von Obstfelder, Hans Erich Günther
| * 6. September 1886, Steinbach-Hallenberg / Thüringen † 20. Dezember 1976, Wiesbaden |
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Hans von Obstfelder war der Sohn vom Oberpfarrer und späteren Superintendent Gustav Adolf Obstfelder und seiner dreizehn Jahre jüngeren Ehefrau Lina, geborene von Ziegler. Er trat nach seinem Abitur am Humnaistischen Gymnasium in Eisenach am 17. März 1905 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Dabei kam er zum 2. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 32. Bei diesem wurde er am 27. April 1905 vereidigt und am 20. Mai 1905 zum Fahnenjunker-Gefreiten befördert. Am 1. August 1905 wurde er zum Fahnenjunker-Unteroffizier befördert. Am 11. Oktober 1905 erhielt er das Zeugnis der Reife zum Fähnrich, woraufhin er am 18. November 1905 (G6g) zum Fähnrich befördert wurde. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 18. August 1906 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 15. Februar 1905 (J2i) datiert. Am 1. Oktober 1911 wurde er zum Adjutant des I. Bataillons vom 2. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 32 ernannt. Die Erlaubnis zur Verheiratung erhielt er am 17. Januar 1912. Er heiratete daraufhin am 22. Februar 1912 die Gerda Augusta Caroline Dorothea Adele Gertrud Katharina Elisabeth Bürner, Tochter des verstorbenen Amtsgerichtsrats Bürner, in Schmalkalden. Aus dieser Ehe entsprangen zwei Töchter. Seine älteste Tochter war die am 15. März 1913 in Meiningen geborene Elisabeth Hedwig Lina Adolfine Roberta Ursula von Obstfelder. Am 1. Oktober 1913 wurde er dann zur Kriegsakademie kommandiert. Dort wurde er am 17. Februar 1914 (Q8q) zum Oberleutnant befördert. Bei Ausbruch vom 1. Weltkrieg wurde er zum Regimentsadjutant vom Reserve-Infanterie-Regiment 71 ernannt. Er diente den ganzen Krieg hindurch an der Westfront. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde ihm bereits am 5. September 1914 verliehen. Am 18. Juni 1915 (T13t) wurde er zum Hauptmann befördert. Bereits am nächsten Tag wurde ihm das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Als Hauptmann wurde er ab dem 11. August 1915 als Adjutant der 22. Infanteriedivision eingesetzt. Ein Jahr später wechselte er in den Generalstab vom XIV. Armeekorps. Ende November 1916 kam er dann zum Generalkommando III. Armeekorps. Ende Dezember 1916 wechselte er dann in den Generalstab der 82. Reservedivision. Ab März 1917 wurde er über ein dreiviertel Jahr beim Generalstab der Armee eingesetzt. Am 17. Januar 1918 wurde er dann zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) der 7. Kavalleriedivision ernannt. Am 4. Mai 1918 wurde er dann zum Ia der 4. Kavalleriedivision ernannt. Seine jüngere Tochter war die am 5. August 1918 in Eisenach geborene Gertraud von Obstfelder, die aber bereits kurz nach der Geburt am 9. August 1918 dort auch gestorben ist. Sein Vater wurde im Jahr 1918 der Name von Obstfelder zugesprochen. Am 5. September 1918 wurde er zum Ia der 83. Infanteriedivision ernannt. Diese Position behielt er dann bis Kriegsende Im Ersten Weltkrieg wurden ihm beide Eisernen Kreuze und andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er am 5. Januar 1919 wieder in das 2. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 32 versetzt. Am 22. Februar 1919 wurde er zu den Offizieren von der Armee versetzt und mit der Uniform des Generalstabes dem Generalkommando XVII. Armeekorps zur besonderen Verwendung zugeteilt. Er war damit jetzt im Grenzschutz Ost im Einsatz. Im Juli 1919 wurde er als Hauptmann in das vorläufige Reichsheer übernommen. Er kam dabei zum Stab vom Infanterieführer 11. Am 1. Oktober 1919 wurde er zum Reichswehr-Schützen-Regiment 22 der Reichswehr-Brigade 11 versetzt, aber bereits am nächsten Tag als Ordonanzoffizier zum Stab der Reichswehr-Brigade 11 versetzt. Dort wurde er am 5. Oktober 1919 neu vereidigt. Er war bei der Niederschlagung der Unruhen im Oktober/November 1919 in der Gegend Suh/Zella-Mehlis im Einsatz. Im März 1920 wurde er in den Generalstab seiner Brigade versetzt. Auch bei der Bildung vom 200.000 Mann-Übergangsheer der Reichswehr Mitte Mai 1920 wurde er noch immer als Generalstabsoffizier im Stab der Reichswehr-Brigade 11 eingesetzt. Im Zuge der weiteren Verkleinerung wurde er am 1. Oktober 1920 als Führer der 3. (MG.) Kompanie zum Reichswehr-Schützen-Regiment 21 seiner Brigade versetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er am 1. Januar 1921 als Chef der 8. (MG.) Kompanie zum 15. Infanterie-Regiment. Vom 18. Oktober 1921 bis zum November 1921 wurde er zum 1. Lehrgang für Ausbildung am schweren Maschinengewehr für Offiziere kommandiert. Am 1. Februar 1922 wurde ihm ein neues Rangdienstalter als Hauptmann vom 18. Juni 1915 (8) zugewiesen. Am 1. Oktober 1922 wurde er dann