Radziej, Georg Heinrich

 

* 7. Januar 1895, Peiskretscham, Kreis Gleiwitz in Oberschlesien (heute Pyskowice in Polen)

† 16. Mai 1972, Frankfurt am Main

 

 

Georg Radziej war der Sohn des Studienrates Thomas Radziej und dessen Ehefrau Hedwig, geborene Wierzba. Er trat nach Beginn des 1. Weltkrieges am 5. Oktober 1914 als Fahnenjunker die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Ersatz-Bataillon vom 5. Niederschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 154. Am 19. Oktober 1914 wurde er bei diesem vereidigt. Am 26. Januar 1915 wurde er zum Fahnenjunker-Unteroffizier befördert. Nach der Grundausbildung wurde er am 4. März 1915 zur 1. Kompanie vom 5. Niederschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 154 versetzt. Bei diesem wurde er jetzt an der Westfront eingesetzt. Am 18. April 1915 wurde er zum Fähnrich befördert. Am 5. Mai 1915 wurde er im Gefecht bei Les Eparges schwer (Brustschuss) durch ein Infanteriegeschütz verwundet.  Am 9. Mai 1915 wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Im August 1915 meldete er sich nach seiner Genesung wieder für die Front. Am 2. September 1915 wurde er zum Leutnant ohne Patent befördert. Ab dem 10. Dezember 1915 diente er als Adjutant im Stab des I. Bataillons seines Regiments. Am 14. Februar 1916 wurde er für zwei Wochen als Ordonnanzoffizier zum Stab seines Regiments versetzt. Am 22. März 1916 hat er sein Patent als Leutnant erhalten. Ab dem 1. September 1916 wurde er Adjutant im Stab des III. Bataillons seines Regiments. Am 21. Juni 1917 wurde ihm das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Nach einer mehrfachen Verwundung durch Artilleriefeuer im Gefecht bei Charvignon am 23. Oktober 1917 wurde er ins Lazzarett eingeliefert. Dabei wurde er an Kopf, Kinn und rechter Hand leicht, am rechten Oberarm, Brust und Bauch mittel und am linken Oberschenker und linken Knieglenk schwer verwundet. Ab dem 10. Januar 1918 nahm er an einem Sonderkursus für Kriegsteilnehmer zur Erlangung der Reife teil. Nach seiner Genesung wurde er am 1. Mai 1918 in das Ersatz-Bataillon des 5. Niederschlesischen Infanterie-Regiments Nr. 154 versetzt. Am 16. Mai 1918 legte er sein Abitur in Breslau ab. Zwischen dem 28. Mai 1918 und dem 24. Juni 1918 wurde er als Leiter der Versuchsabteilung beim Stab des Ersatz-Bataillons vom 5. Niederschlesischen Infanterie-Regiments Nr. 154 eingesetzt. Am 25. Juni 1918 wurde er zum Bezirkskommando Liegnitz kommandiert. Am 31. August 1918 wurde er zum Adjutant im Bezirkskommando Liegnitz ernannt. Im September 1918 stellte er ein Gesuch der Vorpatentierung, wegen des nachträglich abgelegten Abiturs, welches aber nie bewilligt wurde. Am 29. November 1918 kehrte er in das Ersatz-Bataillon des 5. Niederschlesischen Infanterie-Regiments Nr. 154 zurück. Am 18. Dezember 1918 wurde er wieder in das 5. Niederschlesischen Infanterie-Regiments Nr. 154 selbst versetzt. