westfeldzug. In
diesem wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Nach dem Westfeldzug wurde Josef Rintelen
am 14. August 1940 mit einer Verbesserung seines Rangdienstalters als
Oberstleutnant auf den 1. Juni 1938 belohnt. Am 15. August 1940 wurde er mit dem
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 15. November 1940 übernahm er
als Kommandeur das Infanterie-Regiment 222.
Anläßlich seiner Versetzung erhielt er am 26. November 1940 folgende Beurteilung
von Oberst Gerhard Fischer, Führer vom Infanterie-Regiment 222:
"Einverstanden. Hat sich auf seinem Gebiet voll und ganz bewährt. Ein
Bataillonskommandeur, wie er sein soll. Auf Grund seiner Bataillonsführung und
seiner persönlichen Einsatzbereitschaft mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Bewertung: Füllt seine Stelle sehr gut aus. Empfehlung: Zum Regimentskommandeur
gut geeignet." Am 5. Februar 1941 erhielt er folgende Beurteilung von
Generalleutnant Ernst Hammer, Kdr. der
75.
Infanterie-Division: "Klarer Charakter, ruhiges und bestimmtes Wesen,
zielbewußtes Handeln. Erhielt für erfolgreiche Führung seines Bataillons und
persönliche Einsatzbereitschaft im Kampfe das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz.
Führt sein Regiment gut. Tüchtiger Ausbilder und Erzieher, fürsorglich.
Bewertung: Füllt gut aus. Empfehlung: Belassung." Am 13. Mai 1941 wurde er
mit Wirkung vom 1. Juni 1941 zum Oberst befördert. Ab dem 22. Juni 1941 führte er
sein Regiment beim Ostfeldzug im Verband der
75.
Infanterie-Division
im Südabschnitt der Ostfront in Rußland.
Am 31. Mai 1942 gab er sein Kommando wegen einer schweren Erkrankung ab. Am 29.
Juni 1942 wurde
er dann mit Wirkung vom 31. Mai 1942 in
die Führerreserve OKH versetzt. Er wurde dabei dem
Wehrkreis II zugeteilt. Aufgrund seines Ausscheidens aus der
75.
Infanterie-Division erhielt er am 30. Mai 1942 von
Generalleutnant Ernst Hammer, Kommandeur der
75.
Infanterie-Division
folgende Bewertung:
"Vornehmer Charakter, bestimmtes Wesen. Etwas empfindlich. Hat sein Regiment mit Umsicht erfolgreich geführt. Einsatzbereit. Guter
Ausbilder und Erzieher. Leidet an Ischias, die ihn in seiner Leistungsfähigkeit
zeitweise stark behindert. Wurde zur Ausheilung zum Ersatztruppenteil versetzt.
Bewertung: Füllt gut aus. Empfehlung: Zur nächsthöheren Verwendung geeignet."
Dazu merkte das Heeres-Personalamt am 18. Juni 1942 folgendes an: "aber als
Regimentskommandeur fortgelobt, angeblich wegen Krankheit." Dazu ergänzte am 22. Juni 1942 General der Infanterie Hans von Obstfelder,
KG vom XXIX. Armeekorps:
"Einverstanden. Gewandte, etwas eitle Persönlichkeit. Tüchtiger
Regimentskommandeur. Nach Wiederherstellung als Divisionskommandeur geeignet." Ab dem 5. September 1942 kommandierte er das
Infanterie-Regiment 931 in Dänemark.
Am 30. September 1942 wurde er mit Wirkung vom 5. September 1942 auch zum
Kommandeur des Regiments ernannt. Durch die Umbenennung seines Regiments wurde er am 15. Oktober 1942 zum Kommandeur vom
Grenadier-Regiment
931 ernannt. Ab dem 15. November 1942 übernahm er als Führer das
Sicherungs-Regiment 62 ebenfalls in Dänemark. Am 29. Dezember 1942 wurde er
mit Wirkung vom 15. November 1942 zum Kommandeur des Regiments ernannt. Am 6.
Januar 1943 wurde er als geeigneter Divisionskommandeur durch den Befehlshaber
der deutschen Truppen in Dänemark gemeldet. Am 15. Januar 1943 wurde er
durch die Umbenennung seines Regimentsstabes zum Kommandeur vom
Festungs-Infanterie-Regiment 713 ernannt. Auch mit diesem Regiment blieb er
als Besatzungstruppe in Dänemark. Am 1. März 1943 erhielt er von
Generalleutnant Hans Brabänder,
Kommandeur der
416. Infanterie-Division, folgende Beurteilung: "Einwandfreier
Charakter. Einwandfreie nationalsozialistische Gesinnung. Vor dem Feinde hervorragend bewährt.
