Reinhardt, Walther

 

* 24. März 1872, Stuttgart

† 8. August 1930, Berlin

 

 

Walter Reinhardt trat 1891 als Fahnenjunker in das Württembergische Heer ein. Er kam dabei zum 1. Württembergisches Grenadier-Regiment "Königin Olga" Nr. 119. In diesem wurde er am 9. Februar 1891 zum Sekondeleutnant befördert. Ab dem 22. März 1904 wurde er als Hauptmann im Großen Generalstab eingesetzt. Zwischen 1912 und 1915 war Reinhardt 1. Generalstabsoffizier (Ia) im XIII. Armeekorps. Bereits im Frühjahr wurde er dann zum Chef des Generalstabes in seinem Korps ernannt. Als solcher wurde er am 18. Juni 1915 zum Oberstleutnant befördert. 1916 wurde er dann als Chef des Generalstabes beim AOK 11 auf dem Balkan eingesetzt. 1917 wurde er dann zum Chef des Generalstabes beim AOK 7 im Westen ernannt. Am 18. April 1918 wurde er als solcher zum Oberst befördert. Im Krieg wurden ihm sehr viele Auszeichnungen verliehen. Ab dem Herbst 1918 leitete er die Demobilisierungsabteilung im preußischen Kriegsministerium. Im Jahr 1919 wurde Reinhardt dann letzter Kriegsminister Preußens. Außerdem gehörte er ohne Stimmrecht dem Reichskabinett zwischen dem 13. Februar 1919 und dem 1. Oktober 1919 an. Nachdem die Institution des preußischen Kriegsministers im September 1919 aufgelöst wurde, wurde er dann zum Chef der Heeresleitung ernannt. Dort wurde er am 14. November 1919 zum Generalmajor befördert. Damit stand er jetzt in direkter Konkurrenz zum Chef des Truppenamtes (TA) General Hans von Seeckt. Generalmajor Reinhardt versuchte die Reichswehr auf eine loyale Haltung gegenüber der Weimarer Republik festzulegen, während Seeckt der neuen Staatsform eher kritisch gegenüber stand. Nach dem Kapp-Putsch trat er aus Loyalität mit dem Reichswehrminister Gustav Noske von seinem Posten als Chef der Heeresleitung zurück. Am 16. Juni 1920 wurde er zum Generalleutnant befördert. Er wurde jetzt zum Kommandeur der 5. Division der Reichswehr in Stuttgart ernannt. Als solcher war er jetzt auch Befehlshaber vom Wehrkreis V und Landeskommandant von Württemberg. Zum Jahresende 1924 gab er sein Kommando an Generalleutnant Ernst Hasse ab. Er wurde dafür am 1. Januar 1925 als Nachfolger von General der Infanterie Arnold Ritter von Möhl zum Oberbefehlshaber vom Gruppenkommando 2 in Kassel ernannt. An diesem Tag wurde er dann auch zum General der Infanterie befördert. Am 31. Dezember 1927 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Sein Kommando übernahm dafür General der Artillerie Friedrich Freiherr Kreß von Kressenstein. Gleichzeitig wurde ihm die Berechtigung zum Tragen der Uniform des 13. (Württ.) Infanterie-Regiment mit den Generalsabzeichen verliehen. Außerdem führte er jetzt die so genannten "Reinhardt-Kurse" durch. Am 8. August 1930 ist er im Alter von 58 Jahren gestorben. Nach ihm wurden damals einige Kasernen bzw. Blöcke von Kasernen, unter anderem in Ludwigsburg und Neu-Ulm, benannt. Sein jüngerer Bruder war der Generalleutnant Ernst Reinhardt, sein Neffe der spätere Generalmajor Helmuth Reinhhard.

 

Literatur und Quellen:
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928