Ranck, Werner Karl Otto Leopold

 

* 25. Oktober 1904, Hamburg

† 7. Dezember 1989, Hamburg

 

 

Werner Ranck war der Sohn des Baudirektors Otto Ranck und dessen Ehefrau Luise, geborene von Werner. Am 1. April 1924 trat er in das 6. (Preußisches) Artillerie-Regiment ein, bei dem er am 1. Juli 1925 zum Fahnenjunker befördert wurde. Am 1. September 1926 wurde er bei seinem Regiment zum Fähnrich befördert. Am 1. Dezember 1927 wurde er zum Leutnant befördert. Als solcher wurde er jetzt mehrere Jahre in der 7. Batterie vom 6. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Wolfenbüttel verwendet. Am 1. August 1930 folgte seine Beförderung zum Oberleutnant. 1931 wurde er dann zur 5. Batterie vom 6. (Preuß.) Artillerie-Regiment nach Minden versetzt. In der Zeit vom 1. Oktober 1931 bis zum 30. April 1933 wurde er zur Artillerieschule kommandiert. Am 1. Mai 1933 wurde er als Lehrer zum Fähnrichslehrgang an die Artillerieschule in Jüterbog versetzt. Am 17. Juni 1933 hat er Irmgard von Gardeleben geheiratet. Anfang 1934 gehörte er zur 9. Batterie vom 6. (Preuß.) Artillerie-Regiment. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 wurde zum Stab der II. Abteilung vom Artillerie-Regiment Münster versetzt. Dort wurde er am 1. Mai 1935 zum Hauptmann befördert. Bei der Enttarnung der Einheiten wurde er als solcher jetzt zum Chef der 3. Batterie vom Artillerie-Regiment 16 in Münster ernannt. Am 6. Oktober 1936 wurde Hauptmann Ranck an die Kriegsakademie kommandiert. Ab dem 10. November 1938 war er zur Generalstabsausbildung kommandiert. Hierzu erfolgte seine Versetzung zum Stab vom Generalkommando X. Armeekorps nach Hamburg. Dort wurde er zum Kommandant des Transportbezirks Hamburg ernannt. Bei Beginn der deutschen Mobilmachung für den Polenfeldzug am 26. August 1939 blieb er weiter als Kommandant des Transportbezirks Hamburg im Einsatz. Am 12. September 1939 wurde er dann als 2. Generalstabsoffizier (Ib) zur 93. Infanterie-Division versetzt. Am 25. September 1939 hat er seinen Dienst angetreten. Am 1. November 1939 wurde er in den Generalstab versetzt, wodurch er jetzt zum Hauptmann i.G. ernannt wurde. Am 5. Februar 1940 wurde er als 1. Generalstabsoffizier (Ia) zur 15. Infanterie-Division versetzt. Am 1. Oktober 1940 wurde er zum Major i.G. befördert. Am 15. Januar 1941 wurde er als 3. Generalstabsoffizier (Ic) zum Oberkommando der 11. Armee versetzt. Am 18. März 1941 hat er dann den 1. Februar 1940 als neues Rangdienstalter erhalten. Mit Beginn des Ostfeldzuges wurde er dann im Sommer 1941 im Südabschnitt der Ostfront eingesetzt. Am 1. April 1942 wurde er zum Oberstleutnant i.G. befördert. Am 1. Mai 1942 wurde er in die Führerreserve OKH versetzt und dabei dem Wehrkreis X zugeteilt. Am 24. Juni 1942 wurde er als Ia zum Stab der 290. Infanterie-Division versetzt. Im Oktober 1942 wurde er kurzzeitig auch bei der 5. Jäger-Division als stellvertretender Ia eingesetzt. Am 20. April 1943 wurde er zum Oberst i.G. befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. März 1943 festgelegt. Am 26. September 1943 wurde er kurzzeitig als Chef des Generalstabes des Generalkommandos z.b.V. Tiemann eingesetzt. Am 20. Oktober 1943 wurde er wieder in die Führerreserve OKH versetzt und dabei dem Heerespersonalamt (HPA) zugeteilt. Am 15. Dezember 1943 wurde er mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Chef des Generalstabes vom X. Armeekorps beauftragt. Am 5. Februar 1944 wurde er wieder in die Führerreserve OKH versetzt und dabei dem Heerespersonalamt (HPA) zugeteilt. Am 10. Februar 1944 wurde ihm das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Am 1. März 1944 wurde er in die Führerreserve OKH wieder dem Wehrkreis X zugeteilt. Am 25. Mai 1944 wurde er zum Kommandeur vom Grenadier-Regiment 366 ernannt. Dieses kommandierte er jetzt im Nordabschnitt der Ostfront. Am 24. Juli 1944 wurde er kurzzeitig als Stellvertreter von Generalleutnant Hans Boekh-Behrens mit der Führung der 32. Infanterie-Division beauftragt. Mitte September 1944 wurde er mit der Führung der 121. Infanterie-Division beauftragt. Zusammen mit seiner Beförderung zum Generalmajor am 1. Oktober 1944 wurde er dann auch zum Kommandeur der 121. Infanterie-Division ernannt. Am 15. Oktober 1944 wurde ihm die Ehrenblattspange des Heeres verliehen. Am 25. Dezember 1944 wurde er für einen 14 tägigen Urlaub durch Oberst Helmut Fürguth vertreten. Im Januar 1945 hatte er die Adresse: Lottbeker Weg Blockhaus 2 in Hamburg Ohlstedt als Privatadresse. Am 2. März 1945 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 20. April 1945 wurde er noch zum Generalleutnant befördert. Am 30. April 1945 wurde er durch Generalmajor Ottomar Hansen abgelöst. Am 1. Mai 1945 wurde er dafür noch zum Kommandeur der 218. Infanterie-Division im Kurlandkessel ernannt. Bei Kriegsende geriet er in Kurland am 9. Mai 1945 in russische Gefangenschaft. Er durchlebte in den nächsten Jahren einige NKWD-Lager (z.B. 27/Krasnogorsk und 48/Cerncy) und Gefängnisse. Am 14. Dezember 1949 wurde er vom Kriegsgericht der Estnischen SSR wegen Kriegsverbrechen zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt. Gemeinsam mit Generalleutnant Wilhelm Ochsner, Generalleutnant Erich Reuter und Generalmajor Hans-Joachim Herrmann wurde er während der Haft für ein Jahr in das Disziplinargefängnis Nr. 430 in Nowo Tscherkask gebracht. Am 10. Oktober 1955 wurde er dann wieder nach Deutschland entlassen.

 

Ritterkreuz (2. März 1945)

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar: Deutsche Generale 1867-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10851 Ple-Sac
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938

Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Gerhard von Seemen: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Podzun-Verlag, Friedberg 1976
Horst Scheibert: Die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold und Silber, 2 Bände, Verlag Podzun-Pallas, 1983 und 1990

NARA T-78 R-891