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur mehrfach verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Gelb am 30. Juni 1918 widerspiegelte. Außerdem wurden ihm auch beide Eisernen Kreuze verliehen. Zwischen dem 6. Januar 1919 und dem 18. März 1919 wurde er als Führer der 3. Kompanie seines Regiments eingesetzt. Er gehörte ab dem 6. Januar 1919 auch zum Grenzschutz Schlesien. Vom 2. April 1919 bis zum 28. April 1919 besuchte er eine Ausbildung am leichten und mittleren Minenwerfer in Strehlen. Am 6. Juli 1919 wurde Georg Radziej in das vorläufige Reichsheer übernommen. Er wurde dabei in das Reichswehr-Infanterie-Regiment 58 nach Bernstadt an der Weide versetzt. Ab dem 1. November 1919 wurde er in seinem Regiment als Bataillonsadjutant eingesetzt. Am 15. Januar 1920 wurde er neu vereidigt. Am 20. Januar 1920 kam er als Bataillons-Adjutant in das Reichswehr-Infanterie-Regiment 12 der Reichswehr-Brigade 6. Diesem gehörte er auch noch bei Bildung des 200.000 Mann Heeres der Reichswehr im Mai 1920. Bei der Bildung des 100.000 Mann Heeres der Reichswehr am 1. Oktober 1920 wurde er als Adjutant im I. Bataillon vom 3. (Preußisches) Infanterie-Regiment in Marienwerder übernommen. Diese Funktion übte er mehrere Jahre aus. Im Januar 1921 stellte er erneut ein Gesuch zur Vorpatentierung wegen seines nachträglich abgelegten Abiturs vom Jahr 1918. Dieses Gesuch wurde ausführlich von seinem Regimentskommandeur Oberst Hermann Reinicke begründet. Befürwortet wurde das Gesuch durch den Infanterie-Führer I, Generalleutnant Johannes Erhardt, und den Kdr. der 1. Division der Reichswehr, Generalleutnant Johannes von Dassel. Am 1. Juli 1922 hat er den 1. November 1915 als neues Rangdienstalter zugewiesen bekommen. Vom 15. September 1923 bis zum 31. März 1924 war er zur Infanterie-Schule nach München kommandiert. Dort sollte er dem Versuchs-Kommando angehören. Seine Privatanschrift war dort die Blutenburgstraße 3 in München. Am 5. Februar 1924 erhielt er von Generaloberst Hans von Seeckt eine Beurteilung seines Verhaltens bei den Münchener Vorgängen 8./9. November 1923 (Hitler-Putsch): "Hat sich einwandfrei benommen." Am 25. März 1924 wurde mit Wirkung vom 31. März 1924 das Kommando zur Infanterie-Schule München aufgehoben. Vom 17. April 1924 bis zum 30. September 1924 war er erneut zur Infanterie-Schule nach München kommandiert. Etatmäßig gehörte er in diesem Zeitraum zur 13. (Minenwerfer) Kompanie vom 3. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Deutsch Eylau. Am 30. August 1924 wurde die Kommandierung mit Wirkung vom 30. September 1924 aufgehoben. Ab dem 1. Oktober 1924 wurde er dann für mehrere Jahre in die 4. (MG) Kompanie vom 3. (Preuß.) Infanterie-Regiment nach Marienwerder versetzt. Am 31. Juli 1925 wurde er in dieser Kompanie dort zum Oberleutnant befördert, sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1925 festgelegt. Vom 20. November 1925 bis zum 3. Dezember 1925 besuchte er einen Skilehrgang. Am 22. Dezember 1926 wurde er mit Wirkung vom 15. Januar 1927 zur Kommandantur Berlin kommandiert, seinen Dienst regelte der Chef der Heeresleitung. Diese Kommandierung wurde am 17. September 1927 mit Wirkung vom 30. September 1927 aufgehoben. Am 23. September 1927 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Wilhelm Heye, Chef der Heeresleitung: "Der Oberleutnant Radziej tritt am 1. Oktober diesen Jahres zu seinem Truppenteil zurück. Er war ein dreiviertel Jahr bei mir als Adjutant tätig und hat mit treuestem Pflichtgefühl den nicht leichten Dienst wahrgenommen. Unermüdliche Arbeitskraft und unbedingte Zuverlässigkeit zeichnen ihn aus. R. hat sicherlich viel