Freiherr Kreß von Kressenstein, Friedrich Siegmund Georg

 

* 24. April 1870, Nürnberg

† 16. Oktober 1948, München

 

Friedrich Freiherr Kreß von Kressenstein trat am 8. März 1889 als Fähnrich in die Königlich Bayerische Armee ein. Am 6. März 1890 wurde er zum Sekondeleutnant befördert. Am 17. März 1897 wurde er zum Premierleutnant befördert. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er am 1. Januar 1899 zum Oberleutnant ernannt. 1904 wurde er in das 6. Königlich Bayerisches Feldartillerie-Regiment „Prinz Ferdinand von Bourbon, Herzog von Kalabrien“ versetzt. Dort wurde er am 29. Oktober 1904 auch zum Hauptmann befördert. Ab 1906 gehörte er dann dem Bayerischen Generalstab in München an. 1907 wurde er dann im Generalstab der 4. Bayerischen Infanterie-Division eingesetzt. Im Frühjahr 1911 wurde er dann zum Major befördert. 1912 war er als Major einer von zwei deutschen Offizieren die türkische Truppen im Balkan-Krieg kommandierten. Anfang 1914 trat er aus dem bayerischen Heer aus. Er trat jetzt in die türkische Armee ein. Dort wurde er bei Beginn vom Ersten Weltkrieg zum Stabschef des VIII. türkischen Armeekorps ernannt. Als solcher wurde er am 30. November 1914 zum Oberstleutnant befördert. Als einer der Planer und Befehlshaber des missglückten Angriffs der vierten türkischen Armee auf den Suezkanal im Januar 1915 trug er die Hauptverantwortung für deren militärisches Desaster. Durch Erfolge bei der Verteidigung von Gaza im Jahr 1917 konnte er seinen Ruf wieder aufwerten. Am 4. September 1917 wurde Freiherr von Kressenstein der Orden Pour le mérite verliehen. Am 14. Dezember 1917 wurde er zum Oberst befördert. Nachdem er am 5. November 1917 als Oberkommandierender von Gaza abgelöst wurde, befehligte er die 8. türkische Armee zur Sicherung der Küstenlinien. Im Sommer 1918 wurde ihm dann das Kommando einer deutschen Militärmission im Kaukasus übertragen wurde. Dabei sollte er mit schwachen Verbänden die Unabhängigkeit von Georgien sichern. Nach der Kapitulation von Deutschland musste er Georgien verlassen. Dabei kam er in englische Kriegsgefangenschaft. Im 1. Weltkrieg wurden ihm sehr viele weitere Orden verliehen. Nach seiner Entlassung kam er im Sommer 1919 wieder nach Deutschland. Er wurde dann als Oberst in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Dort wurde er bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr als Chef des Wehramtes verwendet. Am 1. Oktober 1921 war er dann als Oberst Chef des Stabes der Heeresleitung. Als solcher wurde er dann 1922 zum Generalmajor befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Juli 1921 festgelegt. Am 1. Februar 1922 wurde er dann als Nachfolger von Oberst Erich Freiherr von Botzheim zum Artillerieführer VII in München ernannt. Am 1. Oktober 1923 wurde er als solcher zum Generalleutnant befördert. Am 31. Dezember 1923 gab er sein Kommando an Oberst Georg Freiherr Löffelholz von Colberg ab. Ende März 1924 wurde er als Nachfolger von Generalleutnant Otto von Lossow zum Kommandeur der 7. Division der Reichswehr in München ernannt. Dieses Kommando behielt er dann für mehrere Jahre. Am 31. Dezember 1927 gab er sein Kommando an Generalleutnant Adolf Ritter von Ruith ab. Er wurde dafür am 1. Januar 1928 als Nachfolger von General der Infanterie Walter Reinhardt zum Oberbefehlshaber vom Gruppenkommando 2 in Kassel ernannt. An diesem Tag wurde er auch zum General der Artillerie ernannt. Am 30. November 1929 gab er sein Kommando an General der Kavallerie Hugo von Kayser ab. An diesem Tag wurde er auch aus dem aktiven Dienst der Reichswehr entlassen. In der Folge schrieb er autobiografische Artikel für das deutsche Heeresarchiv und das britische Royal United Services Institute.