Ein sehr guter Regimentskommandeur,
der sein Regiment in jeder Beziehung vortrefflich führt. Taktisch gut veranlagt.
Geistig und körperlich gut veranlagt und geeignet. Klare Ansichten. Ein
energischer Führer. Bewertung: Über Durchschnitt. Empfehlung: Divisionskommandeur."
Dazu ergänzte General der Infanterie
Hermann von Hanneken, Wehrmachtsbefehlshaber Dänemark: "Sehr guter
Organisator und Führer." Im August 1943 wurde er durch die erneute
Umbenennung seines Regiments zum Kommandeur vom
Grenadier-Regiment 713
in Dänemark ernannt. Am
20. Januar 1944 gab er sein Komamndo ab und wurde dafür erneut in die Führerreserve
OKH versetzt. Dabei wurde er erneut zur Verfügung vom
Wehrkreis II gestellt.
Seine Privazanschrift war die Lindenpromenade 3 in Schlawe, Telefonnummer 244. Vom
3. Februar 1944 bis zum 1. März 1944 besuchte er den 9. Divisionsführerlehrgang in Hirschberg
in
Schlesien. Nach Abschluss des Lehrgangs erhielt er am 5. Februar 1944 folgende Bewertung
vom Lehrgangsleiter General der Infanterie
Kurt Brennecke:
"ist als voll einsatzfähig anzusehen. Mit Rücksicht auf die vorangegangene
Ischias und seiner Empfindlichkeit gegen klimatische Einflüsse ist ein Einsatz
im Osten nicht zu empfehlen". Am 5. Februar 1944 erhielt er folgende
Beurteilung von Generalleutnant Kurt Pflieger,
Kommandeur der
416.
Infanterie-Division, zu seiner vorherigen Tätigkeit: "Einwandfreier
Charakter, Persönlichkeit. Geistig gut beanlagt. Körperlich frisch, klarer
Blick, energisch, entschluß- und verantwortungsfreudig. Sehr gewandt im Umgang
mit anderen Wehrmachtsteilen und Vorgesetzten. Selbsttätig und wendig. Sehr
guter Organisator. Sehr guter Regiments-Kommandeur, taktisch gut beanlagt. Strenger und fürsorglicher
Vorgesetzter. Einwandfreie nationalsozialistische Gesinnung, versteht es diese
auf seine Untergebenen zu übertragen. Vor dem Feinde bewährt und ausgezeichnet.
Entschluß- und verantwortungsfreudig. Nicht frei von
Eitelkeit. Stellt sein Licht nicht unter den Scheffel. Bewertung: Über
Durchschnitt. Empfehlung: Divisionskommandeur." Am 12. Februar 1944
ergänzte dazu General der Infanterie
Hermann von Hanneken, Wehrmachtsbefehlshaber Dänemark: "Ein ausgezeichneter
Regimentskommandeur, den ich auf Grund seiner Persönlichkeitswerte und seiner
taktischen Veranlagung zum Divisionskommandeur für besonders geeignet halte.
Steht seit dem 6. Januar 1943 auf der Eignungsliste für Divisionskommandeure."
Am 29. Februar 1944 erhielt er noch folgende Bewertung vom Lehrgangsleiter des
9. Divisionsführerlehrgangs, General der
Infanterie Kurt Brennecke:
"Klare taktische Anschauungen und gesunden Blick für praktische Fragen.
Geeignet zum Divisionskommandeur, wegen seiner Gesundheit doch besser nicht im
Osten." Er erhielt dann vom 2. März 1944 bis zum 11. März 1944 Urlaub, den
er in Hamburg und Schlawe verbrachte. Am 25. April 1944 wurde er der 1. Staffel
vom
Heerespersonalamt als Führerreserve für Divisionskommandeure gemeldet.
Am 1. Mai 1944 wurde er zur
Heeresgruppe Mitte
als stellvertretender Divisionsführer
kommandiert. Dort wurde er direkt mit der stellvertretenden Führung der
131.
Infanterie-Division beauftragt. Am 15. Juni 1944 wurde er zur
Heeresgruppe Nordukraine kommandiert. Am 7. Juli 1944 wurde er für den
beurlaubten Generalleutnant Carl Becker mit der
stellvertretenden Führung der
253.
Infanterie-Division beauftragt. Am 31. Juli 1944 gab er diese wieder ab. Am
31. Juli 1944 erhielt er folgende Beurteilung von
General der
Infanterie Anton Grasser, OB der
Armee-Abteilung Grasser:
"Einwandfreie, charakterfeste Persönlichkeit, geistig und körperlich gut
veranlagt, körperlich frisch. Hat die 253. Infanteriedivision unter
schwierigsten Verhältnissen übernommen, entschluß- und verantwortungsfreudig
geführt. Besonders hat er eine eintretende Krise sehr schnell erkannt und unter
Einsatz seiner ganzen Person abgewandt. Einwandfrei nationalsozialistisch
gesinnter Offizier, der sich um den Führer und das Vaterland im Augenblick große
Sorgen macht." Am
1. August 1944 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 2. August 1944 ergänzte
General der Panzertruppe Walter Nehring,
stellv. Führer der 4.