gelernt. Er wird zweckmäßig angesetzt werden auf einen höhreren Adjutantposten bei der Truppe oder auf die Führergehilfen-Laufbahn." Im gesamten Oktober 1927 war er beurlaubt. Ab dem 1. November 1927 gehörte er wieder zum 3. (Preuß.) Infanterie-Regiment. Vom 5. bis zum 8. März 1928 absolvierte er seine Wehrkreisprüfung. Vom 1. Juni 1928 bis zum 30. September 1928 wurde er zum 7. (Bayerisches) Artillerie-Regiment kommandiert. Dies stellte ein Waffenkommando seiner Führergehilfenausbildung dar. Mitte August 1928 war er mit dem Rahmenkommando der I. Abteilung des 7. (Bayerisches) Artillerie-Regiment beim 21. (Bayer.) Infanterie-Regiment auf dem Truppenübungsplatz Döberitz eingesetzt.  Am 29. August 1928 stellte er einen zweiten Antrag auf Heiratserlaubnis, dem ersten fehlte die Unterschrift. Seine Privatanschrift zu jener Zeit war die Oberwallstraße 17 in Ratibor O.S.. Am 10. September 1928 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1928  in den Stab der 7. Division der Reichswehr nach München versetzt. Dort absolvierte er dann den Hauptteil seiner Führergehilfenausbildung. Am 13. September 1928 erhielt er die Erlaubnis zur Heirat. Am 18. September 1928 hat er die acht Jahre jüngere Elly Raßler, Tochter vom verstorbenen Oberstabsarzt Dr. Adalbert Raßler, in Ratibor/Oberschlesien geheiratet. Vom 1. Juni 1929 bis zum 25. September 1929 absolvierte er ein Waffenkommando bei der 5. Nachrichten-Abteilung in Stuttgart. Am 12. September 1930 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1930 in den Stab vom Gruppenkommando 1 nach Berlin versetzt. Dort wurde er am 1. Februar 1932 auch zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er als 3. Generalstabsoffizier Ic bei diesem Stab eingesetzt. Er wohnte zu jener Zeit in der Sächsischen Straße 14 in Berlin-Wimersdorf mit der Telefonnummer Oliv 5436. Am 1. April 1933 kam er in den Stab der 3. Division der Reichswehr in Berlin. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht diente er ab dem 1. Oktober 1934 als Kompaniechef der 5. Kompanie vom Infanterie-Regiment Schweidnitz. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er am 15. Oktober 1935 zum Chef der 5. Kompanie vom Infanterie-Regiment 7 ernannt. Am 16. März 1936 wurde er mit Wirkung vom 1. März 1936 zum Major befördert. Am 28. August 1936 wurde seine Tochter Benita Radizej geboren. Als Major wurde er am 6. Oktober 1936 durch die Umgliederung zum Chef der 5. Kompanie vom neuen Infanterie-Regiment 38 ernannt. Am 12. Oktober 1937 wurde er als Lehrer an die Kriegsschule in Dresden versetzt. Vom 25. Oktober 1938 bis zum 9. November 1938 wurde er an die Kriegsschule Wiener Neustadt kommandiert. Am 10. November 1938 wurde er dann auch als Taktiklehrer an die Kriegsschule Wiener Neustadt versetzt. Dort wurde er am 31. März 1939 mit Wirkung vom 1. April 1939 zum Oberstleutnant befördert. Auch bei der Mobilmachung blieb er weiter als Lehrer bei der Kriegsschule. Seine Privatanschrift war weiterhin bis mindestens 1942 die Krenkelstraße 23 in Dresden. Kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde er am 10. Oktober 1939 mit Wirkung vom 16. September 1939 als 1. Generalstabsoffizier (Ia) zum Grenzschutz-Abschnitts-Kommando 20, das Fernschreiben vom Heerespersonalamt nennt noch Heeresdienstelle 20, nach