Schrepffer, Johannes Robert Wilhelm

 

* 1. April 1893, Brandenburg

† 1970, (Koblenz)

 

 

Hans Schrepffer war der Sohn des Kaufmanns Paul Schrepffer und dessen Ehefrau Helene, geborene Müller. Er trat am 9. April 1911 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Dabei kam er zum 7. Westfälisches Infanterie-Regiment "Vogel von Falkenstein" Nr. 56. Bei diesem wurde er am 19. Dezember 1911 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 18. August 1912 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den gleichen Tag datiert. Als solcher wurde er dann als Kompanieoffizier im 7. Westfälisches Infanterie-Regiment "Vogel von Falkenstein" Nr. 56 eingesetzt. Auch kurz vor dem 1. Weltkrieg wurde er noch als solcher verwendet. Im Krieg wurde er zunächst weiter als Zugführer in der 9. Kompanie vom 7. Westfälisches Infanterie-Regiment "Vogel von Falkenstein" Nr. 56 eingesetzt. Ab Dezember 1914 wurde er dann als Kompanieführer in seinem Regiment verwendet. Im Mai 1915 wurde er dann zum Adjutant des II. Bataillons vom 7. Westfälisches Infanterie-Regiment "Vogel von Falkenstein" Nr. 56 ernannt. Am 23. November 1917 wurde er zum Regimentsadjutant vom 7. Westfälisches Infanterie-Regiment "Vogel von Falkenstein" Nr. 56 ernannt. Als solcher wurde er am 28. November 1917 zum Oberleutnant befördert. Sein Position als Regimentsadjutant behielt er dann bis zum Ende des Krieges. Zum Sommerbeginn 1918 wurde er leicht verwundet. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Am 1. Oktober 1919 wurde er dann als Oberleutnant in das vorläufige Reichsheer übernommen. Am 31. März 1920 wurde er noch vor der Bildung vom 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 aus dem Heer entlassen.