Panzerarmee: "Einverstanden." Generalmajor Josef Rintelen wurde er am 21.
August 1944 zum Deutscher Kommandant der Beskidenstellung ernannt. Diese
Position wurde auf Weisung der
Heeresgruppe Nordukraine durch das
XXIV. Panzerkorps
aufgestellt. Dabei wurde die eventuelle Entwaffnung der slowakischen Truppen im
Operationsgebiet Ostslowakei in Erwägung gezogen. Am 31. August 1944 erfolgte
dann der Befehl der Entwaffnung im Zuge des Unternehmen Schwarzwald. Dabei kam
es im Bereich der 2. (slowakische) Division zu keinen nennenswerten Problemen.
Am 11. September 1944 wurde er mit Teilen der
357. Infanterie-Division
aus dem Bereich Eperies (Presov) - Homenau (Humenné) abgezogen um wieder zur
Verteidigung des Beskidenkammes verwendet zu werden. Am 12. September 1944 wurde er dann
zum Kommandeur der 357. Infanterie-Division
ernannt, die in Teilen bereits seinem Bereich bei dem Unternehmen Schwarzwald
eingesetzt wurde. Im Jahr 1945 führte er die Division in Ungarn. Er trug jetzt
bereits das Verwundetenabzeichen in Gold. Im Februar 1945 wurde ihm das Deutsche
Kreuz in Gold verliehen. Am 5. März 1945 erhielt er folgende Beurteilung von General der Panzertruppe
Ulrich Kleemann, KG vom
Panzerkorps Feldherrnhalle: "Gewandte, tatkräftige Persönlichkeit.
Erfahrener Truppenpraktiker. Bewährter Divisionskommandeur, der seine Division
gut und sicher führt. Bewertung: Füllt gut aus. Empfehlung: Uneingeschränkte
Eignung zum Divisionskommandeur. Belassung in jetziger Stellung." Am 7.
März 1945 ergänzte dazu General der Gebirgstruppen Hans Kreysing,
OB der 8. Armee: "Beförderung
wird befürwortet." Am 11. März 1945 ergänzte General der Infanterie Otto Wöhler,
OB der
Heeresgruppe
Süd: "Der Vorschlag wird befürwortet." Am 17. März 1945 vermerkte
General der Infanterie Wilhelm Burgdorf:
"Mit Rangdienstalter vom 16. März 1945 befördern." Am 20. März
1945 wurde er mit Wirkung vom 16. März 1945 zum Generalleutnant befördert. Am
29. April 1945 beantragte General der Panzertruppe
Ulrich Kleemann, KG vom
Panzerkorps Feldherrnhalle einen Wechsel in der Divisionsführung der 357. Infanterie-Division,
da die Führung durch ihn nicht mehr wendig und straff genug den taktischen
Forderungen Rechnung trägt. General der Gebirgstruppen Hans Kreysing,
als OB der 8. Armee, schloß
sich der Forderung an und bat um Ersatz, da im Armeebereich kein geeigneter
Divisionskommandeur vorhanden war, dabei wurde Oberst Paul Keiser als nicht
geeignet angemerkt, die kriegsgerichtliche Untersuchung zum Kampf im Raum
Nikolsburg sei noch nicht abgeschlossen, das Ergebnis wird baldmöglichst
nachgereicht. Auch die
Heeresgruppe
Süd schloss sich der Forderung an. Mit Wirkung vom 29. April 1945 wurde er
daraufhin abgelöst und in die Führerreserve versetzt.
Seinen Dienst sollte der
Wehrkreis VII regeln. Sein Kommando übernahm Oberst Walter Krüger. Anfang Mai 1945 geriet er im Raum
Hohenfurt in Südböhmen in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg
lebte er in Hamburg. Er wurde im Grab der Schwiegereltern auf dem Friedhof
Hamburg-Ohlsdorf beerdigt.
Ritterkreuz (5. August 1940)
Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar: Deutsche
Generale 1867-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10851 Ple-Sac
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6.
Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte,
Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad
Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag, Bad
Nauheim 1955
Gerhard von Seemen: Die Ritterkreuzträger
1939-1945, Podzun-Verlag, Friedberg 1976
NARA T-78 R-892
Pers 6/835
Klaus Schönherr: Die Niederschlagung des slowakischen Aufstandes im Kontext der
deutschen militärischen Operationen, Herbst 1944