Klagenfurt versetzt. Durch die Umbenennung des Stabes wurde er Anfang Otober 1939 zum Ia der Division z.b.V. 538 ernannt. Diese Position behielt er bis Anfang Juli 1940. Am 15. November 1939 erhielt er folgende Beurteilung vom 1. August 1939 von seinem Lehrgruppenkommandeur der Kriegsschule Wiener Neustadt, Oberst Rudolf Licht oder Oberst Hans Jordan, zur Tätigkeit an der Kriegsschule: "Gerader, offener Charakter, reife Persönlichkeit. Sehr energisch, bestimmt, zielbewußt und sehr strebsam. Hervorragende Dienst- und Lebensauffasssung. Geistig und soldatisch sehr gut veranlagt. Vielseitig interessiert mit sehr gutem Allgemeinwissen. Gewandt in Wort und Schrift. Ein ausgezeichneter Taktiklehrer mit sehr gutem Lehrtalent und straffer Führung. Sehr streng, stellt besonders hohe Anforderungen, läßt nichts durchgehen. Übt großen erzieherischen Einfluß aus. Sehr gute taktische Begabung mit Entschlußkraft und klarem Urteil. Ausgesprochenes Organisationstalent. Seine große Arbeitskraft und Arbeitsfreude verdient Beachtung. Ausgesprochene Führernatur. Gesellschaftlich sicher und gewandt. Sehr guter Kamerad. Zur Beförderung geeignet. Füllt seine Stelle sehr gut aus." Dazu ergänzte der damailge Kommandeur der Kriegsschule, Generalmajor Erwin Rommel: "Einverstanden! Ein vorzüglicher Taktiklehrer und Erzieher. Außergewöhnlich fleißig. Füllt seine Stelle sehr gut aus. Wird zur vorzugsweisen Beförderung vorgeschlagen." Am 3. Juli 1940 wurde er für fast fünf Monate zum Kommandeur des III. Bataillons vom Gebirgsjäger-Regiment 141 ernannt. Am 22. Oktober 1940 erhielt er folgende Beurteilung zur vorherigen Tätigkeit von Generalleutnant Emmerich von Nagy, Kdr. der Division z.b.V. 538: "Reife Persönlichkeit, Führernatur. Sehr energisch. Hat als Ia der Division sehr gut entsprochen. Sehr fleissig. Besitzt besonderes Organisationstalent. Hat als Taktiklehrer in einem Lehrgang für Offiziere (Unterführer) d.B. vorzüglich entsprochen. Empfehlung: Wurde zur Versetzung in den Generalstab vorgeschlagen. Ist auch zum Regimentskommandeur geeignet. Lehrbefähigt." Am 23. Dezember 1940 übernahm er das Kommando über das Gebirgsjäger-Regiment 143. Am 2. Februar 1941 erhielt er folgende Beurteilung von Oberst Friedrich-Jobst Volckamer von Kirchensittenbach, Kdr. vom Gebirgsjäger-Regiment 141: "Reife Persönlichkeit, sehr energisch, Führernatur, temperamentvoll bis zur Heißblütigkeit, ungewöhnliches Gedächntnis. Hat als Bataillonskommandeur sehr gute Leistungen gezeigt. Nimmermüder Arbeiter, kennt keine Schwierigkeiten. Großes Organisationstalent, viel Phantasie. Führt klar. Große Lehrbefähigung neuerlich erwiesen. Fordert viel, hart gegen sich. Dabei sehr fürsorglich. Zum Regimentskommandeur geeignet. Kommt auch als Generalstabsoffizier, Lehrgruppen-Kommandeur oder Kommandeur einer Kriegsschule in Frage." Im Frühjahr 1941 führte er das Regiment in Jugoslawien und Griechenland. Bereits nach dem Balkanfeldzug trug er beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Ab September 1941 führte er sein Regiment in Norwegen und Lappland. Am 22. August 1941 erhielt er folgende Beurteilung zur vorzugsweisen Beförderung bzw. Verbesserung des Rangdienstalters von Generalmajor Ferdinand Schörner, Kdr. der 6. Gebirgs-Division: "Temperamentvoller, äusserst energischer