Ritter von Möhl, Arnold

 

* 26. März 1867, Nandlstadt bei Freising

† 27. Dezember 1944, Starnberg

 

 

Arnold Möhl trat als Sohn eines Arztes nach seinem Abitur 1884 als Fahnenjunker in die Königlich Bayerische Armee ein. Er kam dabei zum 6. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Kaiser Wilhelm, König von Preußen". Als Premierleutnant besuchte er zwischen 1892 und 1895 die bayerische Kriegsakademie. 1901 wurde er als Hauptmann zum Generalstab nach Ingolstadt versetzt. 1906 wurde er als Major und Lehrer an die Kriegsakademie versetzt. 1913 wurde er dann zum Direktor der Kriegsakademie ernannt. Bei Beginn des 1. Weltkrieges wurde er zum Kommandeur vom 6. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Kaiser Wilhelm, König von Preußen" ernannt und zog mit diesem an die Westfront. Am 14. November 1914 wurde ihm das Eisernen Kreuz 1. Klasse verliehen, nachdem er im bereits im Oktober das der 2. Klasse erhalten hatte. Dort wurde er dann später zum Chef des Generalstabes vom I. Bayerischen Armeekorps ernannt. Als solcher wurde er am 8. April 1915 zum Generalmajor befördert. 1916 war er als Kommandeur einer Infanterie-Brigade im Einsatz. Im Januar 1917 wurde er zum Kommandeur der neuen 16. Bayerischen Infanterie-Division ernannt. In Anerkennung der erfolgreichen Abwehr eines britischen Angriffes im Spätsommer 1918 bei Monchy-Bepaume wurde er am 9. Oktober 1918 mit dem Pour le mérite ausgezeichnet. Dafür wurde ihm auch der Bayerische Militär-Max-Josef-Orden verliehen, womit auch der persönliche Adelsstand verbunden war. Damit wurde er ab jetzt als Generalmajor Arnold Ritter von Möhl bezeichnet. Nach dem Krieg war er dann als Oberquartiermeister beim Generalstab in Berlin vorgesehen. Er blieb aber in Bayern, wo er zur zentralen Figur bei der Neuordnung des Militärs und der Niederschlagung der Münchener Räterepublik wurde. 1919 wurde er zum Kommandeur des Reichswehr-Gruppenkommandos 4 ernannt. Er marschierte dabei in München ein und machte der Räterepublik ein Ende. Dabei etablierte er bis zum Herbst 1919 eine Militärdiktatur, der viele Menschen zum Opfer fielen. Bei der Übernahme der Bayerischen Truppen in die Reichswehr wurde er dann zum Kommandeur vom Wehrkreiskommando VII ernannt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann zum Kommandeur der 7. Division der Reichswehr in München ernannt. Als solcher wurde er zeitgleich zum Befehlshaber vom Wehrkreis VII und Landeskommandant von Bayern. Am 23. Juni 1920 wurde er zum Generalleutnant befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 16. Juni 1920 festgelegt. Am 14. Dezember 1922 wurde er mit Wirkung vom 1. Januar 1923 zum Oberbefehlshaber vom Gruppenkommando 2 in Kassel ernannt. Mit dem Rangdienstalter vom 1. Januar 1923 wurde er zum General der Infanterie befördert. Das war auch ein taktisches Manöver um ihn von der politische Bühne in Bayern zu entfernen. Ende 1924 machte er sich Hoffnungen zum Oberbefehlshaber des Gruppenkommando 1 in Berlin ernannt zu werden. Dies wurde jedoch verhindert und er wurde stattdessen am 31. Dezember 1924 verabschiedet. Ab dem 1. Januar 1925 wurde ihm das Recht erteilt die Uniform des 20. (Bayer.) Infanterie-Regiment mit den Generalsabzeichen zu tragen. Später wurde er Mitbegründer der Vereinigung Bayerntreue und aktives Mitglied des Kyffhäuserbundes. Als solches pflegte er enge Kontakte zum Kronprinz Rupprecht von Bayern. 1928 zog er nach Starnberg. Beim Aufbau der Wehrmacht wurde 1936 eine Kaserne in Amberg nach ihm benannt. 1944 ist er in Starnberg verstorben. Seine Beisetzung erfolgte ohne militärische Ehren.