in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort gehörte er zur Heeres-Organisationsabteilung (T 2). In dieser wurde er dann auch zumindest noch die nächsten Jahre drei Jahre eingesetzt. Er erhielt im Dezember 1922 auch die Berechtigung zum Führen des Namens von Obstfelder. Er nahm vom 22. April 1923 bis zum 29. April 1923 an der Übungsreise für junge Offiziere des RWM teil. Seine Frau brachte am 17. März 1924 in der privaten Wohnung in der Klopstockstraße 14 in Berlin ein totes Mädchen zur Welt. Bei dieser Abteilung wurde er auch am 1. Februar 1926 (5) zum Major befördert. Ab dem 6. September 1927 gehörte er dann zum Stab der 3. Division der Reichswehr in Berlin. Auch dort wurde er wieder längere Zeit eingesetzt. Am 1. Juni 1929 wurde er dann für die nächsten Jahre zum Kommandeur des II. Bataillons vom 11. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Leipzig ernannt. Sein Vater starb am 12. Januar 1930. Als Bataillonskommandeur wurde er am 1. Juni 1930 zum Oberstleutnant befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1930 (13) festgelegt. Seine Mutter starb am 19. November 1930. Ab dem 1. Juni 1931 wurde er dann wieder in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Dort kam er diesmal zur Völkerbundsabteilung Gruppe Heer (VGH). Am 1. März 1933 (1) wurde er zum Oberst befördert. Er wohnte damals privat in der Prager Straße 2 in Berlin-Wilmersdorf. Seine Tochter Ursula von Obstfelder heiratete am 2. Ma 1934 den zehneinhalb Jahre älteren Angehörigen vom 3. (Preußischen) Artillerie-Regiment, Oberleutnant Alexander Karl Bernhard Ernst Hans Freiherr von Uslar-Gleichen, Sohn vom Majors Alexander Christian Karl Friedrich Freiherr von Uslar-Gleichen, der damals in der Hindenburgstraße 35 in Frankfurt an der Oder wohnte. Trauzeugen waren Oberst von Obstfelder, sowie der drei Jahre jüngere Bruder seines Schwiegersohnes, Oberleutnant Harald Freiherr von Uslar-Gleichen. Seine Vereidigung auf den Führer un Reichskanzler Adolf Hitler erfolgte am 2. August 1934. Als Oberst wurde er selbst bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht am 1. Oktober 1934 zum Kommandant der Festung Breslau ernannt. Am 18. Januar 1936 wurde er mit Wirkung vom 1. Januar 1936 (2) zum Generalmajor befördert. Als solcher wurde er 23. Juni 1936, unter Enthebung seiner Stellung als Kommandant von Breslau, mit Wirkung vom 1. Juli 1936 zur Vertretung des erkrakten Kommandeurs der 3. Infanterie-Division dem Generalkommando III. Armeekorps zur Verfügung gestellt. Am 6. Oktober 1936 wurde er dann zum Kommandeur der 28. Infanterie-Division ernannt. Am 1. Februar 1938 wurde er zum Generalleutnant befördert. Die Division führte er im Sommer 1939 im Polenfeldzug. Nach wenigen Tagen vom Westfeldzug gab er sein Kommando. Dafür wurde er noch im Mai 1940 mit der Führung des neuen XXIX. Armeekorps beauftragt. das er dann mit Erfolg im Frankreichfeldzug führte. Am 1. Juni 1940 wurde er zum General der Infanterie befördert. Damit wurde er jetzt zum Kommandierenden General vom XXIX. Armeekorps ernannt. Nach dem Frankreichfeldzug verlegte das Korps in die Slowakei und wurde der Panzergruppe 1 unterstellt. Nach fünf Wochen des Rußlandfeldzuges wurde er für die Erfolge seines Korps mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Nachdem von Obstfelder das Korps bis in den Kaukasus geführt hatte, begann auch für Ihn und seine Männer der Rückzug. Nach schweren Verlusten gelang es seinem XXIX. Armeekorps nur mit Mühen, sich den russischen Gegenangriffen am Mius zu stellen und diese abzuweisen. Hierfür erhielt er am 7. Juni 1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Ende August 1943 wurde er zum Kommandierenden General des LXXXVI. Armeekorps in Frankreich ernannt. Nach dem Beginn der alliierten Landung in der Normandie wurde das LXXXVI. AK in die Kämpfe um Caen geworfen. Nach harten Kämpfen begann für das Korps der Rückzug aus Frankreich, Teile des Korps wurden im Kessel von Falaise vernichtet. Nach wiederholt erfolgreichen Abwehrkämpfen wurden Hans von Obstfelder am 5. November 1944 die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub verliehen. Am 1. Dezember 1944 wurde er dann auf eigenen Wunsch Kommandierender General der 1. Armee. Hans von Osterfelder befehligte die Armee während des gescheiterten Unternehmen "Nordwind" in den Vogesen mit dem Ziel Strasbourg. Noch im März 1945 übernahm von Obstfelder die 19. Armee in Bayern, führte diese aber nur drei Wochen, um im Anschluss die 7. Armee zu übernehmen. Nach der Kapitulation wurde er zum Verbindungsoffizier zur 123. US-Heeresgruppe ernannt.
Ritterkreuz (27. Juli 1941) Eichenlaub (7. Juni 1943) Schwerter (5. November 1944)
Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall,
1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete
Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011