Fischer, Gerhard

 

* 16. Mai 1894, Greifenberg in Pommern

+ 24. März 1967, Gielgen bei Siegburg

 

 

Gerhard Fischer trat am 3. August 1914 als Kriegsfreiwilliger in das Infanterie-Regiment von der Goltz (7. Pommersches) Nr. 54 ein. Am 10. September 1914 zog er mit dem Reserve-Infanterie-Regiment 54 ins Feld, wo er am 11. Oktober 1914 verletzt und in ein Lazarett eingeliefert werden musste. Am 21. November 1914 wurde er in das Infanterie-Regiment Prinz Moritz von Anhalt-Dessau (5. Pommersches) Nr. 42 versetzt. Hier erfolgte am 27. Januar 1915 die Beförderung zum Gefreiten, am 15. Februar 1915 zum Unteroffizier, am 1. März 1915 zum Vizefeldwebel und am 22. März 1915 zum Leutnant der Reserve. 1918 wurde er zweifach verwundet und am 16. Dezember 1918 zum Gerichts-Offizier seines Regiments ernannt. Zuvor war er am 3. April 1918 in das aktive Offizierskorps übernommen worden. Am 20. Januar 1919 wurde er den Grenzschutz-Formationen im Bereich des II. Armeekorps zugeteilt und am 25. April 1919 in das Reichswehr-Infanterie-Regiment 3 versetzt. Vom 1. Januar 1922 bis zum 31. März 1922 war er Ausbilder bei der Küstenwehr-Abteilung I in Swinemünde und anschließend bis zum 16. März 1923 bei der Küstenwehr-Abteilung V in Pillau. Hier folgte am 1. Juli 1923 seine Beförderung zum Oberleutnant. Zwischen dem 1. Mai und dem 15. August 1924 war er dann zum Kampfschullehrgang auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf kommandiert. Ab dem 1. Oktober 1924 diente er in der 13. (Minenwerfer-) Kompanie des Infanterie-Regiments 5, am 27. Mai 1935 folgte die Versetzung in den Stab des I. Bataillons des Regiments. Am 1. April 1928 zum Hauptmann befördert, übernahm er am gleichen Tag das Kommando über die 13. (Minenwerfer-) Kompanie des Regiments (ab dem 1. Oktober 1934 Infanterie-Regiment Stettin). Am 1. Februar 1935 wurde er zum Major befördert und am 15. Oktober 1935 Kommandeur des I. Bataillons des Infanterie-Regiments 18. Am 6. Oktober 1936 wurde dieses Bataillon als neues II. Bataillon an das Infanterie-Regiment 80 überstellt. Am 1. Oktober 1937 folgte dann die Beförderung zum Oberstleutnant. Ab dem ersten Mobilmachungstag zum Polenfeldzug, dem 26. August 1939, kommandierte er das Infanterie-Ersatz-Regiment 34 und ab dem 1. April 1940 das Infanterie-Regiment 478. Dieses Regiment unterstand der 258. Infanterie-Division und wurde 1940 im Westfeldzug eingesetzt. Anschließend verlegte es als Besatzungstruppe nach Polen. Am 1. Oktober 1940 war Fischer zum Oberst befördert worden. Am 5. Februar 1941 gab Gerhard Fischer das Kommando über das Regiment ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Krankheitsbedingt dauerte es bis zum 1. September 1941, bis er als stellvertretender Kommandeur der Division 172 eine neue Verwendung erhielt. Am 16. Januar 1942 wurde er Leiter des Lehrgangs für Reserve-Offiziere beim Wehrkreis-Kommando XIII und am 1. Juni 1944 zum Generalmajor befördert. Am 2. August 1944 wieder in die Führerreserve des OKH versetzt, war er ab dem 2. Oktober 1944 noch Wehrmacht-Kommandant von Koblenz und zugleich Divisionsführer Im Nordabschnitt im Wehrkreis XII. Am 27. März 1945 geriet er in Gefangenschaft, aus der er am 15. Mai 1948 entlassen wurde.

 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109
http://www.oocities.org/~orion47/WEHRMACHT/HEER/Generalmajor/FISCHER_GERHARD.html
Dermont Bradley - Karl-Friedrich Hildebrand: Die Generale des Heeres 1921-1945 - Band 3: Dahlmann - Fitzlaff Biblio-Verlag 1994
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler (1925).
Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Hrsg.: Reichswehrministerium, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926.
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953