Er trat dafür am 1. April 1920 als Oberleutnant der Polizei in den Polizeidienst ein. Er kam dabei zur Schutzpolizei Essen. Dort wurde er am 20. Juni 1921 zum Hauptmann der Polizei befördert. Am 29. Juni 1920 hat er Helene Stiddien, Tochter des Wolfenbütteler Mühlenbesitzers Ernst Stiddien, geheiratet. Am 17. Mai 1921 wurde sein Sohn Hans-Joachim Schrepffer geboren. Am 12. Januar 1922 besuchte er einen Lehrgang an der Höheren Polizeischule in Potsdam-Eiche. Ab dem 1. August 1923 wurde er als Personalreferent eingesetzt. Ab dem Sommer 1924 wurde er als Hundertschaftsführer in Schönebeck/Elbe eingesetzt. Am 2. Dezember 1925 starb seine Mutter. Im April 1926 wechselte er als Führer einer Lehrabteilung zur Polizeischule Hann. Münden. Im Sommer 1927 kam er dann zur Polizeiverwaltung Wiesbaden. Im Frühjahr 1928 wurde er dann zur Polizeiverwaltung Dortmund versetzt. Im Herbst 1928 kam er dann zur Polizeiverwaltung Berlin. Ab dem 1. Februar 1930 wurde er als Reviervorsteher eingesetzt. Dort wurde er am 21. März 1933 zum Major der Polizei befördert. Am 6. Juni 1933 wurde er zum 1. taktischen Soderlehrgang kommandiert. Im gleichen Jahr wurde er dann zum Abteilungskommandeur der II. Abteilung in der Polizeigruppe Wecke ernannt, aus der später das Polizei-Regiment General Göring entstehen sollte. Während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er im Oktober 1935 als Major in die Luftwaffe übernommen. Dort wurde er dann zum Regiment "General Göring" kommandiert. Zum 1. Januar 1937 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Am 1. August 1937 trat er in das Heer über. Er wurde jetzt in den Regimentsstab vom Infanterie-Regiment 69 nach Hamburg versetzt. Am 12. Oktober 1927 wurde er dann zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 76 in Itzehoe ernannt. Vom 3. Mai 1938 bis zum 12. Mai 1938 besuchte er einen Lehrgang für Bataillonskommandeure zur Unterweisung schwerer Infanteriewaffen an der Infanterieschule in Döberitz. Im Jahr 1938 wurde er dann durch die Umgliederung des Regiments zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment (mot.) 76 ernannt. Dieses Kommando hatte er auch noch nach der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 inne. Er führte sein Bataillon dann zu Beginn des Krieges im Verband der 20. Infanterie-Division (mot.) in den Polenfeldzug. Dabei wurden ihm bereits die Spange zu seinen Eisernen Kreuz 2. Klasse verliehen. Anfang Oktober 1939 verlegte er mit seinem Bataillon wieder in die Heimat. Dort gab er dann noch im gleichen Monat sein Kommando ab. Daraufhin wurde er am 25. Oktober 1939 als Nachfolger von Oberst Hans Ehrenberg zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment (mot.) 86 ernannt. Nur einen Tag später trug er bereits die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse. Zum 1. Dezember 1939 wurde er selbst auch zum Oberst befördert. Durch die Umbenennung seines Regiments im Zuge der Umgliederung im Frühjahr 1940 wurde er am 1. April 1940 zum Kommandeur vom Schützen-Regiment 86 ernannt. Dieses Regiment führte er dann zum Ende vom Frühjahr 1940 im Verband der 10. Panzer-Division in den Westfeldzug. Im Hochsommer 1940 gab er sein Kommando über das Schützen-Regiment 86 wieder ab. Dafür wurde er dann zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 101 ernannt. Damit wurde er dann durch dessen Umbenennung im Zuge der Umgliederung Mitte Oktober 1940 zum Kommandeur vom Schützen-Regiment 101 ernannt. Nach anderen Quellen wurde er erst am 3. Januar 1941 zum Kommandeur vom Schützen-Regiment 101 ernannt. Dieses Regiment führte er dann im Verband der 18. Panzer-Division zum Sommerbeginn 1941 im Ostfeldzug beim Angriff auf Mittelrussland. Im Spätsommer 1941 gab er sein Kommando über das Schützen-Regiment 101 wieder ab. Er trug jetzt bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Vom 3. August 1941 bis Ende September 1941 wurde er als Ersatz für Oberst Rudolf-Eduard Licht mit der Führung vom Schützen-Regiment 40 beauftragt. Ende September 1941 wurde er dann als Nachfolger von Generalmajor Max Fremerey zum Kommandeur der 18. Schützen-Brigade ernannt. Anfang Oktober 1941 führte er seinen Stab dann in die Operation Taifun, den Angriff auf Moskau. Am 17. November 1941 wurde sein Regimentskommandeur Oberst Erwin Jolasse schwer verwundet, woraufhin er in Personalunion auch die Führung vom Schützen-Regiment 52 übernahm. Am 27. November 1941 wurde ihm als Brigadekommandeur das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Anfang März 1942 musste er sein Kommando über die 18. Schützen-Brigade abgeben. Daraufhin wurde er in die Führerreserve OKH versetzt. Seine Privatanschrift war die Wilhelmstraße 16 in Itzehoe, wo er die Telefonnummer 2822 hatte. Am 10. Mai 1942 wurde er zum neuen Kommandeur der Schnellen Truppen VI in Münster ernannt. Auch bei der Umbenennung seines Stabes zum Kommandeur der Panzertruppen VI im Frühjahr 1943 blieb er weiter der Kommandeur. Dieses Kommando behielt er dann bis 1944. Dabei wurde er zum 1. Dezember 1943 zum Generalmajor befördert. Am 12. Februar 1944 wurde er dann zum Kommandant der Feldkommandantur 675 (FK 675) ernannt. Am 10. März 1944 wurde er dann zum Festungskommandant Tarnopol ernannt. Nachdem er sich über die nicht vorhanden Verteidigungsmöglichkeiten beklagt hatte, wurde er von General der Panzertruppe Hermann Balck abgelöst. Auch sein Nachfolger Generalmajor Heinrich Kittel wurde nach wenigen Tagen wieder abgelöst. Am 15. April 1944 wurde er erneut zum Kommandant der Feldkommandantur 675 (FK 675) ernannt. Dieses Kommando behielt er dann bis zum Februar 1945. Im Zeitraum vom 27. September 1944 bis zum 16. Oktober 1944 war er zur Wiederherstellung seiner Gesundheit beurlaubt. Er wurde in dieser Zeit von Oberst Graf vertreten. Am 19. November 1944 mit Wirkung vom 20. November 1944 sollte er durch Generalmajor Walther Brehmer abgelöst und erneut in die Führerreserve OKH versetzt, sowie dem Wehrkreis VI zugeteilt werden, was aber mit Datum vom 7. Dezember 1944 für nicht wirksam erklärt wurde. Er war damals der 17. Armee im Bereich der Heeresgruppe A unterstellt. Am 22. Februar 1945 wurde er erkrankt in das Reservelazarett Wolfenbüttel eingeliefert und sollte dort 6-8 Wochen verbringen. Angeblich führte er zwischen dem 18. und 25. Januar 1945 für wenige Tage als Nachfolger vom gefallenen Generalmajor Harald von Hirschfeld und Vorgänger von Oberst Wilhelm Nagel die 78. Volks-Sturm-Division. Am 26. April 1944 ist seine erste Frau Helene verstorben. Danach erhielt er dann anscheinend bis zum Kriegsende kein neues Kommando mehr. Über seine Gefangenschaft ist nichts bekannt. 1947 hat er mit Gerda Jürges seine zweite Frau geheiratet.