und erfolgreicher Führer. Hat als Regimentskommandeur in Kürze die besonders schwierigen Verhältnisse seines Gebirgs-Jäger-Regiments 143 durch aussergewöhnliches Können und zähe Energie gemeistert. Vor dem Feinde hervorragend bewährt. Auf Gund seines starken Charakters sowie seiner hervorstechenden Führereigenschaften und Veranlagungen in besonderem Maße zur vorzugsweisen Beföderung geeignet. War schon in seiner letzten Dienststelle (Urteil General Rommel vom 15. November 1939) zur vorzugsweisen Beförderung vorgeschlagen." Am 1. Oktober 1941 wurde Georg Radziej zum Oberst befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Februar 1941 festgelegt. Am 1. Februar 1942 erhielt er folgende Beurteilung von Generalleutnant Ferdinand Schörner, KG vom XIX. Gebirgskorps: "Temperamentvoller, energische Führerpersönlichkeit, sehr guter Organisator. Feindbewährt (Spange zum EK I und II). Hat sein Regiment im Balkanfeldzug und an der akrtischen Frotz trotz ungewohnter Gebirgsverhältnisse sehr gut geführt. Fordert in seiner zähen Energie, gepaart mit starkem Ehrgeiz, viel, ist aber für seine Soldaten sehr fürsorglich. Bewährter Erzieher seines Offizierskorps. Bewertung: Füllt sehr gut aus." Am 13. April 1942 erhielt er von Generalleutnant Ferdinand Schörner, KG vom XIX. Gebirgskorps, folgende Beurteilung: "Überragende Führerpersönlichkeit von hervorragendem guten taktischen und organisatorischen Können." Am 16. August 1942 gab er das Kommando über sein Regiment ab. Er wurde dafür in die Führerreserve OKH versetzt. Gleichzeitig wurde er aber auch zum Kommandant des Festungsbereichs Kolosjoki ernannt. Auf die Herbstanfrage 1942 wurde ihm am 4. Oktober 1942 durch den OB der 20. Gebirgsarmee, Generaloberst Eduard Dietl, die volle Eignung zum Divisionskommandeur zugesprochen. Auch dabei war er noch Kommandeur der Kampfgruppe Kolosjoki. Am 1. März 1943 erhielt er folgende Beurteilung von Generalleutnant Christian Philipp, Kommandeur der 6. Gebirgs-Division: "Als Kommandant eines Festungsbereiches bei der Lösung schwieriger Fragen der Zusammenarbeit sehr bewährt. Bewährter Erzieher seines Offizierskorps, das er, selbst Nationalsozialist, im Nationalsozialistischen Sinne zu führen und schulen versteht. Organisator mit zäher Energie. Sehr guter Taktiker. Körperlich großen Anforderungen bei einer Gebirgsdivision nicht voll gewachsen. Bewertung: Über Durchschnitt. Empfehlung: Kommandeur einer Infanteridivision." Am gleichen Tag ergänzte General der Gebirgstruppe Ferdinand Schörner, KG vom XIX. Gebirgskorps: "Besonders bewährter Regimentskommandeur, der sich auch in Gebirgsverhältnisse allmählich gut eingewöhnt hat. Uneingeschränkt zum Divisionskommandeur geeignet." Am 14. März 1943 ergänzte Generaloberst Eduard Dietl, OB der 20. Gebirgsarmee: "Als Regimentskommandeur sehr bewährt. Vollgeeignet zum Divisionskommandeur." Vom 29. März 1943 bis zum 22. April 1943 wurde er zum 3. Divisionsführerlehrgang nach Döberitz kommandiert. Seine Unterbringung erfolgte ab dem 28. März 1943 im Hotel Eden in Hirschberg. Vorher befand er sich auf Heimaturlaub in Ratibor. Am 5. Mai 1943 wurde die 6. Gebirgs-Division darüber unterrichtet, dass seine Verwendung als Divisionsführer in nächster Zeit nicht beabsichtigt sei. Damit wurde er als Regimentskommandeur bzw. Kdr. eines Küstenabschnitts freigegeben. Sollte er als Regimentskommandeur unerwünscht sein, dann solle man dies begründen. Am 8. Mai 1943 wurde er wieder nach Norwegen in Marsch gesetzt. Am 10. Juni 1943 wurde er als Ausbildungsleiter für neue Truppenteile und Nachersatz zum XXXVI. Gebirgskorps kommandiert. Im Anschluss daran wurde er am 22. Juni 1943 mit der Führung der 169. Infanterie-Division beauftragt, die bei der 20. Gebirgsarmee in Finnland kämpfte. Am 6. September 1943 wurde er mit Wirkung vom 1. September 1943 zum Generalmajor befördert. Am 30. November 1943 wurde er mit Wirkung vom 1. September 1943 zum Kommandeur der 169. Infanterie-Division ernannt. Am 21. Februar 1944 erhielt er für 24 Tage Urlaub. Sein Vertreter wurde Oberst Adrian Freiherr van der Hoop. Am 4. März 1944 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Karl Weißenberger, KG vom XXXVI. Gebirgs-Armeekorps: "Energische, sehr temperamentvolle Persönlichkeit. Einwandfreie nationalsozialistische Gesinnung. Geistig gut veranlagt. Seine körperliche Schwerfälligkeit versucht er mit zäher Energie zu überwinden. Mit gutem taktischen Blick und geschicktem Organisationstalent ist er enorm unermüdlich tätig. Vor dem Feind bewährt. Persönlich tapfer. Führt klar und zielbewußt. Aktivität und zähe Energie. Sein heißblütiges Temperament verbunden mit einem klaren Willen ließ ihn gelegntlich nicht die richtige Art gegenüber Offizierskorps und Truppe finden, hat sich jedoch in letzter Zeit wesentlich gebessert. Bewertung: Durchschnitt. Empfehlung: Divisionskommandeur." Am 16. März 1944 erhielt er folgende Ergänzung von Generaloberst Eduard Dietl, OB der 20. Gebirgsarmee: "Ein tüchtiger Divisionskommandeur. Sehr selbstbewußt. Muß sein Temperament manmal mehr zügeln." Am 20. Oktober 1944 folgte seine Beförderung zum Generalleutnant. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. September 1944 festgelegt. Seine Privatanschrift lautete seit mehreren Jahren bei Frau Dr. Rassler Schrammstraße 3 in Ratibor, Oberschlesien, Telefonnummer 2429. Am 7. Januar 1945 wurde ihm das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Sein Gehalt für März und April 1945, 2420 Reichsmark, ließ er sich am 8. März 1945 postlagernd nach Troppau anweisen. Am 28. April 1945 geriet er im Kessel von Halbe in Kriegsgefangenschaft der Roten Armee. Diese brachte ihn in die Sowjetunion. Dort wurde er in verschiedenen Lagern untergebracht, darunter das NKWD-Lagern Nr. 27 in Krasnogorsk, Nr. 48 in Černcy, 185 in Jurevec. Am 28. Juni 1950 wurde er zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt. Am 7. Oktober 1955 wurde er aus der sowjetischen Gefangenschaft entlassen. Er war später noch im Staatsdienst tätig. 1960 wohnte er in der Schleswiger Straße 16 in Frankfurt am Main. 1965 wohnte er in der Neuhausstraße 22 in Frankfurt am Main.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar: Deutsche Generale 1867-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10851 Ple-Sac
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Horst Scheibert: Die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold und Silber, 2 Bände, Verlag Podzun-Pallas, 1983 und 1990
Herbert Witte: Zwei Tage im April 1945 - Die Operation „Toast“ in der Region Anhalt-Zerbst
NARA T-78 R-891